Ausflug

Tipps für Karneval

Hannah Süsterhenn · 15.02.2019

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©iStockPhoto.com/Muenz

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Die fünfte Jahreszeit steht mal wieder vor der Tür und wie jedes Jahr stellt sich die Frage: Was tun, an den jecken Tagen? Wir haben für euch Tipps zusammengestellt, von den absoluten Fastelovend-Klassikern bis zur Ausweichmöglichkeit für alle Nicht-Schunkler. Alaaf!

Die Karnevals-Hochburgen

Köln und Düsseldorf sind in NRW die Epizentren der karnevalistischen Energien. Hier herrscht der komplette Ausnahmezustand. Rosenmontagszug, Straßenkarneval, Schull- und Veedelszöch und so weiter und so weiter. Wir haben euch jeweils zwei besondere Tipps pro Stadt rausgesucht.

Köln

1. Der Geisterzug

Für diejenigen, denen die klassischen Karnevalszüge und Sitzungen in Köln zu langweilig sind, gibt es den alternativen Karneval. In diese Rubrik fällt auch der „Jeisterzoch“ – der Geisterzug. Jedes Jahr eine andere Route, jedes Jahr neue gruselige Kostümierungen. Mitgänger werden hier lieber gesehen als Zuschauer. Hier gibt es keine Kamelle und keine großen Wagen. Dafür ist der Geisterzug eine Protestmöglichkeit, für alle die auf etwas aufmerksam machen wollen – und macht auch einfach UNGEHEUER viel Spaß!

2. Nubbelverbrennug

Am Aschermittwoch ist alles vorbei... So ist das nunmal im Karneval. Für einen würdigen Abschluss sorgt die Verbrennung des Nubbels. Der Nubbel ist eine Strohpuppe, die über die Karnevalstage in fast jeder Kneipe hängt, als Sündenbock für die tollen Tage. Alles was man vielleicht so angestellt hat in den wilden Tagen, wird am Veilchendienstag gemeinsam mit dem Nubbel zu Grabe getragen und verbrannt. Sünder können anschließend ganz unbelastet in die Fastenzeit starten. Aber auch wenn man keine „Sünden“ begangen hat, ist das große Wehklagen um das Nubbel-Feuer einen Besuch wert.

Düsseldorf

3. Tonnenrennen in Düsseldorf-Niederkassel

Am Karnevals-Sonntag ist in Niederkassel der Bär los. Denn um 12:45 Uhr startet das traditionelle Tonnenrennen! Seit über 120 Jahren schon wird dieses Rennen im Anschluss an den Umzug durch Niederkassel veranstaltet. Jeder Läufer geht mit seiner Schubkarre, der „Schörskar“ und einem Holzfass drauf an den Start und schon geht’s los!

4. Der Tuntenlauf

Diese schrille Veranstaltung ist vielleicht nicht ganz geeignet für die kleineren Karnevalisten unter uns, ist aber trotzdem spaßig und für einen guten Zweck. Es geht um den Düsseldorfer Tuntenlauf. Die Männer verkleiden sich als Frauen und müssen in High-Heels einen Parcours bewältigen. Die ausdauernste Tunte mit dem besten Kostüm gewinnt. Alle Spenden und Eintrittsgelder gehen an die Aids-Hilfe Düsseldorf e.V.

Außerhalb

Karneval spielt sich natürlich nicht nur in Köln und Düsseldorf ab. Im ganzen Rheinland und Umkreis wird die tolle Zeit gefeiert.

5. Kinderkarneval in Aachen

Den deutschlandweit einzigen Kinderkostümzug gibt es in Aachen. Traditionell am Tulpensonntag, also dem Tag vor Rosenmontag, zieht der fröhliche Zug unter der Regentschaft des Aachener Märchenprinzen durch die Stadt.

6. Die Wäscheprinzessin aus Bonn

An Weiberfastnacht gilt im Karneval: Alle Macht den Frauen! Vor allem in Bonn. Traditionell stürmt an Weiberfastnacht die Bonner Wäscheprinzessin mit ihrem Gefolge das alte Rathaus. Diese Tradition stammt aus dem Jahr 1824 als die Bonner Wäscherinnen ihre Männer strafen wollten, die all ihr Geld beim Rosenmontagszug verprasst hatten. Seit 1957 ist dieser Kampf nun feste Attraktion im Bonner Karneval.

7. Der Lichterzug in Langenfeld-Reusrath

Der richtige Schlachtruf ist enorm wichtig an Karneval. Ein freudiges „Helau!“ zum Beispiel, kann einem im Kölner Karneval große Probleme bereiten, da es sich um den Schlachtruf der rivalisierenden Düsseldorfer handelt. Wem das alles zu heikel ist, der ist am Karnevals-Sonntag in Langenfeld-Reusrath gut aufgehoben. Hier, an der Grenze zwischen Düsseldorf und Köln, ruft man ganz diplomatisch „Helaaf!“ und schaut sich dabei wunderschön beleuchtete Wagen und Laufgruppen an, die beim traditionellen Lichterzug durch die dunklen, abendlichen Straßen ziehen. Herrlich!

8. Rasenmähertreckerumzug im Sauerland

Wer die riesengroßen, pompösen Karnevalswaagen satt hat, der wird am Rosenmontag sein Glück in Reiste finden. Jeder Rasentrecker ist hier gerne gesehen, solange er nicht breiter ist als 1,20 Meter. Außerdem darf jeder mitmachen! Wer so einen Karnevalszug also auch gerne mal aus der Perspektive der Kamelle-Schmeißer sehen will und vielleicht sogar einen Trecker in der Garage stehen hat, der ist hier richtig.

Für Schlechtwetter-Hasser

„Et kütt wie et kütt“ – „Es kommt, wie es kommt“ - heißt es im Kölschen Grundgesetz. Und was an Karneval sehr oft „kütt“ ist der Regen. Für den leidenschaftlichen Jecken natürlich kein Problem. Für andere hingegen schon. Doch auch für dieses Problem gibt es Lösungen, denn: „Et hätt noch immer jot jejange!“

9. Sitzungen oder Theater

Das Schöne an Sitzungen ist ja, das man sitzt. Drinnen. Wetter-technisch ist man hier also auf jeden Fall sicher. Außerdem gibt es wirklich für jeden Karnevalisten etwas. Von der etwas alternativeren Stunksitzung bis zur lachenden Kölnarena! Die gibt es übrigens auch in klein: Die lachende Pänz-Arena! Für Kinder gibt es im Karneval auch noch weitere Sitzungen, zum Beispiel die Pfannkuchensitzung mit Rita und dem kleinen Schosch. Wen es nach Bonn zieht, der sollte der Papperlapapp-Sitzung einen Besuch abstatten. Hier gehen Jecken ab sechs Jahren in den Bonner Untergrund, um die Welt zu verbessern. Die Papperlapapper kämpfen für sanierte Schulgebäude, setzen sich für das Weltklima sowie die Abschaffung von Dauerbaustellen ein und vieles mehr.

10. Zu Hause bleiben

Was erstmal sehr langweilig klingt, muss gar nicht mal langweilig sein! Denn auch zu Hause kann man richtig toll Karneval feiern. Mit echtem Karnevalsessen, kommt schon mal richtig Stimmung auf. Jetzt noch ein paar schöne Kostüme, Spiele und Karnevalsmusik und schon kann die eigene kleine Karnevalsparty steigen!

Für Jugendliche

Karneval und Alkohol sind mittlerweile untrennbar miteinander verbunden. Dass es, gerade für Jugendliche, auch ohne geht zeigt "Kölle Alarm". Am 1. März feiern hier Jugendliche im Alter von zwölf bis 16 Jahren ganz ohne Promille. Es gibt einen Kostümwettbewerb und Besuch von Patenonkel Tim Toupet, Soul Bros, Jay Oh, dem Kölner Dreigestirn, DJ Alex und anderen Gäste. Auf der Party erfahren Jugendliche aber auch, wie gefährlich Alkohol sein kann, indem sie beispielsweise eine Teststrecke mit Rauschbrillen ausprobieren. Seit 2006 verbindet der Verein „Kölle Alarm e.V." auf einzigartige Weise Brauchtumspflege und Alkoholprävention für Kinder und Jugendliche.

Für Karnevalsmuffel

12. Alternativen

Es gibt sie tatsächlich. Die Nicht-Schunkler, Pappnasen-Allergiker und Kamelle-Hasser. Wem die tollen Tage einfach zu viel sind, für den besteht praktisch nur ein Ausweg: Flucht. Viele fahren über die Karnevalstage in den Urlaub, Ski fahren bietet sich da besonders an.
Wenn das nicht geht, gibt es Alternativen. Viele Indoor-Spielplätze, Kletter- und Skatehallen, aber auch Kinos und Museen haben an Karneval teilweise geöffnet. In Köln zum Beispiel das Rautenstrauch-Joest-Museum oder das Museum Ludwig. Wer es ein bisschen abenteuerlicher mag, der kann dem Odysseum in Köln-Kalk einen Besuch abstatten.

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