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Spiele für Kinder

Ingemar Reimer · 15.03.2022

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© Irina Schmidt/Adobe Stock

© Irina Schmidt/Adobe Stock

Spiele-Fan Ingemar Reimer stellt euch ein paar Spiele vor, die kleinen Fans von Brett- und Kartenspielen ab 4 Jahren richtig Spaß machen.

Bubble Trouble


© Ingemar Reimer

Muss man zum Spielen immer am Tisch sitzen? Beim kooperativen Geschicklichkeitsspiel „Bubble Trouble” heißt die Antwort ganz klar „Nein”. Bei diesem Spiel wird das Zimmer zum Ozean, in dem Meeresbewohner:innen schwimmen und zum sicheren Korallenriff gebracht werden müssen.

Gemeinsam Fische retten

Im Zimmer wird das Spielfeld, bestehend aus einem Korallenriff auf der einen Seite und der Hai-Schlucht auf der anderen Seite, aufgebaut. Zwischen beiden Bereichen liegen ca. vier Schritte. In der Mitte von beiden Bereichen werden fünf Meerestiere aus Pappe ausgelegt, die gerettet werden müssen. Jede:r Spieler:in bekommt mindestens zwei Blubberblasen, die kreisrund sind und aus weichem Kunststoff bestehen. Alle Mitspieler:innen stellen sich am Korallenriff auf und müssen jetzt alle ihre Blubberblasen werfen und zwar so, dass sie auf den Meeresbewohner:innen zum Liegen kommen. Die Meerestiere haben dabei eine gute Größe, so dass es nicht zu schwierig, sie zu treffen. Alle Tiere, die von einer Blubberblase berührt werden, werden dann ein Stück in Richtung Korallenriff bewegt. Alle übrigen schwimmen leider ein Stück zur Hai-Schlucht. Danach werden alle Blasen eingesammelt und die nächste Runde startet. Wie viele Meerestiere können gemeinsam gerettet werden?  

Immer in Bewegung

Bubble Trouble hat man flott aufgebaut und es kann direkt losgespielt werden. Da die Blubberblasen aus weichem Kunststoff sind, muss man auch keine Sorgen haben, dass etwas zu Bruch geht. Die Kinder, aber auch die Erwachsenen, lernen schnell, welche Wurftechnik am besten funktioniert. Die verschiedenen Meerestiere, vom Seepferdchen bis zum Anglerfisch, sind schön gestaltet und laden zum Spielen ein. Wer ein Spiel für seine Kinder sucht, bei dem sie nicht am Tisch sitzen müssen, sich bewegen können und es auf ein wenig Geschicklichkeit ankommt, für den ist Bubble Trouble eine Empfehlung.

Auf einen Blick:

Bubble Trouble
Verlag: Pegasus Spiele
Alter: ab 5 Jahren
Spieldauer: ca. 15-25 Minuten
Spieler:innenanzahl: 1-4 Personen
Autor: Michael Kallauch
Preis: ca. 20 Euro


Speedy Roll & Friends


© Piatnik

Speedy Roll“ gewann 2020 den Preis „Kinderspiel des Jahres”. Mit einem Fusselball mussten durch geschicktes Rollen Blätter, Pilze und Äpfel aufgesammelt werden, um die Igel schnell und sicher nach Hause zu bringen. Diesmal ist Speedy nicht allein, sondern hat auch seine Freunde mitgebracht. Speedy Roll & Friends ist dadurch noch abwechslungsreicher und die Kinder brauchen etwas mehr Geschick.

Die Tiere sind los

Bei „Speedy Roll & Friends“ müssen die Kinder mit Hilfe der Tiere und dem Fusselball Erdbeeren, Haselnüsse und Weizen sammeln, um damit den Igel nach Hause zu bringen. Der Fuchs ist wieder mit dabei und versucht, vor dem Igel sein Haus zu erreichen. Die helfenden Freunde sind z.B. der Bär, der Elch und das Wildschwein. Wenn der Bär zum Einsatz kommt, darf man ein Katapult einsetzen, um den Fusselball zu schleudern. Der Elch dient als Rutsche, die man ausrichtet und auf der man dann den Ball herunterrollen lässt. Die Wildschweinfigur kann geschnipst werden, um den Fuchs zu treffen. Dadurch verliert dieser ein paar Felder und der Igel hat mehr Zeit, das Haus zu erreichen.

Mehr Abwechslung mit den Freunden

Wer „Speedy Roll“ schon kennt und es gerne spielt, wird auch mit „Speedy Roll & Friends“ viel Spaß haben. Durch die Freunde gibt es mehr Abwechslung im Spiel und es ist herausfordernder. Das neue „Speedy Roll“ wird daher auch erst ab 5 Jahren empfohlen. Durch den variablen Spielplan kann man das Spiel einfacher oder schwieriger gestalten, je nach Erfahrung der Mitspieler. Jetzt stellt sich nur noch die Frage, wer der geschickteste Fusselball-Roller ist.

Auf einen Blick:

Speedy Roll & Friends
Verlag: Piatnik
Alter: ab 5 Jahren
Spieldauer: ca. 20 Minuten
Spieler:innenanzahl: 1-4 Personen
Autor: Urtis Šulinskas
Preis: ca. 25 Euro


Ungeheuer Hungrig


© HYBR

Was fressen Ungeheuer gerne? Die Antwort lautet ganz klar „alten Krempel”. Den alten Krempel gibt es auf Großvaters Dachboden reichlich. Mit gesunden Vitaminen in Form von Gemüse und Obst kann man die Ungeheuer jagen - das mögen sie überhaupt nicht. „Ungeheuer Hungrig“ spielt man mit einer App zusammen mit vielen bunten Krempel-Karten.

Auf die Farbe kommt es an

Um „Ungeheuer Hungrig“ spielen zu können, braucht man ein Smartphone oder Tablet und die kostenlose App für das Spiel. Zu Beginn des kooperativen Spiels erhält jedes Kind fünf Krempel-Karten, mit denen es die Ungeheuer füttern muss. Dazu halten die Kinder die ausgewählte Karte über die Kamera des Smartphones und schon kann man beobachten, wie eine Socke oder ein Pömpel im Bauch des Ungeheuers verschwindet. Ziel ist es, die Ungeheuer mit Krempel zu füttern, der der Fellfarbe der kleinen Monster entspricht. Dabei ist es erforderlich, die Farben richtig zu mischen. Wenn jedes Kind eine Karte verfüttert hat, verdaut das Monster mit einem ordentlichen Rülpser und die Spieler erfahren, wie gut sie die Farbe gemischt haben. Das Spiel wird von Stufe zu Stufe schwerer und es kommen immer neue Karten ins Spiel. Gelingt es, alle Monster passend zu füttern?

Ungeheuer lustig

„Ungeheuer Hungrig“ gelingt es sehr gut, das Analoge mit dem Digitalen zu verbinden. Durch die toll gestalteten Ungeheuer und ihre Reaktion auf das „Futter” hat das Spiel einen hohen Aufforderungscharakter und sorgt für viel Spaß am Spieltisch. Wenn mal eine Runde misslingt, will man direkt den nächsten Versuch starten. Der Schwierigkeitsgrad ist einstellbar, so dass die Herausforderung an die Spielgruppe angepasst werden kann. Ungeheuer Hungrig zeigt, dass man auch gemeinsam mit dem Smartphone Spaß haben kann.

Auf einen Blick:

Ungeheuer Hungrig
Verlag: HYBR
Alter: ab 6 Jahren
Spieldauer: ca. 20 Minuten
Spieler:innenanzahl: 2-4 Personen
Autor: Andreas Wilde
Preis: ca. 18 Euro


Mondscheinhelden


© Ingemar Reimer

Eine Burg mit voller Schatzkammer im Mondschein, Edelsteine schweben zum Ausgang und ein böser Zauberer tritt auf den Plan. Hier braucht es gewiefte Held:innen, die den Zauberer austricksen. Im Spiel Mondscheinhelden müssen Plättchen mit Edelsteinen passend gegen Kiesel getauscht werden. Am Ende gewinnt, wer die meisten Edelsteine retten konnte.

Die schwebenden Edelsteine

Auf dem Spielplan wird die eindrucksvolle Burg errichtet und ein Stapel mit Edelsteinplättchen darin deponiert. Durch einen Schiebemechanismus lässt der böse Zauberer Zirroz die Plättchen aus der Burg heraus und durch den Garten schweben. Die Held:innen müssen durch cleveres Tauschen mit Kieselsteinen versuchen, die Edelsteine zu retten. Farblich passende Kieselsteine erhalten die Held:innen aus den Brunnen im Garten. Jedes Mal, wenn Edelsteine gerettet werden, wird das Plättchen umgedreht. Darunter verbirgt sich ein Zauber, der gute oder schlechte Auswirkungen haben kann. Jetzt heißt es, mit etwas Glück und einem guten Plan, möglichst viele Steine zu retten.

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort

Die Kinder müssen sich im Spiel entscheiden, ob sie Kieselsteine sammeln oder Edelsteine retten wollen. Auf bestimmten Feldern ist auch beides möglich. Die Regeln sind sehr einfach gehalten, so dass auch die jüngeren Kinder eigenständig spielen können. Durch die Zaubereffekte wird das Spiel immer wieder auf den Kopf gestellt und der Zufall sorgt für eine gewisse Spannung. Das Spiel hat einen hohen Aufforderungscharakter nicht nur für Kinder, so dass auch die Erwachsenen gerne mitspielen.

Auf einen Blick:

Mondscheinhelden
Verlag: HABA
Alter: ab 5 Jahren
Spieldauer: ca. 30 Minuten
Spieler:innenanzahl: 2-4 Personen
Autor:innen: Wilfried & Marie Fort
Preis: ca. 25 Euro


Dinosaurs - Die rasante Dino-Rallye


© Schmidt Spiele

Mit großen Schritten stapft der furchterregende Spinosaurus Richtung Tal, in dem die Dinosaurier friedlich zusammenleben. Hierzu muss man wissen, dass der Spinosaurus mit einer Länge von fast 18 Metern zu den größten Dinosauriern seiner Zeit gehörte. Mit ihm will man sich bestimmt nicht anlegen.

Rettet die Dinos

Die Kinder schlüpfen in die Rollen der Forscher Maxx, Luis und Flynn Colby und müssen gemeinsam die Dinosaurier in die sichere Forschungsstation bringen. Jedem Forscher steht ein eigener Dinosaurier-Anhänger zur Verfügung, mit dem er bestimmte Dinosaurier transportieren kann. Die Kinder würfeln und müssen sich für eine von fünf Aktionen entscheiden. Sie können einen der drei Forscher ziehen, den Joker nutzen und müssen aber auch pro Durchgang einmal den Spinosaurus bewegen. Hier heißt es gut überlegen. Die Forscher werden gezogen, um Dinosaurier auf dem Spielplan einzusammeln und mit dem Anhänger in die Station in Sicherheit zu bringen. Gelingt es alle Dinosaurier zu retten, bevor der Spinosaurus die Station erreicht, ist das Spiel gewonnen.

Gemeinsam planen, gemeinsam gewinnen

Zu Beginn sieht das Spiel nach einem einfachen Würfel-Lauf-Spiel aus. Schnell stellt man aber fest, dass man gut planen muss. Welcher Forscher kann welchen Dinosaurier retten? Der Anhänger ist schnell voll, man muss zur Station zurück und der Spinosaurus kommt Schritt für Schritt näher. Es entwickelt sich ein spannender Wettlauf gegen den Spinosaurus. Die Schwierigkeit des Spiels lässt sich durch die Anzahl der zu rettenden Dinosaurier anpassen. Ein Spiel für echte Dinosaurier-Fans.

Auf einen Blick:

Dinosaurs - Die rasante Dino-Rallye
Verlag: Schmidt Spiele
Alter: ab 4 Jahren
Spieldauer: ca. 20 Minuten
Spieler:innenanzahl: 1-4 Personen
Autor:innen: Wolfgang Dirscherl
Preis: ca. 28 Euro


Zauberberg


© Amigo

Wenn die Kinder auf den Zauberer Balduin, seine Zauberlehrlinge, ein paar Hexen und bunte Irrlichter treffen, habe sie den Zauberberg entdeckt. Balduin schickt Irrlichter aus, um den Zauberlehrlingen den Weg zu ihm durch den dichten Wald zu weisen. Die Irrlichter sind Murmeln, die den Spielplan hinunterrollen und durch Hindernisse auf verschiedene Pfade gelenkt werden. Aber Achtung – im Wald tummeln sich auch ein paar Hexen, die den Zauberer besser nicht finden sollten.

Es wird kooperativ gemurmelt

Der Spielplan stellt den Zauberberg dar und wird mit Stützen schräg gestellt. Am oberen Ende versammeln sich die Zauberlehrlinge, um dem Pfad zu Balduin zu folgen. Die Kinder ziehen aus einem Beutel eine von fünf Murmeln und entscheiden gemeinsam, wo die Murmel starten soll. Trifft die Murmel beim Herunterrollen auf einen Zauberlehrling, wird er auf den Pfad entlang auf das nächste freie Feld mit der Farbe der Murmel gesetzt. Aber auch die Hexen sind im Wald unterwegs und werden nach unten gezogen, wenn eine Murmel sie trifft. Um zu gewinnen, müssen vier Zauberlehrlinge bei Balduin ankommen, bevor drei Hexen die Lichtung erreichen.

Verzauberter Spielspaß

In unseren Spielrunden konnten es die Kinder gar nicht abwarten, bis sie die erste Murmel loslassen konnten. Das Spiel ist schnell erklärt und sofort wird gemeinsam überlegt, welcher Plan funktionieren könnte. Wenn die Murmel rollt, heißt es auch einmal schnell zu sein, um möglichst geschickt mehrere Lehrlinge zu ziehen. Auch Erwachsene haben Freude an diesem Spiel und spielen gerne eine Runde mit. Zauberberg ist auf jeden Fall eine Empfehlung.

Auf einen Blick:

Zauberberg
Verlag: Amigo
Alter: ab 5 Jahren
Spieldauer: ca. 15 Minuten
Spieler:innenanzahl: 1-4 Personen
Preis: ca. 30 Euro

Ingemar Reimer begeistert sich schon seit seiner Kindheit für Gesellschaftsspiele. Er entdeckt gerne neue Spiele, probiert sie aus und erklärt sie seinen Mitspieler:innen – zum Beispiel in seiner eigenen Brettspiel-Runde. Er freut sich, wenn ein Spiel besonders gut in der Runde ankommt und alle viel Spaß am Spiel haben. Mit seiner Begeisterung versucht er anderen Menschen Brettspiele näherzubringen und ihr Interesse zu wecken.

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