Familienleben

Grüner Leben: Kochen ohne Fleisch

Holger Müller · 19.02.2019

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© courtneyk / iStockphoto.com

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Darf es etwas weniger sein? – Autor Holger Müller über die fleischlose Ernährung.

Endlich ist Weihnachten vorbei! Meine Oma sagte immer: „Nichts ist schlimmer als eine Reihe von Feiertagen.“ In unserer Familie kommt erschwerend hinzu, dass viele um die Weihnachtszeit Geburtstag haben. Und an all diesen Feiertagen wird gut gegessen, Fleisch natürlich – lecker. Im Alltag war das bisher kein großes Thema, aber unsere Jüngste, Ella, hat im Internet recherchiert, dass für die Produktion eines Kilogramms Rindfleisch 15.000 Liter Wasser verbraucht werden. Auch der Flächenbedarf ist höher als der von anderen Tieren oder von Alternativen nichttierischen Ursprungs. Zudem gibt es Kinder in ihrer Klasse, die sich vegan oder vegetarisch ernähren möchten. Was, das wissen wir von den Eltern, zu Zerrüttungen im Familiengefüge führen kann. Nach der Völlerei um Weihnachten waren wir aber gewillt, etwas Neues auszuprobieren. Und wir haben die Latte gleich ganz oben angesetzt: Das Fleischgericht, dass alle superlecker finden, soll im Selbstkochversuch vegetarisch ersetzt werden: Bolognese.

Uns war klar, der Biss muss stimmen, Röstaroma gehört dazu und es muss gut klebrig sein. Letzteres macht ohnehin die Tomate und nach einiger Recherche im Internet haben wir folgendes Basisrezept entwickelt: Karotten, Knollensellerie, etwas Stangensellerie, Zwiebel und Knoblauch werden in feine Würfelchen geschnitten, ordentlich mit Olivenöl und einer Prise Zucker angeschwitzt und mit reichlich Tomatensoße (wir nehmen die aus der Flasche) abgelöscht. Und nun kommt der Knaller: Grünkern. Quasi unreifes Getreide, das durch Darren verzehrfertig gemacht wurde. Am besten geschrotet. Dann hat es in etwa Größe und Biss von Hackfleischknübbelchen. Das ganze schön eindicken lassen, nach eigenem Gusto noch Salz und Pfeffer dazu – voilà. Ein bisschen haben wir am Ende geschummelt, beziehungsweise wir haben es „nur“ vegetarisch, nicht vegan geschafft. Mandelmehl als Parmesanersatz haben die Kinder nicht akzeptiert. Aber meine Mutter war zu Besuch und sagte: „Mensch eure Hackfleischsoße schmeckt ja wieder spitze.“

Autor Holger Müller lebt mit Frau und Töchtern in Köln. Als Familie versuchen sie, das komplexe Thema Nachhaltigkeit in ihrem Alltag zu leben. Holger arbeitet als Qualitätsmanager an einer Hochschule und lehrt an der Universität Duisburg-Essen, wie Nachhaltigkeit und Zukunft zu gestalten sind. Im KÄNGURU schreibt er regelmäßig über diese Ideen in seiner Kolumne „Grüner Leben“.

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