Ausflug

Waldabenteuer für Familien

Redaktion · 01.03.2020

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© AdobeStock Monkey-Business

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„Wo gehst du eigentlich am liebsten in den Wald?" haben wir unsere lieben KÄNGURU-Kolleginnen und Kollegen gefragt – und einige von ihnen verraten euch hier ihre grünen Favoriten.

Golrokh Esmaili geht in den Nussbaumer Wald

Mein Lieblingswald: Jeder Wald hat etwas Besonderes und es fällt mir gar nicht so leicht, einen Lieblingswald zu nennen! Aber besonders oft fahren wir in den Nussbaumer Wald in Bergisch Gladbach.

Warum mein Lieblingswald: Irgendwie ist der Nussbaumer Wald entspannt. Vielleicht weil er so weitläufig und noch nicht so hoch frequentiert ist. Bei unseren Spaziergängen gibt es immer neue Wege zu entdecken. Und last but not least – irgendwie habe ich dann auch immer das Gefühl, dass ich mal aus der Kölner Stadt raus bin. Aber im Anschluss an den Spaziergang freue ich mich wieder auf die City ;)

Was kann man besonders gut in diesem Wald tun? BMX fahren! Der BMX-Verein Dirt Stylers hat dort jede Menge Rampen angelegt und es ist total spannend, die Jungs beim Fahren zu beobachten. Mein dreijähriger Sohn war schwer begeistert. Außerdem kann man auch zu den Schaafen gehen, die dort auf der Wiese grasen. So kommen unsere Stadtkinder in den Genuss, echte Tiere außerhalb des Zoos zu sehen.

Gibt es einen Spielplatz? Falls ja – taugt er was? Nein, meines Wissens gibt es keinen Spielplatz – aber jede Menge umgefallener Riesenbäume, auf denen die Kinder stundenlang herumklettern. Natürlich nur unter Aufsicht der Eltern!

Wie erreiche ich den Wald am besten? Da er in Bergisch Gladbach ist, fahren wir tatsächlich aus Köln mit dem Auto dorthin. Allerdings ist die Verbindung nach Bergisch Gladbach mit der S11 super. Und dann müsste man sich noch die Busverbindung zum Wald heraussuchen.

Gibt es hier Tiergehege? Ja, Schafe. Die man allerdings nicht füttern sollte, da sie vom Bauern verorgt werden.

Ein letzter Satz zum Wald: Ein herrlicher und sehr entspannter Wald. Ein Teil davon ist übrigens ein Friedwald. An manchen Bäumen liegen Blumen oder kleine Gedenksteine. Aber alle ohne Namen.

Als echtes „Kölsch Mädche" spaziert Sue Herrmann am liebsten durch den Stadtwald

Von A.Savin (Wikimedia Commons · WikiPhotoSpace) - Eigenes Werk, FAL, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=64932670
cc A.Savin WikiPhotoSpace

Warum mein Lieblingswald: Weil er so herrlich nah ist und obwohl er mitten in der Stadt liegt , man den Eindruck hat „mitten im Wald“ zu sein – äh, ist man ja auch ;-)

Was kann man besonders gut in diesem Wald tun? Alles. Spazieren gehen, Joggen, Körper trimmen, Hund ausführen, Kinder lüften, Bötchen fahren, Minigolf spielen, Picknick machen, Ziegen füttern, Kaffee trinken, Pony reiten, Seele baumeln lassen und und und …

Gibt es einen Spielplatz? Falls ja – taugt er was? Unbedingt. Der Spielplatz am Wildpark ist groß, mit vielen Klettergerüsten und Spielgeräten aus Holz. Mein Sohn liebte die kleinen Holzhäuschen, um sich darin zu verstecken und verschmitzt aus dem Fenster zu schauen, wenn man ihn rief. Unter Bäumen – im Winter als Schattenspender vielleicht nicht ganz so wichtig – mit vielen Bänken für die Eltern, falls sie nicht gerade die Schaukel zum zigtausendsten Mal anschubsen müssen. Und manchmal hält zur großen Freude ein Eis-Wagen oder gar ein Espresso-Mobil.

Ein Nachteil? Keine. Oder doch – draußen auf der Terrasse im alt eingesessenen „Haus am See“ am Decksteiner Weiher gibt’s nur Kännchen. Vielleicht hält sich diese Mär aber auch nur hartnäckig ;-)

Wie erreiche ich den Wald am besten? Um alle Zugangsmöglichkeiten aufzuzählen ist der Stadtwald zu groß. Hier eine Auswahl an öffentlichen Verkehrsmitteln:
Linie 1: Haltestellen Stadion, Eupener Straße, Clarenbachstift, Maarweg oder Aachener Straße/Gürtel
Linie 7 und 13: Haltestellen  Aachener Straße/Gürtel, Wüllnerstraße oder Dürener Straße/Gürtel – Linie 7: Brahmsstraße
Bus 136: Haltestelle Dürener Straße/Gürtel, Kitschburger Straße oder Brahmsstraße
Bus 140: Haltestelle Aachener Straße/Gürtel

Achtung: Die Kitschburger Straße ist zwischen Freitag 18 Uhr und Sonntag 22 Uhr für den Autoverkehr gesperrt. Hier findet am Wochenende der Wochenmarkt statt.

Gibt es hier Tiergehege? Ja, den Lindenthaler Tierpark an der Kitschburger Straße. Er hat ganzjährig geöffnet, zur Zeit von November bis Februar von 9 bis 17 Uhr. Der Eintritt in den Tierpark ist kostenlos. Die Tiere dürfen gefüttert werden, allerdings nur mit dem geeigneten Futter aus den entsprechenden Automaten – Kleingeld nicht vergessen ;-) Selber mitgebrachtes Futter müsst ihr bei den Tierpflegern abgeben. Die prüfen dann, inwieweit es verwendet werden kann. Im Wildgehege fühlen sich Damwild, verschiedene Ziegenarten, Schafe, Esel, Hochlandrinder und jede Menge Geflügel zu Hause.

Extra-Tipp: Regelmäßig organisiert der Verein der Freunde und Förderer des Lindenthaler Tierparks besondere Veranstaltungen für Kinder und Familien.

Ein letzter Satz zum Wald: Der Stadtwald ist mit einer Fläche von über 200 Hektar extrem weitläufig. Der Park gehört zum äußeren Grüngürtel und dehnt sich über die Stadtteile Lindenthal und Junkersdorf aus. Riesige zusammenhängende Wiesenflächen, verschiedene (Kahn-)Weiher und viele heimische Bäume wie Eichen, Buchen, Kastanien und Eschen prägen das Bild dieser einzigartigen Anlage. Sie entstand in mehreren Etappen zwischen 1895 und den 1920er Jahren und gehört damit zu den ältesten in der Stadt. Und hier geht’s zu noch mehr Wissenswertem über Kölns grünes Herz, den äußeren Grüngürtel.

 


Susanne Geiger-Krautmacher wandert durch den Knechtstedener Wald


Knechtstedener Wald (cc)

Warum ist das mein Lieblingswald? Es ist ein Naturschutzgebiet, sehr wild und etwas mystisch. Besonders schön sind die Stieleichen-Hainbuchenwälder zur Blüte des Buschwindröschens, außerdem die wunderschönen Traubenkirschen, Erlen, Eschen und Ulmen. Für Naturliebhaber ein Paradies.

Was kann man besonders gut in diesem Wald tun? Ausgiebig und ungestört spazieren gehen und die Natur genießen. Und dabei die verschiedenen Tierarten beobachten: Vier Spechtarten, den Springfrosch, die Ringelnatter, die Blindschleiche und die Waldeidechse.

Gibt es einen Spielplatz? Falls ja – taugt er was? Ja, es gibt einen schönen Spielplatz am Kloster Knechtsteden. Viele Klettergerüste aus Holz auf Sand-, Wiesen- oder Mulchgrund bieten reichlich Möglichkeit für Kinder, sich auszutoben.

Ein Nachteil? Im Frühjahr kann es zu Verwechslungen vom Bärlauch mit dem giftigen Maiglöckchen kommen.

Wie erreiche ich den Wald am Besten?

Mit dem Auto: über die A57 Richtung Krefeld
Mit dem Bus: Linie 883 Köln-Worringen, Dormagen S-Bhf, Broich
Linie 885 Dormagen, Worringen S-Bhf, Nievenheim S-Bhf
Linie 871 von Grevenbroich, Dormagen S-Bhf

Gibt es hier Tiergehege? Ja, das Wildfreigehege Tannenbusch in Dormagen-Delhoven

Ein letzter Satz zum Wald: Der Wald ist in dem Quellgebiet des Pletschbachs. Deshalb empfindet man es feucht, was sehr angenehm ist, besonders bei großer Hitze im Sommer.

  


Claudia Berlinger bleibt in der Nachbarschaft und erobert den Friedenswald in Rodenkirchen

Warum ist das mein Lieblingswald? Rhein, Finkens Garten und Friedenswald liegen so nah beieinander, dass ich alle drei an einem Tag besuchen kann. Den schönen Forstbotanischen Garten im Wald gibt es noch dazu, falls kein Hund dabei ist.

Was kann man besonders gut in diesem Wald tun? Waldbaden. Und wer ein bisschen Übung darin hat, kann auch hier prima verloren gehen. ;o) Hier lernt man die nettesten Hundeclubs kennen.

Gibt es einen Spielplatz? Falls ja – taugt er was? Der Wald umsäumt eine große Wiese, in deren Mitte ein schöner Holzspielplatz liegt. Er ist nicht sonnengeschützt und hat keine Wasseranschlüsse. Aber dafür Weite.

Ein Nachteil? Leider hört man auch in diesem „Stadtwald“ Autolärm. Vielleicht gibt es ja gar keinen Ort auf dieser Welt, wo man mal in Ruhe seine Lauscher aufsperren kann und einzig Stille und Natur hört …?

Wie erreiche ich den Wald am Besten?

Auto: Schillingsrotter Straße Ecke Industriestraße, 50996 Köln. Der große Parkplatz kann in Stoßzeiten schon mal überfüllt sein.
KVB: Haltestelle Rodenkirchen Bf, auf Friedrich-Ebert-Straße bis Industriestraße.

Gibt es hier Tieregehege? Leider nicht. Aber im Forstbotanischen Garten wohnen Pfauen und manche sind recht zahm und lassen sich füttern. Natürlich nur mit Hühner- oder Vogelfutter.

Ein letzter Satz zum Wald: Der Friedenswald macht seinem Namen alle Ehre, er vereint Bäume aller Nationen. Wenn die Bäume das können … dann können wir das auch!

 


Janina Mogendorf zieht es ins Siebengebirge rund um den Löwenburger Hof


Blick auf die Löwenburg (cc)

Warum ist das mein Lieblingswald? Weil der Spazierweg mit eineinhalb Kilometern genau die richtige Länge hat, um ihn mit Kindern zwischendurch zu wandern. Weil er eine grandiose Schlittenpiste mit langen Abfahrten ist und weil am Ende der gemütliche, historische Löwenburger Hof mit leckerem Kakao und guten Essen wartet.

Was kann man besonders gut in diesem Wald tun? Im Frühling, Sommer und Herbst laufen die Erwachsenen gemütlich den asphaltierten Weg, während die Kids sich parallel davon durchs Unterholz schlagen oder oberhalb den Hang erklimmen. Im Winter ist es ein Rodelparadies. Es gibt am Wegesrand einen Brunnen, ein hübsch dekoriertes Hexenhäuschen und Apfelwiesen.

Gibt es einen Spielplatz? Falls ja – taugt er was? Nein, aber eine lebensgroße Kuh zum Klettern am Löwenburger Hof. Wir haben nie einen Spielplatz vermisst.

Ein Nachteil? Der Parkplatz ist bewirtschaftet. Die erste Etappe geht recht lange nach oben, aber nicht zu steil. Dafür geht es mit den müden Kindern am Ende nur noch bergab. Sie laufen dann quasi von selbst. Wenn man am Löwenburger Hof nicht eingekehrt ist, gibt es hier noch mehrere Restaurants am Waldparkplatz.

Wie erreiche ich den Wald am Besten? https://www.loewenburger-hof.de/lh_anfahrt.html

Gibt es hier Tiergehege? Nein, aber ein kostenloses Naturparkhaus mit Tierpräparaten aus dem Bonner Museum Koenig, u. a. Baummarder, Siebenschläfer, Steinkauz, Schwarzspecht, Eisvogel, Fledermaus, Schmetterlinge und Käfer

Ein letzter Satz zum Wald: Wir kommen zu allen Jahreszeiten gerne hierher, am schönsten aber ist es im Winter, im verschneiten Wald.

 


Petra Priggemeyer empfiehlt den Thielenbrucher Wald in Köln Dellbrück

© Wasserschule Thielenbruch
© Wasserschule Köln - Thielenbruch

Warum ist das mein Lieblingswald? Besonders für Familien mit kleineren Kindern lohnt sich ein Ausflug in den Thielenbrucher Wald, denn dort lädt euch ein ganz besonderes Plätzchen zum Verweilen ein. Es liegt direkt am Strunder Bach. Während es sich die Großen hier auf zwei Bänken gemütlich machen, können die Kleinen den Bachlauf erkunden und über dicke Steine durchs flache Wasser ans andere Ufer gelangen. Egal, ob mit Gummistiefeln oder Barfuß, der Einsatz von Keschern, Eimern und Becherlupen lohnt sich hier zu jeder Jahreszeit.

Gibt es einen Spielplatz? Falls ja – taugt er was? Der Thielenbrucher Wald ist ein tolles Forschungsgebiet. Die Wasserschule Köln (www.wasserschule-koeln.de) bildet hier im Sommer regelmäßig Bachreporter aus. Wer statt Kescher lieber einen Schläger in die Hand nehmen möchte, der trifft sich an der Tischtennisplatte auf einem kleinen lichten Platz in der Nähe der Straßenbahnhaltestelle.

Ein Nachteil? Keinen.

Wie erreiche ich den Wald am besten? Die Linie 18 bringt euch direkt zur Endhaltestelle Thielenbruch. Von dort aus erreicht ihr in wenigen Schritten den Eingang zum Wald und kommt – wenn ihr euch rechts haltet - nach kurzer Zeit zum beschriebenen Ziel an der Strunde. Wer nach dem Walderlebnis noch das Straßenbahnmuseum (www.hsk-koeln.de/german/) besuchen möchte, der kann das immer am zweiten Sonntag eines Monats machen. Es liegt direkt bei der Straßenbahnhaltestelle und hat von März bis Dezember geöffnet.

Gibt es hier Tiergehege? Nein

Ein letzter Satz zum Wald: Ein tolles Naherholungsgebiet, das problemlos mit der Straßenbahn erreichbar ist.

 


Ursula Katthöfers liebt das Bonner Melbtal

Verwunschen, wild, abenteuerlich. So präsentiert sich das Melbtal unterhalb des Bonner Venusbergs. Mitten im Wald liegt es so versteckt, dass wir es nur durch Zufall entdeckten. Steil bergab geht es über Holzstufen hinab zum Melbbach, auch Engelsbach genannt. Der schlängelt sich durch das enge Tal. Die Kinder balancieren auf Baumstämmen über das Wasser oder bauen aus Ästen einen Damm. Dann jagen sie die Holzstufen wieder hoch. Auf dem Po rutschen sie den Hang hinab, dass die Matschhosen nur so quietschen. Am Bachufer treffen wir uns zum Picknick.

Parken lässt es sich am besten am Ippendorfer Friedhof. Dann geht es über den Friedhof hinab ins Tal. Wer spazieren gehen möchte, wählt den längeren Weg, der an der Bonner Jugendherberge startet. Das Melbtal ist mitten in der Stadt natürlich und ursprünglich geblieben. Dafür lieben wir es.

 


Frau Karli wandert auf den Stenzelberg

Noch bis vor kurzem war das Waldgebiet um Fontainebleau unser liebstes Wanderdomizil. Doch dann haben wir in einem Anfall von spontaner, internetgestützter Eroberungslust entdeckt, das wir gar nicht in die Ferne schweifen müssen, wenn das Gute doch so nah liegt: Der Stenzelberg im Siebengebirge ist von einem Wald umgeben, der nicht minder charmant ist und viele lauschige Pfade und Ecken zu bieten hat. Unser neues Mini-Fontainebleau!

Entstanden sind die ungewöhnlichen Felsformationen im Laufe mehrerer Jahrhunderte durch einen Steinbruch, der 1931 stillgelegt wurde. Wichtiger Hinweis: Das Klettern ist am Stenzelberg nach einem Hin- und Her zwischen Naturschutz und Klettersport verboten - der Mauereidechse zuliebe, deren Ei-Ablageplätze immer wieder zerstört worden waren. Doch auch so kommen in diesem märchenhaften Waldgebiet große und kleine Entdecker voll auf ihre Kosten.

 

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