Rund ums Baby

„Ein Urinstinkt“

Anja Janßen · 01.10.2014

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Drei Fragen zum Nestbau und körperlichen Belastungen in der Schwangerschaft an den Mediziner Prof. Dr. Mallmann. Er ist Direktor der Frauenklinik der Uniklinik Köln.

1. Was ist der Nestbautrieb und warum gibt es ihn?

Prof. Dr. Peter Mallmann: Beim Nestbautrieb handelt es sich um ein natürliches Bedürfnis, einen Urinstinkt. Er ist Frauen scheinbar durch die Evolution mitgegeben. Schwangere haben das Bedürfnis, in geordneten räumlichen Verhältnissen zu leben und die Fortpflanzung zu sichern. Das bedeutet auch, dass das Kind gut untergebracht ist.

2. Wie können Schwangere dabei möglichst schonend vorgehen?

Es gibt die umweltbezogene Seite und die körperliche Seite. Eine schwangere Frau sollte sich grundsätzlich nicht zu sehr belasten und beispielsweise bei einem Umzug nicht schwer heben. Als grober Richtwert gilt: Mehr als ein Sechserpack Wasserflaschen à 1,5 Liter sollte eine Schwangere nicht tragen. Das gilt auch für die Zeit des Wochenbetts.

3. Wie viel Ruhepausen sollte sich eine schwangere Frau gönnen?

In manchen geschichtlichen Überlieferungen unterbrechen Frauen für die Geburt ihres Kindes einfach mal die Arbeit auf dem Feld, um danach direkt wieder zurückzukehren. Heute wissen wir, dass jede Frau auf die Zeichen ihres Körpers hören sollte. Manche Frauen können die ganze Schwangerschaft über arbeiten. Andere leiden einfach unter der körperlichen Belastung. Sie sollten auf Erschöpfungssymptome hören wie Müdigkeit, dem Bedürfnis nach Ruhe und natürlich sind auch die Ergebnisse ärztlicher Untersuchungen zu berücksichtigen.

Vielen Dank für das Gespräch.

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