Ausflug

All-Inclusive vor der Haustür

Christoph Schrahe · 02.02.2018

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istockphoto.com © Lisa 5201

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Die RheinlandCard bietet binnen eines Jahres jeweils einmalig freien Eintritt in zahlreiche Attraktionen der Region. Lohnt sich die Investition? Unser Autor hat die Karte 2017 mit seiner Familie getestet.

Beim ersten Einsatz fühlen wir uns wie Pioniere. Und auch die Dame an der Kasse des Rheinischen Landesmuseums in Bonn fühlt sich in den neuen Welten, die sich durch die Rheinland Card für Entdecker der Sehenswürdigkeiten unserer rheinischen Heimat auftun, noch nicht so richtig zu Hause. Es ist Anfang Januar 2017, die Karte ist gerade ein paar Tage auf dem Markt und Lesegeräte hat das Museum noch keine. Also notiert die Dame unsere Namen und den vielstelligen Code unserer Karten handschriftlich in einer Tabelle. Dauert eine Weile, aber schließlich erhalten wir unsere Eintrittskarten – ohne unsere Geldbörse um die 16 Euro zu erleichtern, die uns der Besuch der Ausstellung ohne RheinlandCard gekostet hätte.

Angesichts dieses recht geringen Betrages und der Gesamtkosten von 155 Euro, die zuvor für den Kauf der Cards anfielen, hält sich der Grad der Genugtuung noch in Grenzen. Doch beim ersten Test ging es ohnehin eher um die Klärung der Frage, ob das wirklich funktioniert mit dem Kostenlos-Versprechen. Tut es, auch bei jedem der noch zahlreich folgenden Einsätze – und bis Ende des Jahres haben sich auch die diversen Spielarten technischer Kinderkrankheiten beim Lesen der Karten eingespielt.

So sieht sie aus, die RheinlandCard.

So sieht sie aus, die RheinlandCard.

Der ursprüngliche Bezahlvorgang ist schon viel früher vergessen. Genau diesem Effekt verdankt die Karte ihren besonderen Charme. Ein Effekt, auf den in Zeiten der Flatrate viele Anbieter setzen. Zu den ersten, die dieses Prinzip einführten, gehörten in Deutschland die Freizeitparks. Einer dieser Parks zählte schon 2017 zum Kreis der Attraktionen, die die RheinlandCard akzeptieren: die Movie World in Bottrop. Allein mit dem dortigen Besuch „sparen“ wir 120 Euro. Das war Ende Mai. Da wir zwischenzeitlich auch noch im Freilichtmuseum Lindlar und im Sea Life Königswinter waren, haben wir den Kaufpreis mit diesem Tag raus. Sieben Monate des Jahres 2017 liegen da noch vor uns.

Natürlich befeuert ein Produkt wie die Rheinland Card eine gewisse Abarbeitungs-Mentalität. In Zeiten immer stärker verdichteter Terminpläne (die Rückkehr zu G9 steht ja erst noch bevor) empfanden wir es aber als durchaus positiv, einen externen Motivator zu haben. Nicht selten gab letztlich die Rheinland-Card den Ausschlag, sich sonntags auf den Weg zu machen und gemeinsam etwas Neues zu erkunden, statt lediglich auf die häuslichen Freizeitangebote zurückzugreifen. Da die Karte das ohne Ausgaben ermöglichte, entfiel ein Argument, das andernfalls so manchen Ausflug verhindert hätte. Immerhin wären für einen Besuch im Duisburger Zoo 44 Euro angefallen, in der Zoom Erlebniswelt Gelsenkirchen 57 Euro und im Kletterwald K1 66 Euro.

Waren wir aber erstmal vor Ort trat sozusagen der gegenteilige Effekt ein: Wir hatten in den eigentlich teuren Attraktionen nicht mehr das Gefühl, den jeweiligen Eintrittspreis „abarbeiten“ zu müssen. Da war es dann auch egal, dass unser Sohn in der Movie World kein einziges Fahrgeschäft ausprobieren wollte. Die drei Stunden in der Skihalle Neuss hat er dafür voll ausgereizt.

Service

Die Rheinland Card gibt es auch für 2018. Sie ist gültig vom 1.1. bis 31.12.2018 und bietet 75 x freien Eintritt. Für weitere Attraktionen gibt es 50%-Vorteile und einmalige Rabatte. Erwachsene zahlen 59,90 Euro, Kinder 44,90 Euro.

Tel. 0221 - 56 79 74 99

www.rheinlandcard.de

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