Wir brauchen deine Unterstützung, jeder Cookie zählt!

Wir verwenden Cookies, um die Nutzung unserer Webseite zu verbessern, bestimmte Funktionen zu ermöglichen und vor allem, um unsere Arbeit zu finanzieren. Du kannst dem jederzeit in unserer Datenschutzerklärung widersprechen.

Akzeptieren
Essenziell

Diese Technologien sind erforderlich, um die Funktionalität der Webseite zu ermöglichen.

Statistik

Mit diesen Technologien analysieren wir die Nutzung der Webseite, mit dem Ziel, unsere Arbeit zu verbessern.

Marketing

Diese Cookies sind Grundlage für unsere Einnahmen. Wir nutzen Google Adsense, um Anzeigen unserer Werbekunden auf der Webseite einzustellen. Hier erfährst Du, wie personenbezogene Daten zur Personalisierung von Anzeigen verwendet werden.

Komfort/Externe Medien

Diese Technologien werden verwendet, um dir ein besseres Nutzungserlebnis zu ermöglichen.

Natalie, Ida und Yuka: Auszubildende als Zahntechnikerinnen

Hanka Meves-Fricke · 25.03.2025

zurück zur Übersicht
Natalie, Ida und Yuka: Zahntechnikerinnen in Ausbildung © Sonja Hoffmann

Natalie, Ida und Yuka: Zahntechnikerinnen in Ausbildung © Sonja Hoffmann

Zum Zahnarzt zu gehen, gehört auch bei mir und Fotografin Sonja Hoffmann nicht zu unseren Lieblingsterminen. Aber wenn ein Zahn abgebrochen ist oder eine größere Füllung zu ersetzen ist, dann muss man halt. Doch wie kommt der Zahnarzt zum Zahnersatz? Wir treffen drei junge Auszubildende in einem der größten Dental-Labore Kölns, in der Dental-Labor Hans Fuhr GmbH & Co. KG in der Innenstadt. Natürlich fragen wir die drei jungen Frauen, warum sie Zahntechnikerinnen werden wollen.

Ein handwerklicher Beruf mit Zukunft

Ida (23), Natalie (26) und Yuka (22) sind sich einig: Sie wollten etwas Handwerkliches lernen und nicht den gesamten Tag im Büro sitzen. „Wir stellen Kronen, Prothesen, Brücken, alle möglichen Arten von Zahnersatz her“, erklärt uns Natalie. „Manchmal konstruiere ich am Vormittag einen Zahn, dann arbeite ich ihn nachmittags aus.“ „Mir macht es Freude, dass ich mit den Händen etwas herstelle, was einen Nutzen für Patient:innen hat“, ergänzt Ida. „Wir schenken Lebensqualität“, fügt Yuka hinzu. „Zähne sind im Leben der Menschen ungeheuer wichtig.“

Chemikant Romeo Sistig © Wenke Sistig
Im zahntechnischen Labor sind Geduld und Präzision gefordert © Sonja Hoffmann

Mit Computer und Abdrücken

Zähne werden heute beim Zahnarzt zumeist über einen sogenannten Intraoral-Scanner eingelesen oder durch einen Abdruck abgeformt. Dann stellen die Zahntechniker:innen Gipsabdrücke her und vervollkommnen die Form. Diese können danach gescannt und am Computer weiterbearbeitet werden. Die Arbeit in diesem Beruf ist wie in vielen anderen Bereichen digital geworden. Zahntechniker:innen fräsen, formen oder ausarbeiten Zähne, Spangen und weiterer Zahnersatz dann aus Keramik, Kunststoff oder Metallen.

„Ausarbeiten“ ist das magische Wort, das dafürsteht, dass ein Zahnersatz präzisiert wird, damit dieser zu den Patient:innen passt. Die Zahntechniker:innen fräsen, schleifen, glätten die Form, sie wählen die richtige Farbe, damit die neuen Zähne zu den erhaltenen und zum jeweiligen Menschen passen.

Geduld und Präzision

„Das Schöne ist, dass wir wirklich etwas Nützliches machen“, erklärt Yuka. „Dafür müssen wir jedoch sehr genau arbeiten.“ „Ein Zahnersatz, der nicht passt, drückt oder nicht hält, kann zu Schmerzen führen“, ergänzt Natalie. Manche Teile kommen auch von Produktionsstätten außerhalb des Labors, die präzisiere Maschinen haben. „Wichtig ist, dass wir ruhig und geduldig an eine Aufgabe gehen. Es ist nicht einfach, eine Klammer zu biegen. Das will gelernt sein“, meint Ida. Alle drei sind jetzt im dritten Ausbildungsjahr und haben viel gelernt.

Im Dentallabor Hans Fuhr absolvieren Bewerber:innen für eine Ausbildung einen Eignungstest. Dieser besteht aus drei Aufgaben: einen Draht biegen, Zeichnen und mit Knete einen Zahn formen. Wenn die jungen Interessenten dann noch im Vorstellungsgespräch ihr Interesse am Beruf erklären können, werden sie zu einem zweiwöchigen Praktikum eingeladen. „In dieser Zeit habe ich gemerkt, dass ich wirklich die Ausbildung machen möchte, und die Kolleg:innen haben mich auch ein wenig kennengelernt.“

Den passenden Beruf finden

Ida und Yuka hatten vor Beginn der Ausbildung überlegt, Goldschmiedin oder Uhrmacherin zu werden. „Das Praktikum hat mir bei der Entscheidung geholfen. Hier verbinde ich mein handwerkliches Talent mit dem Wunsch, anderen zu helfen“, sagt Ida. Yuka fügt hinzu: „Meine Mutter hat mir zu diesem Beruf geraten, weil es ihn immer geben wird, weil Menschen immer Zahnersatz benötigen werden.“

Natalie hat vor der Ausbildung bereits Hotelfachfrau gelernt. „Ich habe die Ausbildung abgeschlossen, doch gemerkt, dass die Schichtarbeit sehr anstrengend ist und manche Gäste die Arbeit der Mitarbeitenden nicht so schätzen, wie ich es mir gewünscht hätte. Als Zahntechnikerin merke ich, dass meine Arbeit wirklich gebraucht wird.“

© Sonja Hoffmann
Zu Besuch im Dentallabor Hans Fuhr © Sonja Hoffmann

Auszubildende im Labor arbeiten zu regulären Arbeitszeiten, haben jedoch für die Arbeiten mehr Zeit als ausgelernte Gesell:innen. „Morgens finden wir unseren Plan für den Tag vor, nachdem wir vorgehen“, erzählt Ida. „Es braucht Erfahrung, um eine Klammer gut und schnell biegen zu können oder einschätzen zu können, ob eine Krone jetzt wirklich zu den Patient:innen passt. Auch nach der Ausbildung möchte ich hier im Labor noch viel lernen“, ergänzt Natalie.

Geduld und Geschick wichtiger als Noten

Interesse an handwerklichen Arbeiten ist die wichtigste Voraussetzung für diesen Beruf, auch wenn Computer, Fräsmaschinen und andere technische Geräte diese Arbeit technischer gemacht haben. Die Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre und gibt Zeit, Erfahrungen zu sammeln. Daneben sind gutes räumliches Denken, präzises Arbeiten sowie ein Hang zu Perfektion gute Voraussetzungen für diesen Beruf.

3D-Scanner, moderne Fünf-Achs-Fräsmaschinen sowie 3D-Drucker ziehen zunehmend in die Labors ein. „Dazu gehört auch, dass wir auch verstehen, wie eine Fräsmaschine oder ähnliches funktioniert, das wir diese auseinandernehmen, säubern und wieder zusammensetzen können“, erläutert Ida. „Aber das macht auch die Vielfalt in der Arbeit aus“, ergänzt Natalie. „Wichtig für mich ist zudem, dass es in jeder der fünf Abteilungen, die wir Auszubildenden hier durchlaufen, feste Ansprechpartner für uns gibt. Bei Fragen stehen wir hier nicht allein da.“

Weiterbildung in viele Richtungen möglich

Wie in allen handwerklichen Berufen können Zahntechniker:innen Meisterausbildungen machen. Ihnen steht auch der Weg zum Studium der Zahnmedizin offen. „Ich könnte mir vorstellen“, erklärt Yuka, „danach Epithetik zu lernen.“ Erstaunt fragen wir nach. „Diese Spezialisten formen für Menschen Prothesen für das Gesicht oder den Halsbereich. Zumeist sind diese nach Tumorerkrankungen und Unfällen nötig. Als Kind habe ich in Japan einen Dokumentarfilm dazu gesehen und seitdem denke ich, dass dies eine sehr nützliche Arbeit ist.“

Ausgleich zum vielen Sitzen

Viele Arbeiten führen die drei Auszubildenden im Sitzen aus. „Das ist anstrengend“, erklärt Natalie. „Deshalb hatte ich Probleme mit dem Rücken.“ Am Computer wären verstellbare Schreibtische sinnvoll, aber die handwerkliche Tätigkeit ist am Arbeitstisch zu erledigen. Als Ausgleich gehen Natalie und Ida ins Fitnessstudio. „Kurse sind am besten“, ergänzt Ida. „Die festen Zeiten helfen mir, regelmäßig Sport zu treiben.“ Yuka hat sich für Karate entschieden. Zum Ausgleich geht sie aber immer noch ihrer Liebe für Origami und Schmuckgestaltung nach.

Bei unserem Besuch im zahntechnischen Labor haben wir viel gesehen und gelernt, vor allem, dass der Beruf den drei jungen Frauen Freude bereitet. Sonja und ich sind froh, dass wir jetzt wissen, woher die Krone oder unsere Keramikfüllung stammt und sind uns sicher, dass sie hier mit Präzision und Geduld gefertigt werden.

Ausbildung als Zahntechniker:in

Voraussetzungen:

  • Mindestens mittlerer Bildungsabschluss. Die meisten Unternehmen erwarten einen Realschulabschluss.
  • Präzises Arbeiten, Geduld und handwerkliches Geschick.

Ausbildungsinhalte:

Schulische Themen:

  • Werkstoffkunde
  • Anatomie
  • Herstellung von herausnehmbarem und festsitzendem Zahnersatz
  • Therapeutische Versorgung
  • Rechte und Pflichten während der Ausbildung, Organisation des Ausbildungsbetriebs, Umweltschutz und Digitalisierung

Ausbildung in der Berufsschule:

  • in berufsspezifischen Lernfeldern, z.B. Partial- und Totalprothesen planen, herstellen und bewerten
  • in allgemeinbildenden Fächern wie Deutsch und Wirtschafts- und Sozialkunde

Weiterbildung:

  • Meisterausbildung
  • Studium der Zahnmedizin oder Dentaltechnologie, Epithetik oder medizintechnische Berufe

Vergütung:

  1. Lehrjahr ca. 810 Euro
  2. Lehrjahr ca. 930 Euro
  3. Lehrjahr ca. 1.040 Euro
  4. Lehrjahr ca. 1.100 Euro

Noch mehr Ausbildungsberufe findet ihr in unserer Berufe-Check-Übersicht.

Tags: