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Percy Jackson – Diebe im Olymp: Neues Musical im Jungen Theater Bonn

Lisa Böttcher · 14.09.2026

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Eliana Craciun, Max Teschner und Zoltán Selo (v.l.) proben in ihren Rollen als Annabeth Chase, Percy Jackson und Grover Underwood auf der Bühne des JTB. ©Martin Stennes

Eliana Craciun, Max Teschner und Zoltán Selo (v.l.) proben in ihren Rollen als Annabeth Chase, Percy Jackson und Grover Underwood auf der Bühne des JTB. ©Martin Stennes

Götter, Mythen und Freundschaft. Ab Oktober bringt das Junge Theater Bonn Rick Riordans Weltbestseller „Percy Jackson – Diebe im Olymp“ als Musical auf die Bühne. Mit viel Leidenschaft proben die jungen Schauspieler:innen in den Ferien für ihren großen Auftritt.

Sechs Jugendliche zwischen 17 und 19 Jahren stehen auf der Bühne des Jungen Theaters in Bonn-Beuel. Zwei Mädchen in roten Oberteilen und blauen Jeans, eine Kappe am Hosenbund befestigt. Zwei der Jungen tragen Karohemd, die beiden anderen Sweatshirt-Jacke. Es handelt sich um die zweifache Besetzung von Percy Jackson und seinen Freunden Annabeth Chase und Grover Underwood, die sich auf den Weg in die griechische Unterwelt machen, um Percys Mutter aus den Fängen des Hades zu befreien.

„Mich beschäftigt diese Geschichte schon seit einigen Jahren“, erzählt Moritz Seibert, der Intendant des Jungen Theaters Bonn. Die Buchvorlage von Rick Riordan schlug in den 2000ern große Wellen. Millionen von Kindern und Jugendlichen aus der ganzen Welt folgten gebannt den Abenteuern des sympathischen jungen Helden – einem Halbgott wider Willen, der sich plötzlich in einer Welt lebendiger Mythen und Legenden wiederfindet. Schließlich gelang es Moritz Seibert, die Rechte für eine Inszenierung des gefeierten Broadway- Musicals „Diebe im Olymp“ zu ergattern. Es wird die erste Inszenierung in deutscher Sprache sein. „Die Geschichte ist natürlich sehr spannend, mit einem übermächtigen Gegner, der besiegt werden muss“, erklärt der Intendant seine Begeisterung. „Aber vor allem nimmt sie die Jugendlichen ernst – mit all ihren Problemen und Sorgen. Die Figuren sind mit so viel Herz und Zugewandtheit erzählt.“

„Hier zu sein ist besser als Urlaub.“

Mit Herz und Zugewandtheit widmen sich auch die sechs Hauptdarsteller:innen ihren Figuren. Und mit viel Zeit, denn seit Beginn der zweiten Sommerferienhälfte proben sie beinahe täglich. Das Gefühl, etwas zu verpassen, haben sie jedoch nicht. Eher im Gegenteil. „Hier zu sein ist besser als Urlaub“, findet Martin Wald, der den Satyr Grover spielt. „Natürlich ist man nach einem langen Probentag abends total platt, aber am nächsten Tag ist die Energie dann wieder ganz da.“ So ein Pensum schafft man selbstverständlich nur mit Begeisterung und Leidenschaft. Und die merkt man den Jugendlichen an. „Viele von uns wollen dem Theater ja auch ihr Leben widmen“, erzählt Zoltán Selo, der zweite Grover im Bunde. „Da ist einfach so eine Anziehungskraft.“

Dass die jungen Darsteller:innen des JTB die Schauspielerei zu ihrem Hauptberuf machen, geschehe immer mal wieder, erzählt auch Moritz Seibert. Aber es ist ein harter Job und eine schwierige Branche. „Da ist es natürlich gut, wenn die Jugendlichen hier bereits einen Einblick in die Realität des Schauspiellebens bekommen.“ Vor allem möchte das Junge Theater Bonn seinen Darsteller:innen aber Spaß und auch Selbstvertrauen mit auf den Weg geben. „Wir müssen Kinder und Jugendliche mit Respekt behandeln und sie so annehmen, wie sie sind. Jeder bringt seine eigenen Talente mit. Und wenn wir sie darin bestärken, dann machen sie die Erfahrung, dass ihr Beitrag zählt“, erzählt der Intendant. „Es ist krass, was das Theater mit einem macht“, findet auch Zoltán. „Man begegnet sich selbst auf eine ganz andere Weise, ist mit den Inhalten und dem großen Publikum konfrontiert. Ohne das Theater wäre ich viel verschlossener, ein ganz anderer Mensch.“

„Ein Volkstheater für die junge Generation.“


Wegen der vielen geplanten Vorstellungen gibt es zwei Besetzungen. Lina Gräfe, Ahmed El Kholy und Martin Wald (v.l.) bei der Probe. ©Martin Stennes

Doch nicht nur die Jugendlichen profitieren von ihrem Einsatz. „Es ist natürlich etwas Besonderes, die Rollen von Kindern und jungen Erwachsenen tatsächlich mit dem richtigen Alter besetzen zu können“, findet Moritz Seibert. „Das macht einen riesigen Unterschied für das Stück und hat eine besondere emotionale Wucht.“ Auch die Auswahl des Stucks ist kein Zufall. Die Geschichte von Percy Jackson ist durch die kürzlich erschienene neue Serienadaption wieder ins Bewusstsein der Menschen gerückt. „Wir versuchen hier, eine Lücke für das Publikum zu schließen“, erklärt Bernard Niemeyer. Der gelernte Musicaldarsteller führt Regie bei „Diebe im Olymp“. „Kleinere Kinder sind häufig ganz begeistert vom Theater. Und dann sind da die Erwachsenen, die wieder etwas damit anfangen können.“ Dazwischen blieben Jugendliche häufig auf der Strecke. Deshalb will das Junge Theater Bonn auch eine Art „Volkstheater für die junge Generation“ sein. „Hier soll jeder etwas finden, das ihm oder ihr gefällt“, erklärt Moritz Seibert.

Dass ihre Generation häufig mit dem Theater fremdelt, erleben auch die jungen Hauptdarsteller:innen. „In der Schule werde ich häufiger gefragt, was ich denn jetzt genau hier mache“, erzählt Annabeth-Schauspielerin Lina Gräfe. „Aber viele wollen sich das Stück angucken, wenn wir es aufführen. Ich hoffe, dass sie das Theater dann auch mal mit anderen Augen sehen können.“ Lina selbst war schon mit zwei Jahren das erste Mal zu Besuch im Jungen Theater Bonn. Wie einige ihrer Co-Darsteller:innen wurde sie von ihren Eltern für das Theater begeistert. Andere, wie zum Beispiel die zweite Annabeth-Schauspielerin Eliana Craciun und Percy-Darsteller Max Teschner, kamen über den Jugendchor der Oper Bonn an die Schauspielerei.

Mit Leidenschaft und Hingabe

Die Gesangskenntnisse kommen den Jugendlichen nun zugute. Percy Jackson wird im Jungen Theater Bonn nämlich als Musical aufgeführt. „Die Musik macht einfach Spaß“, erklärt Bernard Niemeyer. „Und sie spitzt die Geschichte auf eine sehr charmante Art und Weise zu.“ Da das Stück in Kooperation mit dem Theater Bonn produziert wird, übernimmt die Chorleiterin und Dirigentin Ekaterina Klewitz die musikalische Leitung. An dem renommierten Opernhaus ist sie an Inszenierungen von großen Klassikern wie „Die Zauberflöte“, „La Boheme“ und dem Rock-Musical „Jesus Christ Superstar“ beteiligt. Auch das Bühnenbild wird in den Werkstätten des Theaters Bonn professionell gefertigt.

Mit der Choreografie wurde Larissa Fühner beauftragt. Die promovierte Pädagogin steht selbst seit ihrem sechsten Lebensjahr auf der Bühne und hat für das Musical am Jungen Theater eine völlig eigene Choreografie entwickelt. Auch, wenn es bei den sechs jungen Darsteller:innen ziemlich einfach aussieht – gleichzeitig zu singen, zu tanzen und zu schauspielern ist eine große Herausforderung. Und anstrengend. Jeder Probentag beginnt für die sechs mit einem Workout zum Aufwärmen. Und wenn man dabei zuschaut, wie sie in den Proben unermüdlich und singenderweise die Schrittfolgen wiederholen, weiß man auch, wieso.

Vor allem merkt man ihnen aber die Leidenschaft an, mit der sie ihre Rolle und das gesamte Stück auf die Bühne bringen und perfektionieren wollen. Die Hingabe, mit der sie eine einzelne Bewegung oder einen Satz wiederholen, bis alles sitzt. Und die Aufmerksamkeit, mit der sie den Hinweisen von Bernard und Larissa lauschen, um es besser zu machen. Die Buchvorlage kennen die Jugendlichen selbst übrigens nicht gut – und sehen darin auch einen Vorteil. „Ohne eine feste Grundlage haben wir mehr kreative Freiheit, die Rollen zu gestalten“, erklärt Percy-Schauspieler Ahmed El Kholy und fügt lachend hinzu: „Natürlich werden wir den Percy-Jackson-Fans aber die Helden geben, die sie lieben und sehen möchten.“

Das Musical „Diebe im Olymp“ feiert am 2. und 3. Oktober Premiere im Telekom Forum in Bonn. Danach wird das Stück für ein Publikum ab 10 Jahren mindestens eine Spielzeit lang im Jungen Theater Bonn in Beuel aufgeführt. Tickets gibt es bereits online.