De Superhelde sin loss! – Miljö im Interview
Anna Oberste · 29.09.2026
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© Miljö Musik
KÄNGURU: Miljö för Pänz findet in diesem Jahr bereits zum fünften Mal statt. Wie ist die Idee zu einem eigenen Konzert für Kinder und Familien entstanden?
Miljö: Die Nachfrage war riesig. Viele Eltern erzählten uns, dass ihre Kids riesige Fans sind, aber nicht zu unseren Konzerten kommen können bzw. dürfen. Da haben wir gedacht, irgendwie ist das ungerecht und beschlossen, „Miljö för Pänz“ zu starten. Den Gewinn spenden wir für bedürftige Kinder.
Was ist für euch das Besondere daran, vor Kindern und Familien zu spielen? Wie unterscheidet sich ein „Pänz“-Publikum von einem erwachsenen Publikum?
Wir spielen ein kürzeres Set von knapp über einer Stunde. Die Lautstärke ist an Kinderohren angepasst. Es gibt viel Raum zum Mitmachen, Singen und Bewegen. Kinder sind in ihren Reaktionen grundehrlich. Wenn es ihnen gefällt, zeigen sie es, genauso wie wenn es sie langweilt. Es reicht nicht, ein Lied anzustimmen, was die Eltern gerne hören - hier muss man um Aufmerksamkeit kämpfen. Und die Kinder abholen.

© Miljö Musik
Was sollen die Pänz nach dem Konzert von „Miljö för Pänz“ mit nach Hause nehmen?
Im besten Falle eine schöne Erinnerung an ein Konzert, bei dem nicht nur viel gesungen und getanzt wurde, sondern sie auch mit kölscher Sprache und Kultur in Berührung kommen. Wir sehen uns auch als Botschafter für eine Mundart, die im Alltag kaum noch gesprochen wird und in unseren Liedern weiterlebt. Sie am Leben zu halten, ist uns ein großes Anliegen.
In diesem Jahr heißt es „De Superhelde sin loss“. Was können die Pänz von den fünf tollpatschigen Superhelden erwarten?
Ausgangspunkt war unsere letztjährige Single "Superheld" sowie das dazugehörige Video. Das Lied handelt davon, dass man keine Superkräfte braucht, um ein Held zu sein. Jeder von uns hat das Zeug dazu, indem wir für die Menschen um uns herum da sind, die vielleicht gerade keine so gute Zeit haben. In unserem Bühnenstück hat der fiese Dr. Jecknix die Superhelden ihrer Kräfte beraubt. Ob sie es schaffen, sich die Kräfte mithilfe der Kinder zurückzuholen?
Welche Superkraft hättet ihr selbst gerne – und wofür würdet ihr sie einsetzen?
Die Superkraft der kindlichen Leichtigkeit. Kindern ist es egal, wo man herkommt, wie man aussieht, wen man liebt und an welchen Gott man glaubt. Ein Kind ist ein Kind - mit dem kann man spielen. Wenn die Mächtigen dieser Welt häufiger ausgelassen eine Runde miteinander schaukeln würden, gäbe es sicher weniger Krieg und Konflikte.

© Miljö Musik
Viele Kinder wachsen mit ganz unterschiedlicher Musik auf. Wie schafft man es, dass Kinder Lust auf kölsche Musik bekommen?
Einfach mal zuhause eine Kölsche Playlist laufen lassen. Kinder wissen genau, was ihnen gefällt und was nicht.
Was wünscht ihr euch für die Zukunft kölscher Musik? Gibt es etwas, das euch dabei besonders wichtig ist?
Als wir klein waren, war Kölsche Musik noch altmodisch und traditionell. Auch schön, aber eben anders. Heute ist sie modern und divers. Es ist für jeden Geschmack etwas dabei. Wir lieben die Vielfalt und hoffen, dass auch die Generationen nach uns sich trauen, auf Kölsch zu singen und damit die Sprache am Leben zu halten.
Vielen Dank für das Interview.
