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Tipps für einen Kinobesuch mit Kindern

Petra Priggemeyer · 30.05.2019

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© Adobe Stock / AboutLife

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Christian Exner ist Redaktionsleiter der kinderfilmwelt.de im Deutschen Kinder- und Jugendfilmzentrum. Wir haben ihm drei Fragen gestellt.

KÄNGURU: Ab welchem Alter kann man mit Kindern ins Kino gehen?

Christian Exner: So um die 4 bis 5 Jahre kann man es probieren. Die Welt des Films lernen Kinder von klein auf stufenweise kennen. Im Fernsehen oder auf dem Tablet gibt es einfach gemachte Kurzfilme für die Jüngsten und in den Gesprächen im Kindergarten spielen auch Filmhelden und Filmheldinnen schon eine Rolle. Doch der erste Kinobesuch ist etwas ganz Besonderes. Das große Haus, die vielen Besucher, der dunkle Saal, der laute Ton und die volle Konzentration auf den Film – das alles macht den Film zu einem besonderen Erlebnis, aber auch zu einer Herausforderung für kleine Kino-Entdecker.

Die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) ermittelt auch die Freigaben für Kinderfilme. Kann man sich als Eltern an diesen Angaben orientieren?

Viele Eltern denken, die Label ab 0, ab 6, ab 12 seien so etwas wie filmische Gütesiegel. Ein großes Missverständnis! Eltern müssen sich klar machen: Programmempfehlungen gibt die FSK nicht. Also müssen sie sich rechtzeitig erkundigen, welche Kinderfilme im Kino laufen, ob sie eher für jüngere oder ältere Kinder gedacht sind, ob sie in Stil und Thema für ihre Kinder ansprechend sind – kurzum: ob sie für ihre Kinder wirklich fesselnd und bereichernd sind. Da schaut man doch besser in Filmzeitschriften, Elternmagazine oder auf die entsprechenden Kinoseiten im Netz.

Was macht einen guten Kinderfilm aus?

Kinderfilme müssen filmtechnisch und filmästhetisch gut gemacht sein, eine plausible und spannende Handlung haben, die im besten Fall einen Erkenntnisgewinn bringt oder einen neuen Blick auf eigene Erlebnisse und Erfahrungswelten eröffnet. Trotzdem ist es gut möglich, dass die Filmhandlung dem Kind sehr unter die Haut geht, weil es die Tragik, die Düsternis oder die Bedrohung kaum ertragen kann. Wer dann den Kinobesuch eilig abbricht, macht manchmal einen Fehler. Klar: Wenn das Kind nicht mehr zu beruhigen ist, dann geht es kaum anders. Doch gerade bei Kinderfilmen gibt es gegen Ende meistens eine ermutigende und hoffnungsvolle Wendung. Wer zu schnell die Flucht ergreift, läuft Gefahr, seinem Kind gerade diese aufbauenden Szenen und tröstenden Emotionen vorzuenthalten.

Wer sich einen Überblick über das Filmangebot für Kinder verschaffen will und einen tieferen Einblick in Fragen rund um den Kinderfilm sucht, der kann sich auf dem Portal vom Deutschen Kinder- und Jugendfilmzentrum www.kinderfilmwelt.de informieren.

 

Christian Exner, wissenschaftlich pädagogischer Mitarbeiter/Redaktionsleiter der Kinderfilmwelt.de und des Kinder-Jugend-Filmportal.de im Deutschen Kinder- und Jugendfilmzentrum, das vom Bundesjugendministerium gefördert wird.

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