Kinderbücher zum Thema Umzug und Neuanfang
Johanna Frintrup · 16.09.2026
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© Seventyfour
Die kleine Eule zieht um
3–5 Jahre

Eines Morgens wacht die kleine Eule auf und bemerkt, dass ihr Nest ganz schön klein geworden ist. Außerdem schwankt der Baum so komisch. So beschließt Familie Eule, dass sie umziehen muss. Gemeinsam mit dem Bieber findet Papa Eule einen neuen, gesunden Baum für die kleine Familie. Doch die kleine Eule vermisst ihr Zuhause schon jetzt und auch ihre Nachbarin, die liebe Haselmaus, wird sie dann nicht mehr sehen. Doch dann begegnet die kleine Eule erst dem Specht, der ihr erzählt, dass Umzüge etwas ganz Tolles sind, das kann die kleine Eule kaum glauben. Als nächstes trifft sie auf die Nachtigall. Von ihr erfährt die kleine Eule, dass auch ihr Abschiede jedes Mal schwer fallen, zur Überraschung der kleinen Maus jedoch, berichtet die Nachtigall, dass sie niemals Heilweh hat, wenn sie ihre Lieben um sich hat. So rückt der große Umzugstag näher und alle Freund:innen packen mit an – so geht der Umzug ganz schnell von Statten. Am Abend wird der Einzug in das neue Nest mit allen Tieren aus dem Wald gefeiert. Und nach der großen Party, da schläft die kleine Eule glücklich in ihrem neuen Zuhause ein.
„Die kleine Eule zieht um" ist eine Vorlesegeschichte, die sich über das gesamte Buch hinweg reimt. Daraus entsteht ein kreativer und humorvoll gestalteter Text, der Lust auf mehr macht. Die Geschichte hebt die positiven Aspekte eines Umzugs hervor und will Mut machen, auch wenn der Abschied schwer fällt. Außerdem feiert das Buch Freundschaft und Hilfsbereitschaft als wertvolle Komponenten, während und nach dem Umzug. Die Illustrationen sind fröhlich sowie farbenfroh und gleichsam einfach gehalten. Es fällt auf, wie viel Liebe in die Gestaltung der Hintergründe eingeflossen ist, die mittels Pflanzendruck entstanden sind.
Susanne Weber, Tanja Jacobs
Oetinger
12 Euro
Karu Mutmachtier
4–6 Jahre

Als Mira mit ihren Eltern von der Stadt auf das Land zieht, verändert sich für sie ganz schön viel auf einmal. Auch wenn ihr das kleine Dorf, in dem sie jetzt leben werden, ihr neues Zimmer und sogar die neue Kita gefallen, fühlt sich vieles noch sehr fremd an. Am allermeisten aber vermisst Mira ihre beste Freundin aus der alten Kita in der Stadt. Jetzt in der neuen Kita fühlt sich Mira oft noch einsam und traut sich nicht auf andere Kinder zuzugehen, obwohl sie lieb in die Gruppe aufgenommen wird. Doch dann, ganz plötzlich, bekommt Mira Besuch von einem besonderen Begleiter: Karu. Karu ist ein riesiges, lustiges und fantasievolles Mutmachtier in Gestalt einer Katze. Er trägt einen Rucksack bei sich, der voller merkwürdiger Dinge und Abenteuer steckt. Immer, wenn Mira eine Situation zu schwierig, aufregend oder beängstigend findet, taucht Karu auf. Dann kann Mira in seinen gemütlichen Rucksack klettern und gemeinsam mit ihm in eine fantastische Abenteuerwelt springen. Mit der Zeit wird Mira immer selbstsicherer und traut sich, trotz ihrer Ängste, auf andere Kinder zuzugehen und neue Erfahrungen zu machen. Karu begleitet Mira bei zahlreichen Situationen, wie zum Beispiel beim Schwimmenlernen, ihrem ersten Geburtstag mit neuen Freund:innen oder dabei, das Vermissen ihrer Freundin aus der Stadt auszuhalten. Schlussendlich kann Mira mit Karus Hilfe so viel Vertrauen in sich selbst entwickeln, dass die beiden beschließen, nun getrennte Wege zu gehen. Zwar wird Mira Karu vermissen, aber auch ist sie mächtig stolz auf sich.
Die Geschichte von Mira und Karu ist als Vorlesebuch gedacht, zu gucken gibt es aber auch jede Menge. Denn das Buch verbindet das klassische Vorlesen mit humorvollen Comic-Elementen, wodurch die Geschichten lebendig und abwechslungsreich werden. Die Figur Karu, der Miras eigenen Mut symbolisiert, ist insofern gelungen, alsdass er Mira keine Ratschläge zum Mutigsein gibt, sondern sie begleitet, ihr Sicherheit gibt und in den gemeinsamen Abenteuern zusammen mit ihr mutig ist. So werden Gefühle wie Angst und Unsicherheit nicht lächerlich gemacht, sondern als normale Gefühle behandelt. Es wird klar, dass Mira nicht angstfrei sein muss, um mutig zu sein. An Humor und Einfallsreichtum fehlt es dieser Geschichte sicherlich auch nicht. Auf ihren zahlreichen Abenteuern geraten Mira und Karu in so manche absurde Situation und überlegen sich kreativ-komische Lösungen. Meistens gibt hier allerdings Karu die Idee vor und Mira folgt. Trotzdem ist „Karu Mutmachtier" ein liebevolles und kindgerechtes Buch, das Eltern die Möglichkeit gibt, mit ihrem Kind über das Thema Ängste und Mut ins Gespräch zu kommen.
Nanna Neßhöver
Carlsen
16 Euro
Das allerbeste Baumhaus der Welt
5–7 Jahre

Samuel und Mailo sind beste Freunde, seit sie denken können. Gemeinsam fangen die beiden Kinder an, ein Baumhaus zu bauen. Doch plötzlich muss sich Mailo von Samuel verabschieden. Seine Eltern haben beschlossen, in eine andere Stadt zu ziehen. Sofort steigt Unsicherheit in Samuel hoch, denn nun wird sich alles für ihn ändern. Und was ist eigentlich mit ihrem Baumhaus? Samuels Eltern versuchen, ihm gut zuzureden, doch er vermisst Mailo einfach viel zu sehr und zieht sich wütend und traurig in sein Zimmer zurück. Als dann eines Tages Martha mit ihrer Familie in Mailos alte Wohnung nebenan einzieht, will er nichts mit ihr zutun haben. Trotzig versucht Samuel das Baumhaus alleine weiterzubauen. Doch das ist ganz ohne Hilfe viel schwieriger als gedacht. Ein Glück, dass Martha nicht so schnell aufgibt und Samuel bei dem Bau seinen Baumhauses helfen möchte. Allerdings halten Samuel Zweifel zurück – verrät er Mailo, wenn er das Baumhaus mit Martha fertigbaut und auch mit ihr gut befreundet ist?
Ein gelungener Perspektivwechsel – denn in dieser Geschichte zieht nicht der Protagonist um, sondern sein bester Freund zieht weg und er bleibt zurück. Und wir können Samuel bei der Überwindung seiner Trauer begleiten. Dabei wird detailliert auf seine Gefühle, die auch manchmal ganz schön verwirrend sein können, eingegangen. Hier haben Eltern die Chance, mit ihren Kindern über ähnliche Gefühle ins Gespräch zu kommen. Auch Samuels körperliche Reaktionen in Zeiten schwieriger Gefühle werden beschrieben, in denen sich manche Kinder wiedererkennen könnten. Die Geschichte zeigt auf einfühlsame Weise, dass es möglich ist, mehrere beste Freund:innen zu haben und dass ein Verlust zwar schmerzhaft ist, jedoch nicht bedeutet, dass man alleine ist oder es bleiben muss. Überdies wird die Geschichte von liebevollen Handzeichnungen in ruhigen Farben begleitet.
Michael Engler
Annette Betz im Ueberreuter Verlag
16 Euro
Conni zieht um
3–4 Jahre

Als Conni erfährt, dass ihre Eltern planen, in eine neue Wohnung zu ziehen, fällt sie aus allen Wolken. Sofort schießen ihr Fragen in den Kopf: „Was ist nur mit meiner besten Freundin, Julia?", „Wie wird es wohl in der neuen Schule?" und „Gefällt mir mein neues Zimmer überhaupt?!". Mit der Zeit nimmt der Umzug seinen Lauf, es werden Kisten gepackt, neue Tapeten ausgesucht und alles Hab und Gut in die neue Wohnung gebracht. Conni ist traurig über all das, was sie zurück lässt. Vor allem aber darüber, dass sie Julia nicht mehr so oft sehen kann wie vor dem Umzug. Doch als Conni dabei helfen darf, ihr Zimmer zu renovieren und einzurichten, findet sie die neue Wohnung schon gar nicht mehr so schlecht. Auch der große Apfelbaum im Garten gefällt ihr. Auf dem Spielplatz um die Ecke findet Conni sogar direkt eine neue Freundin, Anna. Und auch Julia kommt sie in ihrer neuen Wohnung besuchen und die Drei spielen gemeinsam im Garten.
Die Geschichten über Conni und ihre Familie sind mittlerweile ein Kinderbuch-Klassiker, die fast jede:r selbst als Kind vorgelesen bekommen hat. In „Conni zieht um" erfahrt ihr, wie sich Conni bereits während der Wohnungssuche ihrer Eltern fühlt. Die Geschichte beginnt also schon vor dem eigentlichen Umzug. Auch wird auf die Befürchtungen eingegangen, die bei Conni vor und während des Umzugs aufkommen. Die Erzählweise wirkt jedoch wie eine distanzierte Beobachtung der Handlungen von Conni. Auch ihr Schulwechsel nach den Herbstferien wird eher kurz abgehandelt und es werden recht einfache Lösungen für komplexe Gefühle präsentiert.
Die Illustrationen des Kinderbuchs sind farbenfroh gestaltet.
Liane Schneider, Janina Görrissen
Carlsen
3,99 Euro
Die Olchis ziehen um
7–9 Jahre

Herrlich müffelt es auf ihrer Müllkippe als Familie Olchi ihrem stinknormalen Alltag nachgeht. Eines Morgens allerdings werden sie von Baggern geweckt, die ihre Müllkippe säubern. Als Olchi-Mama dann auch noch von einem frischen Apfel ganz bunte Flecken bekommt, wird ihnen schnell klar: Ein neues zu Hause muss her. Um einen Umzug auf eine andere Mülldeponie kommt die Familie nicht herum. Schnell packen alle ihr Hab und Gut zusammen und fliegen mit ihrem Drachen los. Über Umwege geraten die Olchis auf ihrer Suche in die Mülltonne einer älteren Dame. Als am nächsten Morgen die Müllabfuhr vorbeifährt, werden die in der Tonne schlafenden Olchis kurzerhand mit in den Müllwagen geworfen. Ihren Augen können sie kaum trauen, als sie auf einer neuen, herrlich stinkenden Müllkippe abgeladen werden. Den ersten Schock überwunden, macht sich Familie Olchi sofort auf den Weg und sucht nach einer neuen Höhle. Schon bald ist die neue Bleibe ausgemacht und die gesamte Familie packt mit an. Und schon am ersten Abend genießen sie ihr erstes Festmahl im neuen Heim.
Humorvoll, ungewöhnlich und schräg, wie eh und je – „Die Olchis". Die Geschichte regt einerseits mit ihrem einfachen Satzbau und ihren witzigen Beschreibungen zum Lesen an, ist jedoch eher für bereits etwas fortgeschrittene Leseratten geeignet. Wer nach einer unterhaltsamen Geschichte über eine schräg-chaotische und sehr liebenswerte Familie sucht, ist hier richtig und hat sicher viel Spaß beim Lesen. Allerdings ist es auch genau das, um das es in diesem Buch geht und weniger um die Aufarbeitung von Gefühlen, die bei Kindern während eines Umzugs aufkommen können. Das Buch eigenet sich eher als humorvoller Einstieg in das Thema. Die Illustrationen des Buchs sind so witzig wie seine Charaktere selbst.
Erhard Dietl
Oetinger
10 Euro
Familie Flickenteppich – Wir ziehen ein
8–10 Jahre

Emma ist acht Jahre alt und zieht gemeinsam mit ihrem großen Bruder Ben, ihrer kleinen Schwester Jojo und ihrem Papa in ein neues Zuhause: in das Haus mit der Nummer 11. Für die Familie ist dieser Umzug ein großer Neuanfang, denn seit Emmas Mutter die Familie verlassen hat, muss Papa den Alltag mit seinen drei Kindern allein meistern. Zwischen neuer Wohnung, neuer Schule und vielem weiteren Ungewohntem ist es zunächst gar nicht so leicht, wieder Ordnung und Leichtigkeit in den Familienalltag zu bringen. Doch schon bald entdeckt Emma, dass das Haus Nummer 11 etwas ganz Besonderes ist. Dort wohnen die unterschiedlichsten Menschen: freundliche Nachbar:innen, ältere Bewohner:innen, Familien mit Kindern und auch die geheimnisvolle Frau Becker. Vor allem die Kinder im Haus werden schnell zu guten Freund:innen. Emma fällt auf, dass die Bewohner:innen von Nummer 11 eigentlich wie eine große Familie sind – eine bunt zusammengewürfelte Familie, ein Flickenteppich eben. Nach und nach entsteht eine Gemeinschaft, in der jede:r einen Platz findet und in der alle füreinander da sind. Allerdings gibt es da noch einen Bewohner, der überhaupt nicht zur neuen Familie gehören möchte: den mysteriösen „Grafen“ aus dem Erdgeschoss. Gemeinsam beginnen die Kinder der Nummer 11, das Geheimnis um ihren Nachbarn zu erforschen. Dabei erleben sie so manches Abenteuer.
Mit diesem Buch schlagt ihr eine Geschichte auf, die das klassische Familienbild aufbricht und zeigt, wie bunt Familie sein kann. Denn neben der spannenden Suche nach dem Grafen erzählt das Buch vom Umgang Emmas und ihrer Geschwister mit der Trennung ihrer Eltern sowie der Abwesenheit ihrer Mutter. Zudem werden Themen wie Freundschaft, Hilfsbereitschaft, Trauer, Zusammenhalt und die Frage, was eine Familie eigentlich ausmacht, behandelt. Die Geschichte wird warmherzig, humorvoll und zugleich einfühlsam erzählt. Auch die farbigen Illustrationen sind liebevoll gestaltet und begleiten die Geschichte anregend.
Stefanie Taschinski, Anne-Kathrin Behl
Oetinger
14 Euro
Schisser und ich
8–10 Jahre

Jakob ist zehn Jahre alt und lebt in der Großstadt. Zumindest noch, denn er zieht gemeinsam mit seiner Familie in den ruhigen Vorort namens Feuerviertel. Der Umzug soll ihm guttun, denn Jakob hat vor vielen Dingen Angst. Situationen, die für andere Kinder ganz alltäglich sind, werden für ihn regelmäßig zur Herausforderung. Von seiner Psychologin hat er deshalb einen kleinen Begleiter zur Seite gestellt bekommen: den Stoffhasen Schisser, den er immer in der Hosentasche dabei hat. Der Hase ist für Jakob weit mehr als ein Kuscheltier: Er gibt ihm Sicherheit und hilft ihm dabei, Situationen auszuhalten, die ihm Angst machen. Auch dieser kommt natürlich mit ins Feuerviertel, das zunächst wie ein kleines Paradies wirkt. Jedoch bedeutet der Umzug für Jakob auch, dass er versuchen muss, neue Freund:innen zu finden, ohne dass seine Ängste ihn ständig zurückhalten. Als Jakob dann auf die geheime „Phönix-Bande" trifft, möchte er unbedingt dazugehören. Doch dafür muss er eine Mutprobe bestehen – und genau das ist für Jakob ein riesiges Problem. Denn seine Angst kann ihn regelrecht überwältigen. Trotzdem geben die anderen Kinder ihm eine Chance und Jakob wird Teil der Bande. Gemeinsam entdecken die Kinder, dass zwei Männer ihre Hühner in einem Schrebergarten im Feuerviertel schlecht behandeln. Die Kinder beschließen, die Tiere zu retten. Und damit beginnt Jakobs eigentliches Abenteuer. Denn obwohl er riesengroße Angst hat, hilft er seinen Freund:innen. Für Jakob zeigt sich zudem: Seine Angst bedeutet nicht, dass er schwach oder weniger wert ist als andere.
Mut und Angst sind keine Gegensätze! Das zeigt dieses Buch. Denn Jakob wird nicht plötzlich angstfrei und dadurch zum Helden. Er bleibt der Junge, der sich fürchtet – und trotzdem handelt. Das ist wesentlich glaubwürdiger und pädagogisch interessanter als die typische Botschaft „Du musst einfach nur mutig sein“. Das Buch ist allerdings nicht nur auf das Thema Angst reduzierbar, denn es lebt von der Kombination aus ernsten Momenten, Situationskomik, Abenteuer sowie Freundschaft, Zusammenhalt und Selbstakzeptanz. Diesem Buch gelingt es, Angst nicht als etwas Lächerliches oder Beschämendes darzustellen. Stattdessen zeigt es, wie sich Angst für einen betroffenen Menschen anfühlen kann und wird so zu einer empathische Mutmachgeschichte. Die vereinzelten, schwarz-weißen Illustrationen im Cartoon-Stil begleiten die Geschichte humorvoll. Dadurch, dass sowohl die Sätze als auch die Kapitel relativ kurz sind, können auch Kinder, die gerade anfangen, längere und etwas anspruchsvollere Geschichten zu lesen, Spaß an dem Buch haben. Jedoch könnte es insbesondere für Kinder, die selbst recht ängstlich oder von einer Angststörung betroffen sind, ratsam sein, mit den Eltern über das Gelesene zu sprechen.
Frank Schmeißer
Carlsen
12 Euro
Hilfe, zu viele Zaubereulen!
8–10 Jahre

Zoa ist acht Jahre alt und gerade überhaupt nicht glücklich. Ihre geliebte Oma, die sie „Jaja“ nennt, zieht nach Griechenland – und zwar für immer! Gleichzeitig muss Zoa mit ihren Eltern in eine andere Stadt umziehen. Damit verliert sie nicht nur ihr vertrautes Zuhause, sondern auch ihre beste Freundin Carlotta. Besonders schwer fällt ihr der Gedanke, an einer neuen Schule ganz von vorne anfangen zu müssen. Nach dem Umzug fühlt sie sich zunächst fremd und unwohl in ihrer neuen Klasse. Zu allem Überfluss scheint auch ihr neues Zuhause nicht so zu werden, wie sie es sich gewünscht hat. Ihre Enttäuschung und ihre Wut werden immer größer. Zum Abschied hat ihre Oma ihr allerdings einen Eulenanhänger geschenkt und ihr einen geheimnisvollen Rat mit auf den Weg gegeben: Sie soll versuchen, aus etwas Hässlichem etwas Schönes zu machen. Zoa kann damit zunächst wenig anfangen. Doch dann geschieht etwas Merkwürdiges: Plötzlich tauchen überall Eulen auf. Sie scheinen auf geheimnisvolle Weise mit Zoa verbunden zu sein – und es werden immer mehr. Schon bald weiß sie nicht mehr, wie sie das Eulenchaos unter Kontrolle bekommen soll. Vor allem darf niemand aus ihrer neuen Klasse merken, was mit ihr los ist, denn Zoa möchte auf keinen Fall noch mehr auffallen. Während Zoa versucht, das Geheimnis der Zaubereulen zu lösen, muss sie sich gleichzeitig mit ihren eigenen Gefühlen auseinandersetzen. Sie ist traurig, weil ihre Oma weit weg ist, vermisst ihre beste Freundin und hat Schwierigkeiten, sich in ihrer neuen Umgebung einzuleben. Doch gemeinsam mit Carlotta erfährt sie, dass es gut tut, miteinander über die eigenen Sorgen zu sprechen. Dadurch geht es Zoa nicht nur besser, sondern sie kommt auch dem Geheimnis um die Eulen ein ganzes Stück näher. Die Eulen stehen nämlich sinnbildlich für Zoas Gefühlswelt.
Originell – das ist wohl die beste Beschreibung für diese Geschichte. Durch die Fantasiewesen werden Zoas Gefühle sichtbar und so für junge Leser:innen greifbarer. Der Alltag, den Kinder selbst aus ihrem eigenen Leben gut kennen, wird mit Fantasy-Elementen verbunden. Gut gelungen ist, dass Themen wie Abschied, Verlust, Wut, Freundschaft und das Gefühl, irgendwo neu zu sein, ernst genommen werden, ohne dass die Geschichte zu schwer oder traurig wird. Dafür sorgen auch zahlreiche komische Situationen, die durch das Eulenchaos entstehen. In Teilen lenken die vielen Zaubereulen allerdings von Situationen ab, die für Zoa entscheidend sind, wodurch beispielsweise der Abschied von ihrer Oma und Carlotta sowie der Umzug in den Hintergrund geraten. Positiv hervorzuheben ist, dass Zoa nicht als perfektes Kind dargestellt wird. Manchmal ist sie auch wütend, traurig, ungerecht oder überfordert. Das macht ihre Figur so nahbar und glaubhaft. Schön ist, dass die Geschichte zeigt, dass negative Gefühle normal sind und es Wege gibt, mit ihnen umzugehen. Für junge Leser:innen besonders hilfreich: Die Kapitel sind relativ kurz, weshalb das Buch gerade für Kinder interessant ist, die gerade anfangen, längere Geschichten zu lesen. Zudem sind immer wieder kleine Illustrationen in Schwarz-Weiß zu finden, die den Text auflockern, allerdings nicht im Fokus des Buchs stehen.
Mars-Leo Frei
Fischer Sauerländer
12,90 Euro
Ihr sucht noch mehr tolle Kinder- und Jugendbücher? Wie wäre es mit Büchern über Wut für Kinder oder Kinderbücher über Rücksichtnahme und Achtsamkeit? Wir wünschen euch viel Spaß beim Lesen und Vorlesen.
