Kolumne

Küsslich, Küsslich!

Frau Karli · 04.02.2022

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© nicoletta zanella/AdobeStock

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Oder: neue, alte Kosmetik

Kürzlich wurde mir das Vergnügen zuteil, eine Doku-Reihe über Make-up für den Spartenkanal RTL Living zu synchronisieren. Ein Shout-Out an dieser Stelle an die wunderbare Daniela Bette-Koch, die die Hauptstimme gesprochen hat, und die wortgewandte Susanne Landskron, die das deutsche Buch verfasst hat (ich selbst war als Synchronregisseurin an Bord). „Make-up – eine glamouöse Geschichte“ (RTL Living) zeichnet Schminktrends diverser Epochen nach und beleuchtet den historischen Kontext. Es sei erwähnt, dass meine eigenen Erfahrungen im Bereich der Gesichts-Veredelung nicht so Insta-verdächtig sind: Laut meiner Schwester, die eine Ausbildung als Make-up-Artist vorzuweisen hat, sind meine Augenbrauen seit Jahren „falsch“ und ich kann mich bis heute nicht dazu überwinden, mein Gesicht abzupudern. Ich bin doch kein Mochi!

In den Episoden spürt die Make-up-Expertin Lisa Eldridge alte Rezepte auf und probiert alles an dem geduldigen Model „Queenie“ aus. Schon beim Zusehen begann ich mich zu fragen, warum ich eigentlich Fertig-Kosmetik benutze, wenn es doch möglich ist, selbst welche herzustellen. Als dann noch unsere Freundin Sonja zum Badebomben-Basteln einlud, war ich gedanklich bereits bei der eigenen, hausgemachten Kosmetik-Linie.

Seitdem wird bei uns gerührt, gebraut und gemixt. Von den Ergebnissen sind wir begeistert: Von den dezenten Düften, die bei Eigenproduktionen nicht nur selbst ausgewählt, sondern auch nach Gusto dosiert werden können. Von natürlichen Inhaltsstoffen wie Bienenwachs und Mandelöl. Außerdem sind hausgemachte Kosmetika super charmante Geschenke. Das heißt jedoch nicht, dass wir Gekauftes nun gänzlich verschmähen: Meine liebe Freundin Uli hat mir zum Geburtstag einen Dusch-„Fluff“ geschenkt, der sich anfühlt wie ein herrlich dekadenter Riesen-Marshmallow, und eine Lippencreme so herrlich, dass man sich am liebsten selbst küssen würde. Gestern kamen unsere große Tochter und ich endlich darauf, woher diese Ekstase rührt: Das Zeug duftet nach Keksteig. So einfach sind wir zu haben!


© John Krempl/photocase.com

Frau Karli lebt zusammen mit ihren beiden Töchtern und ihrem Mann, der zugleich ihre Jugendliebe ist, in freundlichen Verhältnissen irgendwo im Raum Köln. Sie beherrscht das gesamte Alphabet, hält herzlich wenig von medialer Freizügigkeit und kann alle Familienmitglieder am Duft ihrer Stirn erkennen.

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