Kolumne

Kreislaufgedanken auf dem Balkon

Holger Müller · 11.10.2022

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© amenic181/ Getty Images

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Holger Müller über die Umwelt und Samen von Pflanzen

Der Sommer geht zu Ende, die Tage werden kürzer und auf dem Balkon sind die meisten Blumen gerade verblüht oder am Verblühen. In diesem Jahr versuchen wir das zweite Mal, die Samen der Blumen zu ernten – für nächstes Jahr. Den Gedanken, dass wir uns längerfristig mit den Lebenszyklen der Umwelt – bitte mal vorstellen: „die Welt, die uns umgibt“ – befassen, finden wir angesichts der Klimakatastrophe und deren Auswirkungen zwingend.

Wie Samen ernten? Wichtig beim Ernten ist, dass die Samenhüllen sich schon ins Braune verfärbt haben, und es sollte ein trockener Tag – oder mehrere – gewesen sein. Die Samen vorsichtig – kleine Kinderfinger können das besonders gut – aus den Hüllen pulen und einige Tage auf Zeitungspapier drinnen nachtrocknen lassen. Möchtet ihr im nächsten Jahr keine Zufallspflanzung, solltet ihr notieren, zu welcher Blume die Samen werden möchten. Wobei auch der Überraschungseffekt einen Reiz hat. Bei unserem ersten Versuch hatten wir nur eine Sorte: sehr bunte Überraschungsblumenwiese – sah super aus und die Bienen mochten es.

Wie Samen aufbewahren? Dunkel und bei gleichbleibender, eher niedriger Temperatur. Bei uns lagern die Sämereien im Keller. Wenn ihr die Samen in ein Glas mit Twist-Off Deckel tut, legt ein Stück Papier mit rein, um eventuelle Feuchtigkeit aufzunehmen. Gut sind auch Papiertütchen. Die könnt ihr selbst basteln, beispielsweise aus Zeitschriftenresten (auch gut zum Verschenken). Richtig aufbewahrt sollten die Samen bis zu 3 Jahre keimfähig bleiben.

Das Ganze geht natürlich auch mit eurem Balkongemüse. Aber Vorsicht – falls das Saatgut, das ihr ursprünglich gekauft habt, mit F1 gekennzeichnet ist, bedeutet das, dass es sich um nicht „samenfeste Sorten“, also „Hybride“ handelt. Entweder sind die Samen dann nicht keimfähig oder die Nachkommen haben mindere Eigenschaften. Bedenkenswert!

Autor Holger Müller lebt mit Frau und Töchtern in Köln. Als Familie versuchen sie, das komplexe Thema Nachhaltigkeit in ihrem Alltag zu leben. Holger arbeitet als Qualitätsmanager an einer Hochschule und lehrt an der Universität Duisburg-Essen, wie Nachhaltigkeit und Zukunft zu gestalten sind. Im KÄNGURU schreibt er regelmäßig über diese Ideen in seiner Kolumne „Grüner Leben“.

 
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