Kolumne

Grüner Leben: Gemüsekiste mit Überraschungseffekt

Holger Müller · 03.03.2021

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© ink drop – stock.adobe.com

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Holger Müller erklärt, warum er und seine Familie Gemüsekistenempfänger aus Überzeugung sind.

Wir verbringen aktuell viel Zeit zu Hause. Frau und Töchter häkeln wie wild und hoffentlich ist es noch lange kalt, dann können die Quadratmeter, die da produziert werden, noch lange genutzt werden. Ansonsten machen wir das, was andere auch tun. Wir sortieren aus und lassen liefern: die zum Häkeln benötigte Wolle, tragbare Warmhaltekannen (damit wir mit einer Bezugsperson und Heißgetränk durch den Park schlendern können), Fahrradteile, Gesellschaftsspiele, Bücher und Gemüse – letzteres aber schon seit Langem.

Wir sind Gemüsekistenempfänger aus Überzeugung. Ein toller Aspekt dabei – neben der Unterstützung regionaler Wirtschaft – ist der Überraschungseffekt. So kommt auch Gemüse ins Haus, das wir sonst kaum kaufen würden, und wir werden so angestupst, Neues auszuprobieren. Ein großartiges Gemüse, bei dem wir erst nicht wussten, was wir damit tun sollen: Palmkohl. Dieser Kohl, auch Schwarzkohl genannt, ursprünglich Italiener (Cavolo Nero), ist DER Kohl überhaupt! Er löst sich nicht auf und hat ein tolles, nussiges Aroma. Außerdem möchte er rasch verarbeitet werden und ist daher kein Kandidat für Supermarktlogistik.

Der Palmkohl hat gerade Saison und wir – ich erwähnte es bereits – sortieren ja tatsächlich aus. Oder besser gesagt, wir sortieren um. In den letzten vier Wochen haben wir alle Lebensmittel, die wir bevorraten, nach Ablaufdatum sortiert. Alles, was bald abläuft (oder vor angemessener Zeit abgelaufen ist), kommt im Schrank nach vorne. Passend dazu haben wir einen ziemlich kreativen Speiseplan aufgestellt – ganz nach dem Motto: Das Neue wagen – nichts wegwerfen! Beim Palmkohl hat sich zufällig eine Packung Bohnen dazugesellt, die schon lange in unserem Vorratsschrank weilt. Wir haben festgestellt, dass das eine tolle Kombi ist und in Italien „Zuppa di Cavolo Nero“ heißt. Ein phänomenales Winteressen, das es in vielen Variationen gibt. Fragt einfach mal die Suchmaschine eurer Wahl.

Übrigens, Informationen zum Mindesthaltbarkeitsdatum, das kein Verfallsdatum ist, gibt es hier: www.lebensmittelklarheit.de/informationen/ das-mindesthaltbarkeitsdatum-ist-kein-verfallsdatum

Autor Holger Müller lebt mit Frau und Töchtern in Köln. Als Familie versuchen sie, das komplexe Thema Nachhaltigkeit in ihrem Alltag zu leben. Holger arbeitet als Qualitätsmanager an einer Hochschule und lehrt an der Universität Duisburg-Essen, wie Nachhaltigkeit und Zukunft zu gestalten sind. Im KÄNGURU schreibt er regelmäßig über diese Ideen in seiner Kolumne „Grüner Leben“.

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