Gesundheit

Schulranzen-Check

Inga Drews · 30.01.2019

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© iStockphoto.com/Halfpoint

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Den richtigen Schulranzen zu finden, kann eine echte Herausforderung sein. Eltern und Kinder setzen ihre Prioritäten bei der Wahl nämlich äußerst unterschiedlich. Für Kinder stehen die Farben und Motive im Vordergrund, für die Eltern ist wichtig, dass der Ranzen bequem zu tragen und im Straßenverkehr gut sichtbar ist. Aber damit ist es noch nicht getan, denn es gibt noch einige weitere Punkte, auf die beim Ranzenkauf zu achten ist.

Hier sind ein paar Tipps der Stiftung Warentest:

  • Für den richtigen ergonomischen Sitz des Ranzens ist es wichtig, dass das Kind den Ranzen „anprobiert“, am besten auch mit unterschiedlicher Kleidung, zum Beispiel im T-Shirt und mit Jacke.
  • Der Ranzen-Rücken sollte gut gepolstert und nicht zu hart sein. Der Ranzen passt gut, wenn er an mehreren Stellen am Kinderrücken anliegt.
  • Die Schultergurte sollten ebenfalls gut gepolstert und außerdem mindestens vier Zentimeter breit sein.
  • Die Riemen der Schultergurte können beim Tragen des Ranzens mit der Hand schnell zur Stolperfalle werden. Darum ist es praktisch, wenn sich die Riemen in den Gurt einhaken lassen.
  • Der Tragegriff auf dem Ranzendeckel sollte weit genug geformt und so griffig sein, dass das Kind den Ranzen bequem mit der Hand tragen kann.
  • Der Deckel sollte stabil sein und sich weit genug öffnen lassen, um den Ranzen ohne Probleme zu befüllen. Der Verschluss muss leicht zu handhaben sein.
  • Auch die Seitentaschen sollten sich gut verschließen lassen und genug Platz für die Trinkflasche und die Brotdose bieten.
  • Damit der Ranzen nicht von alleine umkippt, ist es gut, wenn er ausreichend Stehvermögen besitzt.
  • Für die Sichtbarkeit des Kindes im Straßenverkehr bei jedem Licht sorgen die fluoreszierenden und retroreflektierenden Flächen des Ranzens. Die fluoreszierenden Flächen in leuchtenden Farben wie Orange und Gelb haben eine Signalwirkung am Tag oder in der Dämmerung, während der Katzenaugeneffekt der retroreflektierenden Flächen ermöglicht, dass der Ranzen auch im Dunkeln zu sehen ist.

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Wichtig: Die DIN-Norm 58124

Wie für viele Gegenstände gibt es auch für Schulranzen eine Norm, die im DIN, dem Deutschen Institut für Normung, erarbeitet wurde: die DIN 58124. Diese Norm ist kein Gesetz, vielmehr dient sie als Maßstab, der von Herstellern eingehalten werden kann, aber nicht muss. Beim Ranzenkauf ist sie ein guter Hinweis darauf, dass der Ranzen bestimmte Anforderungen erfüllt. Die Norm für Schulranzen gibt es seit 1990, sie wurde jedoch vergangenen Oktober aktualisiert und angepasst. Sie tritt erst mit dem 1. Oktober 2019 in Kraft; so haben die Hersteller noch genug Zeit, um ihre Produkte anzupassen.

Bisher war es Standard, dass mindestens 20 Prozent der Fläche eines Schulranzens fluoreszendierend sein muss; dafür waren die Farben Gelb und Orange vorgesehen. Der Flächenanteil bleibt auch in der neuen DIN-Norm gleich, allerdings wurde die Farbpalette erweitert. Vier neue Farben – darunter Gelbgrün und Pink - wurden zugelassen. Damit haben die Hersteller wieder mehr Möglichkeiten bei der modischen Gestaltung der Ranzen. Rot und Grün stehen auch weiterhin nicht zur Verfügung, da sie nicht ausreichend sichtbar beziehungsweise nicht als Warnfarbe bekannt sind. Eine weitere Neuerung der DINNorm ist ein in der Höhe und Länge verstellbarer Brustgurt, der zusätzlich zu den Tragegurten vorhanden sein soll. Die Tragegurte müssen jetzt auch breiter werden: vier Zentimeter anstatt wie bisher drei.

Wie wird der Schulranzen richtig gepackt?

Der gepackte Schulranzen sollte nicht mehr als 10 bis 12 Prozent vom Körpergewicht des Kindes wiegen, und selbst das kann bei einem vollen Ranzen ganz schön schwer werden. Darum ist es gut, wenn der Schulranzen „richtig“ gepackt ist. Schwere Dinge wie die Schulbücher werden hinten rückennah im Ranzen verstaut. Bei manchen Modellen gibt es dafür ein Extra-Fach. Leichte Dinge wie Hefte kommen nach vorne. Das Gewicht sollte außerdem gleichmäßig auf die linke und rechte Seite des Ranzens verteilt werden. Stellt die Tragegurte des Ranzens so ein, dass dieser eng am Rücken eures Kindes anliegt und die Gurte gleichmäßig lang sind. Euer Kind sollte den Ranzen mit beiden Gurten tragen. Um zusätzliches und unnötiges Gewicht zu vermeiden, sollten sich nur Dinge im Ranzen befinden, die an dem Schultag wirklich gebraucht werden. Am besten wird der Ranzen immer am Vorabend neu gepackt.

Ein Blick auf den Stundenplan sagt euch, welche Bücher, Hefte und Schnellhefter gebraucht werden. Die anderen können zu Hause oder, falls möglich, in der Schule gelassen werden. Wenn an einem Tag zu viele schwere Bücher mitgenommen werden müssen, können sich die Kinder mit ihrem Sitznachbarn absprechen, wer welches Buch mitbringt und dieses dann gemeinsam nutzen. Steht Sport auf dem Stundenplan, werden Sportbekleidung und Turnschuhe gebraucht. Die können in einer extra Sporttasche oder in einem Turnbeutel transportiert werden. Auch für den Kunstunterricht werden oft noch zusätzliche Materialien gebraucht wie Zeichenblöcke oder der Wassermalkasten. Diese Dinge können aber oft in den Schulkassen untergebracht werden, damit sie nicht zu jeder Kunststunde mitgebracht werden müssen.

Der ökologische Ranzen

Ein umweltfreundlicher Schulranzen – in unserer Zeit, in der Nachhaltigkeit immer wichtiger wird, ist das eine tolle Sache und für den einen oder anderen beim Ranzenkauf ein weiteres Kriterium. Wer darauf achtet, wird früher oder später auf die Marke Ergobag stoßen. Die Ranzen dieses Unternehmens werden aus Stoffen gefertigt, die aus recycelten PETFlaschen hergestellt wurden. Ebenso arbeitet Ergobag mit Bluesign und der Fair Wear Foundation (FWF) zusammen. Bluesign achtet auf die chemische Reinheit der Textilien, die FWF auf die Arbeitsbedingungen der Arbeiter während des Herstellungsprozesses. Damit ist der Ranzen nicht nur ökologisch, sondern auch sozial.

Ranzen-Spende

Nicht alle Familien können sich einen Schulranzen für ihre Kinder leisten. Damit diese Kinder aber wie ihre Mitschüler stolz mit einem Ranzen auf dem Rücken in das Schulleben starten können, engagieren sich viele Organisationen und Vereine dafür, diese Familien zu unterstützen. Sie sammeln Geld, um Ranzen und Schulmaterialien zu kaufen, oder freuen sich über die Spende von gebrauchten Schulranzen. Die Ranzen – ob alt oder neu – werden an bedürftige Kinder verteilt, hier in Deutschland oder auch im Ausland. Spenden könnt ihr zum Beispiel an den Tatort-Verein oder an den Verein Goldene Jungs.

Ranzenpartys

Wer eine Riesenauswahl an Schulranzen an einem Ort haben und sie dort ganz in Ruhe begutachten und ausprobieren möchte, sollte zu einer Ranzenparty gehen. Hier werden viele Modelle vorgestellt und ihr und eure Kinder könnt euch direkt beraten lassen. Eine Ranzenparty könnt ihr zum Beispiel im Rahmen der Ranzentage vom 7. bis zum 9. Februar bei Ortloff in Köln besuchen.

Ranzenmesse

Im Kölner Karnevalsmuseum findet am 16. März die 8. Kölner Ranzenmesse statt. Veranstaltet wird sie von Lederwaren Voegels. Kinder dürfen sich auf eine große Auswahl an Schultaschen der Hersteller: Scout, ergobag, Der Die Das, Step by Step und Sammies by samsonite freuen. Die beliebten Marken sind mit ihrer aktuellen Kollektion, aber auch mit zahlreichen Sonderangeboten vertreten. An jedem Stand steht zudem Fachpersonal für eine Produktberatung bereit.