Gesundheit

Madenwürmer bei Kindern

Anja Janßen · 28.03.2017

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Gründliches Händewaschen ist bei einer Infektion mit Madenwürmern besonders wichtig. / Foto: Pexels

Gründliches Händewaschen ist bei einer Infektion mit Madenwürmern besonders wichtig. / Foto: Pexels

Kratzen sich Kinder häufig am Po, könnte es sich um einen Fall von Madenwürmern handeln. Diese Sorte Würmer kommt in Deutschland am häufigsten vor und lässt sich gut behandeln. Das A und O ist eine sorgfältige Hygiene.

Ob das Lieblingsauto, die sandige Schaufel auf dem Spielplatz oder die eigenen Hände – kleine Kinder erforschen gerne mit dem Mund. Mit etwas Pech geraten auf diesem Wege Wurmeier in den Verdauungstrakt. Die Eier des Madenwurms – der häufigsten Wurmsorte in Deutschland – übertragen sich in der Regel über Kotreste an Erde oder Sand, an Gegenständen oder durch verunreinigte Lebensmittel wie Salat. Hat das Kind die Eier verschluckt, schlüpfen im Darm die Würmer. Nachts bewegen sich die Weibchen Richtung Darmausgang und legen ihre Eier in die Analfalten. Daher rührt der nächtliche Juckreiz am Po. Häufig kommt es dann zu einer Reinfektion: Die Kinder kratzen sich am Po oder After, nehmen die Finger in den Mund oder essen etwas mit den Händen und schon gelangen neue Wurmeier in den Darm.

„Madenwürmer sind ungefährlich und gut behandelbar", sagt Sven Feddern vom Gesundheitsamt Köln. Hauptsymptom ist der Juckreiz, selten haben die Kinder Bauchschmerzen.

Nachweis über den Klebestreifen-Test

Wenn sich keine Würmer im Kot zeigen und die Eltern unsicher sind, ob ihr Kind betroffen ist, können sie mit einem einfachen Test der Sache auf den Grund gehen: Morgens kurz einen Klebestreifen auf den After kleben und anschließend dem Arzt zur mikroskopischen Untersuchung vorlegen. So lassen sich die Wurmeier nachweisen. Der Mediziner verschreibt ein passendes Wurmmittel, das Kinder in der Regel gut vertragen. Um den Teufelskreis der Neuansteckung zu durchbrechen, sollten – genau wie beim Thema Läuse – alle Familienmitglieder untersucht und gegebenenfalls behandelt werden. Im Falle von Würmern werden die Eltern meistens mitbehandelt.

Damit es zu keiner erneuten Infektion kommt, muss die ganze Familie auf eine gründliche Hygiene achten: Häufiges Händewaschen, vor allem nach dem Toilettengang und vor dem Essen, ist das A und O. Kurz geschnittene Fingernägel verhindern, dass Wurmeier beim Kratzen haften bleiben. Unterwäsche und Bettwäsche sollten täglich gewechselt und bei 60 Grad gewaschen werden. Mit etwas Sorgfalt und Disziplin, gehören die Würmer somit schnell wieder der Vergangenheit an.

Gefährliche Bandwürmer

Im Gegensatz zu Madenwürmern sind Bandwürmer, vor allem der Fuchsbandwurm, gefährlich, da die Larven Organe wie Lunge, Gehirn und Leber befallen können. Die Infektion mit dem Fuchsbandwurm geschieht durch bodennah wachsende, infizierte Früchte wie Waldbeeren, Pilze oder anderes Gemüse. Wer beispielsweise wilde Brombeeren naschen möchte, sollte nur die Früchte pflücken, die sich 30 Zentimeter oder höher über dem Boden befinden. Die Infektion mit dem Rinderbandwurm erfolgt über rohes oder halbgares, infiziertes Fleisch. Erkrankte Kinder nehmen deutlich ab!