Geige, Cello oder Posaune – Welches Instrument passt zu meinem Kind?
Lisa Böttcher · 01.04.2026
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Die Geige ist eines der beliebtesten, klassischen Instrumente. ©rubchikova/AdobeStock
Die Geige

©Emma Luyendijk
Musiker:in: Anna van der Merwe
Instrumentengruppe: Streichinstrumente
Größe: Circa 60 Centimeter
Gewicht: 350 bis 500 Gramm
Wie klingt das Instrument?
Die Geige klingt wie viele Dinge, das finde ich so besonders an ihr. Man kann sie wie eine menschliche Stimme oder wie einen Windstoß klingen lassen. Man kann damit singen, ohne Worte zu verwenden! Sie hat einen riesigen Tonumfang von tiefen bis zu sehr hohen Tönen, ist also sehr flexibel.
Wie viel muss man üben, um erste Erfolge zu hören?
Es ist wie bei einer besonderen Freundschaft: Je mehr Zeit man miteinander verbringt und je besser man sich kennenlernt, desto mehr Spaß hat man. Man braucht etwas Geduld, denn am Anfang dauert es ein wenig, bis man gut klingt. Doch es lohnt sich.
Was fällt Anfänger:innen meist schwer – und was macht schnell Spaß?
Am Anfang kann es schwierig sein, einen Klang zu erzeugen, der nicht kratzig ist, und richtig zu spielen! Was wirklich Spaß macht, ist wenn man anfangen kann, mit anderen Menschen zusammen zu spielen.
Welche besonderen Fertigkeiten benötigt man, um das Instrument zu spielen?
Um Geige zu spielen, braucht man meiner Meinung nach Geduld und ein gutes Gehör für Intonation. Man sollte auch sehr neugierig sein, denn das Erlernen der Geige und fast jedes anderen Instruments erfordert viel Neugier, um Probleme zu lösen!
Das Schlagwerk

Musiker:in: Hyerim Jang
Instrumentengruppe: Schlaginstrumente
Größe und Gewicht: Unterscheiden sich stark, je nach Instrument. Ein Triangel wiegt nur einige hundert Gramm, eine Pauke 30 bis 60 Kilogramm.
Was ist besonders spannend an diesem Instrument?
Wenn ich trommele, kann ich den Klang direkt im Körper spüren. Mit verschiedenen Schlägeln kann man auf demselben Instrument ganz unterschiedliche Klänge erzeugen. Besonders spannend finde ich Trommeln mit Naturfell – denn sie reagieren auf das Wetter und klingen jedes Mal etwas anders.
Wie klingt das Instrument?
Das Schlagwerk ist unglaublich vielfältig. Mit Xylophon oder Glockenspiel können wir schöne Melodien spielen, mit Trommeln geben wir den Rhythmus vor und mit Becken setzen wir besondere Höhepunkte. Außerdem gibt es viele Effektinstrumente – sie können wie Donner, Tierstimmen oder Wind klingen.
Wie lange muss man üben, um erste Erfolge zu hören?
Schlagzeuger müssen viel üben, weil sie viele verschiedene Instrumente beherrschen sollen. Um einen einfachen Rhythmus sicher spielen zu können, muss man ungefähr ein Jahr regelmäßig üben.
Welche besonderen Fertigkeiten benötigt man, um das Instrument zu spielen?
Man braucht ein gutes Rhythmusgefühl und schnelle Reaktionen, besonders im Orchester. Da wir oft ganz hinten sitzen, müssen wir sehr aufmerksam sein und genau auf den Dirigenten achten.
Das Cello

©Matthias Baus
Musiker:in: Daniel Raabe
Instrumentengruppe: Streichinstrumente
Größe: 150-155 cm, Kinderinstrumente sind kleiner
Gewicht: 3 kg, Kinderinstrumente sind etwas leichter
Was ist besonders schön an diesem Instrument?
Es hat die meisten Klangfarben von allen Streichinstrumenten und den größten Tonumfang – von tiefen Bass- bis zu hohen Geigentönen. Außerdem klingt es nicht nur toll, sondern sieht auch noch wunderbar aus und es macht sofort wahnsinnig viel Spaß, darauf zu spielen!
Was fällt Anfänger:innen meist schwer – und was macht schnell Spaß?
Am schwersten fällt die ungewöhnliche Haltung der Hände, sowohl links am Griffbrett als auch rechts an der Bogenstange. Aber man kann auch erstmal die Saiten mit den Fingern zupfen – so bekommt man die ersten Eindrücke vom Klang des Cellos und das macht sofort Spaß!
Was raten Sie einem Kind, welches anfängt, dieses Instrument zu erlernen?
Schaut euch das Instrument erstmal an, wie es gebaut ist, wie das Holz gearbeitet ist, was alles dazu gehört: Saiten, Griffbrett, Steg, Saitenhalter, Wirbelkasten, Stachel. Schaut auch mal durch die F-Löcher ins Innere. Spannt den Bogen mit den Pferdehaaren und streicht die Saiten an. Das fühlt sich unbequem an, aber mit ein bisschen Geduld entlockt ihr dem Cello ein paar schöne Töne.
Die Querflöte

©Massimo Tagliafierro
Musiker:in: Paolo Ferraris
Instrumentengruppe: Holzblasinstrumente
Größe: Circa 67 cm
Gewicht: Circa 500 Gramm
Was ist besonders schön an diesem Instrument?
Ihr Klang ist für mich sehr faszinierend, äußerst sanft und in der Lage, eine entspannende und meditative Atmosphäre zu schaffen. Gleichzeitig kann sie sehr eindringlich sein, weshalb sie oft verwendet wird, um zwitschernde und fliegende Vögel zu beschreiben.
Was fällt Anfänger:innen meist schwer – und was macht schnell Spaß?
Am Anfang verschwendet man viel Luft, da es schwierig ist, sie richtig in das Instrument zu leiten und angemessen einzusetzen. In den ersten Unterrichtsstunden habe ich in leere Wasserflaschen geblasen, um Töne zu erzeugen, denn das Prinzip ist dasselbe. Gleichzeitig sind die ersten Fingergriffe sehr einfach und intuitiv. Man kann schon nach kurzer Zeit Melodien spielen.
Wie lange muss man üben, um erste Erfolge zu hören?
Als Kind war ich kein großer Flötenschüler. Ich habe gespielt, weil es mir Spaß gemacht hat, und nicht, weil ich Musiker werden wollte. Ich denke, es ist richtig, Kindern ihren eigenen Rhythmus zu lassen. Ausdauer kann sicherlich von Vorteil sein, aber nur, wenn sie mit dem Ziel verbunden ist, Spaß zu haben und das Instrument kennenzulernen.
Der Kontrabass

©Holger Talinski
Musiker:in: Greta Bruns
Instrumentengruppe: Streichinstrumente
Größe: 180 cm, Kinderinstrumente sind kleiner
Gewicht: 10 kg, Kinderinstrumente sind leichter
Wie klingt Ihr Instrument?
Der Kontrabass ist das tiefste Streichinstrument. Er klingt sehr tief und warm. Der Bass ist das Fundament des Orchesters.
Was fällt Anfänger:innen meist schwer – und was macht schnell Spaß?
Der Kontrabass ist recht groß und hat dicke Saiten. Am Anfang ist es noch sehr anstrengend die Saiten zu drücken. Mit täglichen Übungseinheiten bekommt man aber schnell die nötige Kraft dafür. Auf der anderen Seite kann jeder schnell die ersten Töne zupfen, und beim Streichen ist es toll, die Töne am Instrument zu fühlen.
Für wen ist das Instrument besonders geeignet?
Für Kinder gibt es kleine Bässe, aber es ist hilfreich, wenn man nicht besonders klein für sein Alter ist. Viel Kraft braucht man nicht von vorne hinein. Die entwickelt sich durch regelmäßiges „Training “ am Instrument. Grundsätzlich ist das Instrument für alle ideal, die gerne mit anderen zusammen Musik machen möchten. Der Kontrabass ist vor allem in Orchester oder in einer Band zu finden. Wer als Solist glänzen möchte, ist beim Bass falsch.
Was raten Sie einem Kind, welches anfängt, dieses Instrument zu erlernen?
Lass dich nicht von der Größe abschrecken! Such dir ein kleines Ensemble oder Orchester, dann macht es so richtig Spaß.
Die Posaune

©Enric Vives-Rubio
Musiker:in: Leonardo Fernandes
Instrumentengruppe: Blechblasinstrumente
Größe: Ausgerollt misst das Rohr etwa 2,80 Meter. Deshalb ist das Instrument in eine S-Form gebogen.
Gewicht: 1,3 bis 2,5 Kilogramm
Was ist besonders spannend diesem Instrument?
Die riesige Klangbandbreite. Die Posaune kann majestätisch und feierlich klingen, aber auch warm und weich. Sie kann kraftvoll und strahlend klingen oder sogar humorvoll. Deswegen kann man die Posaune fast überall hören: in der klassischen Musik, Filmmusik, Jazz, Funk oder sogar im Pop! Außerdem verändern wir die Töne mit einem Zug, nicht mit einem Ventil. Das macht viel Spaß und wir können damit coole Effekte spielen.
Wie lange muss man üben, um erste Erfolge zu hören?
Um die ersten schönen, kleinen Stücke zu können, braucht man eigentlich nicht mehr als ein paar Monate. Um in einem Orchester in der Musikschule spielen zu können, braucht man schon ein paar Jahre. Ich würde empfehlen, am Tag lieber kurz, aber dafür sehr konzentriert und effektiv zu üben. Für Kinder, die gerade anfangen, reichen 20 bis 30 Minuten völlig aus.
Was fällt Anfänger:innen meist schwer – und was macht schnell Spaß?
Für Anfänger ist es meistens schwer, die Luft gut zu kontrollieren. Sie atmen sehr oft und das kann anstrengend werden. Die Grundtechnik lernt man jedoch schnell. Und auch die Bewegung vom Zug macht sehr viel Spaß.
