Bildung

Einschulung: The big day!

Golrokh Esmaili · 01.07.2016

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Die Einschulung - ein großer Schritt für Kinder und Eltern © istockphoto.com / Rawpixel

Die Einschulung - ein großer Schritt für Kinder und Eltern © istockphoto.com / Rawpixel

Leute, Leute, mein Baby wird erwachsen. Und zwar exakt am 25. August 2016, denn an diesem Tag heißt es: Kleinkind Adé – Schulkind Hallo! Die „I-Dötzchen“ werden eingeschult.

Auf einmal geht alles ganz schnell: Der Juni vor den großen Sommerferien ist voller Termine. Im Kindergarten findet der Abschieds-Elternabend statt, in der Schule der Willkommens-Elternabend. Beides in ein und demselben Monat. Mit dem gleichzeitigen „Hallo und Tschüss“ innerhalb kürzester Zeit muss Familie auch erst mal klarkommen. Es ist spannend, im eigenen Freundeskreis zu beobachten, dass jede Familie anders mit diesem Thema umgeht. Während die einen sich überhaupt nicht mit der angehenden Umstellung auseinandersetzen, beschäftigt die anderen monatelang nichts anderes. Und so geht natürlich auch jedes Kind anders damit um. Aber egal, wie es ist – alles ist in Ordnung. Das nur einmal vorneweg und zur allgemeinen Entspannung geschrieben.

Gut geplant ist halb erledigt

Ach ja, wie heißt es so schön? Große Dinge werfen ihre Schatten voraus. In unserem Fall sind es ziemlich lange Schatten, denn nach meinem persönlichen Befinden muss so eine Einschulung gut geplant sein und organisiert werden. Seit Monaten gehe ich mit diesem Tag schwanger. Jedes Kind feiert ja schließlich auch nur ein Mal Einschulung. Und dieser Tag sollte dementsprechend auch besonders sein ...

Der Schulranzen

Es gibt Eltern, die kaufen ihrem Kind bereits im November des Vorjahres einen Schulranzen. Geht natürlich auch, erschien uns persönlich aber etwas zu früh. Wir wollten unserem Kind den Ranzen auch nicht zu einem Fest schenken, da es diesen sowieso braucht. Nein, wir haben den „Schulranzen-Kauf-Tag“ tatsächlich zelebriert. Die Oma, die den Ranzen, in unserem Fall gesponsored hat, war dabei und so sind wir vormittags zum Taschenverkäufer unseres Vertrauens gefahren und haben uns dort ausgiebig beraten lassen. Ein tolles Konzept von der freundlichen Beraterin fand ich, dass sie meiner Tochter sämtliche Ranzen mit Jungsmotiven aufgesetzt hat. Sie sollte sich nur auf das Tragegefühl konzentrieren und nicht durch das Motiv ablenken lassen. Ein gelungener Schachzug! Und im Anschluss sind wir gemeinsam Essen gegangen – und das angehende Schulkind war natürlich stolz wie Oskar!

Der Schreibtisch und der Schreibtischstuhl

Als ich meinen erfahrenen Schulkind-Eltern-Freunden von meinem Plan erzählte, samstags ins Möbelgeschäft zu fahren, um den passenden Schreibtisch plus Stuhl fürs Schulkind zu kaufen erzählte, rieten mir alle davon ab. Denn laut diesen sitzt kein Kind am Schreibtisch im Kinderzimmer, sondern viel lieber mitten im Geschehen – und das sind nun mal Küchen- oder Wohnzimmertisch. Allerdings fanden wir, dass so ein Schreibtisch zum Erwachsenwerden dazugehört. Als Symbol für die herannahende Zeit quasi. Ein Ort, an dem das Kind sich erwachsen fühlen und sein darf. Übrigens habe ich eine wichtige Erfahrung aus dem Möbelgeschäft mitgenommen – setzt eure Kids an den Tisch. Mit dem passenden Stuhl. Denn die Größe täuscht beim bloßen Gucken. Und die praktischsten Tische sind eigentlich die, die mitwachsen. Damit spart ihr eine Menge Geld.

Die Schultüte

Das vielleicht wichtigste Utensil des Tages – neben dem Schulranzen, der die kommende Ära einläutet – ist eine optisch zum Kind passende Schultüte. Ich begebe mich also in die Weiten des Internets und durchsuche sämtliche Internetportale. In jeder Preiskategorie ist etwas dabei. Von der einfachen Variante, die vielleicht bei zehn Euro anfängt gehen die Preise steil nach oben – manch ein Objekt der mütterlichen Begierde kostet sogar um die 70 Euro! Das geht gar nicht, finde ich. Und mit ziemlicher Sicherheit würde mein Mann die Scheidung einreichen, hätte ich mich für den Mercedes unter den Schultüten entschieden. Erwähnen möchte ich an dieser Stelle aber, dass er selbst zu seiner Einschulung keine Schultüte bekommen hat. Was er immer wieder gern erzählt und mich und meine Tochter zu der Annahme verleitet, dass es doch traumatischer gewesen sein muss, als er zugibt. Nun ja, ich entscheide mich also für eine Zwischenlösung und bestelle die einzelnen Teile, um sie nachher selbst zusammenzubasteln. Irgendwie gibt mir das ein engagierteres Gefühl. Beim zweiten Kind werde ich dann vielleicht nach meiner ersten Bastelerfahrung doch ein fertiges Exemplar bevorzugen – man weiß es nicht ... Allerdings kommt auch schon bei dieser Lösung ein hübsches Sümmchen zusammen, denn allein der Rohling kostet um die 14 Euro. Dann muss auch noch das ganze Zeug, das draufgepappt werden soll, gekauft werden. Über das wie und was entscheidet dann jede Familie selbst. Ob Löwe, Zebra, Eiskönigin – Sinn macht es, wenn es irgendwie auch dem Kind und nicht nur den Eltern gefallen könnte. Im Internet gibt es jede Menge „Do it yourself Anleitungen“. Einfach mal suchen, treiben und inspirieren lassen ...

Die Befüllung

An dieser Stelle nur ganz kurz: Was den Inhalt der Schultüte angeht, sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Vom Mäppchen, sofern ihr dieses eurem Kind nicht schon mit Schulranzen überreicht habt, bis hin zu Süßkram kann und darf da alles rein. Allerdings macht auch hier ein ausgewogenes Verhältnis Sinn.

Der Einschulungstag

Der Einschulungstag selbst muss auch gut durchdacht werden. Wer darf, soll oder muss dabei sein und wer darf auf gar keinen Fall kommen. Das Kind sollte mitentscheiden, ist ja auch schließlich sein großer Tag. Oma, Opa, Tanten, Onkel mit und ohne „Paten" davor, enge Freunde – wer soll alles eingeladen werden? Sagt ihnen frühzeitig Bescheid, damit sie sich Urlaub nehmen können. Und denkt in diesem Zusammenhang an die großen Sommerferien. Viele nehmen sich im Juli und August Urlaub. Ihr solltet sie also früh genug über den Termin informieren.

Damit hättet ihr zumindest schon einmal das Grobtuning – jetzt geht es weiter mit den Feintunings wie der Verköstung der Gäste nach der offiziellen Einschulungsfeier. Auch hier gibt es verschiedene Möglichkeiten. Da die Feier in den Schulen oft bis Mittags durch ist, macht es Sinn, sich auf das Mittagessen zu konzentrieren. Die Frage ist: Wollt ihr selbst kochen oder Essen bestellen? So oder so ist es wichtig, dass alles gut vorbereitet ist, denn nach dem Prozedere sind alle hungrig. Deckt also schon am Abend vorher den Tisch; vielleicht könnt ihr auch Freunde fragen, ob sie das Essen aufwärmen während ihr weg seid, so könnt ihr bei Ankunft sofort starten. Aber wenn nicht, die halbe Stunde werden die Gäste auch ohne Nahrung überstehen ...

Ein wenig festlich sollte es schon sein, euer Kind wird euch die Deko danken! Ein Picknick auf einer Wiese ist auch schön – sollte dann aber auch von Freunden unterstützt und mitorganisiert werden sodass alles steht bzw. liegt, wenn ihr ankommt. Den Nachmittag könnt ihr dann entspannt ausklingen lassen. Das Schulkind wird genug mit den Gästen und den Geschenken zu tun haben. Oder aber – das höre ich in der letzten Zeit oft – es darf sich noch zwei oder drei Freunde einladen und noch etwas weiterfeiern lassen. Ein kindertauglicher Kuchen und zwei Flaschen leckere Schorle sind schnell gebacken und bereitgestellt. Aber ihr seid die Eltern und könnt eure Kinder am Besten einschätzen. Was für die einen zu viel an Programm ist, ist für die anderen gerade richtig.

In diesem Sinne – alles wird schön. Stellt euch die Bachblüten bereit und packt Taschentücher ein. Also für euch, falls ihr rührselig werdet. Denn eure Kinder werden ihren Tag großartig meistern. Ganz sicher! Happy Einschulung!