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Berufliche Zukunft sichern: Weiterbildung und Neuorientierung für Eltern

Hanka Meves · 11.03.2026

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Weiterbildung im Familienalltag: Viele Eltern lernen heute flexibel von zu Hause aus. © Mary Anlens/Adobe Stock

Weiterbildung im Familienalltag: Viele Eltern lernen heute flexibel von zu Hause aus. © Mary Anlens/Adobe Stock

Berufliche Welten verändern sich seit der Digitalisierung schnell – jetzt mit Künstlicher Intelligenz rasant schnell. Wir haben uns bei Guadalupe Florenin von der Unternehmenskommunikation der Bundesagentur für Arbeit informiert, wie sich Eltern für die Zukunft fit machen können und so ihren Arbeitsplatz erhalten oder einen neuen finden können. Und wir haben mit Ed Atkins gesprochen, der genau das als Vater von zwei Kindern gemacht hat.

Berufliche Bestandsaufnahme: Welche Perspektiven bietet der eigene Beruf?

Zuallererst steht immer die Bestandsaufnahme. Welche Ausbildung, welches Studium habe ich absolviert? Was will ich erreichen? Wie und wo möchte ich arbeiten, was verdienen? Ein Blick in die Plattform Berufenet kann helfen, sich einen aktuellen Überblick zu verschaffen. Unter dem Reiter des jeweiligen Berufs finden sich Berufsperspektiven, im Abschnitt „Blick in die Zukunft“ zudem eine Übersicht zu Digitalisierungsthemen, die auf die jeweilige Beschäftigung Einfluss haben. Relativ neu ist hier der Job-Futoromat. Er zeigt auf, inwieweit digitale Technologien die eigene Tätigkeit verändern werden. Über diesen Link finden Interessierte auch Hinweise, wie sich der Stellenmarkt in letzter Zeit entwickelt hat. Deutlich wird bei der Recherche in diesen Tools und bei Anbietern von Weiterbildungen, dass zurzeit besonders alles zur Künstlichen Intelligenz – kurz KI•– besonders gefragt ist, wie sie anzuwenden ist, Kompetenzen und rechtliche Fragen und wie durch KI die Arbeitseffizienz gesteigert werden kann.

Eigene Stärken erkennen: So findet ihr passende Weiterbildungen

Wichtig ist dann, eigene Stärken herauszufiltern, um die passende und für einen persönlich interessante Weiterbildung zu finden. Natürlich kann man ein:en Coach:in dafür engagieren, die jedoch teuer sind. Weiterhelfen können hier auch Online-Tools wie „Mein Now“ auf dem nationalen Onlineportal für berufliche Weiterbildung. Dieses Portal bietet einerseits gute Übersichten über Anbieter von Weiterbildungen, den Ort der Einrichtung sowie anfallenden Kosten. Auf der Seite findet sich etwas tiefer auch „New Plan“, ein Erkundungstool für neue Berufe. Hier können Interessierte ihre bisherige Tätigkeit eingeben und dann nach alternativen Berufen suchen oder sich inspirieren lassen.


Berufsberatung kann helfen, eigene Stärken zu erkennen und passende Weiterbildungswege zu finden. © Rawpixel.com/Adobe Stock

Weiterbildung und Umschulung: Förderprogramme der Arbeitsagentur nutzen

Die Bundesagentur für Arbeit bietet Erwerbstätigen zudem persönliche Beratungsgespräche an, bei denen Interessierte nach Fördermöglichkeiten über Bildungsgutscheine des Jobcenters oder von der Agentur selbst geförderte Weiterbildungen fragen können. Menschen, die in ihren Beruf zurückkehren oder wiedereinsteigen möchten, können zudem vom Programm „Zukunftsstarter“ profitieren, einen Berufsabschluss nachholen oder sich über eine Weiterbildung oder Lehrgänge weiterqualifizieren. Die Bundesagentur für Arbeit prüft, ob die Fördervoraussetzungen dafür erfüllt sind. Wenn ja, dann unterstützt sie durch die Übernahme der Kosten für den Lehrgang, für Fahrten oder die auswärtige Unterbringung und Verpflegung, für die Kinderbetreuung und zahlt auch umschulungsbegleitende Hilfen, wie zum Beispiel Nachhilfeunterricht. Der Antrag für eine geförderte Qualifizierung erfolgt in der Regel über den Arbeitgeber, der zusätzlich mit einem Arbeitsentgeltzuschuss unterstützt werden kann.

Weiterbildung im Familienalltag: Flexible Lernangebote für Eltern

Für Eltern ist es nicht immer leicht, Erwerbstätigkeit und Kinderbetreuung unter einen Hut zu bringen. Wenn dann noch eine Weiter- oder Fortbildung ansteht, werfen manche schon vor Beginn verständlicherweise das Handtuch. Viele Bildungsinstitute bieten heute Teilzeitweiterbildungen an oder Online-Lernen. Zudem bieten Bücher wie die „Dummie“-Reihe eine gute Alternative zu den Kursen. Kostengünstige Bildung gibt es zudem bei den Volkshochschulen sowie den Berufsverbänden, wie zum Beispiel dem Deutschen Journalistenverband für das Thema Künstliche Intelligenz – und diese übrigens nicht nur für Mitglieder der Organisation. Das Deutsche Museum bietet zum Beispiel auf YouTube auch Vorträge, zum Beispiel zur KI.


Digitale Lernangebote ermöglichen es, sich beruflich weiterzuentwickeln und neue Perspektiven zu eröffnen. © iana_kolesnikova/Adobe Stock

Kosten und Förderung: Wie Weiterbildung finanziert werden kann

Die Bundesagentur für Arbeit kann nur dann die Kinderbetreuung übernehmen, wenn die Fördervoraussetzungen für eine Weiterbildung gegeben sind. Wenn Eltern eine zusätzliche oder überhaupt erst eine Kinderbetreuung benötigen, können sie dafür einen Zuschuss bei der Arbeitsagentur beantragen. Wenn ihnen dann immer noch die Zeit für eine Weiterbildung fehlt, können sie Bildungsurlaub beantragen, der pro Jahr eine Woche beträgt. Darauf haben alle Anspruch, die einen tarifgebundenen Beruf ausüben. Die Volkshochschule Köln bietet dafür extra Wochenkurse an.

Solo-Selbstständige können zudem vom Kompass-Förderprogramm profitieren. Dieses bietet Unterstützung bei berufsbezogenen und berufsfachlichen sowie personalen, sozialen und methodischen Kompetenzen. Dazu berät die Industrie- und Handelskammer Köln (IHK Köln), die zudem viele Zertifikationskurse anbietet, die Voraussetzung für manche Berufe sind. Leider ist es jedoch so, dass Interessierte am Kompass-Programm sich frühzeitig für eine Beratung anmelden müssen. Bei der IHK Köln zum Beispiel waren in den letzten Monaten besonders Kurse zu KI angefragt sowie zu den Ausbilder-Eignungsprüfungen, der sogenannten AEVO, Weiterbildungen in der Immobilienvermittlung und -verwaltung, im Social-Media-Management oder im Personalwesen.

Warum Weiterbildung eine Investition in die eigene Zukunft ist

Manch eine:r mag sich nach diesen vielen Informationen fragen, ob sich eine Weiterbildung überhaupt lohnt. Sie ist immer eine Investition in die Zukunft und sichert, dass Interessierte am Ball des Lebens bleiben. Übrigens kann ich das auch persönlich bestätigen. Als Journalistin und Autorin, über viele Jahre in Teilzeit und dann selbstständig beschäftigt, habe ich immer wieder Weiterbildungen an Wochenenden und online genutzt sowie mit meinen älter und damit zunehmend selbstständiger werdenden Kindern an Kursen der Volkshochschule Köln und anderen Bildungsinstituten teilgenommen.


Interview: Wie Weiterbildung einen beruflichen Neustart ermöglichen kann

Ed Atkins ist Vater von zwei Kindern im Alter von 15 und 10 Jahren. Er hat uns von seinem Werdegang erzählt und davon, wie Weiterbildungen ihn auf diesem begleitet haben.


Ed Atkins © Wenke Atkins

KÄNGURU: Ed, du bist in England aufgewachsen und hast in Hamburg als Englischlehrer gearbeitet. Welche Ausbildung hattest du und wie hast du dich weitergebildet?

Ed: Als Engländer habe ich in Deutschland Englisch unterrichtet, habe dann aber schnell festgestellt, dass mir das nicht liegt. Meine Eltern haben mir dann ein zweijähriges Grundstudium an der Open University in Digitalen Netzwerken finanziert. Damit habe ich im Vertrieb von Werbemitteln angefangen.

Du hast dann in Köln und in England in diesem Bereich gearbeitet. Warum hast du dich entschieden, noch einmal etwas Neues zu lernen?

Mir hat es immer Spaß gemacht, etwas zu lernen und dazu auch einen Abschluss zu machen. Für mein Deutsch habe ich an der Volkshochschule den C2-Abschluss gemacht, damals noch, ohne zu wissen, ob ich ihn jemals benötige. Aber als ich hier den Einbürgerungstest gemacht habe, konnte ich ihn einreichen und musste nicht noch einmal nachweisen, dass ich fließend Deutsch spreche. Wichtig wurde für mich eine berufliche Umorientierung in der Covid-Zeit. Damals wusste ich bereits, dass ich nicht ewig im Werbemittelvertrieb arbeiten möchte, weil dort nur ganz junge Mitarbeitende eingestellt werden und ich keine Aufstiegschancen hatte und – ehrlich gesagt – auch mehr Geld verdienen wollte. Da war es ein Glück für mich, dass mich ein Anbieter von Online-Gesprächsangeboten, die in der Covid-Zeit wegen des erzwungenen Home- Offices wie Pilze aus dem Boden wuchsen, angesprochen hat.

Warum hat dich der neue Arbeitgeber eingestellt?

Ich habe 17 Jahre im Vertrieb gearbeitet und hatte während dieser Zeit viel Erfahrung im Umgang mit Menschen und im Verkauf gesammelt. Für meinen neuen Arbeitgeber ging es damals nicht um besondere Abschlüsse, sondern Erfahrungen im Vertrieb und die Fähigkeit, geduldig mit Kunden per Online sprechen und schreiben zu können. Das technische Handwerkszeug musste ich dann dazulernen.

Ihr habt zwei Kinder, wohnt jetzt in der Eifel. Wie hast du denn Weiterbildungsangebote gefunden?

Es gibt viele Online-Lernangebote und ich habe die Dummie-Bücher genutzt. Dazu kommt, dass ich mir gern technische Kenntnisse aneigne. Meine Firma hat mir dann intern Weiterbildungen angeboten, zu denen ich immer „ja“ gesagt habe. Manchmal ist das in einer Familie natürlich schwer zu organisieren, wie bei uns, weil wir beide Vollzeit arbeiten. Für unsere Kinder ist es jedoch auch gut zu sehen, dass wir arbeiten und lernen, so wie sie in der Schule. So habe ich mich zu einer Seniorposition hochgearbeitet und bin dann von einem Personalberater meines jetzigen Unternehmens angesprochen worden. Inzwischen arbeite ich nicht mehr im Vertrieb, sondern als Customer Engineer und betreue Firmenkunden, die mit unserer Software das „Europäische Datensicherheitsgesetz“ (DSGVO) umsetzen.

Was war für dich bei den Weiterbildungen wichtig?

In der Open University und anderen Weiterbildungen habe ich andere Menschen getroff en, die sich wie ich weiterbilden wollten. Ich habe gesehen, wie wir das gemeinsam schaff en können und dass ich mich berufl ich entwickeln kann. Dieser Austausch unter Gleichgesinnten war für mich wichtig und hat mir geholfen, die Weiterbildungen zu Ende zu machen.

Möchtest du anderen noch einen Tipp mitgeben?

Unbedingt: Legt euch ein gutes Profil auf LinkedIn an und gebt dort all euer Wissen und eure Erfahrungen an. Darüber habe ich meine vier letzten Jobs bekommen.

Vielen Dank!


Anlaufstellen

Berufenet
web.arbeitsagentur.de/berufenet

Job-Futoromat
job-futuromat.iab.de

Online-Tool „Mein Now“
mein-now.de

Programm „Zukunftsstarter“
arbeitsagentur.de/k/zukunftsstarter

Kompass-Förderprogramm
koeln.business/foerdermittelberatung/kompass-selbststaendige