Bewegung

Mit Motivation schwimmen lernen

Angelika Staub · 04.03.2015

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Schwimmlehrerin Jessica Hilbig spricht mit KÄNGURU über das Schwimmen © privat

Schwimmlehrerin Jessica Hilbig spricht mit KÄNGURU über das Schwimmen © privat

Die richtige Kopfhaltung und Motivation - Kursleiterin Jessica Hilbig aus Bonn spricht mit KÄNGURU über das Schwimmenlernen.

KÄNGURU: Was ist das A und O beim Schwimmenlernen?
Jessica Hilbig: Eine gute Wasserlage. So sollte man den Kopf nie überstrecken. Mit der richtigen Kopfhaltung kann man nämlich die Körperachse und damit auch die Wasserlage beeinflussen. Dadurch verringert sich der Wasserwiderstand.

Eigentlich bräuchten die Kinder hierzulande keine Schwimmkurse, sie erlernen das Schwimmen doch spätestens in der Schule.
Ich habe den Eindruck, dass nicht alle Schulen über die nötigen Kapazitäten verfügen, um jedem Kind das Schwimmen korrekt beizubringen.

Was halten Sie vom Babyschwimmen?
Es soll Säuglinge zwischen zwei und vier Monaten in der Motorik, Sensorik und im Gleichgewichtssinn fördern. Wobei der Begriff Schwimmen in diesem Zusammenhang falsch ist. Ich persönlich habe mit solchen Kursen keine Erfahrung.

Worin liegt Ihre Motivation, Kinder im Schwimmen zu unterrichten?
Den Kindern Schwimmen beizubringen macht mir richtig viel Spaß. Außerdem bieten die Kurse eine gute Abwechslung zu meinen sonstigen Aufgaben als Fachangestellte für Bäderbetriebe. Schon seit über zehn Jahren gebe ich Schwimmkurse und bin damit in die Fußstapfen meines Vaters getreten. Schwimmen ist mein Leben – und ein Lernprozess.

Warum ist es so wichtig, hier im Rheinland – fern von Nordsee und Bodensee – schwimmen zu können?
Erstens ist Ertrinken die zweithäufigste Todesursache – unabhängig des Ortes, an dem man lebt. Und zweitens stärkt Schwimmen das Selbstbewusstsein, wie eine Studie der University of Science and Technology in Trondheim zeigt.

Herzlichen Dank für das Gespräch.

Infos rund um das Thema Schwimmen

Laut WHO ...

… kommen in der europäischen Region der WHO jährlich rund 37.000 Menschen durch Ertrinken ums Leben. Ertrinken ist die zweithäufigste Todesursache bei Kindern in der Altersgruppe der Fünf- bis 14-Jährigen.

… gehören für Säuglinge und kleine Kinder fehlende Absperrungen um Gewässer und mangelnde Überwachung zu den größten Risikofaktoren. Auch unzureichende Schwimmkenntnisse und das fehlende Bewusstsein für die Gefahren des Wassers stellen eine Bedrohung für Kinder dar.

… bilden ein Eimer, eine Badewanne, ein Brunnen, ein Pool oder ein Teich gleichermaßen eine Ertrinkungsgefahr. Die WHO empfiehlt den Ländern und ihren Regierungen, grundlegende Schwimmkenntnisse und Wassersicherheit zu vermitteln.

Projekt „Sicher schwimmen" ergänzt Kölner Schulen

Auch in Köln soll in der Primarstufe keine Minute Schwimmunterricht ausfallen. Gibt es personelle Probleme, so springt die KölnBäder GmbH mit Assistenten ein. Sie geben bei Bedarf auch kostenlosen Schwimmförderunterricht. Vor sechs Jahren hat die KölnBäder GmbH gemeinsam mit der Stadt und Kooperationspartnern das Projekt „Sicher schwimmen“ gegründet. Motivation waren Untersuchungen, demnach nur die Hälfte aller acht- bis zehnjährigen Kinder sicher schwimmen kann. Das Ziel: „95 Prozent der Schüler sollen die Schulen mit Primarstufe nach der 4. Klasse als sichere Schwimmer verlassen“, verrät die Homepage. Als sichere Schwimmer gelten Kinder, die mindestens das Bronze-Abzeichen erreicht haben. Auf der Projekt-Homepage gibt es viele Infos für Eltern, Lehrer und Kinder – zum Beispiel eine witzige Kinderbroschüre mit Schwimmbad-Quiz, Sicherheitshinweisen, Spielen und mehr.

Nur mit Bronze sind Kinder wasserfest

Kinder, die gerade das „Seepferdchen“-Abzeichen haben, sind noch keine geübten Schwimmer. Die Gefahr zu ertrinken besteht nach wie vor. Erst wenn das Kind das „Jugendschwimmabzeichen Bronze“ (früher „Freischwimmer“) hat, ist es einigermaßen „wasserfest“. Für Eltern, die ihr Kind auf diesem Weg tatkräftig unterstützen möchten, gibt es jetzt eine kostenfreie Klappkarte der Aktion DAS SICHERE HAUS (DSH) mit praktischen Tipps.

Angesichts der steigenden Zahl von Nichtschwimmern appelliert die Aktion DAS SICHERE HAUS (DSH) an Eltern, schon früh und möglichst regelmäßig mit ihren Kindern schwimmen zu gehen. Außerdem sollten sie sich rechtzeitig nach Wartelisten für Nichtschwimmerkurse erkundigen, etwa bei den Schwimmmeistern und örtlichen Schwimmvereinen oder bei der DLRG. „Die Wartezeit beträgt oft bis zu zwei oder mehr Jahre“, so DSH-Geschäftsführerin Susanne Woelk. Manchmal sei es daher erforderlich, schon Dreijährige anzumelden, damit die Kinder dann im besten Lernalter fürs Schwimmen (fünf oder sechs Jahre) auch einen Kurs-Platz bekommen.

Kostenlose Rettungsschwimmkurse für Erzieher

Die DLRG OG Rösrath e. V. bietet in Zusammenarbeit mit NIVEA kostenlose Rettungsschwimmkurse für Erzieher/-innen im Rahmen des Projektes „Seepferdchen für alle“ an. Die mehrstufige Ausbildung befähigt zur Ausbildung von Kindern und zur Abnahme des „Seepferdchens“. Infos anfordern unter Leitung@Roesrath.DLRG.de

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