Sonderausstellungen in den Museen in Köln, Bonn und im Umland
Petra Schulte · 05.03.2026
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© JackF/Adobe Stock
Welche Museen auch für einen Besuch mit euren ganz Kleinen geeignet sind, haben wir für euch in der Übersicht Museum mit Baby zusammengetragen.
Wenn ihr bei eurem Museumsbesuch nicht auf frische Luft und freien Himmel verzichten wollt, lohnt sich ein Besuch in einem der Freilichtmuseen in der Nähe von Köln und Bonn.
Kurse, Workshops und Führungen der verschiedenen Museen findet ihr in unserem Veranstaltungskalender.
Wir wünschen viel Spaß beim Ausprobieren und Entdecken!
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Neue Ausstellungen in diesem Monat:
Vom 1. März bis 17. Mai 2026
Leopold-Hoesch-Museum
Hoesch Talents

Die Ausstellung präsentiert Arbeiten von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, die im Rahmen von Workshops und Kursen des vergangenen Jahres im Leopold-Hoesch-Museum und im Papiermuseum Düren entstanden sind. Darüber hinaus werden Projekte gezeigt, die in Zusammenarbeit mit Kindertagesstätten, Schulen sowie weiteren städtischen und regionalen Institutionen realisiert wurden. Die Ausstellung gibt Einblick in die vielfältigen Bildungs- und Vermittlungsangebote der beiden Häuser.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf einer textilen Installation der Werkstatt Club 125, einer Gruppe Erwachsener, die sich regelmäßig zum gemeinsamen künstlerischen Arbeiten trifft. Ausgangspunkt ist die Installation „Komm, wir gehen in die Wälder“ von Alice Creischer aus der Sammlung des Museums, in der ein Biberpelzmantel eine zentrale Rolle spielt. Die neue Arbeit greift Motive und Fragestellungen dieser Vorlage auf und entwickelt sie weiter.
Neun Jugendliche setzten sich im Sommer 2025 im Atelier des Papiermuseums gemeinsam mit dem Künstler Burkhard Mönnich mit dem Thema Sammeln auseinander. Unter dem Motto „Mensch, Tier und Co. … Alles Malerei!“ widmeten sie sich dem klassischen Sujet des Porträts. Inspiriert von der Ausstellung „ALLES SAMMLUNG“ brachten sie ihre eigenen Kuscheltiere mit ins Museum und setzten diese malerisch in Szene. Nach Skizzen, fotografischen Studien und intensiver Auseinandersetzung entstanden großformatige Gemälde, in denen unter anderem ein Gurkenmonster, eine Giraffe sowie Bär, Affe, Pferd, Frosch, Ente, Schaf und Fuchs ihren Platz fanden.
Leopold-Hoesch-Museum
Hoeschplatz 1
52349 Düren
Tel. 02421 – 25 25 61
Vom 1. März bis 24. Mai 2026
Leopold-Hoesch-Museum
Wilhelm Schürmann. Nachbarn

Die retrospektiv angelegte Werkschau präsentiert fotografische Arbeiten des in Berlin und Herzogenrath lebenden Künstlers Wilhelm Schürmann (*1946 in Dortmund). Die Ausstellung stellt frühe Werkphasen dem aktuellen Schaffen gegenüber und zeigt, wie sich sein Blick auf Nachbarschaften über Jahrzehnte hinweg entwickelt hat.
Zentral ist die zwischen 1979 und 1981 entstandene Serie „Steinhammerstraße“, in der Schürmann die Straße seiner Kindheit in Dortmund-Lütgendortmund dokumentiert. Straßenzüge, Hinterhöfe, Fassaden und Bewohner:innen erscheinen in einer Bildsprache, die persönliche Nähe mit einem an der klassischen Moderne geschulten fotografischen Blick verbindet. Anklänge an die Tradition der europäischen und amerikanischen Straßenfotografie sowie Bezüge zur Alltags- und Popkultur prägen diese Arbeiten.
Ergänzt wird die Präsentation durch frühe Schwarz-Weiß-Fotografien aus der belgischen Grenzregion und dem Köln der Nachkriegszeit. Mit dem Übergang zur Digitalfotografie erweitert Schürmann sein Werk um neue Serien aus der ländlichen Umgebung von Kohlscheid bei Herzogenrath und aus Berlin. Während die Fotografien aus Kohlscheid landschaftliche Veränderungen einer ehemaligen Steinkohleregion untersuchen, erscheinen urbane Szenen aus Berlin wie dynamische, sich ständig wandelnde Organismen.
Die Ausstellung zeichnet ein Bild von Orten, die Schürmann persönlich vertraut sind. Sie thematisiert Strukturwandel, Erinnerung und Urbanität und zeigt eine fotografische Haltung, die von Teilhabe und genauer Beobachtung geprägt ist.
Leopold-Hoesch-Museum
Hoeschplatz 1
52349 Düren
Tel. 02421 – 25 25 61
Das Erlebnismuseum für die ganze Familie
Das Deutsche Sport & Olympia Museum im Kölner Rheinauhafen präsentiert auf über 2.000 m² vielfältige Einblicke in die faszinierende Welt des Sports von der Antike bis zur Gegenwart. Begebt euch auf eine spannende und interaktive Zeitreise durch 2.500 Jahre Sportgeschichte - mit einzigartigen Exponaten und inspirierenden Themenräumen sowie zahlreichen Aktivstationen und Sportplätzen auf dem Dach. Weitere Infos auf www.sportmuseum.de.(Anzeige)
Vom . März bis 12. April 2026
Deutsches Sport- & Olympia Museum
In Schnee und Eis – Höher, schneller, kälter!

© Deutsches Sport- und Olympia Museum
Anlässlich der Olympischen und Paralympischen Winterspiele 2026 in Mailand und Cortina d’Ampezzo beleuchtet die Ausstellung prägende Momente der Winterspiele – von ihren Anfängen bis in die Gegenwart. Im Mittelpunkt stehen sportliche Höchstleistungen, technische Entwicklungen und gesellschaftliche Dimensionen, die weit über den Wettkampf hinausreichen.
Nach der ersten Präsentation im Januar und Februar wird die Ausstellung nun in erweiterter Form gezeigt. Pünktlich zum Beginn der Paralympischen Winterspiele am 6. März rückt sie zusätzlich die Geschichte und Bedeutung des Para-Sports auf Schnee und Eis in den Fokus. Damit würdigt sie die Leistungen von Athlet:innen mit Behinderung und zeigt, wie sich Disziplinen, Ausrüstung und mediale Wahrnehmung auch im paralympischen Kontext weiterentwickelt haben.
Fünf ausgewählte Austragungsorte verdeutlichen exemplarisch den historischen Wandel der Winterspiele: Chamonix 1924 als Geburtsstunde, Garmisch-Partenkirchen 1936 als Beispiel politischer Instrumentalisierung, Albertville 1992 als Zäsur nach dem Kalten Krieg sowie Lillehammer 1994, das den Winterspielen einen eigenen Turnus gab. Cortina d’Ampezzo verbindet historische und aktuelle Perspektiven.
Anhand von Objekten, Fotografien und Hintergrundgeschichten zeigt die Ausstellung, wie sich Wettkämpfe, Technik und Inszenierung verändert haben. Zugleich richtet sie den Blick in die Zukunft und thematisiert die Herausforderungen des Wintersports im Zeichen des Klimawandels sowie Fragen von Nachhaltigkeit und gesellschaftlicher Verantwortung.
Die Ausstellung ist auf einer neu gestalteten Fläche innerhalb der Dauerausstellung zu sehen, die künftig für wechselnde Präsentationen genutzt wird.
Deutsches Sport- & Olympia Museum
Im Zollhafen 1
50678 Köln
Tel. 0221 – 33 60 90
Vom 7. März bis 16. August 2026
Kunstmuseum Villa Zanders
Zeichenräume

Monika Bartholomé Berliner Zimmer, 2021, Tusche und Acryl auf Papier © VG Bild-Kunst, Bonn 2026, Foto: Claudia Busching
Die Ausstellung vereint Werke von neun internationalen Künstlerinnen, die die Zeichnung in den Raum erweitern und die Grenzen zwischen Fläche und Raum neu ausloten. Monika Bartholomé, Claudia Busching, Kati Gausmann, Betina Kuntzsch, Angela Lubič, Katja Pudor, Kamilla Szíj, Jolanta Wagner und Julia Ziegler entwickeln unterschiedliche Ansätze, um Zeichnung als räumlichen Prozess erfahrbar zu machen.
Zu sehen sind Arbeiten, die von klassischen Linien über raumgreifende Installationen bis hin zu digitalen Animationen reichen. Mal erscheint die Zeichnung als feine Spur auf der Wand, mal als Papierbahn im Raum oder als bewegtes Bild. Dabei wird sie nicht nur als Linie oder Fläche verstanden, sondern als Prozess, der Bewegung, Materialität und Licht einbezieht und den Ausstellungsraum aktiv mitgestaltet.
Die Ausstellung eröffnet einen Dialog zwischen künstlerischer Praxis und Publikum. Zeichnung wird als offenes, experimentelles Medium erfahrbar, das Intimität und Begegnung verbindet und neue Perspektiven auf Raum und Wahrnehmung ermöglicht.
Vom 12. März bis 9. August 2026
Kunstpalast Düsseldorf
Monet – Cézanne – Matisse. The Scharf Collection

Claude Monet, Waterloo Bridge, 1903, Öl auf Leinwand, 65 x 100 cm © The Scharf Collection, Foto: Ruland Photodesign
Erstmals wird die Scharf Collection präsentiert, eine deutsche Privatsammlung mit Schwerpunkt auf französischer Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts sowie zeitgenössischer internationaler Kunst. Die Sammlung führt in vierter Generation einen Zweig der bedeutenden Berliner Sammlung Otto Gerstenberg weiter und spannt einen Bogen von den Anfängen der Moderne bis in die Gegenwart.
Nach schweren Kriegsverlusten gelang es Margarethe Scharf, Tochter von Otto Gerstenberg, einen Großteil der Sammlung zu bewahren und an ihre Söhne Walther und Dieter Scharf weiterzugeben. In der folgenden Generation knüpften Walther Scharf, seine Frau Eve und ihr Sohn René an den Fokus auf französische Kunst an und erweiterten die Sammlung um zentrale Werke der klassischen Moderne, darunter Arbeiten von Claude Monet, Paul Cézanne, Pierre Bonnard, Henri Matisse und Pablo Picasso.
Heute öffnen René Scharf und seine Frau Christiane Scharf die Sammlung verstärkt für zeitgenössische internationale Positionen. Werke unter anderem von Sam Francis, Daniel Richter und Katharina Grosse ergänzen den historischen Bestand. Ein besonderes Interesse gilt dabei den Grenzen des Mediums Malerei sowie dem Spannungsfeld zwischen gegenständlichen und abstrakten Bildwelten. So wird die familiäre Sammlungstradition fortgeschrieben und zugleich in einen aktuellen kunsthistorischen Kontext gestellt.
Vom 13. März bis 9. August 2026
Bundeskunsthalle Bonn
Amazônia. Indigene Welten

Paulo Desana, Die Geister der Verwandlung, Pamürɨmasa 6, 2022 © Paulo Desana
Amazonien gilt als zugleich vertraut und fremd. Seit Jahrhunderten prägen europäische Vorstellungen das Bild der Region als unberührter Urwald mit zeitentrückt lebenden Gemeinschaften. Die Ausstellung hinterfragt diese vereinfachenden Perspektiven und rückt stattdessen die Sichtweisen indigener Gesellschaften in den Mittelpunkt.
Amazônia wird als vielschichtiger, lebendiger Kulturraum vorgestellt, in dem soziale, ökologische und politische Dynamiken aufeinandertreffen. Die Ausstellung begreift die Region nicht nur als Naturraum, sondern als komplexes Geflecht aus Beziehungen zwischen menschlichen und nicht-menschlichen Akteur:innen, zwischen Tradition und Gegenwart sowie zwischen lokalen und globalen Herausforderungen.
Indem sie indigene Perspektiven sichtbar macht, eröffnet die Ausstellung neue Zugänge zu Fragen von Gemeinschaft, Umwelt und Zusammenleben. Sie lädt dazu ein, gewohnte Denkmuster zu hinterfragen und die kulturelle und gesellschaftliche Vielfalt Amazoniens in ihrer Dynamik wahrzunehmen.
Vom 13. März bis 12. Juli 2026
Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur
Lebensräume – Zeitgenössische Perspektiven aus NRW

Frank Dömer: Hansaring, 2004 © Frank Dömer
Ausgehend von Orten und Regionen in Nordrhein-Westfalen widmet sich die Ausstellung in 14 künstlerischen Positionen zentralen Fragen der Gegenwart. In unterschiedlichen Lebens- und Erfahrungsräumen werden gesellschaftliche, räumliche und persönliche Perspektiven sichtbar gemacht.
Gezeigt werden fotografische Serien in Farbe und Schwarz-Weiß sowie filmische Arbeiten. Porträts reflektieren die gesellschaftliche Vielfalt, während urbane und ländliche Strukturen in ihrer oft überraschenden Gestaltung untersucht werden. Subjektive Alltagswelten treten ebenso in den Blick wie die Beziehung des Menschen zu seinem Lebensraum, sowohl im privaten als auch im öffentlichen Kontext.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der industriellen Geschichte Nordrhein-Westfalens, deren Spuren die Landschaft bis heute prägen. Am Beispiel des Tagebaus werden Auswirkungen auf Umwelt, Gesellschaft und Zukunft thematisiert. Die präsentierten Werke entstanden überwiegend seit den 1990er-Jahren, die jüngsten Arbeiten datieren aus den Jahren 2023 und 2024. Vereint sind Künstler:innen unterschiedlicher Generationen und Herkunftsländer, die eine serielle, dokumentarische Herangehensweise verbindet.
An der Ausstellung beteiligt sind Almourad Aldeeb, Paul Avis, Boris Becker, Frank Dömer, Ermine Ercihan, Kathrin Esser, Claudia Fährenkemper, Katharina Kemme, Alexander Lackmann, Jeffrey Ladd, Melanie Lehmancher, Gregor Schneider, Gerhard Winkler und Philipp Zietmann.
Vom 14. März bis 2. August 2026
Museum Ludwig
Yayoi Kusama

© Yayoi Kusama bei der Arbeit an My Eternal Soul (2009–2021), 2017© YAYOI KUSAMA
Im Jubiläumsjahr zeigt das Museum Ludwig eine umfassende Überblicksausstellung der japanischen Künstlerin Yayoi Kusama. International bekannt wurde sie vor allem durch ihre begehbaren Spiegelräume und die charakteristischen Polka-Dots, die zu einem Markenzeichen ihres Werks geworden sind. Die Ausstellung bietet einen Einblick in mehr als siebzig Jahre künstlerischen Schaffens und knüpft zugleich an die Geschichte des Hauses an: Bereits in der großen Schenkung von Peter und Irene Ludwig zur Gründung des Museums im Jahr 1976 war ein Werk Kusamas enthalten.
Neben ikonischen Arbeiten präsentiert die Ausstellung auch Werke, die in Europa bislang nicht zu sehen waren. Ein besonderer Höhepunkt ist ein neuer Infinity Mirror Room, den Kusama eigens für das Museum Ludwig einrichtet. Ergänzt wird die Schau durch großformatige Installationen, darunter Kusamas frühe Arbeit Aggregation: One Thousand Boats Show aus dem Jahr 1963, das Environment I’m Here but Nothing (2000 bis heute) sowie farbig bemalte Bronze-Skulpturen der Serie Flowers, die auf der Dachterrasse des Museums installiert werden.
Yayoi Kusama wurde 1929 in Matsumoto geboren und zog 1957 in die USA, wo sie Teil der New Yorker Kunstszene der 1960er Jahre wurde. Nach ihrer Rückkehr nach Japan entwickelte sie ihre Bildsprache der sich wiederholenden Muster zu einem unverwechselbaren Werk weiter. In ihrer Kunst thematisiert sie existenzielle Fragen wie Tod und Schmerz, Krankheit und innere Seelenzustände, Krieg und Liebe. Ihre Arbeiten sind eng mit ihrer Biografie verbunden und verstehen sich als Spiegel des eigenen Seins ebenso wie als Botschaften an die Außenwelt. Zentral ist dabei die Vorstellung eines fortwährenden Kreislaufs von Erneuerung und Unendlichkeit, die Besucher:innen in ihrer visionären Bildwelt erfahren können.
Vom 20. März bis 30. Dezember 2026
Gasometer Oberhausen
Mythos Wald

Die Ausstellung Mythos Wald im Gasometer Oberhausen widmet sich der Vielfalt und Faszination unserer Wälder – von den Regenwäldern Brasiliens über den Kongo bis nach Europa. Sie zeigt Tier- und Pflanzenwelten ebenso wie das Leben indigener Völker und macht auf die Bedrohung des globalen Ökosystems durch Rodung und Klimawandel aufmerksam.
Neben preisgekrönten Naturaufnahmen, Filmsequenzen und Original-Exponaten bietet die Schau eindrucksvolle Highlights wie die Klang- und Lichtinstallation Global Sunrise von Oceans21 – eine Reise durch erwachende Wälder auf fünf Kontinenten, inszeniert von Naturklangexperte Chris Watson und internationalen Medienkünstler:innen. Mit Der Baum, einer 40 Meter hohen Installation von Ars Electronica Solutions, entsteht zudem ein begehbares Gesamtkunstwerk, das einen symbolischen Blick vom Wurzelwerk bis in die Baumkrone erlaubt.
Vom 22. März bis 30. August 2026
Von der Heydt-Museum Wuppertal
Carl Grossberg. Sachlich – magisch – visionär

Carl Grossberg, Köln, Hauptbahnhofvorplatz 1927, Merrill C. Berman Collection, Rye, New York
Die Ausstellung widmet sich der Wiederentdeckung eines herausragenden Malers der Neuen Sachlichkeit: Carl Grossberg (1894–1940). In einem Werk, das in nur knapp zwei Jahrzehnten entstand, setzte sich Grossberg intensiv mit Architektur und Industrie auseinander. Seine Malerei ist geprägt von formaler Klarheit und Strenge und Ausdruck eines neuen, an der Fotografie orientierten Sehens, das den technischen Fortschritt im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts widerspiegelt.
Die reduzierten Kompositionen laden dazu ein, den industriellen Fortschritt und seine Auswirkungen auf den Menschen kritisch zu hinterfragen. Als erste Retrospektive seit mehr als 30 Jahren betrachtet die Ausstellung Grossbergs Schaffen umfassend neu und präsentiert auch bislang unbekannte Arbeiten. Dabei wird deutlich, wie aktuell seine Werke bis heute sind, sowohl in künstlerischer als auch in gesellschaftlicher Hinsicht.
Besondere Aufmerksamkeit gilt den vieldeutig lesbaren sogenannten Traumbildern, die in der Kunst der 1920er und 1930er Jahre eine Sonderstellung einnehmen. In ihnen beschwört Grossberg die Magie der Dinge und macht die Komplexität der modernen Welt sowie ihre inneren Widersprüche sichtbar. Parallelen zur Gegenwart ergeben sich durch den aktuellen Strukturwandel und seine noch offenen gesellschaftlichen Folgen.
Grossbergs Motivwahl und die Nüchternheit seiner Malerei stehen in engem Zusammenhang mit der zeitgenössischen Fotografie. Zugleich wirkten seine Arbeiten inspirierend auf nachfolgende Generationen von Fotograf:innen. Beispielhaft ausgewählte Positionen von August Sander über Bernd und Hilla Becher bis hin zu Thomas Ruff verdeutlichen diese Verbindung.
Vom 28. März 2026 bis 6. Januar 2027
Deutsches Fußballmuseum Dortmund
SUPERHEROES – Jamal Musiala. Florian Wirtz. The Immersive Experience
Die Ausstellung widmet sich den Nationalspielern Jamal Musiala und Florian Wirtz und erzählt ihre sportlichen Wege in einem multimedialen Ausstellungsformat. Erstmals präsentiert das Deutsche Fußballmuseum zwei aktive Spieler in einer eigenen groß angelegten Schau, die in engem Austausch mit den Protagonisten entstanden ist.
Auf rund 1.000 Quadratmetern entfaltet sich eine immersive Inszenierung mit Mehrfachprojektionen, hochauflösendem Filmmaterial, Fotografien, Comic-Elementen, Animationen und ausgewählten Exponaten. Bild, Klang und Raum verbinden sich zu einer vielschichtigen Darstellung, die die Entwicklung der beiden Spieler, ihre Spielweise und ihre Bedeutung für den aktuellen Fußballkontext beleuchtet. Die Ausstellung bewegt sich dabei an der Schnittstelle von digitaler und analoger Präsentation.
Ergänzend wird die Galerieausstellung Lebe deinen Traum! Die Geschichte von Jamal Musiala und Florian Wirtz gezeigt. Sie ist als begehbare Graphic Novel konzipiert und zeichnet den Weg der beiden von den Anfängen bis in mögliche Zukunftsperspektiven nach.
Vom 29. März bis 6. September 2026
Arp Museum Bahnhof Rolandseck
Wirklich?! Kunst und Realität 1400 bis 1900

Jan van Kessel d. Ä. (zugeschrieben), Tableau mit Insekten, um 1660 © Arp Museum Bahnhof Rolandseck/Sammlung Rau für UNICEF, Foto: Mick Vincenz
Wie verlässlich sind Bilder? Während in Zeiten von Künstlicher Intelligenz und digitalen Manipulationen das Vertrauen in visuelle Darstellungen zunehmend hinterfragt wird, erscheinen historische Gemälde und Skulpturen oft als selbstverständlich wahrhaftig. Die Ausstellung untersucht, wie sich Vorstellungen von Wirklichkeit zwischen 1400 und 1900 wandelten und wie jede Epoche ihre eigene Form von „Wahrheit“ ins Bild setzte.
In der mittelalterlichen Kunst steht häufig die Figur im Mittelpunkt. Mimik und Gestik vermitteln das Göttliche und machen spirituelle Nähe erfahrbar, etwa in der zarten Körperlichkeit einer Maria mit dem Kind aus Elfenbein um 1300. Im 16. und 17. Jahrhundert treten scheinbar realistische Genreszenen und Stillleben in den Vordergrund. Hinter ihrer detailreichen Darstellung verbirgt sich jedoch oftmals eine symbolische Bedeutung, die entschlüsselt werden will.
Mit dem Realismus des 19. Jahrhunderts verändert sich der Blick erneut. Fotografie und Malerei treten in einen Wettbewerb um Authentizität. Zwischen Andacht und Alltäglichkeit, Ideal und genauer Beobachtung zeichnet die Ausstellung nach, wie sich das Verständnis von Realität über Jahrhunderte hinweg entwickelte.
Arp Museum Bahnhof Rolandseck
Hans-Arp-Allee 1
53424 Remagen
Tel. 02228 - 92 55-0
Aktuelle Ausstellungen:
Kunst, Geschichte, Umwelt und Gesellschaft. Sonderausstellungen setzen sich auf unterschiedliche Art und Weise mit verschiedenen Phänomenen auseinander. Einige Museen bieten zusätzlich ein Kinderprogramm an, bei dem die Ausstellungsstücke auch den kleinsten Besucher:innen verständlich erklärt werden. Informationen dazu findet ihr auf den Internetseiten.
Noch bis 8. März 2026
Bundeskunsthalle Bonn
Starke Pänz – Vom Schatten zum Licht

Kunstwerk einer Ferienaktion, Saskia Niehaus/Caritas/Diakonie
Im Rahmen der bundesweiten COA-Aktionswoche für Kinder aus suchtbelasteten Familien werden im Salon der Bundeskunsthalle Kunstwerke von Kindern und Jugendlichen präsentiert. Die Arbeiten entstanden im sozialpädagogischen Gruppenangebot „Starke Pänz“ der Fachstelle für Suchtprävention update von Caritas und Diakonie in Zusammenarbeit mit der Kölner Künstlerin Saskia Niehaus.
Die Ausstellung gibt jungen Menschen aus suchtbelasteten Familien Raum für Ausdruck und Sichtbarkeit. Ihre Bilder erzählen von Erfahrungen, Gefühlen und Hoffnungen und machen Lebensrealitäten sichtbar, die im gesellschaftlichen Alltag häufig übersehen werden.
Die Präsentation ist Teil der COA-Aktionswoche, die bundesweit auf die Situation von mehr als 2,6 Millionen betroffenen Kindern und Jugendlichen aufmerksam macht.
Arp Museum Bahnhof Rolandseck
Seelenlandschaften. James Ensor – Claude Monet – Léon Spilliaert

Claude Monet, Häuser im Schnee in Norwegen, 1895 © Arp Museum Bahnhof Rolandseck Sammlung Rau für UNICEF, Foto: Peter Schälchli, Zürich
Mit „Seelenlandschaften“ öffnet das Arp Museum ein Fenster zur belgischen Kunst um 1900 und zeigt 28 Meisterwerke aus der renommierten Sammlung The Phoebus Foundation, ergänzt durch 27 Werke aus der Sammlung Rau für UNICEF. Im Mittelpunkt stehen impressionistische, symbolistische und fauvistische Positionen von Künstlern wie James Ensor, Léon Spilliaert, Théo Van Rysselberghe und George Minne, die in engem Austausch mit französischen Kollegen wie Claude Monet, Paul Signac und Maurice Denis standen.
Die Ausstellung macht die künstlerische Wechselwirkung zwischen Brüssel und Paris erlebbar und wirft einen Blick auf die Suche nach einem neuen Existenzialismus. In ausdrucksstarken Bildern und Skulpturen spiegeln sich sowohl die Lichtwelten des Impressionismus als auch die seelischen Tiefenschichten eines fin de siècle, das zwischen Aufbruch und Abgrund oszilliert.
Noch bis 15. März 2026
August Macke Haus
August Macke & Friends – Stimmen zur Sammlung

August Macke Wirtshausgarten, 1907, Öl und Kohle auf Papier, Dauerleihgabe aus Privatbesitz, Museum August Macke Haus
Mit der Ausstellung „August Macke & Friends – Stimmen zur Sammlung“ rückt das Museum August Macke Haus seine eigene Sammlung in den Fokus. Gezeigt werden rund 70 Werke aus dem Bestand – darunter Gemälde, Zeichnungen, Druckgrafiken, Skulpturen und kunsthandwerkliche Arbeiten. Neben August Macke sind auch Künstlerinnen und Künstler wie Max Beckmann, Fifi Kreutzer, Gabriele Münter, Paul Adolf Seehaus, Hans Thuar und Marta Worringer vertreten.
Die Besonderheit: Die Ausstellung verbindet die Kunstwerke mit persönlichen Stimmen aus Bonn – von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, aus Kultur, Gesellschaft und dem Umfeld des Museums. Ihre Gedanken, Assoziationen und Erlebnisse eröffnen neue Perspektiven auf die Werke. Auch Besucherinnen und Besucher sind eingeladen, sich mit eigenen Statements einzubringen und so Teil der Ausstellung zu werden. So entsteht ein vielschichtiger, lebendiger Dialog zwischen Kunst, Geschichte und Gegenwart und ein neuer Blick auf die Sammlung des Museums.
Noch bis 15. März 2026
Kölnisches Stadtmuseum im LVR-Landeshaus Köln-Deutz
Gemütlichkeit und Moderne – Köln 1918–1926

© C. Ehrchen
Die Tafelausstellung zeigt, wie sich Köln in den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg verändert. Das Rheinland befindet sich unter französischer, belgischer und britischer Besatzung, gleichzeitig bereiten „Jahrtausendfeiern“ im Jahr 1925 den Boden für eine Rückbesinnung auf vermeintlich alte Traditionen. Köln erlebt einen starken Spannungsbogen zwischen Aufbruch und Vertrautem: vom Kriegsende über die britische Besatzung und das Leben in der Stadtgesellschaft bis hin zu Freizeit, Kultur und Kunst.
Nach dem Abzug der Briten entsteht am Butzweilerhof ein neues Luftverkehrszentrum, das „Luftkreuz des Westens“. Ein Foto von Konrad Adenauer im Cockpit eines Flugzeugs steht dabei sinnbildlich für den Modernisierungsschub. Trotz sozialer und politischer Herausforderungen erscheint in den frühen Jahren der Weimarer Republik vieles möglich, und das Scheitern der jungen Demokratie scheint noch nicht unausweichlich.
Die Ausstellung ist im LVR-Landeshaus Köln-Deutz, Kennedy-Ufer 2, 50679 Köln, zu sehen.
Minoritenstr. 13
50667 Köln
Tel. 0221 - 221-223 98
Noch bis 15. März 2026
Käthe Kollwitz Museum
Kollwitz neu sehen – Die Sonderausstellung zur Wiedereröffnung
Käthe Kollwitz, 1867–1945, Lise, die Schwester der Künstlerin, im Bett, um 1890, Feder und Pinsel in schwarzer Tusche, laviert, auf festem, cremefarbenem Velin, 159 x 330 mm, NT 21, Käthe Kollwitz Museum Köln
Nach rund drei Jahren Sanierung öffnet das Käthe Kollwitz Museum Köln wieder seine Türen – pünktlich zum 80. Todestag der Künstlerin und zum 40-jährigen Bestehen des Hauses. Die Ausstellung „Kollwitz neu sehen“ zeigt eine neue Auswahl von Zeichnungen, Druckgrafiken und Plastiken aus der Sammlung sowie etwa 20 Neuerwerbungen und 10 neue Dauerleihgaben – darunter selten gezeigte Arbeiten wie ein farbiges Pastell-Selbstbildnis von 1893/94 oder ein Porträt der Cousine Else Rupp von 1890. Die Hängung bringt Werke in neue Konstellationen und eröffnet überraschende Perspektiven auf Themen, die Käthe Kollwitz zeitlebens beschäftigten: soziale Ungleichheit, politische Umbrüche, Geschlechterrollen und das Leben von Frauen in schwierigen Zeiten.
Ergänzt wird die Präsentation durch neue Vermittlungsangebote: Ein Multimedia-Guide liefert Informationen in Text, Ton und Bild. Interaktive Module – darunter ein Virtuelles Atelier, Stationen zu Drucktechniken und eine neu eingerichtete Museumswerkstatt mit historischer Lithopresse – laden Besucher:innen ein, sich Leben und Werk der Künstlerin kreativ und individuell zu erschließen. Mit der Wiedereröffnung wechselt das Museum seine Adresse: Aus der Neumarkt Passage wird das Kollwitz Forum – ein klares Zeichen für die anhaltende Relevanz von Käthe Kollwitz’ Werk.
Noch bis 15. März 2026
Rautenstrauch-Joest-Museum
Sebastião Salgado: AMAZÔNIA – Photographs by Sebastião Salgado

Kampa do Rio Amônea Indigenous Territory, state of Acre, Brazil, 2016 © Sebastião Salgado
Mit über 2,5 Millionen Besucher:innen weltweit zählt AMAZÔNIA – Photographs by Sebastião Salgado zu den erfolgreichsten Ausstellungen des brasilianischen Starfotografen. Nun feiert sie ihre Deutschlandpremiere im Rautenstrauch-Joest-Museum Köln. Rund 200 eindrucksvolle Schwarzweißfotografien zeigen die atemberaubende Vielfalt des Amazonasgebiets – des größten Regenwalds der Erde – sowie die Lebenswelten der indigenen Bevölkerungen, die dieses fragile Ökosystem seit Jahrhunderten bewahren. Ergänzt wird die Schau durch Interviews mit indigenen Anführer:innen, die von ihrer Weltanschauung, ihrem Wissen und ihrer Bedrohung durch Umweltzerstörung berichten.
Eine immersive Klanginstallation, eigens komponiert vom französischen Musiker Jean-Michel Jarre, begleitet die Ausstellung. Entstanden ist das Projekt über sieben Jahre, in denen Sebastião Salgado das Amazonasgebiet intensiv bereiste.
Ziel der Ausstellung ist es, auf die Bedrohung dieses einzigartigen Lebensraums durch Abholzung, Ausbeutung und Klimawandel aufmerksam zu machen – und auf die Rolle der indigenen Gemeinschaften als Hüter:innen von Biodiversität und kultureller Vielfalt. Kuratiert wurde AMAZÔNIA von Lélia Wanick Salgado, Salgados Ehefrau und langjähriger Weggefährtin. Begleitet wird die Ausstellung von einem vielfältigen Programm mit Klimaaktivistinnen, Künstlerinnen, Wissenschaftler:innen und Community-Initiativen. Der zentrale Open Space im Museum lädt zum Austausch und zur Vernetzung ein.
Noch bis 15. März 2026
Wallraf-Richartz-Museum
Expedition Zeichnung – Niederländische Meister unter der Lupe

Lambert Doomer, Der Rhein bei Mülheim mit Blick auf Köln, um 1663, Graphit auf Vergépapier, Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud, Köln, Graphische Sammlung, © Foto: Thomas Klinke, Wallraf-Richartz-Museum
Wie unterscheidet man Original und Kopie? Welche Geheimnisse bergen Jahrhunderte alte Zeichnungen? Die Ausstellung „Expedition Zeichnung“ zeigt erstmals die Ergebnisse eines großangelegten Forschungsprojekts zu rund 850 niederländischen Meisterzeichnungen des 15. bis 18. Jahrhunderts. Anhand von 90 ausgewählten Werken – darunter Rembrandt, Rubens und Goltzius – taucht das Publikum in die Welt der Zeichenkunst ein und verfolgt den detektivischen Blick der Forschung. Ergänzt wird die Schau durch Werkzeuge, Methoden und Anekdoten aus dem Forschungslabor.
Noch bis 15. März 2026
Haus der Natur Bonn
Holz macht Sachen! Holz, Baum, Wald und Du?

© Oliver Heinl, Burgmuseum Abenberg
Die Sonderausstellung „Holz macht Sachen! Holz, Baum, Wald und Du?“ gastiert bis März 2026 im Haus der Natur Bonn und stellt die Verbindung zwischen Mensch und Natur in den Fokus. Insbesondere geht es, wie der Name schon verrät, um den Rohstoff Holz. Das Projekt umfasst eine Stamm- und eine kleinere Zweigausstellung – sowie pädagogische Vermittlungsangebote zum Thema Holz und hat es sich zum Ziel gesetzt, Nachhaltigkeitsthemen zu vermitteln und das Umweltbewusstsein zu stärken.
Dabei wandert die Ausstellung nicht nur von Ort zu Ort, sondern wächst dabei auch kontinuierlich weiter. Wie ein Baum, der neue Äste bildet. Neue Exponate aus verschiedenen Institutionen, aber auch aus der Bevölkerung kommen stetig hinzu – jede:r ist eingeladen, teilzunehmen und die Ausstellung zu besuchen.
Noch bis 15. März 2026
LVR-Freilichtmuseum Kommern
Grässliche Glückseligkeit. Faszination Kitsch

Käseglocke - Objekt der neuen Ausstellung, Foto: Matthias Fieder/LVR
Warum begeistert Kitsch ebenso wie abstößt. Besucher:innen können m Pavillon III auf etwa 400 Quadratmetern Ausstellungsfläche in die Welt des Kitsches eintauchen. Der Kitsch-Begriff wurde in den 1870er-Jahren erstmals schriftlich erwähnt und stammt aus dem Milieu des Münchener Kunsthandels. „Kitsch“ bezeichnete minderwertige Kunst, die als Abklatsch höherwertiger Kunstwerke auf der Straße verkauft wurde. Seitdem hat sich der Kitsch-Begriff weiterentwickelt und wird für die unterschiedlichsten Objekte, Situationen und Erlebnisse gebraucht. Da Kitsch subjektiv wahrgenommen wird, existiert keine einheitliche und klar abgrenzbare Definition. Heute meint Kitsch oft abwertend etwas, das einem massentauglichen Geschmack entspricht, ohne selbst originell oder anspruchsvoll zu sein. Die Ausstellung zeigt in elf Sektionen, wo Kitsch im Alltag erlebbar ist. Von schnulzigen Schlagern über Liebesschlösser an der Hohenzollernbrücke bis hin zur schillernd blumigen Käseglocke. Beim Durchlaufen der üppigen Kitschwelt lädt die Ausstellung dazu ein, dem eigenen Verständnis von Kitsch nachzugehen und es zu ergründen.
LVR-Freilichtmuseum Kommern
Auf dem Kahlenbusch
53894 Kommern
Tel. 02443 - 998 00
Noch bis 19. März 2026
Phoenix des Lumières
Der Kleine Prinz – Ein immersives Märchen

© Culturespaces / Falko Wübbecke
Pünktlich zur Weihnachtszeit lädt Phoenix des Lumières zu einer zauberhaften Reise ein: In der neuen immersiven Show wird der weltbekannte Klassiker Der Kleine Prinz mit Licht, Klang und Bewegung lebendig. Besucher:innen begleiten den kleinen Prinzen auf seiner Reise durch das All, treffen auf poetische Figuren wie die Rose oder den Laternenanzünder – und tauchen tief ein in die symbolstarke Bilderwelt Antoine de Saint Exupérys.
Originalillustrationen verschmelzen mit modernen Animationen, die berühmten Zitate werden eindrucksvoll in Szene gesetzt. Musik und Erzählerstimmen verstärken das emotionale Erlebnis in der monumentalen Atmosphäre der Phoenixhalle. Die Show richtet sich an große und kleine Zuschauer:innen und läuft täglich ab 13 Uhr – im Wechsel mit der Vormittagsprojektion Monet – Meister des Impressionismus.
Noch bis 22. März 2026
Kölnisches Stadtmuseum Open Space
Köln an einem Wintertag … Ein Wintererlebnis für die ganze Familie

Schlittschuhlaufen auf den zugefrorenen Vorflutwiesen in Köln Poll vor der Südbrücke, Köln, 1920er-Jahre © Kölner Fotoarchiv, Sammlung Wolfgang Vollmer
Wie fühlte sich der Winter früher in Köln an? Die interaktive Ausstellung im OPEN SPACE lädt Familien ein, in frostige Zeiten einzutauchen: mit zugefrorenem Rhein, Eisgang, Kohlenklau und warmen Festen. Mitmachstationen wie Tisch-Eis-Curling, Plätzchenduft, Schneekugel-Sturm oder Wärmflasche-Schrauben machen den Museumsbesuch zum sinnlichen Erlebnis. Führungen, Konzerte und Workshops sorgen für winterliche Stimmung mitten in der Stadt.
Noch bis 22. März 2026
Museum Ludwig
Smile! Wie das Lächeln in die Fotografie kam
© Fotograf:in unbekannt, Agfa Werbeaufnahme, um 1965, Farbfotografie, Museum Ludwig, Agfa Werbearchiv
Warum blicken Menschen auf alten Porträtfotos so ernst – und warum lächeln wir heute ganz selbstverständlich in die Kamera? Die Ausstellung Smile! im Museum Ludwig widmet sich der Geschichte unseres „Fotografiergesichts“ und zeigt anhand anonymer und künstlerischer Porträts vom 19. bis zum 21. Jahrhundert, wie sich Mimik und Bildkonventionen über die Jahrzehnte gewandelt haben.
Früher verlangte die Technik lange Belichtungszeiten und absolute Bewegungslosigkeit. Ein freier Ausdruck war kaum möglich – und auch gesellschaftlich nicht unbedingt erwünscht. Lächeln galt als zu privat oder unangemessen für repräsentative Bilder. Erst mit dem Stummfilm, der Werbung und der zunehmenden Verbreitung von Fotografie im Alltag zog das Lächeln langsam in die Porträts ein. Es wurde zum Zeichen von Glück, Nähe und Spontaneität – und zu einem Idealbild, das immer wieder neu definiert wird.
Doch auch das Lächeln ist kein neutrales Zeichen: Es folgt Normen, Konventionen und Rollenbildern. Wer lächelt, wann, wie viel – und ob überhaupt –, ist eine Frage von Kontext, Zeitgeist, Technik und gesellschaftlichem Wandel. Die Präsentation im Fotoraum des Museums erzählt die visuelle Geschichte dieses Wandels – von der starren Pose des 19. Jahrhunderts bis zu Smizing, Duckface und Selfie-Mimik heute.
Noch bis 22. März 2026
Kunstpalast Düsseldorf
Die geheime Macht der Düfte

Foto © Melanie Zanin
Was wir riechen, beeinflusst, was wir fühlen, erinnern und wie wir handeln. Die Ausstellung Die geheime Macht der Düfte macht die kulturelle Bedeutung von Gerüchen und Parfums sinnlich erfahrbar. Besucher:innen sind eingeladen, an rund 30 Duftstationen durch über tausend Jahre Kunst- und Kulturgeschichte zu reisen.
Die Schau zeigt, wie Düfte seit Jahrhunderten bewusst eingesetzt werden – in Religion, höfischer Repräsentation oder der modernen Markenwelt. Dabei spannt sich der Bogen von natürlichen Essenzen über tierische Duftstoffe bis hin zu synthetischen Molekülen. Eine sinnliche Entdeckungstour, die nicht nur die Nase anspricht, sondern auch unsere Wahrnehmung schärft.
Noch bis 22. März 2026
Kunstpalast Düsseldorf
Das fünfte Element. Werke aus der Sammlung Kemp

Ursula Schultze-Bluhm, Lido, 1963, Stiftung Sammlung Kemp, Kunstpalast Düsseldorf, Foto: Kunstpalast – LVR-ZMB – Annette Hiller
Was ist die Welt – und woraus besteht sie? Die Ausstellung Das fünfte Element nimmt die klassische Lehre von Erde, Feuer, Wasser und Luft zum Ausgangspunkt und erweitert sie um ein verbindendes, visionäres Prinzip: das fünfte Element.
Rund 70 Werke von Künstler:innen des 20. und 21. Jahrhunderts – darunter Hede Bühl, Heinz Mack, Otto Piene und David Rabinowitch – greifen dieses zeitlose Themenfeld auf. Mit ungewöhnlichen Materialien, physikalischen Prozessen und experimentellen Techniken eröffnen sie neue Perspektiven auf das Zusammenspiel von Natur, Kunst und Wissenschaft.
Im Zentrum der Schau stehen nicht nur die Elemente selbst, sondern auch ihre symbolische Kraft als Brücke zwischen natürlichen und vom Menschen geschaffenen Welten. Ergänzt durch Positionen aus dem Bestand des Kunstpalasts lädt die Ausstellung dazu ein, die Welt in ihren grundlegenden Verbindungen neu zu entdecken.
Noch bis 22. März 2026
LVR Landesmuseum Bonn
Archäologie im Rheinland

Glasgefäße aus einem römischen Brandgrab des 3. Jahrhunderts aus Kerpen-Manheim-Alt, Rhein-Erft-Kreis © LVR-Landesmuseum Bonn, Foto: Jürgen Vogel
Fast 400 Millionen Jahre alte Riffbewohner, luxuriöse römische Glaskunst, die liebevolle Bestattung des Knaben Neutus und außergewöhnliche Farbphänomene geben Einblick in die Vielfalt archäologischer Forschung im Rheinland. Die Ausstellung präsentiert aktuelle Funde und erste Forschungsergebnisse aus der archäologischen und paläontologischen Arbeit des LVR-Amts für Bodendenkmalpflege im Rheinland.
Als Jahresrückblick angelegt, führt die Schau durch die Geschichte des Rheinlandes von der Erdgeschichte bis in die Moderne. Gezeigt wird ein breites Spektrum an Objekten, die das reiche kulturelle Erbe sichtbar machen, das sich buchstäblich unter unseren Füßen verbirgt. Die Ausstellung veranschaulicht, wie neue Entdeckungen bekannte historische Bilder ergänzen, erweitern oder neu bewerten.
Entstanden ist die Ausstellung in enger Zusammenarbeit mit zahlreichen Museen, Forschungseinrichtungen und archäologischen Partnern. Sie ist ein Gemeinschaftsprojekt des LVR-Amts für Bodendenkmalpflege im Rheinland und des LVR-Landesmuseums Bonn und bietet einen umfassenden Überblick über die aktuelle Archäologie im Rheinland.
Noch bis Frühjahr 2026
Haus der Geschichte
Skater & Rollbrettfahrer vor und nach der Deutschen Einheit

Skater auf dem Alexanderplatz, Ostberlin 1982 © Foto: Harald Schmitt
Skateboarding ist mehr als ein Sport – es ist eine Lebenseinstellung, die Risiko, Rebellion und Lässigkeit vereint. Seit den 1980er-Jahren prägt es die Jugendkulturen sowohl in der Bundesrepublik als auch in der DDR. Während Skater in beiden deutschen Staaten zunächst auf Skepsis stoßen, müssen „Rollbrettfahrer“ in der DDR zudem improvisieren, da es kaum professionelle Ausrüstung gibt. Lange Zeit ist die Szene überwiegend männlich geprägt, was sich auch in der medialen Darstellung widerspiegelt.
Die Ausstellung präsentiert Fotografien von Helge Tscharn, Thomas Kalak und Harald Schmitt, die in den 1980er- und 1990er-Jahren das Skateboarding in Deutschland dokumentierten. Ihre Bilder fangen nicht nur spektakuläre Tricks ein, sondern auch die urbane Umgebung und die Reaktionen der Zuschauer:innen. Der Fotograf und Skater Helge Tscharn dokumentiert die Szene europaweit und ist seit 1982 für das Monster Skateboard Magazin tätig. Thomas Kalak, Mitbegründer des Magazins und ehemaliger Profi-Skater, zeigt in seinen Bildern, wie Skater Städte auf kreative Weise für sich erobern – Denkmäler, leerstehende Gebäude und historische Monumente werden zur Bühne ihrer Tricks. Harald Schmitt, Fotograf des Stern, hält die jugendliche Skater-Szene in Ost-Berlin fest.
Neben den Fotografien gibt die Ausstellung Einblick in die Materialkultur des Skateboardings. Gezeigt wird ein selbstgebautes Skateboard, das die Kreativität ostdeutscher Skater widerspiegelt – eine Nachbildung des einzigen in der DDR produzierten Boards, das wegen seiner schlechten Qualität in der Szene umstritten war. Zudem ist ein Board des Düsseldorfer Skateboard-Pioniers Donald Campbell zu sehen, mit dem er ab 1984 zahlreiche Skateparks bereiste.
Haus der Geschichte Bonn
Willy-Brandt-Allee 14
53113 Bonn
Tel. 0228 – 91 65-0
Noch bis 5. April 2026
Papiermuseum Düren
Alles Sammlung – Alles Papier Teil II

Jirí Kolář, Schmetterlinge (1969), Collage aus Papier 23 x 15 cm © Foto: Peter Hinschläger
Nach dem ersten Teil im Sommer zeigt das Papiermuseum Düren nun eine modifizierte Fortsetzung seiner Sammlungspräsentation mit Papiercollagen aus den Jahren 1960 bis 2007. Zu sehen sind Werke von Künstler*innen wie Pia Andersen, Jirí Kolár, Valentin Oman, Andreas von Weizsäcker und anderen.
Die Ausstellung beleuchtet die vielfältigen Formen der Collagetechnik, ihre historischen Wurzeln und ihre künstlerische Weiterentwicklung – vom japanischen Kalligrafie-Papier über den Kubismus bis zur Pop Art. Mit dabei ist Kolárs restaurierte Arbeit „Engel“ (1969) sowie erstmals die gerahmte Papiercollage „Schmetterlinge“ zu sehen. Auch Andreas von Weizsäckers ikonischer „Berliner Bär“ aus recyceltem Stadtplanpapier ist erneut ausgestellt – ergänzt durch eine anschauliche Vermittlungsstation zur Restaurierung und Erhaltung von Papierkunst.
Noch bis 6. April 2026
Bundeskunsthalle Bonn
Expedition Weltmeere

Fahrstuhl in die Tiefsee © Martin Papirowski
Etwa 70 % der Erdoberfläche sind von Wasser bedeckt, davon entfallen 96,5 % auf Meerwasser. Die Ausstellung Expedition Weltmeere lädt dazu ein, die Ozeane als Ursprung allen Lebens, als Verkehrs- und Wirtschaftsraum, als Klimamaschine und Projektionsfläche menschlicher Sehnsüchte zu entdecken. Sie beleuchtet, wie Meere nicht nur geografische, sondern auch kulturelle und politische Räume sind – geprägt von Handel, Migration, Kolonialismus und Umweltveränderungen.
Drei zentrale Themenbereiche strukturieren die Ausstellung: die Tiefsee mit ihren faszinierenden, fragilen Ökosystemen, das Meer als umkämpfter Wirtschaftsraum im Zeichen von Globalisierung und Klimawandel sowie als Ort menschlicher Vorstellungskraft und kultureller Austauschprozesse. Zeitgenössische künstlerische Positionen greifen diese Perspektiven auf und thematisieren das Meer als Raum der Transformation – poetisch, kritisch, visionär.
Analoge Objekte, historische Dokumente, Filme und immersive Stationen verbinden sich zu einem vielschichtigen Ausstellungserlebnis. Ein besonderer Fokus liegt auf medialen Installationen wie dem „Fahrstuhl in die Tiefsee“ und der VR-Station The Deep Sea Lab, die wissenschaftliche Inhalte atmosphärisch erfahrbar machen – etwa die Entdeckung des legendären Expeditionsschiffs Endurance.
Bilderbuchmuseum Troisdorf
Mitmachausstellung Monster im Museum

© Nadia Budde, freie Arbeiten, 2022-2024
Ob Werwolf, Troll oder das Monster unter dem Bett – Gruselwesen gehören zur Kinderliteratur wie der Keks zum Krümelmonster. Die neue Mitmachausstellung im Bilderbuchmuseum zeigt, warum Kinder Monster lieben: Sie dürfen pöbeln, rülpsen und toben – und helfen dabei, Ängste zu bewältigen oder einfach mal herrlich zu schaudern.
Zahlreiche Spiel- und Mitmachstationen laden kleine und große Gruselfans ein, monstermäßige Bilderbücher zu entdecken, fantastische Wesen kennenzulernen und dabei Mut, Geschick und Humor zu beweisen. Denn wer weiß: Vielleicht sind manche Monster ja gar nicht so schlimm – und sogar ziemlich nett?
Noch bis 12. April 2026
Kunstmuseum Villa Zanders
Veronika Moos – nicht mehr und dann

Veronika Moos „Das Meer ruft im Stein“, Foto Veronika Moos
Die Einzelausstellung von Veronika Moos entfaltet ein poetisches Wechselspiel zwischen Material, Wahrnehmung und künstlerischer Geste. Aus organischen Stoffen, Fundstücken und gefügten Strukturen entwickelt sie eine eigenständige Formensprache, die das Flüchtige, Fragile und Widerständige in den Fokus rückt. Ob schwebende Steine, geknoteter Flachs oder aufgefädelte Blüten – die Werke eröffnen Denk- und Erfahrungsräume jenseits fester Deutungen. Jeder Raum der Ausstellung zeigt eine eigene Facette ihres künstlerischen Kosmos.
Noch bis 12. April 2026
Kunstmuseum Bonn
Kerstin Brätsch – MƎTAATEM

Ausstellungsansicht Kerstin Brätsch, MƎTAATEM, MUNCH 2025, Foto: Ove Kvavik
Für ihre Ausstellung MƎTAATEM verwandelt Kerstin Brätsch das Kunstmuseum Bonn in einen lebendigen malerischen Organismus. Im Zentrum steht das Verhältnis von Malerei und Körper – physisch, psychisch und sozial. Besucher:innen durchqueren ein farbiges, klangvolles Labyrinth oder begegnen Tapeten mit gespiegelten Motiven, die an Rorschach-Tests erinnern. Brätsch zitiert eigene Werke, transformiert sie in neue Formen und Materialien – etwa indem sie Pinselstriche digitalisiert und in Zement gießt. In Zusammenarbeit mit anderen Künstler:innen, Handwerker:innen oder dem Zufall selbst hinterfragt sie die Autorschaft und Subjektivität von Malerei. Über 100 Werke aus den vergangenen 15 Jahren sowie neue Arbeiten und Kollaborationen mit DAS INSTITUT, KAYA, Sergei Tcherepnin und Wibke Tiarks geben einen umfassenden Einblick in ihr Werk. Kerstin Brätsch wurde mehrfach international ausgezeichnet und ist regelmäßig auf der Venedig Biennale vertreten.
Noch bis 12. April 2026
Museum Schnütgen
Licht in dunklen Zeiten. Mittelalterliche Glasmalerei aus dem Khanenko Museum in Kyjiw

Detail aus: Pfingstwunder, Flandern, 1540, Kyjiw, Khanenko Museum © Rheinisches Bildarchiv Köln, Marion Mennicken
Das Museum Schnütgen zeigt erstmals außerhalb der Ukraine eine erlesene Auswahl mittelalterlicher Glasmalereien aus dem Khanenko Museum in Kyjiw. Die rund 30 Werke stammen aus beiden Museumssammlungen und treten im Glasmalereisaal in einen eindrucksvollen Dialog. Die zwölf Leihgaben aus Kyjiw entstanden zwischen dem 13. und 17. Jahrhundert in Werkstätten in Frankreich, Österreich, Deutschland und den Niederlanden. Es handelt sich um den vollständigen Glasmalereibestand des Khanenko Museums, der in Köln mit Unterstützung der Dombauhütte konserviert und restauriert wird.
Anlass der Ausstellung ist der drohende Verlust von Kulturgut durch den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine. Bereits im ersten Kriegsjahr wurde das Khanenko Museum durch eine nahegelegene Raketendetonation beschädigt. Die Glasmalereien, aufgrund ihrer Empfindlichkeit besonders gefährdet, konnten gerade noch rechtzeitig gesichert werden.
Begleitet wird die Ausstellung von einer digitalen Publikation, die erstmals eine wissenschaftliche Erschließung der bislang kaum erforschten Glasmalereien aus Kyjiw bietet. Das Projekt ist ein bedeutender Beitrag zur Rettung europäischen Kulturerbes – und ein Zeichen der Solidarität mit der Ukraine.
Noch bis 12. April 2026
LVR Landesmuseum Bonn
Schöne neue Arbeitswelt – Traum und Trauma der Moderne

Albert Renger-Patzsch, Kühe an der Ruhrmündung, 1930, LVR-Landesmuseum Bonn, Foto: Jürgen Vogel © VG Bild-Kunst, Bonn 2025
Mit der Ausstellung Schöne neue Arbeitswelt beleuchtet das LVR-Landesmuseum Bonn den tiefgreifenden Wandel der Arbeitswelt zu Beginn des 20. Jahrhunderts – und spiegelt ihn in der Kunst jener Zeit wider. In sechs thematischen Kapiteln zeigt die Ausstellung, wie Künstlerinnen und Künstler zwischen dem späten 19. Jahrhundert und dem Zweiten Weltkrieg auf technologische Innovationen, soziale Umbrüche und politische Kämpfe reagierten.
Die Werke von Otto Dix, Hannah Höch, Conrad Felixmüller, Franz Wilhelm Seiwert oder Leo Breuer dokumentieren nicht nur die Realität der Arbeit, sondern entwerfen auch Visionen einer neuen Gesellschaft. Ikonische Werke der Neuen Sachlichkeit treten in Dialog mit bislang weniger bekannten Positionen wie Magnus Zeller, Sella Hasse oder Thea Warncke.
Die Ausstellung zeigt: Die Fragen nach Gerechtigkeit, technologischem Fortschritt und dem Wert von Arbeit sind heute so aktuell wie vor 100 Jahren.
Noch bis 12. April 2026
Köln, Ehemaliges Autohaus
TUTANCHAMUN – Ein immersives Abenteuer
Vor über 100 Jahren entdeckte der Archäologe Howard Carter das nahezu unversehrte Grab des ägyptischen Pharaos Tutanchamun. Die Fundstätte bot einen außergewöhnlichen Einblick in das Leben und die Jenseitsvorstellungen im alten Ägypten. Zahlreiche kunstvoll gefertigte Objekte wie Schmuck, Alltagsgegenstände, Waffen, Instrumente und die weltberühmte goldene Totenmaske zeugen von der Bedeutung des jungen Herrschers und der Sorgfalt, mit der seine Grabstätte ausgestattet wurde.
Viele dieser Objekte sind heute nicht mehr öffentlich zugänglich oder gelten als verschollen. Die Ausstellung Tutanchamun – Ein immersives Abenteuer präsentiert detailgetreue Nachbildungen aller Fundstücke in einer rekonstruierten Darstellung des Grabs. Besucherinnen und Besucher erhalten so einen umfassenden Eindruck von der ursprünglichen Anordnung der Objekte und dem kulturellen Kontext ihrer Verwendung.
Noch bis 26. April 2026
MAKK – Museum für Angewandte Kunst
Von Louise Bourgeois bis Yoko Ono – Schmuck von Künstlerinnen

Niki de Saint Phalle, Brosche ,,l'CEil", 1992, © VG Bild-Kunst Bonn 2025, Foto:© DetlefSchmumacher.com
Das MAKK zeigt erstmals in Deutschland eine Ausstellung, die sich ganz dem Schmuck von bildenden Künstlerinnen widmet. Über 100 Werke von 45 internationalen Künstlerinnen – darunter Louise Bourgeois, Meret Oppenheim, Jenny Holzer, Rebecca Horn, Niki de Saint Phalle und Yoko Ono – geben Einblick in ein künstlerisches Ausdrucksmedium jenseits reiner Zierde.
Die oft handgefertigten Unikate sind tragbare Kunstwerke, die Identität, Körper, Erinnerung und gesellschaftliche Rollenbilder thematisieren – mal poetisch, mal provokant. Die Arbeiten erweitern das künstlerische Œuvre ihrer Schöpferinnen um eine persönliche, performative Dimension.
Die Ausstellung versteht sich als Vertiefung der erfolgreichen Sammlungsschau Faszination Schmuck und ergänzt sie um eine konsequent weibliche Perspektive auf das Thema Künstlerschmuck.
Noch bis 28. April 2026
Verschiedene Standorte in Bonn
Loss mer fiere. 200 jecke Johr en Bonn

OB Guido Déus (6.v.l.) eröffnete u.a. mit dem LVR, dem Bonner Prinzenpaar und dem Festausschuss Bonner Karneval die Wanderausstellung zum Jubiläum 200 Jahre Bonner Karneval auf dem Markt. © Bundesstadt Bonn/ Sascha Engst
Anlässlich des 200-jährigen Bestehens der Bönnischen Carnevals-Gesellschaft zeigt das Kulturamt Bonn die Wanderausstellung „Loss mer fiere. 200 jecke Johr en Bonn“. Von Januar bis Oktober 2026 tourt die Ausstellung in einem Container durch alle vier Bonner Stadtbezirke und bringt die Geschichte des Karnevals direkt zu den Menschen. Wie ein Karnevalswagen macht sie Station an zentralen Orten im Stadtgebiet.
Die Ausstellung präsentiert ausgewählte Objekte zu vielfältigen karnevalistischen Themen und eröffnet neue Perspektiven auf die Geschichte und Zukunft des Bonner Karnevals. Im Mittelpunkt stehen seine kulturelle und soziale Bedeutung sowie die unterschiedlichen Bräuche der Stadtbezirke, die gemeinsam das lebendige Bild des Bonner Karnevals prägen.
Begleitet wird die Ausstellung von einem abwechslungsreichen Programm mit kreativen Angeboten, Vorträgen und interaktiven Dialogformaten. Aktuelle Informationen zu Terminen, Standorten und Veranstaltungen sind online abrufbar.
Standorte der Wanderausstellung:
- 14. Februar bis 28. April 2026: Theaterplatz, Bad Godesberg
- 5. Mai bis 8. Juli 2026: Am Schickshof, Hardtberg
- 14. Juli bis 17. September 2026: Rheinufer, Beuel
- 23. September bis 10. Oktober 2026: Remigiusplatz, Bonn
Noch bis 3. Mai 2026
Siebengebirgsmuseum Königswinter
Rasant durchs Siebengebirge – Mobilität und Verkehr rund um den Drachenfels

© Volkhard Stern
Die Sonderausstellung widmet sich der Geschichte von Mobilität und Verkehr im Siebengebirge und zeigt, wie sehr funktionierende Verbindungen zwischen Berg und Tal, Wasser und Land sowie den einzelnen Orten den Alltag der Region geprägt haben. Mit dem technischen Fortschritt ab der Mitte des 19. Jahrhunderts hielten neue Verkehrsmittel Einzug. Straßen- und Schienennetze wurden ausgebaut und ermöglichten neue Formen von Arbeit, Tourismus und Warentransport.
Anhand von Dokumenten, Fotografien und Objekten erzählt die Ausstellung Geschichten aus rund 100 Jahren Verkehrsgeschichte, von etwa 1870 bis 1970. Thematisiert werden unter anderem der Bau neuer Wege und Straßen, die Entwicklung der Siebengebirgsbahn, der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs sowie die zunehmende Geschwindigkeit in der Freizeit, etwa durch Rad- und Motorradrennen oder rasante Schlittenfahrten. Auch Konflikte, die durch diese Beschleunigung entstanden, beispielsweise mit dem Naturschutz, werden beleuchtet.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf den wirtschaftlichen Veränderungen der Region. Der Basaltabbau spielte ab 1870 eine zentrale Rolle für den Straßen- und Schienenbau und veränderte die Landschaft nachhaltig. Neue Verkehrsverbindungen zogen Unternehmen an, etwa aus der Reifen- und Felgenproduktion. Historische Filmaufnahmen, Modelle und Gemälde zeigen zudem, wie Künstler:innen die neue Wahrnehmung von Geschwindigkeit aufgriffen und verarbeiteten.
Bilderbuchmuseum Troisdorf
Das Friedenstier

Buchcover (Ausschnitt) zu Das Friedenstier © dtv, München, 2025
Die Ausstellung zum Buch Das Friedenstier geht der Frage nach, was einzelne Menschen mit künstlerischen Mitteln für den Frieden tun können. Ausgehend von einer gemeinsamen Idee der Illustratorinnen Friederike Ablang, Merle Goll und Sabine Kranz versammelt das Projekt Friedenstiere zahlreicher Illustrator:innen sowie Texte von Autor:innen, die sich mit Krieg, Leid, Hunger und Hoffnung auseinandersetzen.
Gezeigt werden vielfältige Tierdarstellungen, darunter Vögel und Tauben, aber auch Kängurus, Frösche, Pferde, Drachen und Löwen. Allen gemeinsam sind Flügel, die symbolisch für das Abheben, für Freiheit und für die Suche nach einem eigenen Weg zum Frieden stehen. Die Illustrationen regen zum Staunen an und laden zugleich zum Nachdenken über Frieden, Solidarität und Verantwortung ein.
Ein weiterer Aspekt der Ausstellung ist der soziale Hintergrund des Buchprojekts. Mit Das Friedenstier wird die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen unterstützt. Die Ausstellung verbindet damit künstlerischen Ausdruck mit gesellschaftlichem Engagement und macht sichtbar, wie Bilderbücher aktuelle Themen aufgreifen und vermitteln können.
Noch bis 17. Mai 2026
Museum Schnütgen
Glaube mit Humor. Ein Gebetbuch aus Nordfrankreich

Psalter-Brevier, Nordostfrankreich, nach 1297, Museum Schnütgen, Foto: Stephan Kube/SQB
Wie lassen sich Frömmigkeit und Humor miteinander verbinden, und welche Rolle spielte das Lachen im Mittelalter? Eine kostbare, reich illuminierte Handschrift mit Stundengebeten für Geistliche aus der Zeit um 1300 gibt darauf überraschende Antworten. Das Museum Schnütgen präsentiert diese besondere Neuerwerbung erstmals in einer konzentrierten Ausstellung.
Die Handschrift ist ein herausragendes Beispiel französischer gotischer Buchmalerei. Auf rund 900 Seiten entfaltet sich ein lebendiger Buchschmuck mit fantasievollen Mischwesen, Vögeln und spielerischen Figuren, die musizieren, jonglieren oder bewaffnet auftreten. Besonders eindrucksvoll sind die kunstvoll gestalteten Ränder, deren heiter-spielerische Szenen Einblicke in die mittelalterliche Lebenswelt eröffnen und die Verbindung von religiöser Praxis und bildlichem Humor sichtbar machen.
Diese Form der Buchmalerei hatte auch Vorbildcharakter für die Kölner Handschriftenproduktion. In der Ausstellung wird dies anhand mehrerer Leihgaben aus Privatbesitz sowie der Erzbischöflichen Diözesan- und Dombibliothek Köln exemplarisch verdeutlicht. Ergänzend zu den aufgeschlagenen Originalseiten besteht die Möglichkeit, digital in Auszügen durch die Handschrift zu blättern und weitere, teils humorvolle Details zu entdecken.
Historisches Archiv mit Rheinischem Bildarchiv
Wegbereiterinnen des Wandels – Die erste Frauenbewegung in Köln
Die Ausstellung beleuchtet die Entwicklung der ersten Frauenbewegung seit 1848 – mit besonderem Fokus auf Köln und die nationale Vernetzung. Frauen engagierten sich gegen politische Rechtlosigkeit, ungleiche Bildungschancen und Diskriminierung im Familienrecht. In Köln standen vor allem Bildungsfragen, politische Mitbestimmung und die Kritik an gesellschaftlicher Doppelmoral im Vordergrund. Auch die Rolle von Frauen im Ersten Weltkrieg und in der Weimarer Republik wird thematisiert. Die Bewegung wurde 1933 durch die Nationalsozialisten gewaltsam beendet – erste Impulse für einen Neuanfang folgten nach 1945.
Noch bis 25. Mai 2026
Kunstpalast Düsseldorf
COMMUNITY – Fotografie und Gemeinschaft

Ludwig Schirmer, Ohne Titel, Aus der Serie Ein Dorf, 1950–1960, Tintenstrahldruck, 27 × 39,5 cm, Courtesy of the Artists
Menschen streben nach Zugehörigkeit, sei es im Fußballfanclub, in der Familie oder im politischen Kollektiv. Seit der Erfindung der Fotografie hält das Medium Gemeinschaft nicht nur fest, sondern formt sie aktiv mit. Fotografien können Zugehörigkeit sichtbar machen, sie stärken oder auch infrage stellen und zugleich Grenzen zwischen unterschiedlichen Gruppen markieren.
Die Ausstellung beleuchtet das vielschichtige Verhältnis von Fotografie und Gemeinschaft in Geschichte und Gegenwart. Gezeigt werden angewandte wie künstlerische Positionen, die sich diesem Thema mit unterschiedlichen Ansätzen widmen, von humorvoll und solidarisch bis hin zu analytisch und kritisch. Ausgangspunkt ist die fotografische Sammlung des Kunstpalastes, die durch internationale Leihgaben ergänzt wird.
Besuchende sind eingeladen, sich aktiv zu beteiligen und eigene Bilder von Gemeinschaft in die Ausstellung einzubringen. Begleitend erscheint ein reich bebilderter Katalog mit Beiträgen aus der kunstwissenschaftlichen, soziologischen und historischen Forschung, der das Thema aus verschiedenen Perspektiven vertieft.
Noch bis 31. Mai 2026
Wallraf-Richartz-Museum
B{L}OOMING – Barocke Blütenpracht

Hendrick van Balen I - Werkstatt, Allegorie des Frühlings, Öl auf Eichenholz, Privatbesitz © Foto: Rheinisches Bildarchiv, Köln
Blumen sind weit mehr als nur Dekoration – sie spenden Trost, symbolisieren Liebe und Vergänglichkeit, und sind seit Jahrhunderten ein bedeutendes Motiv der Kunst. Die neue Jahresausstellung im Wallraf-Richartz-Museum zeigt mit B{L}OOMING – Barocke Blütenpracht die ganze Vielfalt und den künstlerischen Reichtum barocker Blumenmalerei.
Mit leuchtenden Rosen, anmutigen Lilien, prächtigen Tulpen und anderen floralen Kostbarkeiten widmet sich die Ausstellung dem fulminanten Boom der Blumenbilder im Barock. In Stillleben, Porträts und Allegorien offenbaren die Werke nicht nur ihre ästhetische Kraft, sondern auch ihre symbolische Bedeutung für Themen wie Liebe, Glaube, Heilung oder die Vergänglichkeit des Lebens.
Die Ausstellung versammelt herausragende Arbeiten von Künstlern aus ganz Europa – darunter flämische Meister wie Daniel Seghers und Jan Brueghel d.Ä., der als „Blumenbrueghel“ berühmt wurde, ebenso wie Adriaen Coorte und Roelandt Savery aus den Niederlanden, Giovanni Stanchi aus Italien oder Peter Binoit aus Deutschland. Neben bekannten Meisterwerken erwarten die Besucher*innen auch neu erforschte, frisch restaurierte Gemälde aus Privatsammlungen und dem eigenen Bestand.
Mit B{L}OOMING entfaltet das Wallraf ein farbenprächtiges Panorama barocker Blumenpracht – eine Feier der Natur, der Kunst und der vergänglichen Schönheit.
Museum Folkwang Essen
L is for Look. Fotobücher für Kinder und Jugendliche

Tomi Ungerer, Clic clac ou qu’est-ce que c’est?, 1989, L'École des loisirs, Paris, Fotobuch-Seite © 1989 Diogenes Verlag AG Zürich, Schweiz / Tomi Ungerer Estate
Die Ausstellung widmet sich einem bislang wenig erforschten Kapitel der Fotogeschichte: dem Kinder- und Jugendfotobuch. Über einen Zeitraum von rund 100 Jahren wird nachgezeichnet, wie fotografische Bilder die Sehgewohnheiten junger Leser:innen geprägt haben und welchen Einfluss sie auf das Verständnis von Welt, Lernen und Kindheit ausübten.
Als interaktive Entdeckungsreise angelegt, führt die Ausstellung von frühen Experimenten der 1930er Jahre bis in die Gegenwart. Gezeigt werden rund einhundert internationale Fotokinderbücher, die sich durch originelle und kreative Anwendungen von Fotografie auszeichnen. Zentrale Positionen der Fotogeschichte verdeutlichen dabei nicht nur ästhetische Entwicklungen, sondern auch den Wandel pädagogischer Konzepte und die sich verändernde gesellschaftliche Stellung des Kindes.
Mit dem Aufkommen neuer bildbasierter Lehrmethoden im frühen 20. Jahrhundert hielten Fotografien Einzug in unterschiedliche Formen der Kinderliteratur, von Bilderbüchern bis zur Belletristik. Ein besonderer Fokus liegt auf dem Fotobuch als kollaborativem Medium, in dem die Zusammenarbeit von Grafikdesigner:innen, Künstler:innen, Illustrator:innen und Autor:innen neue Ausdrucks- und Erzählformen hervorbrachte.
Ein weiterer Schwerpunkt gilt der Rolle von Fotografinnen, die in diesem Verlagsgenre eine zentrale Bedeutung einnehmen. Das Kinderfotobuch vereint Bereiche, die historisch häufig als weiblich konnotiert galten, und trug insbesondere seit den 1970er Jahren zur Herausbildung eines spezifischen Blicks junger Leser:innen auf ihre Umwelt bei.
Museum Folkwang
Museumsplatz 1
45128 Essen
Tel. 0201 – 884 50 00
Noch bis 14. Juni 2026
Arp Museum Bahnhof Rolandseck
Günther Uecker. Die Verletzlichkeit der Welt

Günther Uecker, Waldgarten (3-teilig), (Detail), 2008 © Private Collection. Courtesy Axel Vervoordt Gallery, Foto: Jan Liégeois © VG Bild-Kunst, Bonn 2025
Die Ausstellung ist die erste nach dem Tod von Günther Uecker und zugleich die letzte, an der der Künstler noch selbst mitgewirkt hat. Sie würdigt einen international bedeutenden Künstler, der mit seinen ikonischen Nagelbildern und -reliefs Kunstgeschichte schrieb und als zentrale Persönlichkeit der Künstlergruppe ZERO die Kunst der Nachkriegszeit entscheidend prägte.
Günther Uecker war dem Künstlerbahnhof Rolandseck eng verbunden. Das Nagelrelief Bett zum Aufwachen von 1965 gehört bis heute zur Museumssammlung. Der performative Film Die Treppe aus dem Jahr 1964 zeigt den Künstler, wie er den Bahnhofsvorplatz und das Gebäude Nagel für Nagel erschließt. Diese besondere Beziehung bildet einen wichtigen Bezugspunkt der Ausstellung.
Gezeigt werden rund 45 Werke aus sieben Jahrzehnten. Sie reichen von frühen Nagelobjekten über kinetische Installationen bis hin zu späten Werkserien, die Ueckers spirituelle Haltung und sein humanistisches Weltbild widerspiegeln. Im Zentrum stehen Arbeiten, die sich der Verletzlichkeit der Welt widmen. Sie verdeutlichen ein künstlerisches Lebenswerk, das von der Auseinandersetzung mit Frieden, Empathie und menschlicher Verantwortung geprägt ist.
Arp Museum Bahnhof Rolandseck
Hans-Arp-Allee 1
53424 Remagen
Tel. 02228 - 92 55-0
Noch bis 2. August 2026
DASA Dortmund
Feuer – Faszination und Gefahr

© Philippe Levy
Feuer fasziniert – und macht zugleich Angst. Es steht für Wärme und Gemütlichkeit, für Fortschritt und Technologie, aber auch für Zerstörung und Gefahr. Die Ausstellung „Feuer“ in der DASA beleuchtet dieses ambivalente Naturphänomen in all seinen Facetten: Sie erzählt die Geschichte der Feuerkontrolle, erklärt die physikalischen Grundlagen und stellt Menschen vor, die im Alltag mit Feuer arbeiten.
Mitmachstationen laden Kinder ab acht Jahren zum Ausprobieren ein. Ein interaktiver Feuerlösch-Simulator mit VR-Brille sowie neue Angebote wie das schnellste Escape-Room-Spiel zur Brandschutzerziehung und Workshops für Schulklassen ergänzen die Ausstellung.
Die Sonderausstellung wird von der DASA-Dauerausstellung begleitet, die Brandschutzthemen spielerisch vermittelt und weitere Einblicke in den sicheren Umgang mit Feuer gibt – ein „heißer Herbst“ für alle, die Technik, Geschichte und Experimente erleben möchten.
Noch bis 27. September 2026
Deutsches Bergbau-Museum Bochum
FÜHLST DU? – Tisa von der Schulenburg. Der empathische Blick

Blick in die Ausstellung DBM © Hauke Dressler
Die Sonderausstellung widmet sich der Künstlerin Tisa von der Schulenburg (1903–2001), deren Werk von einem ausgeprägten humanistischen Blick geprägt ist. Ihre Biografie führte sie von Berlin und Paris über das Londoner Exil ins Ruhrgebiet. In ihren Arbeiten stellte sie Menschen in Ausnahmesituationen dar – nicht als Opfer, sondern als Handelnde mit Würde.
Die Ausstellung verbindet Leben und Werk in einem thematischen Rundgang zu vier zentralen Bereichen: Bergbau, Holocaust, Flucht und Ausgrenzung. Gezeigt werden Zeichnungen, Scherenschnitte und Skulpturen. Aus einem Œuvre von mehr als 5.000 Arbeiten werden auch selten präsentierte Werke ausgewählt.
Tisa von der Schulenburg, geboren als Elisabeth Mary Caroline Veronika Margarethe Gräfin von der Schulenburg, studierte Kunst in Berlin und Paris. 1934 ging sie mit ihrem jüdischen Ehemann ins Londoner Exil. Nach dem Zweiten Weltkrieg führte ihr Weg ins Ruhrgebiet; 1950 trat sie als Schwester Paula in das Ursulinenkloster Dorsten ein. Ihr künstlerisches Schaffen kreist um Erfahrungen von Verfolgung, Verlust und gesellschaftlicher Ausgrenzung. Mit prägnanten Tuschezeichnungen, markanten Holzskulpturen und plastischen Arbeiten machte sie die Würde des Menschen sichtbar.
Die Ausstellung lädt dazu ein, Empathie als Haltung zu begreifen und sich mit Fragen von Verantwortung und Mitmenschlichkeit auseinanderzusetzen.
Deutsches Bergbau-Museum Bochum
Am Bergbaumuseum 28
44791 Bochum
Tel. 0234 – 58 77-0
Noch bis Herbst 2026
Museum für Ostasiatische Kunst
Lebendige Bilder. Buddhistische Rituale in der Kunst Chinas, Japans und Koreas

Abschrift eines Kapitels des Großen Sutra der Vervollkommnung der Weisheit, Schriftrolle, blaugefärbtes Papier, Gold und Silber, Japan, Chūsonji Tempel, Heian-Periode (794–1185), spätes 12. Jahrhundert. A 99,24 © Rheinisches Bildarchiv Köln, Sabrina Walz
Die Ausstellung widmet sich dem rituellen Gebrauch von Kunstwerken im ostasiatischen Buddhismus und beleuchtet zentrale Zeremonien aus China, Japan und Korea. Rund 50 Werke – darunter Skulpturen, rituelle Objekte, Mönchsumhänge und Abreibungen – zeigen, wie Rituale spirituelle Verdienste vermitteln, religiöse Feste begleiten oder dem Buddha gedenken.
Besondere Exponate sind eine vergoldete chinesische Plastik des kindlichen Buddha, eine japanische Vairocana-Skulptur aus dem 12. Jahrhundert sowie eine rekonstruierte koreanische Hängerolle. Zum Todestag des historischen Buddha Shakyamuni (15. Februar 2026) wird zudem eine selten gezeigte japanische Hängerolle aus dem 14. Jahrhundert präsentiert. Alle Werke stammen aus der Sammlung des Museums und veranschaulichen deren außergewöhnliche Qualität.
Noch bis 11. Oktober 2026
LVR-Industriemuseum Solingen Gesenkschmiede Hendrichs
Probiert? Kapiert!

Wie transportiert man kinderleicht schwere Waren? Wie treibt man große Maschinen an? Wie stellt man festes Gewebe her, und welche Möglichkeiten zur platzsparenden Verpackung gibt es? An den Mitmach-Stationen der Ausstellung finden Kinder, Schüler:innen, Familien und Erwachsene clevere Lösungen für unterschiedliche technische Probleme. Webstuhl, Flaschenzug und verschiedene Teamstationen bieten interaktive Möglichkeiten rund um die Themen Energie, Transport, Lagerung und Produktion.
Im Zentrum von „Probiert? Kapiert!“ steht das „Tinkern“ – Tüfteln –, mit dem alle Besucher:innen spielerisch naturwissenschaftliche und technische Inhalte kennenlernen. Als Höhepunkt des Ausstellungsbesuchs erwartet sie der gemeinsame Bau einer großen Kettenreaktion. Dabei werden die zuvor erprobten Themen wiederaufgenommen, Antriebe gefertigt oder Fahrzeuge gebaut. Aus den einzelnen Abschnitten entsteht ein großer Parcours: Die Besucher:innen lösen am Startpunkt einen Impuls aus, geben ihn beispielsweise über den Lauf einer Murmelbahn weiter, lassen ihn Höhenunterschiede überwinden oder übermitteln ihn mit Zahnrädern, Bausteinen oder Rollen. Wenn alles klappt, ertönt zum krönenden Abschluss ein lauter Knall. Viel Spaß, Kreativität und Action sind garantiert!
Merscheider Str. 289-297
42699 Solingen
Tel. 02234 - 992 15 55 (KulturInfo Rheinland)
Noch bis 1. November 2026
Neanderthal Museum
Zwei Millionen Jahre Migration

© Neanderthal Museum
Migration ist ein zentrales Thema unserer Zeit – oft emotional diskutiert und gesellschaftlich umstritten. Die Sonderausstellung Zwei Millionen Jahre Migration im Neanderthal Museum zeigt, dass Migration ein grundlegendes Merkmal der Menschheitsgeschichte ist. Aufbauend auf der erfolgreichen Ausstellung von 2017 präsentiert das Museum eine vollständig überarbeitete Version, basierend auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen zu Ursachen, Dynamiken und Folgen globaler Wanderungsbewegungen.
Die Ausstellung macht deutlich: Unsere Geschichte ist eine Geschichte der Bewegung. Sie begleitet frühe Menschen von Afrika nach Asien und Europa, beleuchtet die Begegnung zwischen anatolischen Ackerbauern und europäischen Jägern und Sammlern vor 7.500 Jahren und thematisiert die prägenden Wanderungen eurasischer Steppennomaden vor rund 5.000 Jahren. Anschaulich, interaktiv und fundiert zeigt die Ausstellung, wie Mobilität das menschliche Miteinander, unsere Gene und Kulturen bis heute formt.
Noch bis 8. November 2026
Museum Ludwig
HIER UND JETZT – De/Collecting Memories from Turtle Island

© Marie Watt „Thirteen Moon”s, 2025 Foto: Mario Gallucci Courtesy: die Künstlerin
Ausgehend von der umfangreichen Pop-Art-Sammlung des Museum Ludwig und seinem engen Bezug zu den Vereinigten Staaten rückt die Ausstellung eine zeitgenössische US-amerikanische Position in den Mittelpunkt. Gezeigt wird eine Arbeit der Künstlerin Marie Watt, die 1967 in Seattle geboren wurde, Mitglied der Seneca Nation ist und heute in Portland, Oregon, lebt. In vielen indigenen Traditionen werden die Amerikas als „Turtle Island“ bezeichnet – ein Name, der auf mündlich überlieferte Schöpfungsgeschichten verweist.
Die Ausstellung lädt dazu ein, Erinnerungen, Bilder und Sammlungen neu zu betrachten und bestehende Narrative zu hinterfragen. Ausgangspunkt ist ein 2023 vom Museum Ludwig erworbenes Konvolut farbintensiver Fotochrome der Detroit Publishing Company. Die um 1900 entstandenen Motive basieren häufig auf früheren Schwarz-Weiß-Fotografien von William Henry Jackson und zeigen Orte wie den Yellowstone-Nationalpark oder den Grand Canyon. Als Wanddekorationen und Postkarten verbreitet, prägten sie das Bild der USA nachhaltig – oftmals durch menschenleere Landschaften und idealisierte Ansichten.
An diesem Punkt setzt die Ausstellung an und lenkt den Blick auf das, was diese Bilder nicht erzählen. Die scheinbar unberührten Landschaften waren seit Jahrhunderten Lebensraum indigener Gemeinschaften, lange bevor europäische Kolonisator:innen eintrafen. Die Ausstellung macht sichtbar, wie indigene Erinnerungen und Perspektiven bis heute überlagert werden, und eröffnet Raum für alternative Erzählungen jenseits des dominanten Narrativs der Entdeckung Amerikas.
Noch bis 31. Januar 2027
Museum für Ostasiatische Kunst
Zum Mondjahr des Pferdes – Ein Galopp durch Zeit und Raum

Pferd mit zwei Gelehrten, Anonym, Hängerolle, Tusche, Farben und Gold auf Papier Korea, Joseon-Periode, spätes 19. Jahrhundert © Seo Heun-kang, NRICH, Republik of Korea
Seit mehr als zwei Jahrtausenden prägt das Pferd die Künste und Kulturen Ostasiens – als himmlisches Reittier, als Statussymbol sowie als Sinnbild für Stärke, Macht und Tugend. Zum Mondjahr des Feuerpferdes, das am 17. Februar 2026 in China, Korea und Japan beginnt, präsentiert die Ausstellung Malereien und Holzschnittdrucke, Keramiken und Porzellane, Bronzeskulpturen und Lackobjekte. Sie zeigen die vielschichtige Bedeutung des Pferdes vom 3. Jahrhundert v. Chr. bis in die Moderne.
Mythologische Vorstellungen spiegeln sich in skulpturalen Grabbeigaben wider, die für ein Leben im Jenseits geschaffen wurden, ebenso wie in Darstellungen, in denen Pferde Gottheiten und Menschen auf übernatürlichen Himmelsreisen begleiten. Die militärische Nutzung des Pferdes machte es seit der Frühzeit zu einem entscheidenden Faktor für Verteidigung und Expansion. Schlachtenszenen sowie Porträts von Generälen und hohen Beamten veranschaulichen diese Bedeutung. Auch der wirtschaftliche und kulturelle Austausch entlang der Seidenstraße wird sichtbar: Die Kunst der Tang-Dynastie (618–907) dokumentiert das Pferd als begehrte Handelsware und Tributgeschenk zwischen dem chinesischen Kaiserhof und den nördlichen Steppenvölkern. Darüber hinaus spielte es eine zentrale Rolle bei der Jagd, was sich besonders in Werken der Qing-Dynastie (1644–1912) zeigt.
In der japanischen und koreanischen Malerei erscheint das Pferd häufig als Begleiter von Samurais, Gelehrten und Reisenden. Seit der Meiji-Zeit (1868–1912) wird es auch in alltäglichen Szenen dargestellt, etwa auf Pferderennbahnen oder als dekoratives Motiv kunsthandwerklicher Objekte. Aufwendig gestaltete Reitaccessoires wie Sättel, Steigbügel und Zaumzeug verdeutlichen darüber hinaus seine Funktion als Macht- und Statussymbol der Oberschichten.
Noch bis Januar 2027
Von der Heydt-Museum Wuppertal
Museum A bis Z: Von Anfang bis Zukunft

Emmy Klinker, Wuppertal, um 1928, Kunst- und Museumsverein im Von der Heydt-Museum Wuppertal © Rechtsnachfolger
Was macht ein Museum aus, und wie sollte es in Zukunft sein? Welche Aufgaben hat ein Museum, und welche Wünsche haben wir an das Museum als Institution und an das Von der Heydt-Museum im Speziellen? Die Ausstellung ermöglicht einerseits ungewohnte und unbekannte Einblicke in die Geschichte und die Vielfalt der Sammlung und richtet andererseits den Blick in die Zukunft. Neben den klassischen Aufgaben Sammeln, Bewahren, Forschen, Ausstellen und Vermitteln prägt die Beschäftigung mit aktuellen Themen wie Diversität, Digitalisierung, Dekolonialisierung und Teilhabe zunehmend die Rolle von Museen. „Museum A bis Z“ führt von Anfang bis Zukunft: von der Gründungsphase des Museums über Themen wie lokales und globales Sammeln, koloniale Kontexte, Provenienzforschung bis hin zur Vielfalt der Sammlung und möglichen Zukunfts-perspektiven. Wertvollen Textilien aus dem heutigen Indonesien und außereuropäischen Plastiken werden Wuppertaler Ansichten u. a. von Adolf Erbslöh, Emmy Klinker, Erich Heckel, Oskar Schlemmer oder Marie Luise Oertel gegenübergestellt. Eine besondere Gemäldeauswahl ermöglicht den Blick auf die Vielfalt einer Gattung, während kunsthandwerkliche Objekte die Vielfalt von Material und Technik erlebbar machen. Die Provenienzforschung bildet einen weiteren wichtigen Schwerpunkt der Ausstellung: Ihre Bedeutung und gesellschaftliche Verantwortung wird anhand der Geschichte des Gemäldes „Bildnis Felix Benjamin“ von Max Liebermann erläutert, das 2023 an die Erben des von den Nationalsozialisten verfolgten und ermordeten Felix Benjamin restituiert und anschließend zurückerworben wurde.
Noch bis 19. September 2027
Kunstmuseum Bonn
Neue Sammlungspräsentation Klassische Moderne

Franz Wilhelm Seiwert, Diskussion, 1926, Kunstmuseum Bonn, Foto: Reni Hansen
Das Kunstmuseum Bonn zeigt seine Werke der Klassischen Moderne in einer neuen Perspektive: Statt einer rein kunsthistorischen Einordnung liegt der Fokus nun auf den Menschen hinter den Bildern – ihren Lebenswegen, Beziehungen und Schicksalen. Die Präsentation folgt den Spuren von Künstlerinnen und Künstlern, ihren Familien sowie Sammlerinnen und Sammlern. Biografien und Werkprovenienzen öffnen dabei den Blick für die gesellschaftlichen Kontexte, in denen die Werke entstanden und weitergegeben wurden.
Neben bekannten Werken der Rheinischen Expressionisten sind auch selten gezeigte Arbeiten von Marta Worringer, Käthe Kollwitz, Olga Oppenheimer und weiteren Positionen zu entdecken. Eine Einladung, Kunst und Geschichte neu zu erleben – ganz persönlich und nah an den Menschen, die sie geprägt haben.
Noch bis Sommer 2029
Oberschlesisches Landesmuseum
Jesderkusch! Oder die verzwickte Geschichte Oberschlesiens

© SHOS | OSLM, Leonie Langen
Was ist ein Familok? Und seit wann gibt es Dinosaurier in Oberschlesien? Welche berühmten Persönlichkeiten prägten die Welt der Wissenschaft, des Sports und der Kultur? Welche Köstlichkeiten dürfen auf keinem sonntäglichen Mittagstisch fehlen? Diese und andere Fragen werden auf insgesamt acht Tafeln beantwortet und durch praktische Angebote sinnlich erfahrbar gemacht. Und wer von den Inhalten der Ausstellung vor Ort nicht genug bekommen kann, kann das zweisprachige (deutsch-polnisch) Buch, das der Präsentation zugrunde liegt, im Museumsshop vor Ort erwerben.
Ein Schwerpunkt der musealen Vermittlungsarbeit ist es, ein Verständnis für die Geschichte und Gegenwart der Bezugsregion zu entwickeln. Dies kann durch den Besuch von Ausstellungen geschehen, aber auch durch das Lesen und Erleben von Inhalten, die uns die faszinierende lokale Geschichte, die reiche Kultur und die Traditionen näherbringen. Aus diesem Grund hat sich das Haus der Deutsch-Polnischen Zusammenarbeit etwas Besonderes einfallen lassen: eine Ausstellung, die auf dem Buch „Jesderkusch! Oder die verzwickte Geschichte Oberschlesiens“ basiert. Der Text wurde von Monika Rosenbaum überarbeitet und die Illustrationen von Darya Hancharova ergänzt. Abgerundet wird die Ausstellung durch deutsch-polnische Hörbeiträge. Das Projekt wurde vom Deutschen Konsulat in Oppeln unterstützt. Dank einer freundlichen Leihgabe kann das Oberschlesische Landesmuseum eine Version der Ausstellung zeigen.
Stiftung Haus Oberschlesien
Oberschlesisches Landesmuseum
Bahnhofstr. 6
40883 Ratingen
Tel. 02102 – 96 50
Kommende Ausstellungen
Vom 2. April bis 23. August 2026
August Macke Haus
Visionen der Moderne – August Macke und Max Ernst
Anlässlich des 50. Todestages von Max Ernst (1891–1976) widmet sich die Ausstellung den künstlerischen Anfängen des international bekannten Dadaisten und Surrealisten im Umfeld des Rheinischen Expressionismus. Zugleich beleuchtet sie seine enge Verbindung zu August Macke und deren gemeinsame Bonner Zeit.
Max Ernst war regelmäßiger Gast im Bonner Wohnhaus der Familie Macke und nahm 1913 an der von August Macke organisierten Ausstellung der Rheinischen Expressionisten teil. Die Schau zeichnet Verbindungslinien zwischen beiden Künstlern nach, darunter ihre Faszination für vergangene Kunstströmungen, ihr gemeinsamer Bildwitz und ihre Bezüge zur Stadt Bonn. Ebenso wird deutlich, wie unterschiedlich sich ihre Lebenswege nach dem Einschnitt des Ersten Weltkriegs entwickelten: Während Max Ernst auf ein langes, international geprägtes Künstlerleben zurückblickte, endete August Mackes Schaffen bereits mit 27 Jahren.
Gezeigt werden rund 80 Werke, darunter Gemälde, Grafiken, Skizzen, Skulpturen, Fotografien und Zeitdokumente. Ein besonderer Fokus liegt auf Luise Straus und Elisabeth Gerhardt, die als zentrale Figuren im künstlerischen Umfeld von Macke und Ernst wichtige Impulse setzten.
Vom 31. Mai bis 15. November 2026
Kunstmuseum Villa Zanders
James Ensors fantastische Welten. Druckgraphik aus der Sammlung Deckers
Die Ausstellung widmet sich dem druckgraphischen Werk von James Ensor, einem prägenden Wegbereiter der Moderne. Ab Mitte der 1880er Jahre entwickelte Ensor eine facettenreiche Radierkunst, die bis heute durch ihre expressive Bildsprache und stilistische Vielfalt beeindruckt. Mit mehr als 100 Radierungen, darunter zahlreiche handkolorierte Blätter, gibt die Ausstellung einen umfassenden Einblick in dieses zentrale Schaffen.
Ensors oft ironisch gebrochene Bildwelten sind bevölkert von Masken, Grotesken und gesellschaftskritischen Anspielungen. Sie entziehen sich eindeutigen Stilzuordnungen und bewegen sich zwischen Symbolismus, Satire und gesellschaftlicher Analyse. Thematisch gegliedert erschließt die Ausstellung den künstlerischen Kosmos Ensors und beleuchtet insbesondere die beiden Hauptphasen seines druckgraphischen Schaffens zwischen 1886 und 1889 sowie 1895 und 1899.
Besondere Aufmerksamkeit gilt der Praxis des Kolorierens, mit der Ensor den Ausdruck und die Wirkung seiner Radierungen intensivierte. Darüber hinaus wird sein politisches Engagement in den Blick genommen, das bislang weniger Beachtung gefunden hat. Die Präsentation basiert auf einer umfangreichen Privatsammlung, die in den vergangenen 25 Jahren in Ensors Heimatstadt Ostende aufgebaut wurde und einen seltenen Überblick über sein druckgraphisches Œuvre ermöglicht.

