Ausflug

Sonderausstellungen in den Museen in Köln, Bonn und im Umland

Petra Schulte · 21.11.2022

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© Monkey Business Images

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Hier findet ihr eine Auswahl an aktuellen Ausstellungen, die auch für Familien mit Kindern interessant sind.

Welche Museen auch für einen Besuch mit euren ganz Kleinen geeignet sind, haben wir für euch in der Übersicht Museum mit Baby zusammengetragen.

Wenn ihr bei eurem Museumsbesuch nicht auf frische Luft und freien Himmel verzichten wollt, lohnt sich ein Besuch in einem der Freilichtmuseen in der Nähe von Köln und Bonn.

Kurse, Workshops und Führungen der verschiedenen Museen findet ihr in unserem Veranstaltungskalender.

Wir wünschen viel Spaß beim Ausprobieren und Entdecken!

 


Aktuelle Ausstellungen:

 

Noch bis 27. November 2022

LVR Industriemuseum Euskirchen, Tuchfabrik Müller

Must-Have. Geschichte, Gegenwart, Zukunft des Konsums

Hohe Straße Köln © LVR Museum

Tabakpfeife, Schallplatte oder Smartphone – Konsumartikel, die alle kennen, alle haben, alle brauchen? Zu verschiedenen Zeiten galten ganz unterschiedliche Dinge als „Must-have“.
Die Ausstellung wirft mit über 450 Exponaten einen Blick auf die Entwicklung des Konsums von der vorindustriellen Zeit bis in die unmittelbare Gegenwart und macht sich Gedanken über die Zukunft. Haben wir schon immer so viel konsumiert? Wollen und können wir so wie jetzt immer weitermachen? Wie wollen und können wir nachhaltig konsumieren? Was kann ich mir von den Menschen vor 200 Jahren abschauen?
Die Ausstellung richtet sich an alle, die ihr Herz schon mal an einen besonders schönen Gegenstand verloren haben oder sich kritisch mit dem Thema Konsum auseinandersetzen möchten.

LVR-Industriemuseum Tuchfabrik Müller
Carl-Koenen-Straße
53881 Euskirchen
Tel. 02234 - 992 15 55 (kiR – KulturInfo Rheinland)

 

Noch bis 26. Dezember 2022

Dock2 Köln

Van Gogh Alive


© Grande Exhibitions

Van Goghs Werke werden seit über hundert Jahren auf der ganzen Welt ausgestellt – aber noch nie auf diese Weise. Auf knapp 1.200 m2 präsentiert Grande Experiences eine immersive Ausstellung für die ganze Familie. Vom ersten Augenblick an lädt eine lebendige Symphonie aus Licht, Farben, Klang und Düften dazu ein, den Alltag hinter sich zu lassen und ein unvergessliches Erlebnis für alle Sinne zu genießen. Über 3.000 Bilder werden von eindringlicher, klassischer Musik begleitet und verwandeln den Ausstellungsraum in ein Gesamtkunstwerk. Große und kleine Besucher können auf den riesigen Projektionen und kräftigen Farben von Van Goghs detailreichem Werk spazieren, spielen und sich dabei ganz von ihrer Intuition leiten lassen.
Van Gogh Alive ermöglicht es den Besucher:innen, ganz in die Welt des berühmten Künstlers einzutauchen und einen neuen, unerwarteten Umgang mit Kunst zu entdecken. Van Goghs Meisterwerke werden lebendig und mit allen Sinnen greifbar – eine lehrreiche, faszinierende Erfahrung, die zugleich Spaß garantiert.

Dock2
Hafenstr. 1
51063 Köln
Tel. 0228 – 73 55 23

 

Noch bis 8. Januar 2023

Museum Folkwang

Expressionisten am Folkwang. Entdeckt – Verfemt – Gefeiert


Ausstellungsansicht Expressionisten am Folkwang, 20. Aug 2022 – 8. Jan 2023, Foto: Museum Folkwang, Sebastian Drüen

Die Ausstellung widmet sich einem der bemerkenswertesten Themen in der Geschichte des Museum Folkwang und stellt in vierzehn Kapiteln die vielfältigen Verbindungen zwischen den Künstler:innen des Expressionismus und dem Museum Folkwang vor. Der Gründer des Museum Folkwang, Karl Ernst Osthaus, entdeckt Anfang des 20. Jahrhunderts den Expressionismus als revolutionäre Kunstrichtung für sich, würdigt ihre wichtigsten Vertreter:innen in frühen Ausstellungen und erwirbt expressionistische Werke für seine Sammlung. Als 1922 – vor genau 100 Jahren – die Osthaus-Sammlung nach Essen verkauft wird und das Museum Folkwang ins Zentrum des Ruhrgebiets kommt, spielt bei Ausstellungen und Ankäufen auch für den Essener Museumsdirektor Ernst Gosebruch der Expressionismus bereits eine wichtige Rolle. Eine Zäsur bringt jedoch die Zeit des Nationalsozialismus – der Expressionismus wird in ganz Deutschland offiziell verfemt, die expressionistischen Werke im Museum Folkwang beschlagnahmt und verkauft. Expressionisten am Folkwang erzählt auch vom Neuaufbau der Expressionismus-Sammlung nach dem Zweiten Weltkrieg und von den vielfältigen Ausstellungsaktivitäten der Nachkriegsjahrzehnte, in denen die Kunstrichtung rehabilitiert und als wichtigste künstlerische Bewegung des frühen 20. Jahrhunderts gefeiert wird.
Präsentiert werden rund 250 Werke namenhafter Künstler:innen, wie unter anderem Wassily Kandinksy, Ernst Ludwig Kirchner, Oskar Kokoschka, Franz Marc, Paula Modersohn-Becker, Edvard Munch, Gabriele Münter, Emil Nolde und Egon Schiele.

Museum Folkwang
Museumsplatz 1
45128 Essen
Tel. 0201 – 884 50 00

 

Noch bis 8. Januar 2023

Römerthermen Zülpich – Museum der Badekultur

Gemalte Sehnsucht - Die Düsseldorfer Landschafts- und Genremalerei und Hubert Salentin


Quiz für Kinder in der Ausstellung „Gemalte Sehnsucht“ © Römerthermen Zülpich – Museum der Badekultur

Hubert Salentin erblickte am 14. Januar 1822 in Zülpich das Licht der Welt. Nach einer ärmlichen Kindheit bei Pflegeeltern schien Hubert Salentin mit seiner Ausbildung als Huf- und Nagelschmiedemeister zunächst ein Leben als Handwerker vorbestimmt. Neben der harten Alltagsarbeit schuf er jedoch bereits erste Ölgemälde. Nach seiner Ausbildung ließ sich Salentin in seiner Geburtsstadt Zülpich als Schmiedemeister nieder. Auch jetzt malte er in seiner freien Zeit und es entstanden einige kleinformatige Porträts von angesehenen Bürgern Zülpich. Mit 26 Jahren entschloss sich Salentin, endgültig das Handwerk an den Nagel zu hängen und beginnt ein Malereistudium an der neu gegründeten städtischen Kunstschule in Köln. Drei Jahre später wird er an der Düsseldorfer Akademie aufgenommen. Nach seinem Abschluss 1856 ließ Salentin sich als freischaffender Künstler in Düsseldorf nieder.Mehrfach änderte Salentin seinen Malstil. So wandte er sich zunächst dem „sentimental–symbolischen“ Genrebild zu, das durch versteckte christliche Bildelemente charakterisiert ist. Später entwickelte sich sein Stil zum „poetisch-religiösen Genrebild“ mit der Verinnerlichung und Beseelung der Bildfiguren.
Für die Ausstellung wurde ein Kinderquiz erarbeitet, um auch für Kinder die Ausstellung spannender zu gestalten.

Römerthermen Zülpich – Museum der Badekultur
Mühlenberg 7
53909 Zülpich
Tel. 02252  - 83 80 61 04

 

Noch bis 8. Januar 2023

Kunstmuseum Villa Zanders

Bibliomania – Das Buch in der Kunst


Anne Berning, Künstlerbücher E, F, 2006, 18-teilig, Öl auf Leinwand, 250 x 258 cm

Die Ausstellung zeigt Kunstwerke aus den Sparten Malerei, Zeichnung, Fotografie, Film, Buchobjekt, Künstlerbuch sowie Installation, in denen der Magie und Ausstrahlung des Bu-ches nachgeforscht wird. Sinnlich-haptische Qualitäten, die Wahl des Papiers, die Gestaltung, die Art, wie ein Buch in der Hand liegt, aber auch das Buch als jederzeit verfügbarer Speicher von Zeit, Wissen und Kultur – all diese Komponenten weisen das Buch als ein komplexes Su-jet aus, dessen gesellschaftliche und kulturelle Bedeutung gerade in dem Moment, in dem es durch den Vormarsch des digitalen Zeitalters an den Rand gedrängt wird, in seiner ganzen Tragweite erst in das Bewusstsein kommt.

Kunstmuseum Villa Zanders
Konrad-Adenauer-Platz 8
51465 Bergisch Gladbach
Tel. 02202 – 14 23 56

 

Noch bis 8. Januar 2023

SK Stiftung / Photographische Sammlung

Photographische Konzepte und Kostbarkeiten Teil 2 – Urbanes Leben, Architektur, Industrie


William Guerrieri: Habana Cafè/Via della chiesa © William Guerrieri

Mit den ineinandergreifenden Themen „Urbanes Leben, Architektur, Industrie“ präsentiert die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur in ihrem Jubiläumsjahr erneut eine Auswahl aus den eigenen Beständen mit historischen und zeitgenössischen Werkreihen. Insgesamt sind es über 300 Exponate von 20 Photographinnen und Photographen aus Deutschland, Italien, den USA und Japan, die ihre Arbeiten in diversen kulturellen Kontexten realisiert haben.

SK Stiftung / Photographische Sammlung
Im Mediapark 7
50670 Köln
Tel. 0221 - 888 95-300

 

Noch bis 8. Januar 2023

Kunstpalast Düsseldorf

Evelyn Richter


Evelyn Richter, Junges Paar im Zug, ohne Jahr, Silbergelatineabzug 28,1 x 43,1 cm © Evelyn Richter Archiv der Ostdeutschen Sparkassenstiftung im Museum der bildenden Künste Leipzig

Evelyn Richter (1930–2021) setzte ostdeutsche Lebenswelten so kritisch wie empathisch ins Bild und stellte stets den Menschen ins Zentrum ihrer Betrachtung. Ihr künstlerisch-dokumentarisches Werk verstand sie in Opposition zu den politisch gewollten Bildern der DDR. Evelyn Richter wurde für ihr Werk 2020 in Düsseldorf mit dem erstmals verliehenen Bernd und Hilla Becher-Preis ausgezeichnet. In Kooperation mit dem Evelyn Richter Archiv der Ostdeutschen Sparkassenstiftung präsentiert die Ausstellung im Kunstpalast zentrale Werkgruppen von den 1950er Jahren bis 1990. Erstmals wird komplementär zum Werk auch Material aus Richters Arbeitsfundus präsentiert: Über bislang ungesehene Motive, Kontaktbögen, Arbeitsabzüge und Bildreportagen wird ihre fotografische Praxis fassbar und neue Perspektiven auf das Oeuvre eröffnen sich.

Kunstpalast Düsseldorf
Ehrenhof 4-5
40479 Düsseldorf
Tel. 0211 – 566 42-100

 

Noch bis 8. Januar 2023

Von der Heydt Museum Wuppertal

Eine neue Kunst. Fotografie und Impressionismus


Antonin Personnaz, Armand Guillaumin beim Malen von „badende bei Crozant“, um 1907, Autochrome (Faksimile), 9 x 12 cm, Société française de photographie, Paris © Société française de photographie, Paris

Die Schau untersucht die Wechselwirkungen von Fotografie und Malerei im 19. Jahrhundert anhand von mehr als 80 wertvollen Aufnahmen aus öffentlichen und privaten Sammlungen aus Deutschland, Österreich und Frankreich, darunter Werke von Gustave Le Gray, Eugène Cuvelier, August Kotzsch und Heinrich Kühn. Den künstlerischen Fotografien werden zentrale Werke aus der Sammlung des Museums etwa von Claude Monet, Camille Pissarro, Auguste Renoir und Alfred Sisley gegenübergestellt, die teils schon seit der Gründungsphase zum festen Bestand des Museums gehören und deren Erwerbung seinerzeit für Aufsehen sorgte.

Von der Heydt-Museum
Turmhof 8
42103 Wuppertal
Tel. 0202 – 563 62 31

 

Noch bis 8. Januar 2023

Rautenstrauch-Joest-Museum – Kulturen der Welt

SPACE4KIDS - Ein Ort zum Austauschen, Entdecken, Hinterfragen

Neue Angebote für Familien mit Kindern von sechs bis zwölf Jahren zu schaffen ist eines der wichtigsten Ziele des Rautenstrauch-Joest-Museum (RJM). Mit dem „SPACE4KIDS“ soll im Sommer 2022 die erste Etappe einer bis 2025 fortlaufenden Reihe realisiert werden. Die Kinder sollen spielerisch und interaktiv in die Themen des Museums eingeführt und dazu anregt werden, zu respektvollen und aufgeschlossenen Weltbürger:innen heranzuwachsen. Das Leben anderswo und auch in Köln lässt sich nicht in allgemeinen Begriffen erklären. Im „SPACE4KIDS“ werden Menschen als Individuen dargestellt und nicht als Vertreter:innen einer Kultur.
 

Rautenstrauch-Joest-Museum – Kulturen der Welt
Cäcilienstr. 29-33
50667 Köln
Tel. 0221 - 221-313 56

 

Noch bis 15. Januar 2023

Ludwiggalerie Schloss Oberhausen

Räuber Hotzenplotz, Krabat und Die kleine Hexe.
Otfried Preußler – Figurenschöpfer und Geschichtenerzähler


Illustration von Daniel Napp aus Otfried Preußler, Das kleine Gespenst © by Thienemann in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH, Stuttgart

Otfried Preußler (1923–2013) zählt zu den bedeutendsten und prägendsten deutschen Kinder- und Jugendbuchautoren. Neben den fantastischen und märchenhaften Geschichten, die er gekonnt zu erzählen weiß, sind es die markanten Illustrationen, die sich in das kollektive Gedächtnis mehrerer Generationen eingeschrieben haben. Das kleine Gespenst, das bei Tageslicht schwarz wird, die einhundertsiebenundzwanzig Jahre junge Hexe und der am Mühlenweiher lebende kleine Wassermann haben bis heute Einzug in viele Kinderzimmer gehalten. Verschiedene Zeichnerinnen und Zeichner haben den Figuren ihr charakteristisches und unverwechselbares Aussehen gegeben. Besonders bekannt sind die Illustrationen von F. J. Tripp, der dem Räuber Hotzenplotz sein markantes Äußeres verlieh.
In der Ausstellung finden auch Preußlers kuriose Wortneuschöpfungen Beachtung. Muhme Rumpumpel, Hörbe und sein Freund Zwottel zeichnen sich durch ihren sprachlich wie bildlich hohen Wiedererkennungswert aus. Preußlers Adaption der sorbischen Sage Krabat wurde 2008 erfolgreich verfilmt und ist nur ein Beispiel für die gelungene Übertragung seiner Geschichten in andere Medien.

Ludwiggalerie Schloss Oberhausen
Konrad-Adenauer-Allee 46
46049 Oberhausen
Tel. 0208 - 412 49 28

 

Noch bis 15. Januar 2023

Deutsches Bergbaumuseum Bochum

Gras drüber … Bergbau und Umwelt im deutsch-deutschen Vergleich

Intro, Foto: © Heike Kandalowski

Erstmals in der Geschichte des Leibniz-Forschungsmuseums widmet sich eine Sonderausstellung dem Thema Umweltpolitik und Rekultivierung. Die Sonderausstellung „Gras drüber … Bergbau und Umwelt im deutsch-deutschen Vergleich“ im Deutschen Bergbau-Museum Bochum will im wahrsten Sinne unter die Grasnarbe schauen. Sie beleuchtet drei Bodenschätze und zwei Staaten: den Steinkohlenbergbau in der BRD sowie den Lausitzer Braunkohlentagebau und die Gewinnung von Uranerz in den Wismut-Gebieten in der DDR.

Deutsches Bergbaumuseum Bochum
Am Bergbaumuseum 28
44791 Bochum
Tel. 0234 – 58 77-0

 

Noch bis 15. Januar 2023

LVR Landesmusem Bonn

Heike Weber „Ambiopia"


Heike Weber und Walter Eul, Lichtung, 2022, 11 Papierschnitte, Größe variabel; Computeranimation. Foto: J. Vogel, LVR-LandesMuseum Bonn © VG Bild-Kunst, Bonn 2022

Der Begriff, den die Kölner Künstlerin Heike Weber der Medizin entlehnt und für ihre Ausstellung als Titel gewählt hat, öffnet uns – bildlich gesprochen – die Augen. Er spricht von der Vervielfachung der Bilder, dem Nebeneinander, Miteinander und Gegeneinander visueller Eindrücke. Er erinnert uns daran, dass das, was der Verstand gerne als klares Bild annehmen würde, nicht selten changiert und in ständiger Bewegung ist.Eigens für die Räume des LVR-LandesMuseums hat Heike Weber mehrere Installationen konzipiert, die sich metaphorisch mit der „Doppelsichtigkeit“ beschäftigen. Die Besucher:innen werden Teil dieser Werke: Eine raumgreifende Bodenzeichnung lässt den festen Standort ins Wanken geraten; eine Projektion auf feinsten Papierschnitten umgibt zusammen mit Licht, Schatten und Sound die Besuchenden wie ein „Dickicht“; und in einer interaktiven Klangskulptur, die in Zusammenarbeit mit Walter Eul entstanden ist, kreieren die Besucher und Besucherinnen durch die Berührung von zahllosen Kugeln eine Komposition im Raum.

LVR Landesmuseum Bonn
Colmantstr. 14-16
53115 Bonn
Tel. 0228 - 20 70-0

 

Noch bis 15. Januar 2023

DASA Dortmund

Unfree Labor - unfreie Arbeit

Sie gehört leider dazu: Wir begegnen „Unfreier Arbeit“ täglich, auch wenn wir uns dessen nicht immer bewusst sind. Denn Menschen in unfreien Arbeitsverhältnissen stehen nicht im Rampenlicht. Und die Mechanismen unseres wirtschaftlichen Systems bleiben meist im Dunkeln. Das verstärkt die ungleichen Machtverhältnisse. Die Ausstellung wirft Licht auf Fallbeispiele aus den drei Ländern Deutschland, Luxemburg und Belgien – und damit direkt vor unserer Haustür. Es geht um Scheinselbständigkeit bei Lieferdiensten und in Schlachthäusern, um die Situation von Hausangestellten und Au Pairs, um Sexarbeit und die Arbeit im Gefängnis.

DASA Dortmund
Friedrich-Henkel-Weg 1-25
44149 Dortmund
Tel. 0231 – 90 71 26 45

 

Noch bis 15. Januar 2023

Museum Schloss Moyland

Female View


GABO, Jessica Schwarz (Design Guido Maria Kretschmer), Fine art print/Hahnemühle Büttenpapier © GABO

Die Ausstellung rückt die – zu Unrecht oft vernachlässigte – Modefotografie von Frauen in den Fokus. Dieses Medium wurde über Jahrzehnte von Fotografinnen geprägt, von denen die meisten für Magazine wie Harper’s Bazaar und Vogue gearbeitet und so den Stil ihrer Zeit sowie andere Künstler:innen beeinflusst haben. Viele von ihnen hatten zuvor anderen Fotografen Modell gestanden und verstanden somit ihr Metier auf beiden Seiten der Kamera. Die Namensliste der im Museum Schloss Moyland präsentierten Fotografinnen liest sich wie das „who´s who“ der Modefotografie. Von Sibylle Bergmann (eine der erfolgreichsten Fotografinnen der DDR), Lillian Bassman, GABO, Liv Liberg bis Ellen von Unwerth spannt sich der Bogen der beteiligten Künstlerinnen.
Der Fokus vieler Ausstellungen zur Modefotografie konzentrierte sich bislang auf den männlichen Blick auf den weiblichen Körper, anhand dessen Darstellung die Kleidungsstücke inszeniert werden. Dabei sind Betrachter:innen dieser Bilder meist weiblich. Viele der ausgestellten Modefotografinnen, die ikonische Bilder und ihren eigenen Stil geschaffen haben, sind einer breiten Öffentlichkeit heute kaum bekannt. Ziel der Ausstellung ist es, dem „weiblichen Blick“ auf die Modefotografie, von den 1930er-Jahren bis in die Gegenwart, nachzuspüren.
Die Ausstellung wird auf der so genannten Beuys-Etage präsentiert, angrenzend an eine Dauerpräsentation zu dem Frühwerk des Künstlers Joseph Beuys. Aus diesem Grund werden auch frühe Zeichnungen des Künstlers zu „Modethemen" (Textilmuster, Kleiderentwürfe, Schuhe, Kleiderbügel) sowie ein partizipatives (Selfie-) Angebot zur künstlerischen Selbstinszenierung mittels Kleidung und Mode (Hut, Weste, Pelzmantel) Teil der Schau sein.

Stiftung Museum Schloss Moyland
Am Schloss 4
47551 Bedburg-Hau
Tel. 02824 - 9510-0

 

Noch bis 22. Januar 2023

Museum Ludwig

Grüne Moderne. Die neue Sicht auf Pflanzen


Das Blumenwunder, 1926 (Filmstill), Regie: Max Reichmann © absolut Medien GmbH, www.absolutmedien.de

Was ist dem Menschen die Pflanze? Die Ausstellung führt zurück ins frühe 20. Jahrhundert und fragt nach der Darstellung der Pflanze in den Künsten und ihrer Betrachtung in der Botanik. Denn so nüchtern Topfpflanzen im Bild auf den ersten Blick aussehen mögen, so sachlich sich botanische Berichte lesen, erzählen sie immer auch von den Widersprüchen, Ängsten, Sehnsüchten und Ideologien der Moderne. Die Ausstellung widmet sich dem Thema mit rund 130 Exponaten in drei Kapitel.
Die Ausstellung ist für das Museum Ludwig ein Pilotprojekt in nachhaltigem Ausstellen. Im Klimaschutzgesetz hat sich Deutschland dazu verpflichtet, bis 2045 klimaneutral zu handeln. Köln plant die Klimaneutralität bereits bis 2035. Auch Kultureinrichtungen wollen und müssen neue betriebsökologische Standards etablieren, besonders Museen, die mit Klimaanlagen, Beleuchtung, Reisen und Transporten zu den großen CO2-Emittenten innerhalb des Kultursektors zählen. „Grüne Moderne. Die neue Sicht auf Pflanzen“ wird daher Möglichkeiten nachhaltigen Ausstellungsmachens erkunden und transparent machen.

Museum Ludwig
Heinrich-Böll-Platz
50667 Köln
Tel. 0221 - 221-261 65

 

Noch bis 22. Januar 2023

Kunstpalast Düsseldorf

Christo und Jeanne Claude. Paris. New York. Grenzenlos


Lithographie mit Collage aus Stoff, Bindfaden, Heftklammern und Stadtplan mit Kohle-, Blei- und Buntstift überarbeitet, 56 x 71cm, Sammlung Ingrid & Thomas Jochheim © Christo and Jeanne-Claude Foundation / VG Bild-Kunst, Bonn, 2022, Foto: Wolfgang Volz

Die Ausstellung zeichnet die kunsthistorische Entwicklung von Christo und Jeanne-Claude seit Mitte der 1950er Jahre bis heute nach und stellt das in Frankreich entstandene künstlerische frühe Schaffen im Kontext mit Arbeiten von Weggefährt:innen vor. Zusammen mit Werken von Christo werden Gemälde und Objekte von Arman, Niki de Saint Phalle, Jean Dubuffet, Lucio Fontana, Yves Klein und anderen präsentiert. Aus dem vielfältigen Bezugsfeld der Avantgarde im Paris der 1950er Jahre wird deutlich, wie die spezifische Werkentwicklung von Christo und Jeanne-Claude verlief und was ihre künstlerische Position ausmacht. Das Projekt ist die letzte Ausstellung, der Christo kurz vor seinem Tod im Mai 2020 noch zugestimmt hat. Ausgangspunkt für das Projekt bildet die bedeutende Sammlung von Ingrid und Thomas Jochheim, die einen der weltweit umfangreichsten Bestände der Kunst von Christo und Jeanne-Claude darstellt. Hierzu zählen zahlreiche Objekte sowie großformatige Zeichnungen, grafische Arbeiten und Fotografien. In der Ausstellung werden sämtliche von Christo und Jeanne-Claude realisierten Projekte seit Wrapped Coast von 1968/69 vorgestellt.

Kunstpalast Düsseldorf
Ehrenhof 4-5
40479 Düsseldorf
Tel. 0211 – 566 42-100

 

Noch bis 22. Januar 2023

Kunstmuseum Bonn

Max Ernst und die Natur als Erfindung


Max Ernst, Jardin peuplé de chimères, 1936, Privatsammlung, VG Bild-Kunst, Bonn 2022, Foto: David Ertl

Die Ausstellung untersucht das Werk von Max Ernst als Entwurf einer alternativen Naturgeschichte im Kontext der Kunst seiner Zeit bis in die Gegenwart. In seiner Histoire Naturelle von 1926 hat Max Ernst dazu selbst ein Modell formuliert, das von der Entstehung der Welt, über Flora und Fauna zum Menschen und zum Kosmos reicht. Natur wird als provozierender und inspirierender Raum des Möglichen erfasst. Mit der Hilfe von Techniken wie Collage, Frottage oder Décalcomanie erfand Max Ernst ein so verführerisches wie beunruhigendes surreales Universum, eine parallele Bildwelt, die die gleiche Wahrscheinlichkeit und Überzeugungskraft besitzt wie die scheinbar wissenschaftlich bestätigte Natur. Die Auswahl der Gemälde, Zeichnungen, druckgrafischen Blätter, illustrierten Bücher und Fotografien bezieht Künstler:innen wie Hans Arp und Paul Klee, Rebecca Horn und Thomas Ruff sowie andere ein, die die Natur ebenfalls als das zugleich vertraute und fremde Andere entwerfen.

Kunstmuseum Bonn
Helmut-Kohl-Allee 2
53113 Bonn
Tel. 0228 - 77 62 60

 

Noch bis 29. Januar 2023

Von der Heydt Museum Wuppertal

Fremde sind wir uns selbst – Bildnisse von Paula Modersohn-Becker bis Zanele Muholi


Paula Modersohn-Becker, Mädchenbildnis mit gespreizter Hand vor der Brust, 1905, Von der Heydt-Museum Wuppertal

Die Ausstellung widmet sich Fragen der (Selbst-) Darstellung und Repräsentation in der Bildenden Kunst seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert. Anhand von Hauptwerken aus der Sammlung des Von der Heydt-Museums wird erfahrbar, wie sich gesellschaftliche und soziale Rollenvorstellungen in Bilder vom Menschen einschreiben und wirken. Das Spektrum reicht von Gemälden der klassischen Moderne, etwa von Paula Modersohn-Becker, Emmy Klinker, Henry de Toulouse-Lautrec, Christian Schad und Felix Vallotton, über Werke von WOLS, Francis Bacon und Miriam Cahn bis in die Gegenwart, u. a. vertreten durch Tobias Zielony und Zanele Muholi.

Von der Heydt-Museum
Turmhof 8
42103 Wuppertal
Tel. 0202 – 563 62 31

 

Noch bis 29. Januar

LVR-Kulturzentrum Abtei Brauweiler

Das Leben mit dem Loch.
Alltag im Rheinischen Braunkohlerevier in Zeiten der Energiewende

Vor dem Hintergrund der gesellschaftspolitischen Debatten um Klimaschutz und Versorgungssicherheit werden aktuell weitreichende gesellschaftspolitische Debatten um die Bedeutung der Braunkohle in Zeiten des stetig wachsenden Energiehungers einer im Wohlstand lebenden Gesellschaft geführt. Die Ausstellung widmet sich in verschiedenen Modulen den Themen: Geschichte, Umsiedlung, Protest und Vereinsleben. Das zentrale Modul zur Umsiedlung zeigt eine Sitzgruppe aus Gartenmöbeln. Sie ist vor einem Hof zum Verweilen und Plausch aufgestellt und ist als symbolhaftes Zeichen gegen das „sterbende“ Dorf zu verstehen. In „Umzugskartons“ präsentierte, im Zuge der Haus- und Hofräumungen aufgefundene Gegenstände werden von ihren ehemaligen Eigentümer:innen mit Erinnerungen verknüpft.

LVR-Kulturzentrum Abtei Brauweiler
Ehrenfriedstr. 19
50259 Pulheim
Tel. 02234 - 98 54-0

 

Noch bis 5. Februar 2023

Bundeskunsthalle Bonn

Die Oper ist tot – Es lebe die Oper!


Der Bühnensaal der Oper von Venedig (La Fenice), 2020 © picture alliance/dpa / Annette Reuther

Wie kein anderes Genre spricht die Oper unsere Sinne an: In ihr verbinden sich Musik, Gesang, Poesie, bildende Künste, Theater und Tanz zu einem spektakulären Gesamtkunstwerk. Sie lebt von dramatischen Extremen, vom Magischen und Irrationalen. Als Kunstereignis ist sie einmalig und vergänglich. Ausgehend von ihren Anfängen in Italien, wirft die Ausstellung kaleidoskopartig Blicke auf Geschichten, die die Oper geschrieben hat. Sie präsentiert die Vielfalt der barocken Spektakel. Und sie erzählt am Beispiel berühmter Opernhäuser wie der Mailänder Scala, der Wiener Hofoper oder der New Yorker Met vom Wachstum und Wandel der Institution im 19. und 20. Jahrhundert. Im Fokus stehen dabei die Menschen, die sich in der Oper zusammenfinden, um ihren inneren Bildern die sinnliche Gestalt zu verleihen, die das Publikum zu sehen und zu hören bekommt. Begleitet von Einspielungen zahlreicher Opernwerke, erzählen Gemälde und Kostüme, Plakate und Bühnenbildmodelle, Karikaturen und Programmhefte bekannte und unbekannte Geschichten über eine sich immer wieder neu erfindenden Gattung und Institution.

Bundeskunsthalle
Helmut-Kohl-Allee 4
53113 Bonn
Tel. 0228 – 917 10

 

Noch bis 5. Februar 2023

Museum Ludwig

HIER & JETZT Antikoloniale Eingriffe


Paula Baeza Pailamilla, Etnoturismo (Ethnotourism), 2017© Paula Baeza Pailamilla

Das achte Projekt der Ausstellungsreihe HIER UND JETZT im Museum Ludwig unternimmt einen antikolonialen Streifzug durch die ständige Sammlung. Zusammen mit den Künstler:innen Daniela Ortiz (*1985 in Peru), Paula Baeza Pailamilla (*1988 in Chile), Pável Aguilar (*1989 in Honduras) und Paloma Ayala (*1980 in Mexiko) schauen wir mit kritisch-neugierigem Blick auf künstlerische Positionen aus Lateinamerika. Welche lateinamerikanischen Künstler:innen finden sich in der Sammlung? Wie reproduzieren Künstler:innen der Klassischen Moderne – also in der Regel aus Europa – den exotisierenden Blick auf den globalen Süden? Welche Werke gilt es kritisch zu hinterfragen, welche bieten Gegenmodelle an?

Museum Ludwig
Heinrich-Böll-Platz
50667 Köln
Tel. 0221 - 221-261 65

 

Noch bis 12. Februar 2023

Kölnisches Stadtmuseum (Ausstellung im Maritim Hotel Köln)

50 Jahre Höhner


Höhner © 2021 Kay-Uwe Fischer

Die Höhner gehören zu Köln wie Kölsch und Karneval. 1972 sorgte die Kultband, damals noch als „Ne Höhnerhoff“ – ein Federn werfendes Quartett im Hühneroutfit –, erstmals für Stimmung auf den Karnevalsbühnen. Heute sind sie deutschlandweit bekannt; Lieder wie „Viva Colonia“ oder „Ich ben ne Räuber“ begeistern generationsübergreifend die Menschen. Mit besonderen Aktionen wie den Philharmonie-Classic-Abenden oder der Höhner Rockinʼ Roncalli Show zeigen die kölschen Urgesteine, dass sie musikalisch nicht nur im Karneval zu Hause sind. Seit Jahren nutzen die Höhner zudem ihre Popularität, um gegen gesellschaftliche und soziale Missstände anzugehen. Das Engagement bei der „AG Arsch huh“, der tatkräftige Einsatz für das „LObby-REstaurant“ des Kölner Arbeitslosenzentrums und viele weitere Projekte sind Höhner-Herzensangelegenheiten.Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums widmet das Kölnische Stadtmuseum der facettenreichen Bandgeschichte des kölschen „Federviehs“ eine bunte Sonderausstellung im Maritim Hotel. Eine Ausstellung für die ganze Familie!

Veranstaltungsort ist das Maritim Hotel, Heumarkt 20, 50667 Köln

Kölnisches Stadtmuseum
Veranstaltungsort Maritim Hotel
Heumarkt 20
50667 Köln
Tel. 0221 – 221-223 98

 

Noch bis 12. Februar 2023

K20 Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen

Mondrian. Evolution


Piet Mondrian. Evolution | Piet Mondrian, Komposition Nr. 3 mit farbigen Flächen, 1917, Öl/L, 48 x 61 cm, Kunstmuse-um Den Haag

Viele kennen den Maler Piet Mondrian (1872-1944) als Schöpfer von strengen geometrischen Kompositionen mit schwarzweißen Linien und Farbfeldern in Rot, Blau oder Gelb. Dass der Niederländer in seinen ersten Jahrzehnten Landschaften und andere gegenständliche Motive wählte und diese oft mit überraschender Farbigkeit inszenierte, ist kaum bekannt. Die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen zeigt Mondrians Weg von den frühen naturalistischen Gemälden bis zu den späten abstrakten Arbeiten und spürt die formalen Zusammenhänge auf, die zwischen den Bildern aus fünf Jahrzehnten bestehen.
Die Ausstellung, die sich vor allem den frühen Gemälden widmet, zeigt, wie Mondrians Entwicklung aufeinander aufbaut und dem Ziel der Darstellung des Absoluten näherkommt. Diese künstlerische „Evolution“ lässt sich in ihren Anfängen besonders gut anhand landschaftlicher Motive studieren. An Windmühlen, Leuchttürmen, Dünen und Bauernhöfen entfaltete der Künstler seine Formensprache, bei der er sich auf das Komponieren von Flächen, senkrechten und waagerechten Linien und deren Rhythmen konzentrierte. Sowohl das naturalistische als auch das späte abstrakte Werk ist Resultat eines intuitiv gelenkten Vorgehens und keineswegs Ergebnis mathematischer Rationalität.

K20 Stiftung Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen
Grabbeplatz 5
40213 Düsseldorf
Tel. 0211 - 838 17 30

 

Noch bis 13. Februar 2023

LVR-Freilichtmuseum Kommern

Formvollendet? Bakelit verändert den Alltag

Einblick in die Bakelit-Ausstellung, Foto: © Andrea Nowotny/LVR

Bei Bakelit handelt es sich um ein Phenolharz, heute würde man Kunststoff dazu sagen, welches 1907 erfunden wurde und anfangs als kostengünstige Alternative zu Keramik vor allem im technischen Umfeld Einzug hielt. Der neuartige Kunststoff findet aber bald auch Verwendung in vielen anderen Bereichen. Die Ausstellung in Kommern nimmt sich dem Thema chronologisch an und verfolgt die Entwicklung des ersten vollsynthetischen Kunststoffs, welcher weltweit in großen Mengen produziert wurde, bis zu seiner Nutzung heutzutage. Gezeigt werden unter anderem landwirtschaftlichen Geräte, Möbel, Kleidung, Spielzeuge, Fahrzeuge und Gebäude bis hin zu Designerobjekte z.B. aus Bakelit.

LVR-Freilichtmuseum Kommern
Auf dem Kahlenbusch
53894 Kommern
Tel. 02443 - 998 00

 

Noch bis 19. Februar 2023

LVR Landesmusem Bonn

Augenlust? Niederländische Stillleben im Detail


Pieter Claesz., Frühstücktisch mit Siegburger Steinzeugkanne, 1597/98, LVR-LandesMuseum Bonn

Funkelnde Gläser und feinstes Porzellan, saftige Früchte und exotische Gewürze: In niederländischen Stillleben des 17. Jahrhunderts kann das Auge lustvoll umherschweifen und zahlreiche Kostbarkeiten entdecken. Die malerische Wiedergabe der verschiedenen Gegenstände ist oftmals von einer solchen Perfektion, dass man die realen Objekte vor sich zu sehen glaubt.
Die Ausstellung verschreibt sich dem Konzept einer „slow exhibition“: In 14 Kabinetten präsentiert sie jeweils ein zentrales Stillleben und lädt dazu ein, sowohl die Schönheit der Gemälde zu bewundern als auch die Geschichten ihrer Details zu entdecken. Weitere Objekte wie Globen, Bücher und venezianische Gläser, aber auch zahlreiche Alltagsgegenstände, die noch nie außerhalb der Niederlande zu sehen waren, erzählen vom Leben im 17. Jahrhundert. So bietet die Ausstellung ein Fest für die Sinne und eröffnet zugleich einen aufschlussreichen.

LVR Landesmuseum Bonn
Colmantstr. 14-16
53115 Bonn
Tel. 0228 - 20 70-0

 

Noch bis 26. Februar 2023

Wallraf-Richartz-Museum

SUSANNA - Bilder einer Frau vom Mittelalter bis MeToo


Édouard Manet, Studie für „Die Auffindung des Mosesknaben“, um 1859, 35,5 x 46 cm, Öl auf Leinwand, Nationalmuseum Oslo

Mit der weltweit ersten Ausstellung zur biblischen Susanna in der Kunst widmet sich das Wallraf-Richartz-Museum im Winter 2022/23 einer Erzähl- und Bildtradition, die auch vor dem Hintergrund der MeToo-Bewegung kaum aktueller sein könnte: „SUSANNA - Bilder einer Frau vom Mittelalter bis MeToo“ zeigt eindrucksvoll, wie Machtmissbrauch und sexualisierte Gewalt schon seit Jahrhunderten in Malerei und Graphik verhandelt werden. Die biblische Erzählung von der Nötigung der Susanna durch zwei alte Richter übt schon seit der Spätantike großen Einfluss auf die Kunst aus. Die Kölner Sonderausstellung belegt dies mit hochklassigen Werken von u.a. Artemisia Gentileschi, Anthonis van Dyck, Rembrandt, Eugène Delacroix, Édouard Manet und Lovis Corinth sowie beeindruckenden Arbeiten von zeitgenössischen Künstlerinnen wie Kathleen Gilje, Heike Gallmeier und Zoe Leonard.

Wallraf-Richartz-Museum
Obenmarspforten 40
50667 Köln
Tel. 0221 - 221-211 19

 

Noch bis 26. Februar 2023

SK Stiftung / Deutsches Tanzarchiv Köln

Jahrestage. Geschichten aus der Geschichte des Tanzes


Detail der Ausstellungsinstallation, zu sehen sind: Katja Wulff in einer zeitgenössischen Ausdrucksstudie | um 1920, Portrait Katja Wullf | um 1920, Tanz | undatierte Zeichnung von Katja Wulff / Foto: © Janet Sinica

In seiner neuen Jahresausstellung erzählt das Deutsche Tanzarchiv Köln anhand ausgewählter Objekte aus seiner Sammlung Geschichten aus der Geschichte des Tanzes. Episoden eines Lebens für den Tanz, die von der Euphorie des Aufbruchs ebenso geprägt sind wie vom Triumph des Gelingens oder der Ernüchterung in der Krise, im Scheitern. Gleichzeitig entfalten diese Geschichten ein subjektiv-historisches Panorama der Tanzkunst im 20. Jahrhundert aus der Perspektive seiner großen und kleinen, prominenten und weniger prominenten Akteure.

SK Stiftung / Deutsches Tanzarchiv Köln
Im Mediapark 7
50670 Köln
Tel. 0221 - 888 95-400

 

Noch bis März 2023

Bilderbuchmuseum Troisdorf

Cornelia Funke und ihre verzaubernden Welten


Cornelia Funke: Der Mondscheindrache. Loewe, Bindlach 1996

Das Bilderbuchmuseum Troisdorf richtet eine große Ausstellung mit zahlreichen Bildern und Büchern von Cornelia Funke ein. Im Erdgeschoss sind die Illustrationen rund um die „Tintenwelten“, „Reckless“-Welten, die Monstergeschichten und die Büchern der Gespensterjäger zu sehen. Die gesamte Ausstellung zeigt ihre Freundschafts-, Ritter- und Abenteuergeschichten, wie Illustrationen zum „Herrn der Diebe" und den „Wilden Hühnern". Die Zeichnerin und Autorin Cornelia Funke gehört zu den seltenen Doppeltalenten in Deutschland, die sowohl in der Erfindung von bildlichen Welten fantasievoll und originell ist als auch in der sprachlichen Schöpfung von fantastischen Geschichten. Ihre Themen reichen von Vorlese- und Erstlesegeschichten für die ganz Kleinen über Gespenstergeschichten bis zur Jugendliteratur. Seit ihrem großen internationalen Erfolg mit der „Tintenwelt“-Trilogie ist es vor allem die generationsübergreifende Literatur, die sowohl von Kindern und Jugendlichen als auch von Erwachsenen gelesen und künstlerisch betrachtet wird.

Bilderbuchmuseum Burg Wissem
Burgallee 1
53840 Troisdorf
Tel. 02241 - 900-427

 

Noch bis 26. März 2023

Makk – Museum für Angewandte Kunst

Susanna Taras. Blumen, Flowers, Fleurs


Susanna Taras in der Ausstellung, Foto © Paul Schöpfer

Wie ein belebendes Elixier gegen die oft triste und dunkle Herbst- und Winterzeit wirkt die Ausstellung „Blumen, Flowers, Fleurs“ der Künstlerin Susanna Taras, die das MAKK in einen farbenprächtigen Blumengarten verwandelt. In ihren Arbeiten beschäftigt sich Susanna Taras mit floraler Ornamentik, pflanzlicher Formensprache und der Wirkung von Materialien. Beispielhaft gilt dies für die Werkgruppe „Wallflowers“, die die Künstlerin selbst als „Malerei mit Wolle“ bezeichnet. Der Schaffensprozess von „Wallflowers“ entspricht dem eines Malaktes. Nur benutzt Susanna Taras statt Pinsel und Farbpalette speziell eingefärbte Wollfäden, die sie in einer Art des Teppichknüpfens in die Leinwand bringt. Das Ergebnis sind großformatige textile Blumenreliefs, deren plastische und stoffliche Wirkung durch einen Wollflor erzeugt werden. Mit „Blumen, Flowers, Fleurs“ präsentiert Susanna Taras einen künstlerisch gestalteten Garten ganz nach ihren eigenen Vorstellungen. Uns erwartet ein Meer aus botanisch teilweise exakt zu bestimmenden Blumen und Blüten: Rosen, Stiefmütterchen, Lilien, Nelken, Tulpen, Veilchen, Vergissmeinnicht, Orchideen, Winden, Malven, Wicken, Krokusse und Päonien. Susanna Taras komponiert mit ihren „Wallflowers“ poetische Räume und ermöglicht einen neuen Zugang zur Schönheit und Einzigartigkeit der Natur. Sie präsentiert den Besucher:innen der Ausstellung ihre eigene artifizielle Faszination der Natur, die sich zwischen Natürlichkeit, Kunst und Künstlichkeit bewegt.

MAKK – Museum für Angewandte Kunst
An der Rechtschule 7
50667 Köln
Tel. 0221 – 221-238 60

 

Noch bis 26. März 2023

Arp Museum Bahnhof Rolandseck

Tierisch was los! Tiere und ihre Menschen


Johan Zoffany │Porträt Georges Steevens │um 1780 © Arp Museum Bahnhof Rolandseck/Sammlung Rau für UNICEF │Foto: Horst Bernhard

In vielen Gemälden und Skulpturen der Sammlung Gustav Raus kräht, bellt und grunzt es. Nun heißt es: Leine los, jetzt wird die Tierwelt vom Mittelalter bis in die Neuzeit entfesselt. Mythische Tierwesen und gezähmte Kreaturen sind zentrale Gestalten in Religion und Volksglauben. In ihnen spiegelt sich die traditionell enge Bindung zwischen Tier und Mensch. Diese Bindung ist ambivalent, geprägt von Liebe und Furcht und der Akzeptanz eines nützlichen Helfers an menschlicher Seite. Beispielhaft werden einige dieser Helfer vorgestellt: Milchkühe, Schafe, Pferde und Hühner treten ins Rampenlicht der Bildbühnen. Das nicht gezähmte Wildtier bleibt dagegen Beute. Frisch erlegt, apportiert vom treuen Jagdhund wird es von Barock-Maler:innen festgehalten, um den höfischen Jagdsport und seine Erfolge zu demonstrieren. Die Kunstwerke der Sammlung Rau für UNICEF erzählen diese wechselvollen Geschichten von Tier und Mensch bis in unsere heutige Zeit.

Arp Museum Bahnhof Rolandseck
Hans-Arp-Allee 1
53424 Remagen
Tel. 02228 - 92 55-0

 

Noch bis 10. April 2023

Bundeskunsthalle Bonn

Ernsthaft?! Albernheit und Enthusiasmus in der Kunst


Cosima von Bonin, What If It Barks 7 (Coffee Pot Version), 2018, © Photo: Noam Preisman, Magasin III Museum for Contemporary Art, Stockholm

Eine der wichtigsten Haltungen oder Gefühle, die der modernen und zeitgenössischen Kunst zugrunde liegen, ist eine enthusiastische Albernheit, die auch vor dem Peinlichen, dem Unvernünftig-Dummen nicht zurückschreckt: ernsthaft?! Die epochenübergreifende Ausstellung umfasst Werke von rund 100 Künstlerinnen und Künstlern aus der ganzen Welt und spannt einen Bogen bis in die unmittelbare Gegenwart. Werke zahlreicher Künstler:innen sind in einer verschiedene Kapitel umfas-senden Szenografie vertreten. Ernsthaft?! kokettiert mit dem Humor der Katastrophe, dem schlechten Geschmack, dem Camp-Ansatz, der B-Movie-Kultur, Science-Fiction, Horror etc. sowie der Unreife, der Idiotie, der Intuition und natürlich der Leidenschaft – und nicht zu vergessen mit dem Enthusiasmus.

Bundeskunsthalle
Helmut-Kohl-Allee 4
53113 Bonn
Tel. 0228 – 917 10

 

Noch bis 23. April 2023

Wallraf-Richartz-Museum

Sensation des Sehens


Dirck van Delen, Interieur einer verlassenen Säulenhalle, Öl auf Leinwand, Sammlung Ferdinand Franz Wallraf, Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud

Schattenspiele, Rätselbilder, Wunderlaternen, Stroboskopscheiben und der legendäre Cinematograph, mit dem die Gebrüder Lumière 1896 erstmals bewegte Bilder aufnehmen und abspielen konnten – dies sind nur einige der 25.000 Objekte aus der faszinierenden Sammlung von Werner Nekes (1944-2017). Der legendäre Filmregisseur aus Mülheim an der Ruhr war von der „Geschichte der Bilderzeugung“, wie er sie selbst nannte, derart fasziniert, dass er in dreißig Jahren die weltweit größte und beste Kollektion zur Mediengeschichte der letzten vierhundert Jahre zusammentrug. In gleich drei aufeinander folgenden Ausstellungen treffen die „laufenden Bilder“ auf Gemälde aus Mittelalter, Barock und Neuzeit. Den Auftakt zu der Ausstellungstrilogie macht im Sommer 2022 „Die Sammlung Nekes – Vol. 1 Barock“. Im großen Fenstersaal der Barockabteilung wird dafür eine eigene Wunderkammer errichtet, in der augentäuschender Realismus und dramatische Bewegtheit auf die Besucher:innen warten.

Wallraf-Richartz-Museum
Obenmarspforten 40
50667 Köln
Tel. 0221 - 221-211 19

 

Noch bis 7. Mai 2023

Neanderthal Museum

Pompeji - Pracht und Untergang


Gelageraum und Fresken Pompeji © NeanderthalMuseum

Im Jahr 79 n. Chr. ereignete sich eine der berühmtesten Tragödien der Antike. Pompeji, die römische Handelsstadt am Golf von Neapel, wurde beim Vulkanausbruch des nahegelegenen Vesuvs unter einer mehrere Meter dicken Ascheschicht begraben. Beschreibungen der Katastrophe sind uns heute noch von Plinius dem Jüngeren überliefert, einem damals 18-jährigen Zeitzeugen, dessen Onkel den Ausbruch miterlebt hat. Die Sonderausstellung lädt Besucherinnen und Besucher ein, den Alltag der Menschen in der einst reichen römischen Stadt Pompeji und die letzten Stunden bis zu ihrem Untergang nachzuempfinden. Immersive Videoinstallationen führen durch die Häuser und Höfe am Fuße des Vulkans und veranschaulichen die Pracht der gefundenen Wandmalereien, die nicht nur Archäologinnen und Archäologen faszinieren. Die Ruinen, die Alltagsgegenstände und die Menschen, die sich bis heute perfekt in der Asche erhalten haben, erzählen von dem dramatischen Untergang einer Stadt, die immer noch als eine der reichsten archäologischen Schatzkammern der Welt gilt. Nachbildungen der Ascheleichen veranschaulichen das Unglück der Menschen, die bis zuletzt in ihren Häusern blieben.

Neanderthal Museum
Talstr. 300
40822 Mettmann
Tel. 02104 - 979 70

 

Noch bis 27. August 2023

DASA Dortmund

Foodprints – Die interaktive Ausstellung über Ernährung


Mitmach-Bereiche in der Ausstellung FOODPRINTS © Arman Rastegar

Die Ausstellung lädt auf eine spannende Reise durch die Geschichte und Zukunft von Technik und Ernährung ein. Hier gibt es einige Appetithäppchen an interaktiven Erlebnissen, multimedialen Installationen und einer anregenden Portion Kulturgeschichte. Entdeckt, was alles in unserem Essen steckt – an Technologie, an Ressourcen und nicht zuletzt an Arbeitsprozessen. Vor allem aber erfahrt hautnah und in einem einzigartigen Ausstellungspanorama, welche ökologischen, sozialen, ökonomischen und gesundheitlichen Effekte unsere Ernährung mit sich bringt.

DASA Dortmund
Friedrich-Henkel-Weg 1-25
44149 Dortmund
Tel. 0231 – 90 71 26 45

 

Noch bis 26. November 2023

Gasometer Oberhausen

Das zerbrechliche Paradies

© Foto: Tim Laman
 
Die erste Ausstellung nach der umfangreichen Sanierung des Gasometers zeigt die Schönheit der Natur und den Einfluss des Menschen auf seine Umwelt. „Das zerbrechliche Paradies“ nimmt die Besucher mit auf eine bildgewaltige Reise durch die bewegte Klimageschichte unserer Erde und zeigt in beeindruckenden, preisgekrönten Fotografien und Videos, wie sich die Tier- und Pflanzenwelt in Zeiten des Anthropozäns verändert.
Feuer, Wind und Wasser - diese Urgewalten bilden den furiosen Einstieg in die neue Gasometer-Ausstellung. Unmittelbar erleben die Besucher die Auswirkungen dieser Naturphänomene auf die Klimageschichte unseres Planeten. Unter dem Motto „Eine Erde – viele Welten“, entdecken die Besucher im Rund unter der Gasdruckscheibe die paradiesische Artenvielfalt unseres Planeten. Einzigartige großformatige Fotografien und packende Filmausschnitte lassen den Betrachter mit Faultieren in die Baumwipfel des Regenwaldes klettern, mit jungen Eisbären spielerisch über das Packeis tollen oder mit einer Karibu-Herde durch Tundra und Taiga ziehen.
 
Gasometer Oberhausen
Arenastr. 11
46047 Oberhausen
Tel. 0208 - 850 37 30

 

Noch bis 23. Dezember 2023

LVR-Industriemuseum Oberhausen Peter-Behrens-Bau

Klasse und Masse. Kunststoffdesign im Alltag

© Big-Bobby-Car, Entwurf 1971, Hersteller: Big Spielwarenfabrik Ernst A. Bettag, Fürth, 2016 © LVR-Industriemuseum, Foto: Jürgen Hoffmann
 
Kunststoffe sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Untrennbar mit industrieller Massenproduktion verbunden, begleiten sie technische Entwicklungen und eröffnen Designer:innen ungekannte Freiheiten in der Gestaltung. Ob Volksempfänger, Trabant, Panton Stuhl, Bobby Car oder iMac: Kunststoffprodukte sind Teil des kollektiven Gedächtnisses geworden und haben ihren Weg ins Museum gefunden. Die Ausstellung zeigt die vielfältigen Möglichkeiten dieses Werkstoffs vom billigen Ersatzstoff und Massenprodukt bis zur Hightech-Komponente und Designikone. Für jeden Bereich zeigt die Ausstellung Klassiker der Designgeschichte, wie den komplett aus Kunststoff gefertigten „Panton Stuhl“ – eine Ikone der Pop-Ära, den der Designer Verner Panton in den 1960ern entwickelte. Oder das „Bobby Car“, das sich seit seiner Markteinführung 1972 großer Beliebtheit erfreut. 1995 gab es davon sogar eine „Art Edition“ aus Recycling-Material, die von namhaften Künstlern gestaltet wurde.
 
 
LVR-Industriemuseum Oberhausen Peter-Behrens-Bau
Essener Str. 80
46047 Oberhausen
Tel. 02234 - 992 15 55 (KulturInfo Rheinland)

 


 

Kommende Ausstellungen

 

Vom 24. November bis 11. Dezember 2022

Käthe Kollwitz Museum

Transit


Daniel, Juni 2022, Foto: Damian Zimmermann

Entworfen in den 1960er Jahren als Utopie des sozialen Wohnungsbaus, wird der Kölner Stadtteil Chorweiler heute meist als Problem-Quartier wahrgenommen: Hohe Arbeitslosen- und Migranten-Quoten und eine Skyline aus häufig heruntergewirtschafteten Hochhäusern prägen das Klischee. Mitten in Chorweiler-Zentrum, in der Kreativwerkstatt Outline e.V., leben und erleben Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene Hiphop- und Graffiti-Kultur. Sie erheben auf diese Weise ihre Stimme, bringen sich ein und gestalten ihren Stadtteil.
Das Käthe Kollwitz Museum Köln präsentiert nun in einer multimedialen Installation Graffiti, Texte und Musikvideos, die in der Kreativwerkstatt unter der Leitung von Puya Bagheri entstanden sind oder ihren Anfang genommen haben, sowie Interviews mit den Jugendlichen und Porträt-Fotografien von Damian Zimmermann.

Käthe Kollwitz Museum
Neumarkt 18-24
50667 Köln
Tel. 0221 – 227 28 99

 

Vom 25. November 2022 bis 19. März 2023

Museum Schnütgen

Magie Bergkristall


Bergkristallreliquiar (Detail), Köln, um 1200, Museum Schnütgen, Foto: Stephan Kube, Greven

Bergkristall gilt den Menschen seit alters her als außergewöhnliches Material. Zahlreiche Legenden ranken sich um seine Herkunft und besonderen Kräfte, vielfach wird er als Manifestation des Göttlichen gedeutet. Es ist vor allem die Transparenz des Bergkristalls, der kühler und härter als Glas, aber weicher als ein Diamant ist, die ihm seine große Anziehungskraft verleiht. Für die Sonderausstellung „Magie Bergkristall" ist es gelungen, rund 120 Objekte aus den unterschiedlichsten Museen zusammenzutragen. Die faszinierenden Leihgaben umfassen ein weites Spektrum an Objekten, vom rohen Bergkristall über Funde aus einer Werkstatt bis hin zu meisterhaft gearbeiteten Kunstwerken. Zu sehen sind einzigartige Bergkristall-Gefäße, Linsen, Amulette, Skulpturen, aber auch Tafelbilder, Handschriften und andere Objekte rund um den „magischen" Kristall.

Museum Schnütgen
Cäcilienstr. 29-33
50667 Köln
Tel. 0221 – 221-313 55

 

Vom 1. Dezember 2022 bis 29. Mai 2023

August Macke Haus

Evarist Adam Weber. Wiederentdeckt.
Zwischen Expressionismus und Neuer Sachlichkeit, zwischen freier und angewandter Kunst


Evarist Adam Weber: Ausfahrt, um 1922/25, Öl auf Leinwand, 52,5 x 65,2 cm, Evarist Adam Weber Archiv © Kunsthaus Lempertz / Foto: Sascha Fuis Photographie, Köln

Evarist Adam Weber wurde in Aachen geboren, 1887, im gleichen Jahr wie August Macke. Und beide sollen sich als Kommilitonen während ihres Studiums an der Düsseldorfer Kunstakademie begegnet sein. Beide verbindet auch ihr Interesse für angewandte Kunst. Doch ansonsten verliefen ihre Lebenswege sehr unterschiedlich. Und während August Macke auch durch das Engagement seiner Familie nach seinem Tod berühmt wurde, geriet Weber in Vergessenheit und gehört zur sogenannten verschollenen Generation. Ausgangspunkt all seiner Aktionen ist München und Umgebung, wohin er 1910 übergesiedelt ist. Ab 1931 tritt die freie Malerei zunehmend in den Hintergrund. Weber ist nun vor allem kunsthandwerklich tätig und führt zusammen mit seiner Frau die Kunsthandwerklichen Werkstätten Weber-Heubach, Ebenhausen. Hier entstehen hochkarätige Produkte von Batik-Schals und -Wandbehängen über Taschen aus Leder und Filz bis hin zu geritzten Glasobjekten.

August Macke Haus
Hochstadenring 36
53119 Bonn
Tel. 0228 - 65 55 31

 

Vom 3. Dezember 2022 bis 16. April 2023

Bundeskunsthalle Bonn

Die Letzten ihrer Art – Seltene Handwerke und Berufe im Wandel


Weber am Handwebstuhl, vermutlich Bielefeld, um 1930 © LWL-Medienzentrum für Westfalen

In der Reihe interdisziplinärer Ausstellungen zu wissenschaftlich-technischen und gesellschaftsrelevanten Themen widmet sich die Bundeskunsthalle seltenen oder gefährdeten handwerklichen Berufen. Die Ausstellung will nahezu vergessene Handwerke präsentieren und damit zugleich fördern. Die UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes Deutschlands zählt eine Reihe von schützenswerten lokalen Traditionen auf, wie z.B. Drechsler- und Flechthandwerk, Porzellanmalerei, Seidenweberei und Musikinstrumentenbau. Auch andere Menschen wie der letzte Bergmann des Ruhrpotts oder die letzte Rheinschifferin haben Berufe erlernt, die drohen, in Vergessenheit zu geraten.
Die Ausstellung nimmt besonders den lokalen beruflichen Wandel in Nordrhein-Westfalen in den Blick. Die Auswahl der Handwerkskünste geschieht nach qualitativen Gesichtspunkten, aber auch im Hinblick auf persönliche Geschichten, die oft mehrere Familiengenerationen umspannen. Diese Geschichten haben soziale und psychologische Facetten, z. B. auch in Bezug auf den Begriff der Kreativität und seine Bedeutung für unsere Bildung und unser Wohlbefinden. Ein spezieller Fokus liegt auf der Revitalisierung aussterbender Handwerksberufe. Auch der interaktive Bezug zu aktuellen Trends, wie Do-it-yourself-, Repair- und Recycling-Workshops sowie zur Nachhaltigkeitsdebatte allgemein, ist vorgesehen.

Bundeskunsthalle
Helmut-Kohl-Allee 4
53113 Bonn
Tel. 0228 – 917 10

 

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