Ausflug

Radtour um den Hangelarer Flughafen

Text und Fotos: Janina Mogendorf · 08.07.2020

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Den Zeppelin beobachten wir oft am Himmel über Bonn

Den Zeppelin beobachten wir oft am Himmel über Bonn

Das Schönste beim Fahrradfahren sind für uns die kleinen Überraschungen links und rechts des Weges. Begegnungen mit Flora und Fauna, traumhafte Ausblicke, Ungewöhnliches und nie Gesehenes. Und das alles lässt sich mit sämtlichen Sinnen erleben, einfach vom Fahrradsattel aus. Kein störender Autolärm, keine Abgase, keine Sackgassen, nur der Wind, der einem um die Nase pfeift. Auf unserer Tour durch Vilich und Hangelar trafen wir auf dreibeinige Ziegen, seltene Flugobjekte, seltsame Fundgruben und ein bisschen Rio de Janeiro.

Wir fahren sehr gerne zu dritt Fahrrad, genießen es aber genauso, gemeinsam mit Freunden auf dem Rad unterwegs zu sein. Diesmal fahren wir mit vier Erwachsenen und drei Kindern eine verkehrsarme und gut ausgebaute Strecke, beginnend an der Straßenbahnhaltestelle Vilich-Müldorf. Von dort aus geht es über „Am Herrengarten“ und die „Mühlenbachstraße“ in Richtung Norden und dann gen Westen unter der Autobahn A59 hindurch. Dann an der auf das frühe 13. Jahrhundert zurückgehende Wasserburg Lede vorbei, zum historischen Ortskern rund um die Kirche Sankt Peter.

Tierische Pause

Ziege

Wir machen unsere erste Station am historischen Ledenhof. Gänse, Kaninchen, Katzen und Ziegen warten hier auf Streicheleinheiten. Die Kinder lassen sich von der Tochter des Hauses jedes einzelne Tier persönlich vorstellen, beobachten sie stundenlang und wollen gar nicht mehr weiter. Eine Ziege geht auf drei Beinen, kommt aber gut zurecht. Wir Eltern erkunden ein wenig den Ort und kommen uns vor, wie in frühere Zeiten zurückversetzt. Ein sehenswertes Fleckchen Bonn.

Zeppelin in Sicht!

Zeppelin am Flughafen Hangelar

Weiter geht es am Vilicher Bach entlang und dann parallel zur Autobahn A59 in Richtung Hangelarer Flugplatz. Schon von weitem schimmert uns der Zeppelin zwischen den Büschen entgegen, den wir sonst immer begeistert zwischen den Wolken beobachten. Da müssen wir hin, denn wir haben so ein Flugmonster noch nie aus nächster Nähe gesehen. Gemeinsam mit einigen anderen Beobachtern stehen wir am Zaun des Flugfeldes. Der Kollos hebt sich sanft im Wind. „Eigentlich soll er nach Fahrplan genau jetzt in die Lüfte gehen“, meint ein Schaulustiger. Aber die Kabine ist verwaist.

Stattdessen beobachten wir, wie ein Segelflieger nach dem anderen an einer Winde in den Himmel hinaufgezogen wird und dann sanft dahingleitet, während das Seil langsam und geordnet an einem Fallschirm nach unten schwebt und wieder eingezogen wird. Hier könnten wir stundenlang bleiben, aber die anderen haben Hunger auf Picknick. Also geht es weiter an der Hangelarer Heide entlang bis zu einem Aussichtspunkt mit Bänken. Wie schön ist es, vor allem für die Schreibtischtäter unter uns, das Auge beim Blick in die Ferne zu entspannen. Die Kinder spielen und machen sich über Kirschen, Kekse und Brote her. Hier lässt es sich aushalten.

Wir finden einen Schatz

Auf der anderen Seite des Weges, hinter einer Bank, entdecken die Kids einen echten Schatz. „Schau mal“, ruft Malia und hält einen großen blanken Knochen in die Höhe. „Iiii, nicht anfassen“, rufe ich, bin aber dann selber begeistert, was in dieser Nische alles zu finden ist. Bemalte Kiesel, runde Edelsteine, Muscheln und Schneckenhäuser. Nur mit Mühe können wir die Kids davon abhalten, sich die Taschen vollzumachen. „Nur gucken“, lautet die Devise, wer weiß, warum dieses kleine Schatzeckchen hier angelegt wurde.

Rio oder Hangelar?

Nach einer Stunde nehmen wir gemütlich wieder Fahrt in Richtung Hangelar auf. Auf einer Kuppe fühlen wir uns spontan nach Rio de Janeiro versetzt. Hier steht eine große Christusstatue, die mit ihren ausgebreiteten Armen an den Cristo Redentor der brasilianischen Stadt erinnert. Zwar ist jener 30 Meter und unserer nur 9,50 Meter hoch, beeindruckend ist diese Statue jedoch allemal. Sie gehört zum Missionshaus der Steyler Missionare und kam 2009 aus Essen nach Sankt Augustin. Zuvor hatte sie vergessen in einem Gebüsch eines Recklinghausener Krankenhauses gelegen. Ein Steyler Pater fand sie und sorgte für den Umzug. Seither blickt der Christus aus Stahl über die Heide.

Wir radeln weiter, begegnen einem Mann mit zwei Mini-Eseln, sehen Lamas und Schafe und genehmigen uns noch ein Eis im Eiscafé Sabatella. Es liegt in einem hübschen Teil von Hangelar und ist gut besucht. Wer den Verkehr in dem kleinen Sankt Augustiner Ort meiden will, kann aber auch weiter am Ortsrand entlangradeln. Auch wir treffen nach unserem Abstecher wieder auf den Hangelarer Weg entlang der S-Bahn-Gleise, der uns schließlich zurück zum Ausgangspunkt an die Bahnstation Vilich-Müldorf führt.

Gut zu wissen

Parken:
Rund um den Bahnhof Vilich-Müldorf oder man reist gleich mit der Straßenbahnlinie 66 an.

Tour:
c
a. 8 Kilometer
Nur wenige und kurze Steigungen
Sehr gut befahrbare Wege

Besondere Stationen:

Burg Lede
An der Burg Lede 1
53225 Bonn

Historischer Ortskern Vilich
Käsbergstraße
53225 Bonn

Aussichtspunkt Hangelarer Heide und Christusfigur
Husarenstraße
53757 Sankt Augustin

Eiscafé Sabatella - Zum Eisbär
Kölnstraße 158a
53757 Sankt Augustin

 

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