Ausflug

Premierenbesuch: Der Wolf und der Mond

Claudia Berlinger · 07.03.2018

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Illu PhilharmonieVeedel

Illu PhilharmonieVeedel

Ach, ich liebe es, wenn der erste Ton schon stimmt. Und das Violoncello mag ich besonders gern. Ob gestrichen oder gezupft, das Herz schwingt und hüpft mit. So geht es wohl nicht nur mir, denn gleich als das Licht erlischt, der Vorhang gelüftet wird und der Violoncello-Spieler im Scheinwerferlicht sitzt, ist Stille im großen Veranstaltungsraum ...

Die Kinder sitzen in den ersten Reihen auf Matten und schauen gebannt auf das Schauspiel, das sich auf der große Bühne vor ihnen entfaltet. Eine Erzählerin führt kindgerecht ins Thema ein: Da gibt es einen einzelgängerischen Wolf, der glaubt, er singe so schief, dass er sich nicht traut, seine Stimme zu erheben und mit den Wölfen zu heulen. In einem Traum erscheint ihm eine schwarze Wölfin, die ihm rät, den Mond zu suchen. Sie ist wirklich die weltschönste Wölfin. Also macht er sich auf den Weg auf einen Streifzug durch die Wälder. Wenn er auch nicht singen kann, so kann er doch sehr hoch springen und sehr schnell laufen ... Alle Erwachsenen im Publikum werden daran erinnert, dass sie von Kindern umgeben sind, als plötzlich ein kleines Stimmchen in die spannungsgeladene Stille hineinruft: „Boar, kann der springen. Das ist echt stark!“ Wunderbar.

Weil der Wolf nicht singen kann, findet er seinen Mond

Derartig beflügelt vom Zuspruch des jungen Publikums, versucht der Wolf nun gemeinsam mit einem Adler mit riesigen Schwingen, in die Lüfte zu steigen, um den Mond zu erreichen. Doch der ist leider so weit oben am Himmel, dass die beiden aufgeben müssen. Also beschließt der Wolf, nach Hause zurückzukehren. Und dort findet er am Ende, was er in der Ferne vergeblich gesucht hat: die wunderschöne Wölfin. Sie verlieben sich und das Stück endet mit den schönen Worten „Und während sie sang, ließen sie die Erde weit hinter sich.“ Da hat der Wolf seinen Mond wohl gefunden.

Schlange stehen für ein Autogramm

Dass es sich bei den Darstellern um echte Balletttänzer handelt, erkennt Norea schnell daran, wie sie ihre Füße strecken. Leichtfüßig springen und schweben der Wolf und der Adler in minimaler Kostümierung über die Bühne, begleitet vom schönen Gesang und der einfühlsamen Erzählart von Nadja Karasjew. Sie schafft es immer wieder, die Kinder einzufangen, wenn der Bewegungsdrang und der Mitmacheffekt das ein oder andere Kind durch den Raum tanzen und laufen lässt. Aber ganz zum Schluss dürfen die großen und kleinen Zuschauer dann nach vorne kommen, um mit dem Wolf zu heulen und mit dem Adler zu schweben. Süß auch, dass die Kinder sich nun neben der Bühne für ihre ersten Autogramme – stilecht auf dem Handrücken - anstellen dürfen. Norea ergattert ganz glücklich eine Signatur von Alvina Cerna, die den Adler tanzt und ist ein bisschen stolz darauf, mit einer echten Adlerdame auf Tuchfühlung gehen zu können. Die Premiere im Rahmen der Veranstaltungsreihe PhilharmonieVeedel wird mit gebührendem Applaus honoriert und das Ensemble hat seine Rosen wahrlich verdient!

Der Altenberger Hof ist für sich allein genommen ja schon eine Reise wert. Mit seiner bäuerlichen Anmutung inmitten eines Parks in Nippes kommen wir uns fast vor wie auf dem Land. Dem einladenden Café mit feinem Kaffee- und Kakaoduft können wir leider keinen Besuch abstatten, denn Norea hat schon bei der Ankunft den anliegenden Spielplatz entdeckt und natürlich muss ausgiebig die Affenschaukel mit den anderen Kindern aus der Show getestet werden.

Schaukel auf dem Spielplatz im Nippeser Tälchen

Foto Claudia Berlinger

 

Auf einen Blick

„Der Wolf und der Mond" nach einer Geschichte von Roberto Frabetti dauert ca. eine Stunde und wird für Kinder ab 3 Jahren empfohlen.

Das Ensemble:

Tanz und Choreographie: Alvina Cerna (Adler), Alexeider Abad Gonzalez (Wolf)

Gesang und Schauspiel: Nadja Krasjew

Violoncello: Tobias Sykora

Preise:

Kinder ab einem Jahr € 4,- / Erwachsene € 6,-

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