Ausflug

„Emil und die Detektive"

Janina Mogendorf · 05.02.2020

zurück zur Übersicht
(v.l.) Benedict Zalfen, Jona Faßbender, Nicole Stivala Morales, Harriet Henne, Judith Hiller, Jan Buecke, Niklas Wille, Martin Wald, Lukas David Maurer, Jan Herrmann © Junges Theater Bonn

(v.l.) Benedict Zalfen, Jona Faßbender, Nicole Stivala Morales, Harriet Henne, Judith Hiller, Jan Buecke, Niklas Wille, Martin Wald, Lukas David Maurer, Jan Herrmann © Junges Theater Bonn

Wer nach einer Beschäftigung im Februar jenseits von Luftschlangen und Alaaf sucht, dem sei das Stück „Emil und die Detektive“ des Jungen Theater Bonn (JTB) ans Herz gelegt. Malia und ich hatten in den Weihnachtsferien den Film „Das fliegende Klassenzimmer“ gesehen und wollten unsere Erich-Kästner-Erfahrungen nun gerne erweitern. Da kam uns das Stück, das schon länger auf dem JTB-Spielplan steht, wie gerufen.

Emil und die Detektive ist ein spannendes Krimiabenteuer für Kinder und gilt als das Kinderbuch des 20. Jahrhunderts. Die Geschichte erzählt von Emil Tischbein, einem 12-jährigen Junge aus Neustadt – wo ja mittlerweile auch Conni, Bibi Blocksberg und Benjamin Blümchen wohnen. Emil ist für jeden Schabernack zu haben und malt gleich zu Beginn dem Denkmal seiner Kleinstadt Clownsnase und Bart an. Dem patrouillierenden Ordnungshüter kann er gerade noch entwischen.


(v.l.) Lena Dörr, Hannah Oellers, Alfred Bergman, Syd Winkler (hinten), Henning Gille, Lena Riedel, Jan Herrmann © Junges Theater Bonn

Mit dem Zug geht es einige Zeit später in Richtung Berlin, wo Emil von seiner Oma und seiner Cousine Pony Hütchen erwartet wird. Zum ersten Mal reist Emil alleine und hat 140 Mark für seine Großmutter dabei. Seine besorgte Mutter hat die Scheine extra am Innenfutter seines feinen Sonntagsanzuges befestigt. Im Zug lauert jedoch der Gauner Grundeis, der dem schlafenden Emil das Geld klaut und im Berliner Gewühl verschwindet.

Detektiv Emil ist dem Dieb auf der Spur

Emil jedoch hat den Diebstahl bemerkt und bleibt ihm auf den Fersen, bald unterstützt durch viele Kinder, die er auf der Straße trifft. Es beginnt eine wilde Verfolgungsjagd durch das Berlin der Zwanzigerjahre, in deren Verlauf Emil auch seine Cousine Pony Hütchen wiedersieht und der Übertäter Grundeis bekommt, was er verdient.


(v.l.) Jona Faßbender, Judith Hiller, Nicole Stivala Morales, Frida Hefczyk, Benedict Zalfen, Daniel Coninx, Niklas Wille, Martin Wald, Jan Buecke © Junges Theater Bonn

Wolfgang Adenberg und Marc Schubring haben das Abenteuer des kleinen Emil als gut gelauntes Kindermusical auf die JTB-Bühne gebracht. Zehn Jungen und Mädchen von neun bis zwölf Jahren singen und tanzen zu den eingängigen Liedern und verbreiten eine natürliche Spielfreude, die die Zuschauer schnell mitreißt. Unterstützt werden sie von erwachsenen Schauspielkollegen, die - abgesehen von Lukas David Mauerer als Bösewicht - mit Bravour jeweils mehrere Rollen verkörpern. Ein eindrucksvoller Daniel Coninx führt mit mächtiger Stimme als Erzähler durch das Stück.

Eine beeindruckende Kulisse

Bemerkenswert ist auch das Bühnenbild: Schlichte, hohe Paravents und eine runde Stoffsäule in der Mitte bestimmen die Szenerie. Letztere wird mit Hilfe einer beweglichen gelben Treppe sogar zu einem Café im ersten Stock umfunktioniert. Durch wechselnde Lichtfarben leuchten die Bühnenelemente mal in satten Gelbtönen, mal im knalligen Rot und mal in zarten dunklen Nuancen der Nacht und nehmen die Zuschauer sofort in die jeweilige Stimmung mit hinein. Ein rundum gelungenes Stück, das am Ende mit begeistertem Applaus bedacht wird.


(v.l.) Nicole Stivala Morales, Jona Faßbender, Judith Hiller, Frida Hefczyk, Jan Buecke, Niklas Wille, Martin Wald, Olja Artes, Lukas David Maurer © Junges Theater Bonn

Auf dem Heimweg, noch das Lied „Parole Emil“ vor uns hinsingend, frage ich Malia, welchen Schauspieler sie denn am besten fand. „Alle waren toll“, sagt sie und hat recht damit. Wir hätten niemanden missen wollen. Es war ein schöner Nachmittag im JTB in Bonn-Beuel und das Spielhaus sieht uns definitiv bald wieder. Mit Ronja Räubertochter und Michel aus Lönneberga stehen hier gerade noch zwei Stücke auf dem Plan, die wir gerne sehen wollen.

In der Nachrecherche stoße ich auf den Hinweis, dass Erich Kästner – eigentlich EMIL Erich Kästner - in dem Stück „Emil und die Detektive“ eigene Kindheitserinnerungen aus seiner Zeit in Dresden verarbeitet hat. Die enge Bindung an seine Mutter, die wie Emils Mutter auch als Frisörin arbeitete, spielt dabei eine Rolle. Und auch sein eigenes Abenteuer mit einer Betrügerin, die Kästners Mutter seinerzeit geprellt hatte und von Erich verfolgt und gestellt wurde.

Gut zu wissen

Junges Theater Bonn (JTB)
Hermannstr. 50
53225 Bonn
Telefon: 0228-46 36 72
Web: www.jt-bonn.de/

Nächste Spieltermine

Samstag, 29.02.2020 15 Uhr
Samstag, 29.02.2020 18:30 Uhr
Sonntag, 01.03.2020 15 Uhr

Vorverkauf

Telefonische Kartenreservierung mit Abholung eine halbe Stunde vor Beginn

(0228) 46 36 72

Vorverkaufsbüro

Im Gebäude links neben dem Theater: Hermannstr. 52, Bonn-Beuel

Öffnungszeiten

Montag, 9 bis 15 Uhr und Dienstag - Freitag 9 bis 17.30 Uhr
Samstag/Sonntag/Feiertage 11 bis 17 Uhr

Hinweise zu Preisen und Ermäßigung

www.jt-bonn.de/tickets/eintrittspreise/