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Raus aus der Antriebslosigkeit – Ausflugsziele für trübe Wintertage

Christoph Schrahe · 12.01.2026

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© kichigin19/Adobe Stock

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Wenn der Winter grauer ist als gedacht, braucht es Ausflüge mit Wirkung: gegen schlechte Laune, Bewegungsmangel und Familienfrust. Ob Escape-Room, Palmenbad oder Schneesafari – wir zeigen vier Ausflugsstrategien, mit denen ihr Kälte, Dunkelheit und Antriebslosigkeit trotzt.

Die dunkle Jahreszeit hat viele Gesichter: Nebel, Nieseln, feuchte Kälte und Tage, an denen es gar nicht richtig hell wird, zählen ebenso zum Repertoire wie stahlblauer Himmel bei klirrendem Frost und grandiose Sonnenuntergänge in epischer Länge. Insofern ist man gut beraten, sich für alle Eventualitäten zu wappnen. Auch hinsichtlich der allgemeinen familiären Stimmungslage. Ist die Familie des nasskalten Elends schlicht überdrüssig, dann hilft:

Strategie 1: Ablenken durch Indoor-Erlebnisse

Das geht natürlich am besten dort, wo man nicht mehr mitbekommt, wie es draußen aussieht. Zu den fensterlosen Freizeitzielen, die diesen Luxus Kraft ihrer Architektur bieten, zählen Aquarien – zum Beispiel das des Kölner Zoos – ebenso wie Adventure- oder Escape-Rooms. Von denen gibt in der Region mehr als ein Dutzend. Allen gemein ist, dass man sich als Gruppe durch das Lösen von Rätseln innerhalb von 60 Minuten aus einem Raum befreien muss. Gut geeignet als Aktivität mit einer befreundeten Familie, da die Spiele meist auf rund sechs Teilnehmer ausgelegt sind.

Weit länger als eine Stunde kann man sich im Erlebnismuseum PHÄNOMENTA in Lüdenscheid vor den Gräueln des Winters in Sicherheit bringen. Und nebenbei an zahlreichen Mitmachstationen Zusammenhänge des alltäglichen Lebens verstehen, die Umwelt mit allen Sinnen erfahren und Naturwissenschaft hautnah erleben. In inszenierte Welten lässt es sich auch beim Schwarzlichtminigolf, Laser-Tag (z.B. Adrenalinpark, Lasertag Köln, Lasertag Arena Bonn) oder bei einem Kinofilm abtauchen (am besten einem mit Überlänge). Kleiner Haken der Ausblende-Strategie: Sie macht kaum immun gegen schnelle Rückfälle in die Trübsal nach Verlassen der fensterlosen Räumlichkeiten. Das leistet schon eher die:

Strategie 2: Bewegung gegen den Winterblues

Was die Sonne im Winter nicht ausreichend in uns produzieren kann, das lässt sich nämlich alternativ durch Bewegung erzeugen: Glückshormone. Wenn man die sportliche Aktivität dann noch nach drinnen verlegt, entzieht man dem Winterblues gleich doppelt den Boden. In diversen Kletterhallen und Trampolinhallen (z.B. das JUMP House Köln oder dem SPRUNG.RAUM in Troisdorf) kann man kraxeln, hüpfen, springen und Geschicklichkeit beweisen. Sommergefühle lassen sich im Schwimm- und Erlebnisbad heraufbeschwören. Die an Samstagen – und in den Schulferien täglich – für Familien mit Kindern unter 16 Jahren zugängliche Badewelt Euskirchen lockt mit 500 echten Südsee-Palmen, Wasser, Licht und Wärme. Der Hallenspielplatz als Klassiker für kleinere Kinder entfaltet seine bewegende Wirkung in der Regel freilich nur auf den Nachwuchs. Man kann die lichtarme, kalte Jahreszeit indes auch zelebrieren und zwar mit der:

Strategie 3: Die dunkle Jahreszeit bewusst erleben

Warum nicht bewusst Orte aufsuchen, die ihren morbiden Charme im fahlen Winterlicht erst voll und ganz entfalten können? Die Moorlandschaft des Hohen Venn ist so ein Ort und in so manchen Burgen wird die Vorstellung vom finsteren Mittelalter erst im Winter so richtig begreifbar. Schon allein wegen der Kälte, die einem in den unbeheizten Gemäuern in die Glieder kriecht. Garnierende Schauergeschichten wirken ohnehin besser, wenn man seinen Atemnebel sehen kann. Die Marksburg bei Braubach, die einzige nie zerstörte Höhenburg am Mittelrhein, ist auch im Winter täglich geöffnet.

Natürlich ist es am Rhein auch im Sommer schön, es gibt allerdings Dinge, die kann man nur im Winter machen. Warum ihn also nicht bei dieser Gelegenheit instrumentalisieren? Und zwar mit Strategie 4: Nutzen.

Strategie 4: Die Chancen des Winters nutzen

Das geht besonders gut, wenn der Winter seinem Namen Ehre macht und mit Frost und Schnee aufwartet. Dann sind die Möglichkeiten vor allem für Kinder schier unbegrenzt. Kann man vor der eigenen Haustür weder Schneemänner bauen, schlittern noch rodeln, dann geht das vielleicht im Siebengebirge, in der Eifel, im Bergischen Land oder in der Wintersportarena Sauerland. Per Webcam beispielsweise am Löwenburger Hof (Siebengebirge), am Weißen Stein (Eifel), in Hamig (Oberberg) oder in Olpe-Fahlenscheid lässt sich das leicht prüfen. In Olpe-Fahlenscheid hilft man dem Winter mit Schneekanonen auf die Sprünge. Neben Rodeln und Snowtubing an einem eigens dafür errichteten Förderband bietet das Areal auch zwei Skilifte und ein Restaurant samt Verleih und Skischule direkt an der Piste. Eislaufen kann man zur Not auch in der Halle.

Besondere Qualitäten hat der Winter auch ohne Minusgrade. Das frühe (und tiefe) Dunkeln sowie der geringe Wasserdampfgehalt in der Atmosphäre machen ihn zur perfekten Zeit für Sternbeobachtungen – auch für Kinder, die früher ins Bett müssen. Im Sternenpark Nationalpark Eifel kann man die Milchstraße noch mit bloßem Auge sehen – das geht anderswo in Nordrhein-Westfalen kaum noch. Bei einer geführten Sternenwanderung sieht man dank der Hilfe leistungsstarker Teleskope noch eine ganze Menge mehr.

Ferngläser kommen auch bei einem anderen ausschließlich winterlichen Naturschauspiel zum Einsatz: dem Einfallen tausender Blässgänse, die am Niederrhein mit lautem Geschnatter ihre Keilformation im Anflug auf grünes Weideland auflösen. Ab November bietet die NABU-Station in Kleve Gänsesafari an, bei denen es bequem per Bus zu den besten Sichtplätzen geht.