Rund ums Baby

Was tun mit Baby?

Daniela Lukaßen · 02.03.2012

zurück zur Übersicht

Von PEKIP bis Babyzeichensprache

Junge Eltern stehen vor einem riesigen Angebot an Kursen für und mit Baby. Sie wünschen sich eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung, bei der die Kleinen auf ihre Kosten kommen und in ihrer Entwicklung unterstützt werden. Aber es geht auch darum, dass die frisch gebackenen Eltern sich austauschen können mit Menschen, die ähnliche Fragen haben, ähnliche Probleme und Ängste, dass sie gemeinsam mit ihren Babys etwas erleben und Spaß haben.

PEKIP
„Hallo, hallo, schön dass du da bist“, schallt es. Im Kreis sitzen Mütter und Väter zusammen mit ihren Babys auf dem Boden. Im Raum ist es warm, damit gerade die kleinen Besucher nicht frieren. Jede Woche treffen sich hier Eltern und Babys zum PEKIP. Dabei geht es besonders um eines. „Ich bin hier, weil ich so viele Fragen habe und weil ich es schön finde, mich mit Menschen auszutauschen, die in der gleichen Situation sind wie ich“, erzählt die junge Mutter Christiane. „Und ich finde es schön, dass hier auch die Kinder Kontakt zu Gleichaltrigen haben.“ Ihr Söhnchen Johan ist gerade fünf Monate alt und robbt wie die anderen acht kleinen Nackideis jauchzend über die Matten auf dem Boden. PEKIP, das steht für das Prager Eltern Kind Programm. Dabei geht es in erster Linie um Sinnesanregungen. Es wird gespielt, gesungen und auch die Bewegung spielt eine große Rolle. Das Ziel ist es, die Beziehung zwischen Eltern und Kindern im ersten Lebensjahr zu stärken und die Entwicklung der Babys zu fördern.

Babyschwimmen
Wer sich die Frage stellt, was er mit einem Säugling unternehmen kann, der landet ganz schnell beim Babyschwimmen, einem der Klassiker in der Freizeitgestaltung mit den Kleinsten. Dort spielt der Spaß neben der Bewegungsförderung die wichtigste Rolle. Und auch die enge Eltern-Kind-Bindung wird durch das gemeinsame Erleben noch weiter gefestigt. Weil Babys das Element Wasser noch aus dem Mutterleib kennen, fühlen sich die meisten Kinder im Wasser wohl. So wie die kleine Mia. Vergnügt strampelt sie mit den Füßen. „Wir sind begeistert“, sagt ihre Mutter. „Mia ist sehr aktiv und beim Babyschwimmen kann sie sich richtig austoben.“ Regelmäßig gehen die beiden auch zum Babyturnen. Wippen, toben und tanzen stehen dort ebenso auf dem Programm wie Lieder, Fingerspiele und Abzählreime. „Genau die richtige Mischung“, findet Mias Mutter. Durch die unterschiedlichen Elemente werden die Sinne des Kindes angeregt und die kleinen Kursteilnehmer werden in ihrer Wahrnehmung und Motorik gefördert.

Babykonzerte
Bei Babykonzerten hingegen geht es darum, klassische Musik schon für die Kleinsten erlebbar zu machen. Seit September 2006 finden in der Veranstaltungsreihe Philharmonie Veedel regelmäßig Babykonzerte für junge Familien statt. „Zusammen mit einem Säugling ins Konzert zu gehen, ist meistens nicht so einfach“, sagt ein junger Vater lachend. „Hier ist das sogar erwünscht. Und das finde ich toll. So kommen wir unter Leute und können gemeinsam mit unserem Kind Musik genießen.“ Für die Idee der Babykonzerte wurde die Kölner Philharmonie schon von der Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ ausgezeichnet.

Babymassagen
Eltern, die einfach einmal entspannen und den Alltag hinter sich lassen möchten, probieren häufig die Ayurvedische Babymassage aus. Mit der Babymassage erfährt das Kind Sicherheit und Geborgenheit. Denn ein enger körperlicher Kontakt ist in dieser Entwicklungsphase besonders wichtig. Die Eltern lernen in den Kursen Babymassagetechniken kennen, die sie einsetzen können, um sich und ihrem Kind eine kleine Auszeit aus dem sonst so stressigen Alltag zu gönnen. Durch die besondere Nähe zu ihrem Kind können Eltern die Körpersignale des Babys besser verstehen und einordnen lernen.

Babyzeichensprache
Auch bei der Babyzeichensprache geht es darum, dass Eltern ihre Kleinen besser verstehen können. „Ich war zuerst sehr skeptisch“, sagt eine Mutter, die mit ihrem kleinen Sohn gerade einen Kurs in der „Zwergensprache“ macht. „Aber Leon kann schon 20 Zeichen. Damit zeigt er, ob er Hunger hat oder ob er satt ist. Und ob er zum Beispiel müde ist.“ Die Babyzeichensprache ist eine Gebärdensprache für Babys, die an die Motorik der Kleinsten angepasst ist. Ihren Ursprung hat sie in Amerika, wo sie 1980 von Linda Acredolo und Susan Goodwyn entwickelt wurde. In den USA gehört diese Art der Kommunikation bereits seit einiger Zeit zum Alltag mit Babys dazu.

Baby-Shiatsu
Genauso wie die Babyzeichensprache ist auch Baby-Shiatsu bei uns ein relativ neuer Trend. Kurse für Baby-Shiatsu werden besonders gerne besucht, wenn Säuglinge sich nur schwer entspannen können, angespannt und unruhig sind. In dem Kurs lernen Mütter und Väter, wie sie mit einem leichten Hand- und Fingerdruck, mit bestimmten Griffen und Techniken Blockaden bei ihrem Baby lösen können. Das soll den Kleinen beim Einschlafen und sogar beim Zahnen helfen.

Baby-Yoga
Entspannung verspricht auch das Baby-Yoga. Wer sich dabei Säuglinge vorstellt, die den perfekten Sonnengruß wie Mini-Yogi durchführen, der liegt falsch. Vielmehr geht es in diesen Kursen um die gemeinsame Entspannung von Vätern, Müttern und Babys. Denn ein neuer Tages- und Nachtrhythmus, das neue Leben mit dem Baby – all das stresst Eltern und Kind. Das gemeinsame Yoga soll nun die Eltern-Kind Bindung festigen. Oft dient Baby-Yoga allerdings auch der Rückbildung. Durch schonende Übungen wird der Körper der Mutter gestrafft.

Die Möglichkeiten der Freizeitgestaltung für Eltern und Kinder im ersten Lebensjahr sind vielfältig. Doch ob PEKIP oder Babyzeichensprache - was für das jeweilige Baby gut ist, welche Angebote Eltern und Kindern die Möglichkeit bieten, gemeinsam zu entspannen und die Eltern-Kind-Bindung zu stärken, das muss jeder individuell für sich und sein Baby ausprobieren und entscheiden.