Rund ums Baby

Schwanger ... und jetzt ein Nest bauen

Anja Janßen · 30.09.2014

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Der Geburtstermin rückt näher und mit jeder Woche erscheint ein weiteres „to do“ auf der Einkaufsliste für das neue Familienmitglied. Babybett, Wickelkommode, Spielzeug und später auch der Hochstuhl – BabySpezial hat einige Produkte ausgewählt und zeigt, worauf zu achten ist.

Wickelplatz

Rückenfreundlich und sicher. Laut des Statistischen Bundesamts zählen Kopfwunden und Gehirnerschütterungen zu den häufigsten Verletzungen von Säuglingen. Die Ursache ist im ersten Lebensjahr meistens ein Sturz von der Wickelkommode. Am sichersten wäre es deshalb, das Baby auf dem Boden zu wickeln. Doch im westlichen Kulturkreis wickeln Eltern ihre Kinder traditionell auf der Kommode. Die soll mit einer Höhe von 85 bis 92 Zentimetern möglichst rückenfreundlich sein – ist damit aber für das Baby auch gefährlich hoch.

Aus diesem Grund darf die Auflagefläche nicht zu knapp bemessen sein. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung empfiehlt eine Tiefe von 55 bis 70 Zentimetern und eine Breite von 70 bis 80 Zentimetern. Am günstigsten steht die Kommode in einer Ecke. So ist das Baby bereits durch zwei Wände vor dem Herunterfallen geschützt. Natürlich ersetzen auch diese Vorkehrungen nie die Prämisse, „immer mit einer Hand am Kind“ zu wickeln.

Wickelauflagen: Baumwolle schont die Babyhaut. Mit erhöhten Seitenrändern kann auch die Wickelauflage erschweren, dass das Baby von der Kommode rollt. Eine zusätzliche Schutzfunktion also, doch einige Auflagen machen den Experten von Öko-Test Sorgen. Eine Untersuchung aus dem Jahr 2013 zeigte in vielen abwaschbaren Auflagen Rückstände von Schadstoffen, darunter Arsen, Cadmium und Blei. Die Experten von Öko-Test und von der „Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder“ raten deshalb, Babys nicht direkt auf Kunststoffoberflächen zu legen. Stattdessen sollten eine Stoffwindel oder ein Baumwoll-Überzug unterliegen.

Hochstuhl

Kann mitwachsen. Der Hochstuhl ist vielleicht nicht der erste Einrichtungsgegenstand, den Eltern für das neue Familienmitglied anschaffen. Als Geschenk zur Geburt ist er jedoch eine einfallsreiche Alternative zu gängigen Präsenten wie Strampler, Mobile oder Spieluhr. Kurz nachdem Eltern mit Breikost zufüttern und das Baby zu sitzen beginnt, ist der Hochstuhl ein unumgänglicher Begleiter am Tisch. Standfest sollte er sein, denn vor allem, wenn die Kinder mobil werden, können sie den Stuhl schnell zum Kippen bringen. Ein Schritt- und Hüftgurt verhindert außerdem, dass das Kind herausfällt. Auch das ersetzt selbstverständlich nicht die Aufsicht durch die Eltern, denn Kinder erfinden immer wieder neue Tricks, wie sie sich aufrichten können. Um unnötige Kosten zu vermeiden, bieten sich Modell an, die „mitwachsen“.

Schlafplatz

Spartanisch aber trotzdem gemütlich. Ein kuscheliges Bettchen mit einer dicken Decke, unter der das Baby fast verschwindet – das sind romantische Bilder aus einer Zeit, in der die Forschung über den plötzlichen Kindstod noch nicht so weit vorangeschritten war. Heute warnen Experten, dass Erstickungsgefahren im Bett das Risiko für den plötzlichen Kindstod steigern. Aus diesem Grund raten Ärzte nicht nur, dass Babys in Rückenlage schlafen sollen; auch jegliches „Füllmaterial“ wie Kopfkissen, Tücher, Stofftiere, Wärmflasche, Felle oder Ähnliches sind zu meiden. Statt einer Decke sollten die Kinder in einem Schlafsack liegen, den sie sich nicht über ihr Gesicht ziehen können. Die Umgebung muss außerdem unbedingt rauchfrei sein.

Die meisten Kinderbetten sind mit Gittern ausgestattet, die dem Baby freie Sicht in den Raum geben und es zugleich vor dem Herausfallen schützen. Wer das Bett lieber optisch begrenzen möchte, damit sich das Baby nicht verloren fühlt, hat verschiedene Möglichkeiten. Ein Kurzhimmel bis zum Gitter oder eine dünne Stofflage an den Stäben kann hier Abhilfe schaffen. Die gängigen Größen von Gitterbetten betragen übrigens 140 Zentimeter in der Länge und 70 in der Breite.

Alternativ zum Gitterbett bietet sich in den ersten Lebensmonaten das Beistellbett an. Das können Eltern durch eine spezielle Vorrichtung am eigenen Bett befestigen. Manche Paare entscheiden sich in dieser Zeit auch für eine Wiege oder einen Stubenwagen.

Spielzeug

Augen auf beim Kauf. Kein Spielzeug kann einem Kind die Kommunikation mit seinen
Bezugspersonen ersetzen. Vor allem in den ersten Lebensmonaten sind die Stimmen und Gesichter der Eltern für das Baby interessanter als jede Spieluhr. Mit zunehmendem Alter kommt auch das Interesse an Mobiles und Kuscheltieren. Auch eine befüllte Schachtel oder Dose kann spannend sein, sollte allerdings als Schutz vor herausfallenden Kleinteilen fest verschlossen sein.

Beim Kauf von Spielsachen lohnt es, das Produkt genau unter die Lupe zu nehmen. Weil kleine Kinder Objekte vor allem über den Mund erforschen, sind Schadstoffe, scharfe Kanten, Spitzen, aufgenähten Knöpfe oder Perlen zu meiden. Lärmende Spielsachen können zudem den empfindlichen Kinderohren schaden. Hier geben Gütesiegel von TÜV oder GS Orientierung.

Tipp: Gute Infos zum Thema Schadstoffe im Kinderzimmer haben wir auf www.nestbau.info gefunden.