Rund ums Baby

Corona-Impfung in der Schwangerschaft und bei Kinderwunsch?

Anja Janßen · 20.02.2021

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Bisher gibt es wenig Daten zur Impfung gegen Corona in der Schwangerschaft. © Africa Studio/Adobe Stock

Bisher gibt es wenig Daten zur Impfung gegen Corona in der Schwangerschaft. © Africa Studio/Adobe Stock

Dürfen und sollten Schwangere sich gegen Corona impfen lassen? Sollten auch Partner:innen geimpft werden? Und was wird für die Kinderwunschzeit empfohlen? Expert:innen aus verschiedenen medizinischen Fachbereichen wie Perinatalmedizin, Gynäkologie und Reproduktionsmedizin haben nun eine gemeinsame Stellungnahme veröffentlicht.

In der Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Perinatale Medizin, die zusammen mit medizinischen Fachgruppen aus den Bereichen Gynäkologie und Reproduktionsmedizin erstellt wurde, heißt es: Schwangere können geimpft werden. Eine generelle, pauschale Impfung aller Schwangeren befürworten die Experten:innen nicht, Schwangere sollten aber nicht grundsätzlich von der Impfung ausgeschlossen werden. Insbesondere Schwangere mit einer Vorerkrankung und einem hohen Risiko für einen schweren Verlauf einer Corona-Infektion sollten sich in Absprache mit ihrer behandelnden Ärztin oder ihrem Arzt impfen lassen. Die Experten:innen raten außerdem dazu, dass sich auch enge Kontaktpersonen der Schwangeren, also Partner:innen und Hebammen impfen lassen.

Wie wirken die verschiedenen Impfstoffe in der Schwangerschaft?

Derzeit gibt es noch wenige Daten zur Anwendung der Impfstoffe von BionTech und Moderna in der Schwangerschaft. Die wenigen Untersuchungen, zum Beispiel Tierexperimente, weisen nicht auf Probleme hin. Da es sich bei den genannten Impfstoffen um Nicht-Lebendimpfstoffe handelt, ist eine Infektion der Schwangeren oder des ungeborenen Kindes mit Corona durch die Impfung nicht möglich. Derzeit geht man vom gleichen Schutz wie bei Nicht-Schwangeren aus. Außerdem wird das gleiche Nebenwirkungsprofil erwartet. Sollte eine Schwangere nach der Impfung Fieber entwickeln, wird ihr zu Paracetamol geraten.

Der Impfstoff von AstraZeneca ist anders aufgebaut, als der von BionTech und Moderna. Eine Impfung mit AstraZeneca empfehlen die Experten:innen bei Schwangeren nur, wenn der Nutzen die Risiken überwiegt.

Was raten Expert:innen für die Kinderwunschzeit?

Bisher gibt es keine Hinweise, dass eine Corona-Impfung die Fertilität beeinträchtigt. Deshalb wird die Impfung gegen Corona für Frauen in der Kinderwunschzeit empfohlen, um das Risiko einer Infektion während oder nach der Schwangerschaft zu minimieren. Dies gilt vor allem für Frauen mit Vorerkrankungen. Jedoch sollte eine Impfung keine zwingende Bedingung für die Durchführung einer Kinderwunschbehandlung sein. Ein Schwangerschaftstest vor der Impfung ist genauso wenig nötig, wie eine Schwangerschaftsverhütung nach der Impfung.

Wie verläuft eine Infektion mit SARS-CoV-2 und COVID-19 in der Schwangerschaft?

  • Schwangere Frauen und Wöchnerinnen mit COVID-19 zeigen zwar im Vergleich zu gleichaltrigen nicht-schwangeren Frauen seltener Symptome wie Fieber und Gliederschmerzen, allerdings gibt es vermehrt schwere Verläufe mit der Notwendigkeit intensivmedizinischer Versorgung und Beatmung.
  • Vorerkrankungen, zum Beispiel Hypertonus oder Diabetes mellitus, mütterliches Alter über 35 Jahren und Adipositas stellen dabei Risikofaktoren für einen schweren COVID-19-Verlauf bei Schwangeren dar. (Genaue Zahlen sind der Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Perinatale Medizin zu entnehmen).
  • Schwangere Frauen mit COVID-19 weisen eine höhere Frühgeburtenrate im Vergleich zu Müttern ohne Erkrankung in der Schwangerschaft auf. Eine SARS-CoV-2-Infektion in der Schwangerschaft ist mit einer erhöhten Risiko für Präeklampsie (Schwangerschaftsvergiftung) und Thrombose assoziiert. Die Rate der Neugeborenen von Müttern mit COVID-19, die auf einer neonatologischen Intensivstation betreut werden mussten, ist ebenfalls erhöht.
  • Bei altersentsprechend niedriger Gesamt-Mortalität ist die Sterblichkeit von Schwangeren mit COVID-19 jedoch deutlich erhöht.

Was bedeutet eine Corona-Infektion für Neugeborene und kann Stillen schützen?

  • Neonatale SARS-CoV-2-Infektionen sind selten symptomatisch und die Infektionsrate ist nicht höher, wenn das Kind vaginal geboren wird, gestillt wird oder bei der Mutter verbleibt.
  • Durch Impf-Immunisierung gebildete mütterliche Antikörper stellen einen potenziellen Infektionsschutz des Säuglings dar. Es konnten virus-spezifische Antikörper gegen SARS-CoV-2 in Muttermilch von Frauen mit aktiver oder durchgemachter Infektion in der Schwangerschaft nachgewiesen werden. Auch wenn gesicherte Daten ausstehen, kann die so übertragene Nestimmunität zum Schutz des Säuglings beitragen.
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