Reisen

Auf den Esel gekommen

Claudia Berlinger · 17.08.2017

zurück zur Übersicht
Dem Esel scheint seine Streicheleinheit zu gefallen ©Claudia Berlinger

Dem Esel scheint seine Streicheleinheit zu gefallen ©Claudia Berlinger

Norea (5) und Claudia sind unser KÄNGURU-Sommerreporter-Team 2017. Sie testen für euch interessante Ausflugsziele rund um Köln, oder auch mal ganz woanders. Diesmal ging es in den Urlaub, zu den Eseln an die Ostsee.

Uns hat es an die Ostsee verschlagen, wo wir vom Jugenddorf Schönberg aus täglich zu neuen Abenteuern aufbrechen. Heute sind wir Gast im Esel- & Landspielhof Nessendorf: Ein Paradies für Kinder. In begehbaren Freigehegen kann man jeden Esel streicheln, striegeln und ausgiebig kuscheln. Sie lieben das und sind gleich zur Stelle, um ihre Lieblingsstellen anzubieten, sobald die Kinder einen Striegel in die Hand nehmen.

Als Norea von der Aktion „Werde Hobby-Eselpflegerin von 12-17 Uhr" erfährt, ist es um sie geschehen. Endlich darf sie Mamas Lieblingstiere auch einmal hautnah erleben, sie versorgen und viel Zeit mit ihnen verbringen - und stellt fest, dass das viel unkomplizierter ist, als der Umgang mit Pferden und Ponys.

Esel wissen, was sie wollen

Angelika, die früher einmal auf einer Bohrinsel arbeitete, stellt uns als erstes die Fohlen Kalle, Kasimir, Kuddel, Karlotta und Karoline vor, die dieses Jahr im hauseigenen Zuchtbetrieb geboren sind. Nächstes Jahr fangen die Namen dann alle mit „L" an. Norea lernt sehr schnell, dass sie Fohlen nicht jagen darf, weil das eine der seltenen Momente ist, wo Esel mit den Hinterhufen ausschlagen könnten.

Wie beim Umgang mit Pferden ist es auch für Esel wichtig, dass man ihnen verbal und körpersprachlich eindeutig „Nein" sagt. Sie sind sehr kommunikativ, zeigen, wann sie gestreichelt werden möchten und drehen sich weg, wenn sie genug haben.

„Die Fohlen sind zwischen 2 und 6 Monate alt und müssen erst alles noch lernen", sagt die gebürtige Niedersächsin, die der Liebe wegen an die Ostseeküste kam, jeden Esel beim Namen kennt und ihre Heimat nur ganz selten vermisst. Dafür aber an jedem arbeitsfreien Tag die zwischen 50 und 60 Riesenesel, Hausesel und Zwergesel, die hier auf dem Eselhof leben. Wo wir auch hinblicken, sehen wir Esel.

Bitte nicht füttern

Mir fällt auf, wie ausgeglichen, geduldig und ruhig die Esel sind. Friedrich, der Chef, hat die Erklärung: „Das Geheimnis tiefenentspannter Esel ist, dass sie von den Kindern nicht gefüttert werden. Unliebsame Schubsereien und Gerangel unter den Eseln bleiben dann nämlich aus."

"Früher zogen die Esel Kutschen, wurden geritten und mussten jeden Tag für ihren Lebensunterhalt arbeiten. 2014 haben wir unser Konzept im Sinne eines modernen Tierschutzes geändert. Nun ist es viel friedlicher auf dem Hof und auch Familien mit ganz kleinen Kindern können den Umgang mit Eseln gefahrenfrei genießen."

Natürlich haben wir uns auch verliebt. Fohlen Kuddel zeigt auffallend freundliches Interesse an Mops Shima, der die Liebesbekundungen ein wenig unheimlich sind.

Bevor es in den Spielgarten mit Hüpfburg, Bagger, Klettergerüst und Drehkarussell geht, freut Norea sich, mir endlich das Hufauskratzen beizubringen und Angelika zeigt ihr bei der Gelegenheit den sicheren Knoten, um ein Huftier festzubinden.

Wir lernen auch den Unterschied zwischen Maultier und Maulesel: Beim Maultier ist die Mama ein Pferd und der Papa ein Esel. Beim Maulesel ist es umgekehrt. Ob wir uns das merken können?

Bei so vielen Eindrücken und der frischen Seeluft stellt sich nagender Hunger ein. Norea ergattert einen Strandkorb im Kaffeegarten und nach Erbsensuppe und Milchreis mit Zimt und Zucker ruhe ich mich mit Shima aus, während Norea in Sichtweite auf dem Wasserspielplatz Freunde findet und sich an Riesenseifenblasen versucht.

In der Spielscheune

Obwohl unser Ausflug an einem herrlichen Sonnentag stattfindet, schürfen wir in einer Goldmine noch Gold und erkunden die große Scheune. Friedrich ist ursprünglich Tischler ist und hat einen Mähdrescher aus Holz nachgebaut. Der hat ein spannendes Innenleben: Eine 9 Meter lange, extrabreite und superschnelle Rutsche. Ein Berg aus Heuballen, eine Kletterwand und viele weitere Spielmöglichkeiten laden die Kinder ein, ihre Geschicklichkeit auch bei schlechterem Wetter zu erproben und ausgelassen herumzutoben.

Beim Esel übernachten

Wenn ihr nicht gerade ein Rudel Esel für rund 3000 Euro pro Tier mit nach Hause nehmen wollt, dann könnt ihr auch einfach in einem der hauseigenen Appartments übernachten. Ab 55 €/Tag könnt ihr mit freiem Eintritt in den Esel- & Landspielhof hier eure Ferien verbringen. Das zweistündige Eselführen ist übrigens auch inklusive. Der Sehlendorfer Strand an der Hohwachter Bucht liegt nur 5 Autominuten entfernt.

Esel- & Landspielhof Nessendorf

Wiesengrund 3

24327 Blekendorf

Tel. 04382 - 748

Öffnungszeiten:

Zwischen 15. März bis 31. Oktober täglich von 10-18 Uhr

Preise:

Kinder ab 2 Jahren 8 €, Erwachsene 9 €, liebe Hunde dürfen für 1 € dabei sein.

Gruppen ab 20 Personen zahlen nach vorheriger Anmeldung 1 € pro Person.

Es lohnt sich früh da zu sein, denn Frühaufsteher. Wer zwischen 10 und 10.30 anreist, zahlt nur 1 € und kann den Treck der 60 Esel bestaunen, die für den Tag in ihre Streichelgehege gebracht werden.

Die nächsten Kindertage mit freiem Eintritt sind der 20.9., 3.10. und 31.10.2017

Im Veranstaltungskalender auf der Webseite stehen zusätzlich aktuelle Aktionen.  

Tags: