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Wie verpackt man eine Ziege?

Sue Herrmann · 27.11.2018

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© Wolfgang Weimer

© Wolfgang Weimer

Turbulentes Theaterstück für Kinder ab 4 Jahren

Allein der Titel macht schon Lust auf mehr!

Schön, mal wieder einer Premiere beizuwohnen – herrlich, diese Aufregung und gespannte Atmosphäre, die sich unweigerlich auf alle überträgt ... bis auf einen. Den Schnarcher aus der ersten Reihe. Bis ich’s erstmal kapiert hatte - nein, das Schnarchen gehört gar nicht zum Stück, dass wird nicht von der Regie eingespielt, da ist wirklich jemand weggeratzt – zu komisch! Am Stück hat’s jedenfalls nicht gelegen, denn das war sehr kurzweilig, besinnlich bis rasant.

Um’s Schenken geht’s.

Verschiedene Episoden, alle zum Thema Schenken und Beschenkt werden reihen sich aneinander. Immer wieder erstaunlich mit wie wenigen Mitteln und Requisiten man so viele verschiedene Spielsituationen schaffen kann. Mal war die Leiter der Tisch, mal das Bett, dann wieder Dachboden, Keller und Weihnachtsbaum ...

Sehr schön auch die Idee, die jeweils kleineren Requisiten aus den einzelnen, auf der Bühne verteilten Geschenkkartons zu ziehen. Und auch immer wieder spannend zu erleben, wie der Einsatz von Musik und Licht ganz unterschiedliche Stimmungen und Gefühlslagen heraufbeschwören kann. Alles natürlich nichts ohne die großartige schauspielerische Leistung der beiden Mitglieder des teAtmo Ensembles: Marie-Theresa Lohr und Peter Meinecke. Egal welche Figur, ich habe ihnen alle abgenommen.

Mein Premieren-Partner (6 Jahre) war allerdings etwas verwirrt, ob der vielen wechselnden Szenen. Matilda blieb zwar meist Matilda, doch Paule war mal Nachbarsjunge, mal Vater, dann wieder großer Bruder und und und. Auch die Einführung in die jeweilige Szene durch die Schauspieler half ihm nicht auf die Sprünge, wohl aber ein paar ins Ohr geflüsterte Erläuterungen von der Mama.

Hinterher befragt, was ihm denn am Besten gefallen habe, meinte Anton wie aus der Pistole geschossen: „die Geschichte mit Messer und Gabel“. Also die mit den Tischmanieren – oje, ob er sich da wohl am ehesten wiederfand? „Anton, sitz bitte gerade! Anton, nimm bitte die Ellenbogen vom Tisch! Anton, die Gabel geht zum Mund, nicht andersrum!“ etcetera etcetera. „Nein, Mama, wegen der lustigen Musik am Ende ... Mana Mana Tütü Tüdüdü ...“

Zum Schluss, als alle Geschichten erzählt und alle Geschenke ausgepackt waren, sah das Chaos auf der Bühne ganz wie das bei uns zu Hause an Heiligabend aus: überall Geschenkpapierfetzen, leere Schachteln und Kartons, Bänder und Schleifen – herrlich.

Darauf ein kräftiges Määähh!


Sue Herrmann, Nov 2012

CASAMAX Theater
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