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MINT-Fachtag für Vorlesepaten

Agnieszka Pawlowska · 26.04.2018

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Auf dem Fachtag konnten die Teilnehmer unter anderem an Aktionstischen aktiv werden. © Deutsche Telekom Stiftung/ Norbert Ittermann

Auf dem Fachtag konnten die Teilnehmer unter anderem an Aktionstischen aktiv werden. © Deutsche Telekom Stiftung/ Norbert Ittermann

Wie schmatzt Matsch und wie viel Obst isst die Raupe Nimmersatt? MINT-Vorlesepaten können Sprachkompetenzen stärken und Neugierde wecken. Dabei heißt die Devise: „MINT kann jeder“!

Das Interesse an Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik, kurz MINT, früh wecken und gleichzeitig Sprachkompetenzen stärken, das ist ein Ziel der „Stiftung Lesen“ in Kooperation mit der „Deutsche Telekom Stiftung“. Gemeinsam haben sie das Projekt „MINT – Vorlesepaten“ ins Leben gerufen. Vorlesepaten sind engagierte Ehrenamtliche, die in Kindertagesstätten und Grundschulen ein zusätzliches Vorlese-Angebot anbieten. Die Veranstalter haben in vorangegangen Projekten die Erfahrung gemacht, wie gut sich naturwissenschaftliche Neugier und Spracherwerb gegenseitig ergänzen und befördern. Diese positive Wechselwirkung stand im Fokus des Fachtages „MINT und Sprache“ am 16. April im Odysseum in Köln. Die Zuschauerplätze im Hörsaal waren gut gefüllt. Zahlreiche Hände gingen bei der Frage des Moderators Karsten Schwanke hoch, wie viele Vorlesepaten denn im Raum seien. Bei der Frage, wie viele davon spezielle MINT-Vorlesepaten sind, blieben weniger als fünf oben. Dabei seien MINT-Fächer so wichtig für unsere Gesellschaft, dass naturwissenschaftliche Themen in unseren Schulen und Kitas mehr präsent sein müssten, so Schwanke.

MINT kann jeder

Das Wichtigste ist laut der Veranstalter keine Berührungsängste mit MINT zu haben und die natürliche Experimentierfreude und Neugierde der Kinder zu unterstützen. Naturwissenschaftliches Vorwissen sei hierzu nicht nötig, betonten die Experten. Über das Wetter zu reden, auf die Konsistenz von Matsch hinzuweisen oder zu fragen, wie schwer denn das gesamte Obst sein könnte, das die Raupe Nimmersatt gegessen hat, – all das ist bereits frühe MINT- und Sprachförderung. Professor Dr. Timm Albers, zuständig für inklusive Pädagogik an der Universität Paderborn, betonte die Wichtigkeit dieser zusätzlichen Förderangebote und führte weiter aus, dass die Unterschiede, wie häufig Kleinkindern zu Hause vorgelesen werde, in deutschen Familien groß seien. Vorlesepaten können diese Ungleichheiten auffangen und Kindern somit einen besseren Start in Schul-und Berufsleben ermöglichen.

Kompetentes Publikum

Die Veranstalter freuten sich über das rege Interesse an diesem Fachtag. Insgesamt 98 Teilnehmer hörten sich Vorträge über frühe naturwissenschaftliche Bildung und den Zusammenhang zwischen Spracherfahrung im Kleinkindalter und schulischer Bildung an. In der anschließenden Podiumsdiskussion steuerten die Teilnehmer ihre eigenen Erfahrungen bei und stellten auch Fragen: Wie kann MINT-Förderung in der Schule funktionieren, wenn der Klassenschlüssel zu hoch ist? Und welche Fehler sollte man als MINT-Vorlesepate unbedingt vermeiden? Hier konnte eine der Initiatorinnen, Andrea Servaty, aus dem Nähkästchen plaudern. Sie ist selbst Vorlesepatin und weiß, dass es wichtig ist, nicht zu viel vorzulesen, sondern sich lieber mit den Kindern über die gehörten Inhalte auszutauschen. Das liebste MINT-Buch aller Experten war übrigens ein Klassiker: die Raupe Nimmersatt.

Vorlesen und ahh!

Den Veranstaltern war es wichtig, den spielerischen Zugang zur Naturwissenschaft zu betonen und zu stärken. So wurden nicht nur Bücher und Apps, sondern auch dazu passenden Aktionsideen vorgestellt. Die Teilnehmer haben einige davon, wie zum Beispiel einfache Farbexperimente, direkt vor Ort an Aktionstischen ausprobiert. In drei Workshops erweiterten sie dann ihre Vorlese-Praxis und lernten, wie eine Geschichte, in der die Natur der Protagonist ist, spannend vermittelt werden kann. Außerdem bekamen sie praktische Tipps, wie man mit Alltagsmaterialien wie Küchenutensilien einfache MINT-Aktionen entwickeln kann. Denn MINT-Vermittlung funktioniert am besten durch Mitmachen und Ausprobieren.

Vorlesepate werden

Das Projekt „MINT-Vorlesepaten“ ist sehr beliebt. Bereits 1.450 MINT-Vorlesepaten sind bei dem Projekt angemeldet. Zahlreiche weitere Anmeldungen sind am Fachtag hinzugekommen. Wenn auch ihr Lust habt, mitzumachen, dann bewerbt euch auf der Webseite „Netzwerk Vorlesen" der Stiftung Lesen. In fünf einfachen Schritten werdet ihr auf eurem Weg zur Vorlesepatenschaft angeleitet. Zahlreiche Buchtipps und Apps machen den Einstieg leicht und wecken die Neugierde an interaktivem Entdecken. Auf der Seite findet ihr auch Webinare und Webvideos mit Aktionsideen für ein gelungenes Vorlesetreffen.

An drei Aktionstischen durften kleine Experimente gemacht werden © KAENGURU

Kleine Experimente an einem der drei Aktionstische © KAENGURU

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