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Große Eröffnung des Käpt’n Book-Lesefestivals

Janina Mogendorf · 01.10.2018

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Käpt’n Book meets KÄNGURU

Käpt’n Book meets KÄNGURU

Theater, Lesungen und buntes Treiben in der Bundeskunsthalle

Einmal im Jahr wird die Bundeskunsthalle in Bonn zum Schiff. Dann setzt Käpt’n Book in den luftigen Hallen seine Segel beim großen Eröffnungsfest für Familien. Bereits zum 16. Mal steht der Käpt’n, alias Schauspieler Hanno Friedrich, Pate für das mittlerweile größte Lesefestival Deutschlands. Weithin erkennbar durch die blaurote Uniform mit den goldenen Schulterklappen und dem schwarzen Hut schreitet er gemessenen Schrittes durch die Räume, waltet seines Amtes und sorgt vor allem für jede Menge Spaß und Leselust bei den Kindern.

Besuch vom Kapitän

Auch am Stand, den sich das KÄNGURU-Team mit dem Kulturamt teilte, kam Käpt’n Book vorbei und ließ sich gerne zu einem Foto überreden. Dann gab er gemeinsam mit dem Bonner Oberbürgermeister Ashok Sridharan, dem Geschäftsführer des Bundeskunsthalle Patrick Schmeing und Catrin Boss vom NRW-Kulturministerium den Startschuss für das Fest. Und die Leute strömten in die Bundeskunsthalle hinein. Am Stand gab es viele nette Gespräche mit Besuchern, die sich Käpt’n Book-Programme, KÄNGURU-Lesezeichen, Rucksäcke und natürlich das KÄNGURU-Magazin mitnahmen. Nach einigen Stunden war der Tisch leergefegt und das Stand-Team erschöpft und glücklich.

Das Programm hatte es aber auch in sich: Von 10 bis 18 Uhr standen neun Lesungen auf dem Plan. Liliana Bardijewska, Anja Fröhlich, Ole Könneke und viele mehr ließen die Kinder an ihren Geschichten teilhaben. Mucksmäuschen still waren sogar die Kleineren, als Anke Bär aus ihrem Buch „Kirschendiebe“ las. Die Geschichte der sympathischen Autorin und Illustratorin aus Bremen, handelt von Lotte, einem Mädchen, dass in den Nachkriegsjahren groß wird. Eine harte Zeit, die aber auch schöne Momente aufzuweisen hatte.

Offen und interessiert band die Autorin die verschiedenen Generationen im Publikum ein. Sie ermunterte auch ältere Besucher zu eigenen Erinnerungen und las und zeichnete sich schnell in die Herzen der Zuhörer. Die zehnjährige Emely aus Köln musste nach der Lesung unbedingt das Buch haben und freute sich sehr, als Anke Bär nicht nur ihren Namen hineinschrieb, sondern es auch liebevoll mit einem Schmetterling und einer Pusteblume signierte. Eine besondere Erinnerung an einen schönen Tag.

Lesungen, Theater, Spiel und Kreatives

Ein weiterer Höhepunkt war das Stück „Piraten, Piraten“ des Weiten Theaters aus Berlin. Es erzählt vom Piratenmädchen Molly, das in einem Sturm verloren geht und nun auf sich gestellt ist. Als Junge heuert sie auf einem Piratenschiff an und folgt ihrem Drang nach Freiheit und Abenteuer. In einer Mischung aus Schauspiel und Puppentheater und mit nur wenigen klug eingesetzten Requisiten entführten Christine Müller und Martin Karl kleine und große Zuschauer in exotische Piratenwelten und ernteten begeisterten Applaus.

Zwischen den verschiedenen Lesungen und Aufführungen lohnte sich auch ein Besuch der Ausstellung „The Playground Project“ der Bundeskunsthalle. Bei strahlendem Sonnenschein ließ es sich im Außenbereich des Museums so richtig gut toben. Vor allem das Wasserspiel und die bunte Halfpipe vor dem Haupteingang sowie die Schaukeln auf dem Dach und die Megarutsche für Mutige zogen Kinder und Erwachsene mit Bewegungsdrang gleichermaßen an. Im Museum gab es dann noch eine Ausstellung über Spielplätze der Siebzigerjahre zu erkunden.

Und schließlich hatten die Organisatoren auch an kreative Köpfe und Bastelfans gedacht. An einem riesigen Tisch in der Eingangshalle konnten sich Kinder aus Papier, Glanzfolien, bunten Federn und Steinen einen tollen Kopfschmuck herstellen, der an die Malerfürsten (eine weitere Ausstellung in der Bundeskunsthalle) erinnerte. Wer früh genug da war, bekam sogar eine der begehrten Pfauenfedern ab. Der große Basteltisch war die ganze Zeit über gut belegt. Und um das Museum herum begegneten Passanten am Abend vielen kleinen Maharadschas, Prinzessinnen und Fürsten, die sich zufrieden auf den Heimweg machten.

Käpt’n Book ist 2018 in Begleitung von fast fünfzig AutorInnen und IllustratorInnen in die Region gekommen. In den nächsten zwei Wochen gibt es 536 Veranstaltungen rund ums Kinder- und Jugendbuch. Von der klassischen Autorenlesung, über Ausstellungen, Theaterstücke, Konzerte, Filme und Workshops. Sie finden an fast 200 Orten in der Rheinregion statt - von Düsseldorf bis Waldbröl, von Wachtberg bis Bergisch Gladbach und natürlich immer wieder in Bonn. Besonders beliebt sind bei Familien die großen Familienfeste, von denen alleine am 3. Oktober drei stattfinden: Im LVR-Landesmuseum, im Haus der Geschichte und in der Brotfabrik in Bonn-Beuel.

Weitere Informationen unter http://www.kaeptnbook-lesefest.de