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Fast Fashion

Sue Herrmann · 12.10.2018

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iStockphoto.com © oneinchpunch

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Vom 12. Oktober 2018 bis 24. Februar 2019 wirft die neue Sonderausstellung im Rautenstrauch-Joest-Museum einen kritischen Blick hinter die Kulissen der globalisierten Textilwirtschaft. Die Ausstellungsmacher wollen dazu anregen, sich engagierter mit dem Thema Mode-Konsum und seinen sozialen und ökologischen Folgen zu beschäftigen.

Wie kann es sein, dass ein T-Shirt heute weniger kostet als ein großer Kaffee; ein Kleid so viel wie ein Eisbecher; eine Hose so viel wie ein Kinoticket? Kann Kleidung umwelt- und sozialverträglich sein, wenn sie um die halbe Welt transportiert werden muss, bevor sie im Laden verkauft wird? Welche Verantwortung tragen Konsumenten? Und was können sie tun, um etwas an Produktionsbedingungen zu verändern?

In sieben Stationen befasst sich die Ausstellung „Fast Fashion. Die Schattenseiten der Mode“ mit Fragen wie diesen. Sie beleuchtet Produktionsmechanismen und erklärt wirtschaftliche und soziale Aspekte. Darüber hinaus beschäftigt sie sich auch mit Umweltfragen, denn die Mode-Industrie besitzt eine denkbar schlechte Umweltbilanz und gehört zu den Branchen mit teilweise katastrophalen Arbeitsbedingungen und Löhnen unterhalb des Existenzminimums. Der Parcours führt die Besucher durch den gesamten Konsumprozess. Videoinstallationen und Fotowände, Infografiken und Schautafeln geben einen ebenso aufklärenden wie anschaulichen Einblick in die Schnelllebigkeit des Geschäfts, in die globale Vernetzung der Branche, in die Lebensverhältnisse der Textilarbeiter einerseits und in die Kaufhaltung der Textilkonsumenten andererseits.

Fast Fashion versus Slow Fashion

Ein zweiter Teil der Ausstellung widmet sich alternativen Materialien, nachhaltigen Produktionstechniken und fairem Handel ­– also dem Gegenmodell, der Slow-Fashion. Slow Fashion ist ein Bewusstsein, eine Haltung, die sich alle Protagonisten der Mode zu eigen machen könnten: Designer, die bei ihren Entwürfen die Nachhaltigkeit mitdenken. Produzenten, die lokale Manufakturen mit der Realisierung beauftragen und dabei die Arbeitsbedingungen vor Ort im Auge behalten. Und nicht zuletzt Käufer, die sich um weniger Konsum und nachhaltige Alternativen bemühen. Oder aber bereit sind, für menschenwürdige Arbeitsbedingungen und faire Löhne entsprechend höhere Preise zu zahlen.

Begleitet wird die Ausstellung von einem Veranstaltungsprogramm, das Kölner Modeschaffende und Händler, Produzenten und Konsumenten, Künstler, Schulen und Hochschulen, die sich für einen fairen Modekonsum engagieren, einbezieht. Modeschauen geben Einblick über Kölner Fair-Trade-Labels und Designer. Monatliche Thementage widmen sich insbesondere der Slow Fashion. Geplant sind außerdem Tauschbörsen für Weihnachtsgeschenke oder Karnevalskostüme sowie Vorträge, Filme und Podiumsdiskussionen zu aktuellen sozialen und politischen Entwicklungen.

Ausstellung Fast Fashion

Rautenstrauch-Joest-Museum
Cäcilienstr. 29-33
50667 Köln

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