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Erster Internationaler Child Friendly Cities Summit

Petra Hoffmann · 16.11.2019

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© UNICEF / Marcel Wogram

© UNICEF / Marcel Wogram

Im Oktober 2019 fand in Köln das erste internationale Gipfeltreffen Kinderfreundlicher Kommunen statt. Auf Einladung der Stadt Köln und UNICEF brachte der Kölner Gipfel erstmalig über 550 Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, Fachleute sowie Kinder und Jugendliche aus Städten und Gemeinden aus mehr als 60 Ländern zusammen, um Maßnahmen zur Stärkung der Kinderrechte auf lokaler Ebene zu verabreden. Stadtoberhäupter aus aller Welt bekennen sich in der „Kölner Erklärung" zur Verwirklichung der Kinderrechte.

Mehr als 100 Bürgermeisterinnen und Bürgermeister aus über 40 Ländern weltweit haben beim ersten Gipfeltreffen Child Friendly Cities („Kinderfreundliche Kommunen“) in Köln eine Erklärung für mehr Kinderfreundlichkeit veröffentlicht. Ziel ist es, das Aufwachsen und die Entwicklungsmöglichkeiten von Mädchen und Jungen in urbanen Lebensräumen zu verbessern und die Umsetzung der Kinderrechte auf lokaler Ebene voranzubringen. Zu den Unterzeichnenden gehören die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister von Köln/Deutschland; Barranquilla/Kolumbien; Tirana/Albanien; Madrid/Spanien; Seoul/Südkorea; Stuttgart/Deutschland; Montreal/Kanada; Cardiff/Großbritannien und Surabaya/Indonesien.

Manifest: Our cities. Our lives. Our future.

Vorausgegangen ist dieser Erklärung eine große UNICEF-Umfrage unter jungen Menschen aus aller Welt. Mehr als 91.000 Kinder und junge Menschen zwischen 14 und 35 Jahren aus Ländern wie Nigeria, Großbritannien, Liberia, Mexiko, Deutschland, Mali, Sierra Leone, Kamerun, Senegal, Mozambik, Südafrika, der Ukraine und Vietnam beteiligten sich daran. an der Umfrage. Jeder zweite Teilnehmende der Umfrage gab an, nicht genügend Möglichkeiten zu haben, sich an kommunalen Entscheidungen zu beteiligen und seine Meinungen und Wünsche einbringen zu können. Diese Ergebnisse flossen anschließend in ein Manifest ein, das vom Child Friendly Cities Initiative (CFCI) Child and Youth Advisory Board erarbeitet wurde und das die am Gipfeltreffen teilnehmenden Kinder und Jugendlichen den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern am 18. Oktober übergaben. Die teilnehmenden Kinder und Jugendlichen beschäftigten sich dafür über Monate mit der Frage, wie kinderfreundliche Städte aussehen würden, wenn ein Kind dort Bürgermeister wäre. Hier könnt ihr das Manifest herunterladen (Englisch).

Graphic Recording @ Florian Schwanenberg
Graphic Recording von Florian Schwanenberg

Die Kölner Erklärung

In der Kölner Erklärung verpflichten sich die Stadtoberhäupter dazu, konkrete, nachhaltige und messbare Resultate für Kinder zu erzielen, die Beteiligung von Kindern und jungen Menschen am gesellschaftlichen und politischen Leben zu fördern sowie die Meinung von Mädchen und Jungen in politischen Prozessen zu berücksichtigen. „Unser Handeln auf kommunaler Ebene hat großen Einfluss auf das Aufwachsen und das Wohl von Kindern und Jugendlichen“, betont Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker. „Und doch sind sich viele Lokalpolitiker nicht der Rolle bewusst, die sie einnehmen können und müssen, um dafür zu sorgen, dass die Rechte, Bedürfnisse und Wünsche von Kindern und Jugendlichen auf lokaler Ebene ausreichend berücksichtigt werden. Der Kölner Gipfel sendet ein wichtiges Signal für mehr Kinderfreundlichkeit in Kommunen weltweit.“ In der Kölner Erklärung bekennen sich die Stadtoberhäupter zu folgenden Inhalten:

  • Jedes Kind und jeder junge Mensch wird in seiner Kommune und von den örtlichen Behörden wertgeschätzt, respektiert und fair behandelt.
  • Die Meinung, Bedürfnisse und Prioritäten eines jeden Kindes und eines jeden jungen Menschen werden in Gesetzen, Richtlinien, Budgets und Entscheidungen, die sie betreffen, gehört und berücksichtigt.
  • Jedes Kind und jeder junge Mensch hat Zugang zu qualitativ hochwertigen sozialen Grundleistungen.
  • Jedes Kind und jeder junge Mensch wächst in einer sicheren, gesunden und sauberen Umwelt auf.
  • Jedes Kind und jeder junge Mensch hat das Recht, am Familienleben sowie an Spiel- und Freizeitmöglichkeiten teilzunehmen.

Die Kölner Erklärung im Wortlaut (Englisch) könnt ihr hier herunterladen.

 

Seit 1996 unterstützt UNICEF mit der Initiative „Child Friendly Cities“ („Kinderfreundliche Kommunen“) eine wachsende Zahl von Städten und Gemeinden in über 40 Ländern dabei, die Rechte von Kindern und Jugendlichen dort zu verwirklichen, wo sie zu Hause sind. 2018 hat sich Köln als erste deutsche Millionenstadt dem Siegel „Kinderfreundliche Kommune“ verpflichtet.

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