Familienleben

Mit Kleinkind im Kölner Zoo

Anja Janßen · 15.03.2020

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Den Flamingos im Zoo zuzusehen, hat schon fast etwas Meditatives. © eivaisla/AdobeStock

Den Flamingos im Zoo zuzusehen, hat schon fast etwas Meditatives. © eivaisla/AdobeStock

10.000 Tiere auf mehr als 20 Hektar Platz – was würden Eltern mit Babys und Kleinkindern wohl ohne den Kölner Zoo anfangen? Für Autorin Anja Janßen und ihre Tochter ist der Zoo das Ausflugsziel Nummer eins. Denn hier vereint ihr eine spannende Kinderwagenfahrt mit einem tollen Spielplatzerlebnis.

Ungefähr einmal pro Woche halte ich den QR-Code meiner Jahreskarte vor das Lesegerät am Haupteingang des Kölner Zoos. Sobald der Signalton ertönt, schiebe ich den Kinderwagen auf den Vorplatz und frage meine eineinhalbjährige Tochter, die zu freiem Eintritt hier natürlich auch regelmäßig Gast ist, welche Tiere sie zuerst sehen möchte. „I-a“, lautet derzeit die Antwort immer begeistert. Also biegen wir links auf den Clemenshof – den Bauernhof – ein und besuchen die Esel. Nicht nur diesen kuscheligen, langohrigen Huftieren schauen wir hier beim genüsslichen Kauen von Heu zu, auch Ziegen, Schafe, Hühner, Gänse, Kühe, Truthühner und andere Bauernhof-Tiere gilt es zu entdecken. Höhepunkt ist ein antiker Traktor, auf dem die kleine Bauersfrau Platz nehmen darf, um glücklich an Lenkrad und Schalthebel zu hantieren. Das passende Motorengeräusch dazu muss ich produzieren. Doch schon bald schnellt der kleine Finger hoch in Richtung Flamingos, deren pinkfarbenes Gefieder in einiger Entfernung durch das Gebüsch leuchtet. Das ist das Zeichen zum Aufbruch – nächste Station sind die schnatternden, ewig quatschenden und zankenden langbeinigen Vögel mit dem gebogenen Hals.

Kind auf Traktor © Anja Janßen

Die Attraktion auf dem Bauernhof des Zoos: der antike Traktor © Anja Janßen

Fast schon meditativ: der Streit ums Futter

Es hat schon fast etwas Meditatives dabei zuzusehen, wie sich die Flamingos um ihr Futter streiten. Faszinierend ist auch der Herdentrieb. Mal schwenkt die schnatternde Schar plötzlich aus unerfindlichen Gründen an das eine Ende des Geheges, dann geht es in einer wellenartigen Formation wieder gemeinsam zurück. Den Grund für dieses Verhalten konnten wir auch nach einem Jahr wöchentlicher Beobachtungsstudien nicht ermitteln.

Danach beobachten wir die Geparden, die auf ihrem Hügel den Blick in die Ferne schweifen lassen, besuchen das Nashorn Packo, das hinter dickem Panzerglas in seinem Freigehege seine Runden dreht. Die Giraffen gegenüber recken neugierig ihre langen Hälse, als sie uns entdecken. Es folgen Moschusochsen, Bisons und Marabus bis wir zu den Pinguinen gelangen. Die schwarz-weiß gefiederten Seevögel stehen dicht gedrängt auf ihrem kleinen Felsen oder erledigen plantschend und spritzend im kalten Wasser ihre Morgenwäsche. Wenn der Papagei gegenüber in der Voliere den Besuchern eine Kostprobe seiner beeindruckenden Stimmgewalt gibt, sitzt meine Tochter meistens senkrecht in ihrem Kinderwagen vor Schreck und verlangt den sofortigen Aufbruch in Richtung Seelöwen. Elegant gleiten die schwarzen, glänzenden Robben durch das Wasserbecken, tauchen auf und wieder ab, stoßen prustend das Wasser aus und können dem Papagei, was Stimmgewalt betrifft, locker das Wasser reichen.

Erst Elefanten oder erst Spielplatz – das ist hier die Frage

Anschließend kommen wir regelmäßig in das Dilemma „erst Elefanten oder erst Spielplatz?“. Denn direkt gegenüber der attraktiven Dickhäuter wartet ein mindestens ebenso attraktiver Abenteuerspielplatz, der für jede Altersgruppe etwas zu bieten hat. Also schnell die Elefanten dabei beobachten, wie sie sich – je nach Jahreszeit – ihre Zeit vertreiben: Im Sommer verpassen sie sich mittels Rüssel und Wasserpfütze eine kühle Dusche oder knacken riesige Melonen wie unsereins Walnüsse. Im Winter durften wir lernen, dass Elefanten ausrangierte Weihnachtsbäume fressen. Die würzigen Tannennadeln scheinen ihnen zu schmecken wie uns der Rosmarin.

Kein Zoobesuch ist wie der vorherige

Doch dann ruft aber wirklich der Spielplatz und mit etwas Glück ist auch eine der vier Babyschaukeln frei, auf denen meine Tochter am liebsten so lange verweilt, dass ich gut und gerne alleine eine ganze Runde durch den 20 Hektar großen Zoo drehen könnte. Wackeltiere und Kleinkindrutsche, Nestschaukel und jede Menge Sand, in dem es sich nach Herzenslust buddeln lässt, sichern Begeisterung für die nächste Stunde. Danach steht der Heimweg an, der für uns durch den Nordausgang des Zoos führt. Schön zu wissen, dass wir bei einem weiteren Zoobesuch eine ganz andere Route nehmen können. Denn unter den 10.000 tierischen Bewohnern gibt es zum Beispiel auch Affen, Löwen, Zebras, Bären, Flusspferde, Krokodile und Erdmännchen – hinzu kommt ein großes Aquarium, in dem es kreucht und fleucht.

Zuhause rekapitulieren wir das Erlebte mit Hilfe des großformatigen, heißgeliebten Wimmelbilderbuchs „Mein Kölner Zoo“, das im Bachem Verlag erschienen ist. Hier wünschen wir Packo und Co. eine gute Nacht – und freuen uns auf das nächste Mal.

Wimmelbilderbuch: Mein Kölner Zoo © Anja Janßen

Das zerlesene Exemplar des Bilderbuchs „Mein Kölner Zoo" der Familie Janßen. © Foto: Anja Janßen/Buchcover: Bachem Verlag

Info:

Kölner Zoo
Riehler Str. 173
50735 Köln
Tel. 0221 - 56 79 91 00

Jahreskarte Erwachsene: 85 Euro
Tageskarte Erwachsene: 19,50 Euro
Kinder bis 3 Jahre kostenfrei