Familienleben

Daniel Eich ist Spitzenvater des Jahres

Janina Mogendorf · 21.04.2019

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Preisträger 2019: Daniel Eich, Initiatorin Prof. Dr. Ulrike Detmers, Thorben Hinsche und Jürgen Kura für „Väter in Köln e.V.“ © Agentur Baganz

Preisträger 2019: Daniel Eich, Initiatorin Prof. Dr. Ulrike Detmers, Thorben Hinsche und Jürgen Kura für „Väter in Köln e.V.“ © Agentur Baganz

Was macht eigentlich einen guten Vater aus? Känguru hat bei Daniel Eich nachgefragt! Am 8. März wird der dreifachte Vater von der Großbäckerei Mestemacher zum diesjährigen „Spitzenvater des Jahres“ gekürt. Nominiert hat ihn die Chefin seiner Frau, die Initiatorin des Projekts „Die Astronautin“. Denn Daniel Eich ist mit Insa Thiele-Eich verheiratet, die im kommenden Jahr als erste Deutsche ins Weltall fliegen soll. Eine starke Frau, die einen ebenso starken Mann an ihrer Seite hat.

Seit der Schulzeit ist das Powerpaar schon zusammen und beide wussten von Anfang an, dass sie beides wollen: Familie und Karriere! Heute haben sie zwei Mädchen im Alter von acht und fünf und einen Jungen von vier Monaten. Sie leben im eigenen Haus in Königswinter. Daniel ist Produktentwickler im IT-Bereich bei einer Frankfurter Firma und Insa promovierte Meteorologin an der Universität Bonn. Seit zwei Jahren absolviert sie zudem eine Raumfahrausbildung.

Zwölf Monate Elternzeit

Das bedeutet viele Dienstreisen und Trainingslager zusätzlich zu ihrer 70-Prozent-Stelle an der Uni. Und das bedeutet, dass Daniel nun zum zweiten Mal zwölf Monate Elternzeit genommen hat. Vor acht Jahren war er damit nicht nur in seiner Firma, sondern generell ein Vorreiter. „Es war gar nicht so einfach, mich da durchzusetzen. Meine Firma war noch kleiner und am liebsten hätten mir meine Vorgesetzten die Idee gleich wieder ausgeredet“, erinnert er sich. Daniel ließ sich jedoch nicht beeindrucken und hat sein Vaterjahr in vollen Zügen genossen.

Gut organisiert mit drei Kindern

Familie Thiele-Eich
Familie Thiele-Eich © SweetNorth

Während seine Frau Insa früh aufstehen und zur Arbeit musste, schlief er gemeinsam mit seiner kleinen Tochter aus und begab sich dann mit Baby in der Trage auf ausgedehnte Streifzüge durchs nahe Siebengebirge. „Ich weiß nicht, wie oft ich in diesem Jahr auf den Drachenfels geklettert bin“, sagt er schmunzelnd. Heute, mit einem Schulkind, einem Kindergartenkind und einem Säugling, sieht die Lage schon anders aus. „Unser Tagesablauf muss gut durchorganisiert sein, damit es läuft.“

Morgens bringt er die beiden Großen mit dem Fahrrad zur Schule und zum Kindergarten. Während seine Älteste schon selbst radelt, fährt die Jüngere im Anhänger mit. Damit Insa, die noch voll stillt noch ein bisschen schlafen kann, kümmert sich Daniel um das Frühstück, die Pausenbrote, die Klamotten und vor allem auch um die Haare der Mädels. Bei beiden reichen sie fast bis zur Hüfte und dank verschiedener YouTube-Tutorials kreiert Daniel mittlerweile richtig gute Flechtfrisuren. „Da bin ich besser, als meine Frau“, lacht er.

Stillen im Trainingslager

Nach der Schul- und Kita-Runde nimmt er sein Baby in Empfang und Insa geht arbeiten. Da ihr Sohn nicht aus der Flasche trinken will, nimmt sie ihn zum Teil auch mit zur Arbeit oder auf Dienstreisen. Im Februar fuhr die ganze Familie aus dem gleichen Grund mit zu einem Trainingslager nach Bremen. Und während Insa Experimente in einer Raumstation simulierte, brachte Daniel ihr den Kleinen alle paar Stunden zum Stillen vorbei und gestaltete den Rest der Tage gemeinsam mit den drei Kindern.

„Mir ist es wichtig, dass wir unser Familienleben möglichst ohne private Hilfe bewältigen“, sagt er. „Wenn Großeltern und Freunde einspringen, ist das toll, ich sehe es aber eher als Bonus.“ Daniels Tage sind daher angefüllt mit Haushalt und Gartenarbeit, Papa-Taxi und Vorleserunden, Spielplatzstunden und Absprachen mit anderen Eltern - beziehungsweise Müttern. „Ich glaube, in den meisten WhatsApp-Gruppen für Spielverabredungen bin ich der einzige aktive Vater“, sagt er. Seine Frau bekomme daher immer wieder Komplimente für seinen Einsatz als Vollzeitpapa.

Dabei ist es für Daniel selbstverständlich. Mit seiner zwölfmonatigen Elternzeit ist er allerdings auch heute noch ein Exot unter den Kollegen, auch wenn seine Chefs dieses Mal sehr viel gelassener reagiert haben. „Immerhin sind die zwei so genannten Vätermonate heute gut etabliert“, ist seine Erfahrung. Nach der Elternzeit, hofft Daniel, langfristig im Homeoffice arbeiten zu können. „Vieles läuft ja heute über Videokonferenz und ich glaube, das ist auch der Weg der Zukunft.“ Ein Weg, der gerade erst beginnt, mit einem Spitzenvater als Pionier.

Mestemacher Preis Spitzenvater des Jahres 2019

Neben Daniel Eich wurde Thorben Hinsche ausgezeichnet. Der zweifache Vater organisiert seine mehrmonatige Elternzeit und Elternteilzeit in der Frauendomäne Gesundheits- und Kinderkrankenpflege. Vorher war er jahrelang im Rettungswesen tätig. Seine Ehefrau Laura Hinsche ist wie ihr Mann Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin. Seit 2017 studiert sie auch Medizinpädagogik.

Weiterer Preisträger ist der gemeinnützige Kölner Verein „Väter in Köln e.V.", der sich im Bereich Familienbildung und Genderarbeit stark macht und eine familienfreundliche und gleichberechtigte Stadtgesellschaft fordert. Initiator und Vorsitzender von Väter in Köln e.V. ist der freie Journalist, Filmemacher und Fotograf Jürgen Kura.

Seit 14 Jahren kürt die Großbäckerei Mestemacher am Internationalen Weltfrauentag Väter, die einen besonders guten Job machen, zum Spitzenvater des Jahres. Der Preis würdigt das partnerschaftliche Ehe- und Familienmodell und soll deutlich machen, wie wichtig Väter für die Entwicklung von Kindern jeden Alters sind. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert.

Ihr kennt auch einen Spitzenvater? Dann empfehlet ihn doch online bis zum Ende des Jahres.

 

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