Ausflug

Wandern mit Kinderwagen

Redaktion · 12.10.2020

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Was sind die wichtigsten Voraussetzungen für eine gelungene Wanderung mit dem Kinderwagen? Wir haben für euch ein paar Tipps gesammelt und eine Checkliste angelegt.

Wandern liegt voll im Trend, egal ob bei jung oder alt. Wanderbegeisterte Eltern müssen dabei auf ihr liebgewonnenes Hobby nicht verzichten. Wenn die Kleinen sich im Kinderwagen wohl fühlen, steht einer gemeinsamen Wanderung nichts mehr im Wege. Wobei das Motto dabei stets lauten sollte: Der Weg ist das Ziel. Doch was sind die wichtigsten Voraussetzungen für eine gelungene Wanderung mit dem Kinderwagen, außer natürlich einer ordentlichen Portion Begeisterung?

Welcher Kinderwagen ist der richtige für Wandertouren?

Ein herkömmlicher Buggy oder Kinderwagen ist in den meisten Fällen unhandlich und ungeeignet für eine Wander-Tour. Gerade auf sandigen Wald- und hügeligen Feldwegen zeigen geländetaugliche Kinderwagen ihre Vorteile. Hier sind die wichtigsten Besonderheiten, die man wissen und beachten sollte:

Offroad mit dem Kinderwagen

Outdoor-Kinderwagen unterscheiden sich von normalen Buggys und Kinderwagen insbesondere durch ihre  Luftreifen mit einem Durchmesser von mindestens 12 Zoll und einer Handbremse am Lenker für steilere Abfahrten. Letzteres ist vor allem wichtig, da ein vollbeladener Kinderwagen mit Kleinkind und Gepäck bis zu 30 Kilogramm wiegen kann. Da wird es schwer und gefährlich ihn bergab ohne Bremsen zu schieben. Wichtig ist auch, dass der Wagen genug Stauraum für die Verpflegung und die Ersatzklamotten verfügt.

Buggys mit 3-Räder

Modelle mit nur drei Rädern, also mit nur einem Vorderrad, lassen sich auf unbefestigtem Gelände leichter manövrieren und auch scharfe Kurven sind damit leichter zu nehmen. Ganz wichtig ist, dass der Buggy über eine Federung verfügt, die die Unebenheiten gut ausgleicht, wenn es über Stock und Stein geht.

Kinderanhänger

Wer grössere Ambitionen verfolgt oder mit dem Fahrrad zum Wanderort anreist, dem sei ein Kinderanhänger als Alternative zum Kinderwagen empfohlen. Dieser hat eine Menge Stauraum, Platz für bis zu zwei Kinder und lässt sich auch auf schwerem Gelände leichter als ein Kinderwagen fortbewegen, da seine Luftreifen deutlich größer sind. Auf ebenem Geläuf kann man sogar mit ihm joggen. Allerdings ist ein Fahrradanhänger auch schwerer und deutlich sperriger, so dass schmale Wege problematisch sein können.

Die richtige Streckenwahl

Ein Wandertrip mit Kinderwagen macht natürlich nur Sinn, wenn man weiß, dass die Kinder auch gerne über längere Zeit im Kinderwagen sitzen. Man sollte sich im Vorfeld auch darüber im Klaren sein, dass Kinder immer gut für Überraschungen sind und das Pläne manchmal kurzfristig über den Haufen geworfen werden müssen. Deshalb bitte immer entspannt bleiben, auch wenn das Tagesziel nicht erreicht wurde ;-)

Kurzwanderungen

Zwei bis drei Kilometer sind für Erwachsene natürlich ein Klacks, mit Kindern, die ab und zu mal den Kinderwagen verlassen wollen, kann sich diese Strecke deutlich länger anfühlen. Es ist wichtig, dass den Kids alle 90 Minuten die Möglichkeit gegeben wird, sich außerhalb des Kinderwagens auszutoben. Kinder sind Forscher, kleine Entdecker und voller Neugierde, deshalb sollte auch die Zeit dafür gegeben sein, dass sie in der Natur spielen können und vielleicht mit Stöckern in einem Tümpel rumstochern. Die Anzahl der zurückgelegten Kilometer interessiert sie herzlich wenig.
 
Besonders in der Umgebung von Köln gibt es schöne Wander-Möglichkeiten. Eine Sammlung mit passenden Ausflugtipps haben wir hier für euch zusammengestellt.
 
Tipp: Es gibt übrigens mittlerweile spezielle Wanderführer für Trekking mit Kinderwagen. Es wird dabei besonders auf die jeweilige Weg-und Pfadbeschaffenheit eingegangen und es werden dort Touren beschrieben mit wenig steilen An- und Abstiegen.

Anfahrt und Rückweg

Übrigens sollte man auch lieber eine Route wählen, für die man keine allzu lange Anfahrt braucht. Für Kleinkinder kann nämlich ansonsten die Rückfahrt zu einer Tortur werden, nachdem sie schon während der Wanderung viel Zeit sitzen mußten.

Was unbedingt auf die Packliste muß

  • Ausreichend Getränke, nicht nur für die Kleinen, auch für die Mütter, besonders wenn sie noch stillen: Am besten Wasser und für die kalte Jahreszeit warmen Tee mitnehmen. Es sollte immer heißes Wasser in einer Thermoskanne dabei sein, das für Wärmekissen oder für den Babybrei gebraucht wird.
  • Es sollte auch ausreichend Essen in Form von Snacks wie Trockenfrüchten, diversen Nüssen (Mandeln, ungesalzene Erdnüsse), Obst, belegten Volkornbrötchen, Müsliriegeln und Reiswaffeln (mögen Kinder in der Regel und sind gesund, weil kalorien- und zuckerarm) mitgenommen werden: An der frischen Luft bekommt man größeren Hunger, Kleinkinder können das oftmals so entstehende Hungergefühl nicht eindeutig kommunizieren. Wenn Kinder quengeln, könnte das der Grund sein.
  • Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor: Wenn man während der warmen Jahreszeit oder in Höhenlagen wandert, wird die Kraft der Sonne oft unterschätzt, besonders wenn ein frischer Wind geht. Also aufpassen!
  • Mindestens zwei bis drei Windeln und eine Plastiktüte, um diese auch sachgerecht zu entsorgen.
  • Gutes Schuhwerk auch für die Kinder, für den Fall, dass sie schon etwas größer sind und nicht die ganze Zeit im Kinderwagen sitzen möchten.
  • Eventuell eine bequeme Tragehilfe, falls die Kleinen keine Lust mehr auf den Kinderwagen oder aufs Laufen haben.
  • Regenschutz: Nicht nur für die Kids, sondern auch für den Kinderwagen. (Je nach Jahreszeit und Region außerdem an ein Moskitonetz denken.)
  • Zwiebellook: Um auf sich ändernde Außentemperaturen gut reagieren zu können tragt ihr besser mehrere dünne Kleidungsstücke übereinander. Wenn ihr in den Bergen unterwegs seid, kann es schnell zu Wetterumschwüngen kommen, daher ein warme Jacke mitnehmen.
  • Mütze: im Winter und für Höhenlagen, im Sommer reicht ein Käppi
  • Schnuller und Lieblingsstofftier
  • Verbandszeug
  • Decke zum Wärmen und für das Picknick
  • Nur keine Langeweile: Wenn die Kinder schon etwas größer sind, Fernglas, Kescher und kleine Schaufel mitnehmen. Und vielleicht auch im Vorfeld ein paar Spiele überlegen, die man unterwegs gut machen kann.
Alles eingepackt? Dann kann es ja losgehen. Und denkt immer daran: Bringt ihr als Eltern das entsprechende Einfühlungsvermögen auf und stellt das gemeinsame Erlebnis in den Vordergrund, wird aus eurem Wandertrip mit Sicherheit ein wundervoller Familienausflug mit schönen Erinnerungen.

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