Ausflug

Rodeln in und um Köln/Bonn

Redaktion · 22.11.2012

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Mit der Aussicht auf eine rasante Abfahrt per Schlitten, Bob oder Snowtube kriegt man auch Stubenhocker im Winter vor die Tür. Und Spaß haben beim Rodeln nicht nur die Kinder.

Zum Rodeln braucht es nicht viel: Etwas Schnee und einen kleinen Hügel. Beides macht sich im Rheinland leider rar. Dass Verhältnisse wie 2010 zur Regel werden, ist ungefähr so wahrscheinlich wie ein Sieg des FC in der Champions League. Damals kam Köln auf 70 Schneetage, normal sind 14 – aber nur am Flughafen.

In den Innenstädten kann man die Gelegenheiten zum Schlittenfahren in den meisten Wintern an einer Hand abzählen. Wir haben zusammengestellt, wo man dann in der Domstadt und in Bonn rodeln kann – und wo ansonsten anderswo.

KÖLN BESTE RODELHÄNGE

  • Jahnwiese (GPS-Koordinaten zur Eingabe ins Navi oder in Google Earth/Maps: 50,9297/6,8769): Hinter dem Rheinenergie-Stadion, 50 m lang, sehr breit, aber recht flach.
  • Beethovenpark in Lindenthal (50,9107/6,9136): Mit 19 Höhenmetern auf 90 m Länge eine der rasanteren Köl-ner Rodelpisten, flacher Auslauf.
  • Herkulesberg beim Media Park (50,9502/6,9380): Der Schuttberg aus dem 2. Weltkrieg ist mit 26 Höhenmetern der Kölner Everest, die Bahn recht schmal, 120 m lang und dank eines in der Mitte kreuzenden Weges mit Sprunggelegenheit.
  • Forstbotanischer Garten (50,8830/6,9857): Von dem 7 m hohen Hügel in der Nähe des Parkplatzes Schillings-rotter Straße kann man in alle Richtungen hinunterrutschen, über 50 m plus Auslauf. Da hier keine Bäume ste-hen, sind unliebsame Begegnungen auszuschließen.
  • Zollstöcker Berge (50,9036/6,9481): Zwischen den Hochhäusern und gegenüber dem Kombibad locken Hügel mit rund 50 m Piste über 8 Höhenmeter, aber Hindernissen im Auslauf.
  • Aachener Weiher (50,9326/6,9295): Unweit der U-Bahn Haltestelle Universitätsstraße bieten zwei Hügel diver-se Abfahrtsmöglichkeiten mit bis zu 10 Höhenmetern.
  • Mühlheimer Brücke (50,9660/6,9913): Der linksrheinische Abhang vom Rad- und Fußweg hinunter zum Rhein kommt auf 6 Höhenmeter, ist riesig breit und hat einen langen Auslauf.
  • Poller Wiesen (50,9237/6,9741): Die Abhänge vom Rad- und Fußweg auf die Rheinwiesen bieten fünf Höhen-meter auf 50 bis 75 m Strecke und einen tollen Blick zum Rheinauhafen.
  • Merheimer Heide (50,9450/7,0385): Gut erreichbar mit den Linien 1 und 9 (Kalker Friedhof), sehr breiter Südhang mit flachem Auslauf, rund 50 m lang bei 7 m Höhendifferenz.
  • Erker Mühle (50,9336/7,0947): Zwischen Brück und Rath, 200 m vom Parkplatz am Waldkindergarten, 40 m lang, 5 Höhenmeter, der Auslauf wurde leider jüngst aufgeforstet, was erhöhte Anforderungen an die Lenkkünste bedeutet.

BONNS BESTE RODELHÄNGE

  • Rheinaue (50,7116/7,1415): Gut erreichbar mit der Linien 66 (Rheinaue), mehrere Hänge zur Auswahl, immer flacher Auslauf, 50 bis 150 m lang, maximal 18 m Höhendifferenz.
  • Venusberg (50,7508/7,0994): Die gut 400 m langen Bahnen am Venusberg sind anspruchsvoll. Zum Rodeln geeignet sind die Berg- und die Winzerstraße (bis zu 80 Höhenmeter).

SIEBENGEBIRGE, EIFEL, BERGISCHES UND SAUERLAND

Wenn der Schnee nicht ins Rheinland kommt, kann man dahin fahren, wo der Schnee ist. In den umliegenden Mittelgebirgen gibt es eine zahlreiche Rodelwiesen. Einige davon sind sogar mit speziellen Liften für Rodler ausgestattet und dank Beschneiungsanlagen verhältnismäßig schneesicher. Dazu zählt auch einer der vielen zum Rodeln geeigneten Wiesenhänge in Fahlenscheid bei Olpe. Von der Schäl Sick sind es nur rund 45 Minuten bis in dieses kleine, aber komplette Wintersportzentrum. Auf knapp 600 m Seehöhe ist hier auch auf Naturschnee einigermaßen Verlass. Man kann mit dem eigenen Rodel den Hang hinabsausen oder sich einen Snowtube aus-leihen. Das sind spezielle Schlauchreifen, lenken und bremsen kann man damit vergessen, was für einen Extra-Schub Adrenalin sorgt. Dank der eigens präparierten Bahnen (inklusive Bremsstrecke) ist das aber völlig gefahrlos.

Noch näher, etwas länger, dafür wenig schneesicher ist der Rodellift in Hahn im Bergischen. Im Gegensatz zum komfortablen Förderband in Fahlenscheid handelt es sich allerdings um ein Schleppseil, dessen Nutzung nur unwesentlich weniger anstrengt, als den Hang hinaufzulaufen. Aus dem Kölner Westen ist man schneller in der Eifel, gut eine Stunde fährt man nach Udenbreth, wo es ebenfalls ein Schleppseil für Rodler gibt. Und wem es nur ums Rodeln und nicht um die frische Luft geht: Auch die Skihalle Neuss bietet eine Rodelbahn. Details zu den interessantesten Rodelzielen rund um Köln enthält die Tabelle. Weitere Rodellifte gibt es in folgenden Orten im Sauerland: Winterberg (www.skiliftkarussell.de), Züschen (www.snow-world-zueschen.de), Medebach (www.skigebiet-schlossberg.de) und Sellinghausen (www.ferienhotel-stockhausen.de).

Für die Bonner liegen die Rodelhänge im Siebengebirge gleich vor der Haustür. Ob dort Schnee liegt, lässt sich mit einem Blick durch die Webcam auf den beliebten Hang am Löwenburger Hof feststellen (www.loewenburger-hof.de/webcam/cam1-640.html). Rund um die Margarethenhöhe lassen sich Waldwege zum Rodeln nutzen.

SCHNEE DAHEIM
Wenn man einen kleinen Abhang im Garten, zwei Steckdosen und einen Wasseranschluss hat, braucht man, wenn man rodeln will, weder auf den in Köln und Bonn so seltenen Schnee zu warten noch ihm nachzureisen. Weitere Voraussetzungen sind Minusgrade, ein handelsüblicher Hochdruckreiniger, ein Kompressor aus dem Baumarkt und ein eigener Schneeerzeuger, den man für rund 300 Euro fix und fertig kaufen oder für deutlich weniger Geld selber zusammenbauen kann (Baupläne gibt’s unter www.snowathome.com, Info auch unter 09082/2910). So ausgerüstet, kann der Garten in drei bis vier Stunden in eine Rodelpiste verwandelt und der Winter auch am Rhein bei regelmäßiger Nachbeschneiung auf mindestens 30 Saisontage ausgedehnt werden.