Ausflug

Auf dem Gertrudenhof

Claudia Berlinger · 18.10.2017

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© Claudia Berlinger

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Stadtreporterin Claudia berichtet vom Erlebnisbauernhof.

Auf den Gertrudenhof fahren wir nur noch selten, seit der Bauernhof sein Konzept um Schiffschaukel, Karussell und Trampoline erweitert hat und Noreas Aufmerksamkeit allzu schnell von den Tieren auf die kostenpflichtige Stahlkutsche und Konsorten umgelenkt wird.

Das Tierfutter zahle ich sehr gerne, doch wenn ihr Taschengeld „für Nippes“ schneller aus ihrem Portemonnaie fliegt als es aufgefüllt werden kann, tut mir das wie allen Eltern ein bisschen weh.

Zwei Ausflüge an einem Tag

Heute möchte ich Norea mit unserem Ausflug überraschen, denn wir waren gerade zum ersten Mal im Hürther UCI Kino und sind noch ganz gefangen in unseren Emotionen, die Ostwind 3, dieser wunderbare und beste Film der Serie hervorgerufen hat. „Lieben heißt auch manchmal Loslassen“ ist denn auch das Thema unseres Gespräches auf der Autofahrt und ich bin mir sicher, dass die großen Szenen des Films in den kommenden Tagen mit ihren Plüschpferden Weiße Stirn, Schmetterling und Engelchen Zuhause nachgespielt werden.

„Voll geil!"

Der Gertrudenhof liegt praktisch auf dem Weg nach Hause, also einigen wir uns auf einen kurzen Abstecher und keine Extrafahrten auf dem Karussell. Doch welch eine Überraschung, als wir uns in einer Autoschlange vor dem Parkplatz wiederfinden und die Menschenmenge bestaunen, die sich heute hier eingefunden hat. „Das ist ja Wahnsinn! Voll geil!“ ruft Norea voller Entzücken – und ich frage mich, wie dieser sprachliche Entwicklungsschub von heute auf morgen einsetzen konnte. Und wie dieses Herbstfest auf dem Gertrudenhof unter meinem Ausflugsradar bleiben konnte.

Die Betreiber haben sich wirklich nicht lumpen lassen. Der gesamte Außenbereich ist von unzähligen Kürbissen gesäumt. Wir tauchen in ein Meer aus orange und saftigem Wiesengrün, der Himmel zieht auf und Jacken und Schal bleiben im Auto.

Wie im Film

Schnell schließt Norea sich einer Truppe Mädchen an, die auf den Holzpferden voltigieren und ihre Kunststücke präsentieren. „Guck mal, ich kann mit geschlossenen Augen auf Ostwind stehen!“ höre ich mein Kind rufen. „Und mir folgt er ohne Strick und Leine!“ ein anderes. Oh, das wird dauern. Nur gut, dass sich herumgesprochen hat, dass Eltern in solchen Fällen gerne auf Entspannungsliegen ruhen, die wie Mohnblumen in Grüppchen in der Sonne stehen.

Auf Erkundungstour

Heute ist wahrlich ein besonderer Tag auf dem Gertrudenhof. Drei große Trampoline sind seit unserem letzten Besuch hinzugekommen und wenn ich recht sehe ist auch ein Holzspielplatz mit einer Art Rhönrad neu.

Man muss auch mal Glück haben

Immer wieder dringen Musikschnipsel an mein Ohr. Auf Dorffesten dürfen ja Musikkapellen nicht fehlen; für deren Darbietungen habe ich mich so manches Mal fremdgeschämt. Doch diese Band ist anders. Die sind richtig gut! Natürlich tanzen nur die Kinder, obwohl es auch mich echt in den Füßen juckt. Bass, Gitarre und Schlagzeug grooven wie Sau – um mal im neugewonnenen Jargon meiner Tochter zu bleiben – und ich genieße jeden Song und freue mich, dass die Frau am Mikrofon echt singen kann. Währenddessen macht Norea den Baum unsicher, der neben der Bühne steht. Was für ein Glück wir heute haben :-)

Fresstechniken und und und

Bevor wir es vergessen kaufen wir schnell noch Futter ... und lachen uns später kaputt über die verschiedenen Fresstechniken der Tiere. Am vorsichtigsten sind die Alpakas, die trotz langer Zähne ihre Oberlippen aufspreizen und ganz sanft das Leckerli aus den Kinderhänden ziehen. Die Kühe schlingen ihre riesigen, nassen Zungen um das Futter herum und die Kinder machen sich einen Spaß daraus, ihre Graspallets oben auf den Zaun zu legen, um klebrigen Händen zu entgehen. Die Ponys sind die Chefs im Gelände und beißen auch schon mal zu. Hier ist mehr Vorsicht geboten als bei den sanften Eseln, die einfach nur lieb sind. Und dann gibt es da ja noch diese eine Ziege, die nicht fressen, sondern nur gestreichelt werden will und die Augen dabei genießerisch schließt ...

Ein besonderer Einkauf

Bevor wir gehen finden wir noch einen Gemüsestand, der mich wirklich überrascht. Auf einem Schild steht: „Zahl, was es dir wert ist“. Da muss Norea nicht lange überlegen. Sie investiert ihr Taschengeld in eine Schale frischer Erdbeeren. Wir machen uns auf den Heimweg und ich bin sehr glücklich, dass hier heute das Erlebnis im Vordergrund stand.

Auf einen Blick

Erlebnisbauernhof Gertrudenhof
Lortzingstraße 160
50354 Hürth

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