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Und wo bleiben die Teenie-Väter?

Und wo bleiben die Teenie-Väter? © JuPa.pa! Das Projekt „JuPa.pa!“ macht junge Väter stark und kümmert sich damit um Menschen, die oft vergessen werden.

Für sie gibt es Projekte, über sie berichten die Medien: „Teenie-Mütter“ haben die gesellschaftliche Aufmerksamkeit – aber was ist eigentlich mit jungen Vätern? Sie sind die Vergessenen und fühlen sich oft nicht wahrgenommen. Der Verein „Väter in Köln“ hat deshalb die Aktion „Junge Papas packen es!“, kurz „JuPa.pa!“, ins Leben gerufen. Hier kümmert sich der Coach Theo Brocks um junge Väter. Die Klienten stammen nicht nur aus dem Raum KölnBonn. Brocks skypet sich durch die Bundesländer, wenn kein Ansprechpartner vor Ort ist.

Schwer zu erreichen: junge Väter

Bei „JuPa.pa!“ treffen sich die Klienten mit Brocks zu individuellen Beratungsterminen. Die Kosten übernimmt der Landschaftsverband Rheinland. Die Väter brauchen keine Bescheinigungen, alles passiert unter Schweigepflicht. Das Angebot soll so niedrigschwellig wie möglich sein, denn die Zielgruppe ist schwer zu erreichen. Es gibt zwar ein Youtube-Video und einen Info-Flyer. Doch die jungen Väter kommen in der Regel über Umwege zu Brocks. Viele hat der Coach über seine zusätzliche berufliche Tätigkeit als Diplom-Sozialarbeiter kennengelernt. Um noch mehr Männer zu erreichen, streut der Verein Informationen zum Projekt über Jugendamt, Kinderschutzbund und Jugendhilfeträger.

Vaterschaft als Chance

Es ist nötig, das Angebot bekannt zu machen, denn bei etwa neun von 1000 Geburten liegt das Alter der Mütter zwischen 15 und 19 Jahren. Zu diesen jungen Frauen gehören meist auch junge Väter, doch oft wollen die Mütter viel alleine schaffen und die Männer bleiben außen vor. Brocks stärkt sie in ihrem Selbstbewusstsein. Die Vaterschaft sollen sie nicht als sozialen Makel empfinden, sondern als Chance. Für manche ist es der Anstoß, endlich Verantwortung für das eigenen Leben zu übernehmen, die Schule zu beenden oder das Studium durchzuziehen. Brocks, der selbst dreifacher Vater ist, gibt praktische Tipps, hört zu und spricht ihnen Mut zu. „Ich bin nicht vom Jugendamt“, sagt Brocks. „Das ist mein Vorteil, denn von Institutionen fühlen sich die jungen Männer oft kontrolliert und überprüft.“ Doch nicht nur Beratung, auch Vernetzung will JuPa.pa! leisten. Der Verein plant in Köln eine Vätergruppe, damit junge Väter sich austauschen und gegenseitig unterstützen können.

Tagung für Fachleute

Unter dem Titel „Die machen sich eh aus dem Staub. Jugendliche Väter – (un)verantwortlich oder ausgegrenzt?“ lädt der Verein am 12. Juni 2015 Fachleute zu einer Tagung ins LVR-Horion-Haus Köln ein. Interessierte, die mit jungen Menschen zusammen arbeiten, können sich dann über das Projekt informieren – damit noch mehr Väter den Weg zu Theo Brocks finden.

Anja Tischer, Mai 2015

12.6.2015, 9–13 Uhr, LVR-Horion-Haus, Hermann-Pünder-Str. 1, 50679 Köln

 

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