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Initiative „Schütz Deinen Kopf!“

Initiative „Schütz Deinen Kopf!“ Gehirnerschütterung: Wer informiert ist, kann schweren Folgeschäden vorbeugen. Die Initiative „Schütz Deinen Kopf!“ stellt neue Info-Flyer für Eltern, Trainer und Ärzte vor.

Diese Initiative der ZNS – Hannelore Kohl Stiftung (Anm. d. Red. ZNS steht für Zentrales Nervensystem)  macht sich für die Prävention und den richtigen Umgang mit Gehirnerschütterungen im Sport stark. Anlass des Pressegesprächs waren die neuen Info-Flyer, die ab sofort in Kölner Kinderarztpraxen ausliegen und Eltern sowie Trainern, aber auch Ärzten übersichtlich Informationen vermitteln. Alle Interessierten – auch Aktive aus Vereinen oder Pädagogen – können die Flyer zum Auslegen und Verteilen gratis bestellen.

Hohe Dunkelziffer

Sport sei gesund und mache konzentrations- und teamfähig, betont das Team von „Schütz Deinen Kopf!“ und wünscht allen Aktiven viel Spaß und Erfolg dabei. Doch manchmal kommt es eben zu einem Sturz oder Zusammenprall. „Wir haben 40.000 diagnostizierte Gehirnerschütterungen durch Sportunfälle pro Jahr in Deutschland, doch die Dunkelziffer ist hoch“, erklärte Helga Lüngen, Geschäftsführerin der ZNS – Hannelore Kohl Stiftung. Darüber hinaus geht sie von mindestens 150.000 Patienten im Jahr aus, von denen viele nicht zum Arzt gehen und sich auch nicht schonen.

Das begünstigt das sogenannte postkommotionelle Syndrom – so nennen es Mediziner, wenn es Tage, Wochen oder Monate nach der Gehirnerschütterung plötzlich zu Beschwerden wie Schmerzen, Übelkeit, Stimmungsschwankungen und Konzentrationsstörungen kommt. Die Behandlung erfolgt oft in der Klinik und kann lange dauern.

Gefährliche Spätfolgen

Eine gefährliche Spätfolge ist das Syndrom des zweiten Aufpralls. Hierzu kommt es, wenn ein Mensch trotz Gehirnerschütterung weiter Sport treibt und sich anstrengt. Weil sein Sichtfeld und die Konzentrationsfähigkeit sich durch den Unfall verändert haben, neigt er zu erneuten Unfällen. „Kommt es jedoch in den ein bis zwei Wochen nach dem ersten Schädeltrauma zu einem zweiten Aufprall, wird das Gehirn, das sich noch nicht ganz erholen konnte, schwer geschädigt“, informierte der Kölner Kinderarzt Dr. Marcel Razzaghi. „Hier haben wir manchmal lebensbedrohliche Verläufe.“ Der Kinderarzt fordert darum, dass junge Sportler, ihre Eltern, Trainer, aber auch Ärzte die Gehirnerschütterung als Verletzung ernster nehmen als bisher üblich. Auch sollten 48 Stunden Schonung  nach dem Unfall unbedingt eingehalten werden.

Gehirnerschütterung erkennen und richtig handeln

Um dazu beizutragen, dass viele Patienten ausreichend Schonung bekommen, gibt es zwei Varianten der neuen Flyer von „Schütz Deinen Kopf!“. Eine wurde für Eltern und Sportbetreuer entwickelt und erklärt allgemeinverständlich die Symptome. Der zweite Flyer wendet sich an Ärzte, die nicht ständig Kinder und/oder Unfallopfer betreuen und die für ihre Patienten beziehungsweise deren Eltern die richtigen Worte zur Erklärung der Gehirnerschütterung finden möchten. Beide Flyer enthalten je einen Plan zur Wiedereingliederung – „Zurück-in-die-Schule“ und „Zurück-zum-Sport“ – die erklären, wie der Alltag nach dem Unfall Schritt für Schritt wieder aufgenommen werden kann.

Neben den Flyern stellte das Team der Initiative „Schütz Deinen Kopf!“ auch seine neuen Erklärfilme zum Thema „Gehirnerschütterungen erkennen, verstehen und ihre Heilung fördern“ vor und präsentierte das Info-Poster, das für Umkleidekabinen entwickelt wurden. Auch eine neue, interaktive App fürs Smartphone gibt es jetzt, sie ist gerade in der Testphase. Alle Medien können über die Homepage www.schuetzdeinenkopf.de eingesehen und die Flyer und Poster auch gratis bestellt werden.

 

Die ZNS - Hannelore Kohl Stiftung für Verletzte mit Schäden des Zentralen Nervensystems mit Sitz in Bonn wurde 1983 von Frau Dr. med. h.c. Hannelore Kohl ins Leben gerufen. Die Stiftung unterhält einen Beratungs- und Informationsdienst für Schädelhirnverletzte und deren Angehörige, unterstützt bei der Suche nach geeigneten Rehabilitationseinrichtungen und fördert die wissenschaftliche Forschung auf dem Gebiet der Neurologischen Rehabilitation. Sie engagiert sich in der Präventionsarbeit für Unfallverhütung. Bis heute konnten rund 30 Mio. Euro aus Spendenmitteln für über 675 Projekte an Kliniken, Institutionen und Rehabilitationseinrichtungen in Deutschland weitergegeben werden. Jedes Jahr erleiden rund 270.000 Menschen Schädelhirntraumen, knapp die Hälfte von ihnen ist jünger als 25 Jahre. Dank der medizinischen Fortschritte kann vielen von ihnen geholfen werden.

 

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