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Florians Box-Sack

Florians Box-Sack Sophia zeigt uns, wie man seine Wut rauslassen kann. Foto: Teresa Petruschke An der Florianschule in Weidenpesch wurde ein Anti-Aggressionsraum eingerichtet. Wir waren bei der Eröffnung dabei.


„Wir sind immer friedlich, freundlich, fair!“ steht auf den gelben Plakaten, die überall in der Florianschule aufgehängt sind. Die Umsetzung eines solchen Mottos kann sich jedoch schwierig gestalten, gerade in einer Schule, die in einem Kölner Brennpunkt steht.

Die Problematik

Was „Brennpunkt“ für die Schüler bedeutet, erklärt uns Hermine Urbaniak, Pressesprecherin der Johanniter, die seit 2007 Träger der OGS sind. Rund ein Drittel der Schüler an der Florianschule kommen aus schwierigen familiären Verhältnissen – sowohl in finanzieller als auch in sozialer Hinsicht. Deswegen verhalten sich die Kinder oft aggressiv oder haben Probleme, sich zu konzentrieren. Gerade bei den Hausaufgaben ist das oft ein Problem. Um dem entgegenzuwirken haben die Johanniter gemeinsam mit der ImbusAG und der Deutschen Bank Stiftung West in der Schule einen Anti-Aggressionsraum eingerichtet

Raum für Bewegung

Der Raum soll für die Schüler eine Ergänzung und Auszeit zum normalen Schulalltag sein. Hier sollen sie sich in einem geregelten Umfeld mal richtig Luft machen können. Marcelino Frenz ist Gruppenleiter in der OGS und zeigt uns bei der Eröffnung mit seinen Schülern, wie man so einen Raum richtig nutzt. Da werden Salti geschlagen, Box-Säcke vermöbelt und es wird über Gefühle gesprochen. Natürlich ist keiner bei der Präsentation heute so richtig sauer, darum spielt Herr Frenz vor allem Spiele mit den Kindern, die sie richtig auspowern sollen. Der Raum soll nämlich auch als Bewegungs-Raum genutzt werden, erfahren wir von Iwona Grzęda, der Leiterin der OGS.



Herr Frenz erklärt den Kindern das nächste Spiel. Foto: Teresa Petruschke


Die Kinder scheinen Spaß zu haben. Die 9-jährige Sophia ist sich sicher, dass sie den Raum sehr, sehr oft nutzen wird, verrät sie uns, während sie mit Box-Handschuhen auf ein dickes Polster einschlägt. Auch der 10-jährige Ali mag den Raum: „Am Anfang wollte ich nicht hierher, aber jetzt sage ich: zum Glück!“ Danach erklärt er uns in der komplett gepolsterten Ecke des Raumes, wie man einen Flic-Flac macht und Sophia zeigt uns die dicken roten Keulen, mit denen man gegeneinander kämpfen kann. Die rund 7500 Euro Spenden von der ImbusAG und der Deutschen Bank Stiftung West scheinen uns auf jeden Fall gut angelegt zu sein.

Hannah Süsterhenn und Teresa Petruschke, Dez 2017

GGS Florianschule
Neusser Str. 605
50737 Köln

 

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